Wanderungen im Bayerischen Wald

Einzelner Pilz im Wald

Ich bin ja ein ausgesprochener Fan von Regenwäldern. Ich hatte das große Glück, schon häufiger mehrere Tage in den letzten verbliebenen Dschungeln unserer Erde zu verbringen, unter anderem im Naturschutzgebiet Tambopata in Peru und im Nationalpark Madidi in Bolivien. Jedes Mal war ich wieder fasziniert von der Kraft und der Energie, die aus diesen uralten Wäldern hervorgeht.

Regenwald5

Urwald mitten in Europa?

Leider sind echte Urwälder von Deutschland aus immer eine lange Reise entfernt. Dachte ich auf jeden Fall bislang. Bis ich vom Bayerischen Wald hörte, wo es die letzten Urwälder Europas geben soll. Die musste ich mir natürlich ansehen!

Eine Woche lang streiften wir also kreuz und quer durch den Nationalpark Bayerischer Wald, auf der Suche nach dem Dschungel. Zugegeben: Ein tropischer Regenwald ist etwas anderes als ein europäischer Urwald. Aber auch im Bayerischen Wald gibt es ein paar wilde Ecken, in denen – wie es auch so schön in der Werbung für den Nationalpark heißt – Natur noch Natur sein kann. Und so entstanden auf unseren Wanderungen viele tolle Waldbilder von moosbewachsenen Totholz-Stämmen, von riesigen Pilzen am Fuße von Bäumen, von rauschenden Bächen durch undurchdringliches Grün.

Auf ins Felswandergebiet

Eine 3,3 Kilometer lange Rundwanderung führt vom Parkplatz am Jugendwaldheim in der Nähe von Neuschönau erst durch ein „normales“ Waldstück, bis du zum Eingang des Felswandergebiets gelangst. Hier beginnt ein verwunschener Weg durch die Felsenlandschaft und durch urwaldartiges Gebiet.

Im Wald: Moos auf Felsen Ein Baumpilz im Wald Im Wald: ein Baumstumpf am Felsen Ein Wald voller Felsen

Auf zum Lusen

Am Wanderparkplatz Fredenbrücke startet die Wanderung zum Lusen. Erst geht es entlang der Kleinen Ohe, einem rauschenden Bach inmitten von wildem Wald. Über das Teufelsloch, einem Felsblockmeer aus Granit, kommst du zu einem Feld abgestorbener Bäume, die in den 80er-Jahren Borkenkäfern zum Opfer gefallen sind. Mittlerweile hat sich zwischen dem Totholz ein Jungwald entwickelt. Über die schnurgerade Himmelsleiter steigst du auf den 1373 Meter hohen Gipfel des Lusen, der mit Felsgranitblöcken übersäht ist.

Ein Bach im WaldEin Jungwald aus Kiefern wächst in einem TotwaldBlick vom Gipfel des Lusen über den Bayerischen Wald

Auf zum Schwellhäusl

Von der Ortschaft Zwieslerwaldhaus kannst du einen rund zweistündigen Spaziergang zum Schwellhäusl und zurück machen. Der Hinweg führt an einem Kanal entlang, der früher zum Transport vom Baumstämmen genutzt wurde. Auf dem Rückweg passierst du den Watzlik-Hain, ein Waldstück, das sich selbst überlassen wurde und unter anderem eine 600 Jahre alte und 52 Meter hohe Tanne als Bewohner hat.