1985: Mein erster Auslandsurlaub

Ab in den Süden mit Eltern und Schwester

Als ich die neue Blogparade bei Lars Friedrich mit dem Titel „Die Ferien meiner Kindheit“ entdeckte, begann ich sofort, in meinem Elternhaus in den alten Dias zu wühlen. Was mir in die Hände fiel? Zwei Diakästen voll mit Spanien-Bildern!

Viele Jahre lang waren wir immer wieder nach Heiligenhafen an die Ostsee gefahren: Bettenburg im Apartmentstil direkt am Strand, meine kleine Schwester und mich konnte man einfach laufen lassen, abends ging es ins Restaurant „Kupferpfanne“ zum Schnitzel-Essen, bei schlechtem Wetter ins Wellenbad im Kurhaus. (Ich war übrigens vor ein paar Jahren noch mal in Heiligenhafen. Es sieht alles noch so aus wie damals, selbst die „Kupferpfanne“ und das Kurhaus gibt es noch.)

Auf nach Spanien!

Die hübsche Mode der 80er-Jahre

1985 aber sollte es zum ersten Mal eine weite Reise ins ferne Ausland geben: Wir wollten nach Spanien! Zu Beginn der Sommerferien packten wir unseren mintgrünen Ford Granada bis an die Decke voll, und los ging es Richtung Süden. Ich erinnere mich mit Schrecken an die Raststätten an den französischen Autobahnen, in denen es nur Steh-Toiletten gab (heute wäre ich in Asien oder Lateinamerika manchmal froh, wenn es so etwas Sauberes gäbe!). Ich weigerte mich den ganzen Tag lang, ein solches Loch im Boden zu benutzen.

2000 Kilometer in zwei Tagen

Beim Autofahren waren meine Eltern hart im Nehmen: Mit Ausnahme einer Übernachtung kurz vor der spanischen Grenze fuhren wir die knapp 2000 Kilometer aus dem Münsterland bis nach Calpe an der Costa Blanca nonstop durch. Bei spanischen Temperaturen mitten im Juli und natürlich ohne Klimaanlage wahrlich kein Vergnügen.

In Calpe hatten wir ein Haus in einer typischen Ferienanlage, den Pool teilten wir uns mit mehreren Familien. Aufgrund der Hitze hielten wir uns die meiste Zeit im Wasser oder am Strand unter unserem roten Sonnenschirm mit den weißen Wölkchen auf. (Fotos von der Bikini-Mode von damals erspare ich dir …)

Mit riesiger Brille am Strand

An zwei Ausflüge kann ich mich noch vage erinnern: Einmal fuhren wir auf die winzige Insel Tabarca. Das Boot schwankte gar nicht so stark, aber trotzdem stieg ich nach der Fahrt ganz grün im Gesicht von Bord. Auf der Insel selber gab es nicht viel zu sehen: eine staubige Straße, ein paar verlassene Häuser und über allem die sengende Sonne. Heute gilt Tabarca als Geheimtipp – damals waren wir offenbar so was wie Pioniere.

Die andere Tagestour, an die ich mich erinnere, führte uns auf den Peñón de Ifach, den Hausberg von Calpe. Naja, eigentlich ist der 300 Meter hohe Felsen eher ein Hügel, doch die roten Absatzschuhe, die ich damals unbedingt auf der Wanderung tragen musste, waren trotzdem nicht die richtige Wahl (aber erzähl das mal einer eitlen 15-Jährigen!). Das Wandern hatte ich damals noch nicht für mich entdeckt, was man an meinem „begeisterten“ Gesichtsausdruck auf den Bildern erkennen kann.

Die roten Schuhe in Aktion

Nach drei Wochen ging es schließlich, wieder nur mit einem Zwischenstopp, zurück nach Hause, wo wir uns immer wieder gern an den Spanien-Urlaub erinnerten. Noch heute muss ich mir übrigens anhören, wie ich damals mit roten Absätzen unbedingt auf den Peñón steigen musste. Naja, so sind meine ersten Wanderkünste wenigstens in die Familiengeschichte eingegangen …

An welche Reise in deiner Kindheit kannst du dich noch gut erinnern? Bin gespannt, wohin es dich als kleiner Steppke auf Reisen verschlagen hat. Erzähl es mir in den Kommentaren!

 

 

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4 Kommentare

  • Hallo Sabine
    Wir können uns auch noch sehr gut an den Urlaub erinnern, denn wir waren dabei, du warst damals ganz schön zickig !!! 🙂 und dann auf der Rückfahrt, wir mussten ja unbedingt die billigen Wassermelonen mitnehmen und am 2. Tag fingen sie im Auto an zu gären, fast hätten wir alle einen Schwips gehabt. So könnte man noch stundenlang fortfahren, aber die Seite reicht, glaube ich, dafür nicht aus.

    Liebe Grüße Mama & Papa

  • Hallo Sabine,
    ich war auch über diese Blogparade gestolpert, hatte auch schon nach Fotos gesucht und es dann doch wieder vergessen. Dein Artikel hat mich wieder daran erinnert – mehr noch ich habe einige Parallelen entdeckt. Bei uns ging es zwar immer nach Italien, aber auch wir sind 2000 km mit dem Auto gefahren (mit einer Übernachtung). Ich war etwa in deinem Alter und habe ebenfalls eine kleine Schwester. So hat mich dein Artikel an meine Kindheitsurlaube erinnert und nun werde ich mich doch noch an meinen Artikel machen.
    Danke also für deinen schönen Artikel und für die aussagekräftigen Fotos.
    Liebe Grüße – Heike

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