Mein Bangkok

Manche lieben sie, manche hassen sie: Bangkok ist eine Stadt, die polarisiert. Bei meiner ersten Reise nach Bangkok war ich auch skeptisch, ob ich die Stadt mögen würde – vor allem, da ich eigentlich gar kein Fan von Großstädten bin. Meine Sorgen waren jedoch unbegründet, wie sich herausstellte, denn ich habe Bangkok von der ersten Minute an geliebt. Und seitdem fahre ich immer wieder gern hin.

Ein paar meiner Erlebnisse in Bangkok möchte ich mit dir teilen:

Erste Schritte in Bangkok

Die erste Annäherung an die Stadt fing schon skurril an: Am Flughafen versuchte ich, einem Taxifahrer zu erklären, wohin ich wollte – nämlich in den Stadtteil Thewet, wo ich ein Zimmer in einem Guesthouse gebucht hatte. Ich versuchte es : „The-iweh“, „Theweeee“, „Theeeeweh“ – und erntete nur fragende Blicke. Nach zehn Minuten Diskussion unter den Taxifahrern, meinte einer: „Aaaah, Theweeee.“ Nicht, dass ich das vorher schon ungefähr ein Dutzend Mal gesagt hatte …

Verkehrsszene in Bangkok

Auf der Fahrt in die Stadt wurde mir dann schnell der Gegensatz zwischen Tradition und Moderne bewusst: Kleine Tempel stehen neben riesigen Hochhäusern, auf den Märkten preisen die Fischer geschniegelten Businessleuten ihre Waren an, Mönche schauen sich auf der Khao San Road neugierig die Auslagen an. Dieses Nebeneinander der Kulturen hat mich von Beginn an fasziniert.

Bangkok auf dem Wasser

Ich mag es in Bangkok am liebsten, mich einfach in eine der Fähren zu setzen und den Chao-Phraya River entlangzuschippern. Vom Wasser aus wirkt die Stadt viel friedlicher als in den quirligen Straßen – auch wenn auf dem Fluss ebenfalls viel los ist: Kleine Fähren, die die Leute von einem Ufer zum anderen bringen, Boote voll mit Körben, Kisten und Kartons, Lastkähne und Taxiboote knattern um die Wette über die Wellen. Schön ist auch eine Fahrt durch die Klongs, vorbei an den Wohnhäusern und den im Fluss badenden Kindern. Hier mein Tipp: das öffentliche Boot nehmen und nicht die Touristenboote, die um einiges teurer sind!

Alltag auf den Klongs in Bangkok

Chinesisches Bangkok

Schon in den „normalen“ Stadtvierteln ist Bangkok aufregend genug – vollends skurril wird es dann in Chinatown. In den engen Gassen klebt ein winziges Geschäft neben dem anderen. Jedes einzelne ist bis zur Decke vollgestopft mit Waren: Schuhe, Modeschmuck, Uhren, Lebensmittel … Bei Letzteren weiß man nicht immer ganz genau, um was es sich eigentlich handelt: Fisch, Fleisch oder etwas vollkommen anderes???

Neujahrsfest in Chinatown

Spannend ist auch die Ecke in Chinatown, wo die Zutaten für chinesische Medizin bearbeitet werden: Säcke voller Pilze, Wurzeln, Blätter und anderen getrockneten Pflanzen warten auf ihre Weiterverarbeitung. Weniger schön sind die Gläser mit eingelegten, manchmal sogar seltenen Tieren, die eigentlich unter Naturschutz stehen. Wenn es um Potenzsteigerungen geht, sind Chinesen ja (leider) recht fantasievoll …

Wenn du das Glück hast, zum Tag des chinesischen Jahreswechsel (jedes Jahr zu Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar) in Bangkok zu sein, darfst du das Neujahrsfest in Chinatown nicht verpassen. Dann biegen sich in den Straßen die Tische unter den angeboteten Leckereien; Drachen und andere mystische Tiere tanzen durch die Straßen. Aber auch zu anderen Jahreszeiten ist Chinatown auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Tempel in Bangkok

Tempel Wat Saket auf dem Golden Mount

Besonders sehenswert in Bangkok finde ich vor allem auch die vielen unterschiedlichen Tempel, die du an jeder Ecke findest. Meine Lieblingstempel habe ich bereits in einem anderen Beitrag vorgestellt.

Was Bangkok noch alles zu bieten hat, liest du bei der Blogparade des Flocblogs „Dein Bangkok ist nicht mein Bangkok“, an der schon mehrere Blogger teilgenommen haben. Bei Florian vom Flocblog erfährst du auch, wie die „Stadt der Engel“ mit vollem Namen heißt:

Krung Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udom Ratchaniwet Maha Sathan Amon Phiman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasi

Wie man das ausspricht? Das kannst du dir hier anhören. Und jetzt bitte einmal nachsprechen …

Falls du schon mal in Bangkok warst: Was waren deine persönlichen Highlights? Ich freue mich über deinen Kommentar!

 

 

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9 Kommentare

  • Hallo Sabine,
    Dein Bericht hat mir sehr gut gefallen. Vor ein paar Tagen bin ich aus Bangkok zurück gekommen und bin mir noch nicht ganz im Klaren darüber, ob ich die Stadt nun liebe oder in Zukunft lieber einen Bogen darum herum mache ;) Eigentlich dachte ich, dass ich in Bangkok auf jeden Fall zurecht komme weil ich ja aus einer Großstadt komme – München – aaaaaber es hat sich herausgestellt, dass München ein kleines Kaff ist :-D
    Was ich auf jeden Fall empfehlen kann und auch in meinem nächsten Blogartikel ausführlicher behandeln werde, ist eine geführte Radtour durch Bangkok, wir haben die Tour „Colors of Bangkok“ von Bangkok Biking gemacht. Man wird zu tollen Plätzen geführt, die man auf eigene Faust niemals erkunden würde!
    Liebe Grüße
    Kathi

  • Hey Sabine,

    ich war dieses Jahr zum zweiten Mal in Bangkok und fand es genauso genial und spannend wie bei meinem ersten Besuch 2012 (meine Freundin hat es damals gehasst ;D).

    Dein Erlebnis mit dem Taxifahrer kommt mir total bekannt vor… „Samsen Soi“ ist beim besten Willen nicht schwer auszusprechen und wir haben es bestimmt 10x gesagt, bis der Fahrer uns verstanden hat. Ist uns noch öfter passiert und oft wollte uns dann keiner mitnehmen – ich wette, das hat irgendwie Taktik :D

    So touristisch sie auch ist: Ich liebe die Khaosan Road ;) Muss man auf jeden Fall mal gesehen haben. Ansonsten sind meine bisherigen (ich glaube, in Bangkok wird man nie alles gesehen haben) Highlights der Wat Pho und der Lumphini Park. Der Dusit Zoo ist auch total cool… schon allein, weil da Tiere total gehyped werden, die bei uns auf dem Bauernhof oder im Streichelzoo stehen :D

    Schöne Grüße,
    Caro

    • Ich darf das ja gar nicht laut sagen, aber: Ich habe es noch kein einziges Mal geschafft, in den Lumphini Park zu gehen … Mach ich beim nächsten Mal! Danke für den Tipp!

  • Schöner Bericht!
    Was mir an Bangkok besonders aufgefallen ist, sind die krassen Gegensätze zwischen arm und reich. Auf der einen Seite gibt es diese Schickimicki-Luxus-Malls wie das Siam Paragon und auf der anderen Seite, gar nicht weit vom Zentrum, hast du die Slums mit vielen verarmten Menschen. Irgendwie schade, dass das in dem Land mit dem reichsten König der Welt noch immer so präsent ist…

  • Ein schönes Bangkok hast Du da, ich glaube Dein Bangkok und mein Bangkok haben einige Schnittmengen, allein wegen dem Golden Mount und dem Fluss-Boot.

    Lustig, dass Du gleich beim 1. Mal in Thewet übernachtet hast. Ich empfehle die Gegend gerne als Low-Key Alternative, aber kenne die Guesthouses selbst nur von außen.

    Danke für’s Mitmachen bei meiner Blogparade!

    • Gern geschehen :-) Falls du mal in Thewet übernachten willst: Ich war mehrfach in der Shanti Lodge und gehe dort fast jedes Mal wieder zum Essen hin, weil sie so leckeres Thai-Curry haben! Die letzten beiden Male war ich aber in einem Hostel in der Soi Rambuttri, was eine Klasse besser ist als die Shanti Lodge. Viel Spaß beim nächsten Mal in Bangkok!

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