10 Tipps für Nachtaufnahmen

Kennst du das auch? Da stehst du mitten in der Nacht an der schön angestrahlten Fassade eines Hauses oder vor der beleuchteten Kulisse einer Stadt. Du drückst auf den Auslöser – und das Ergebnis ist enttäuschend. Fotos bei Dunkelheit sind für jeden Fotografen eine besondere Herausforderung. Damit deine Nachtaufnahmen demnächst besser gelingen, habe ich für dich zehn Tipps zusammengestellt.

Tipps und Tricks für die Dunkelheit

1. Die Zeit für Nachtfotos beginnt nicht erst, wenn es stockfinster ist. Auch der Sonnenuntergang, die anschließende Dämmerung – auch blaue Stunde genannt – sowie der Moment, wenn die Straßenbeleuchtung angeht, bieten spannende Motive. Und wenn du länger an einem Ort verweilst und die Lichtveränderungen mitbekommst, wirst du immer wieder neue Bilder für dich entdecken.

Eine typische Stimmung zur „blauen Stunde“.

2. Achte bei sehr dunkler Umgebung darauf, dass die dunklen Bereiche deines Bildes nicht zu groß sind. Lieber näher heranzoomen und nur einen gut ausgeleuchteten Ausschnitt fotografieren, das ist spannender.

3. Du solltest die ISO-Einstellung deiner Kamera auf maximal 200 festlegen, weil sonst die Gefahr besteht, dass es zum Bildrauschen kommt. Vor allem in dunklen Bereichen des Bildes sind die Farben dann nicht mehr so satt, wie sie sein sollten, und die Fotos werden unscharf. Daher die automatische ISO-Einstellung aufheben und der Kamera eine feste ISO-Zahl vorgeben.

4. Wenn es irgendwie geht, schalte den Automatikmodus an deiner Kamera aus und nutze die manuellen Einstellungen. Die Automatik ist oft okay – aber viel bessere Ergebnisse erzielst du, wenn du die Belichtung und/oder die Blende manuell einstellst.

5. Je dunkler es wird, umso länger ist die Belichtungszeit, die deine Kamera braucht, um ein gutes Foto zu machen. Denn gute Fotos entstehen nur, wenn genug Licht in das Objektiv gelangt. Wenn du an deiner Kamera deine Belichtungszeit also manuell einstellen kannst, probiere einfach mal ein paar verschiedene Werte aus. Das kann zu ganz unterschiedlichen Effekten führen.

Hier war eine besonders lange Belichtungszeit nötig.

6. Verwende bei Nachtfotos immer ein Stativ. Die lange Belichtungszeit sorgt sonst dafür, dass deine Bilder garantiert undscharf und verwackelt werden. Denn aus der Hand kannst du eine Kamera gar nicht so lange absolut bewegungslos halten, wie die Belichtung für ein gutes Bild dauert. Es gibt kleine Reisestative, die locker in die Hosentasche passen. Zur Not tut es auch eine Mauer, auf die du deine Kamera abstellen kannst.

7. Statt den Auslöser mit der Hand zu betätigen, solltest du bei Nachtaufnahmen den Selbstauslöser aktivieren, nachdem du alle Einstellungen vorgenommen hast. Dadurch vermeidest du, dass durch den Druck deines Fingers die Kamera wackelt und dadurch das Bild unscharf wird.

8. Wenn du bei Nacht Bewegungen einfangen willst (zum Beispiel die Lichter von Autos, die vorbeifahren), musst du eine lange Belichtungszeit wählen. Wenn das Bild dadurch zu hell wird, musst du dies durch eine andere Blendeneinstellung wieder ausgleichen.

Drei Fahrradfahrer hinterlassen ihre Lichtspuren.

9. Das Gleiche gilt für das Einfrieren von Bewegungen: Wenn Personen oder Fahrzeuge sich schneller bewegen als deine Belichtungszeit andauert, werden sie unscharf. Eine kürzere Belichtungszeit sorgt dafür, dass sie scharf bleiben. Wird das Bild dadurch zu dunkel, hilft wieder nur ein Ausgleich durch die Blendeneinstellung.

10. Zu guter Letzt der beste Tipp: Probieren geht über Studieren! Experimentiere einfach mal ein bisschen mit deiner Kamera herum und lerne die verschiedenen Funktionen kennen. Damit wirst du künftig garantiert mehr Spaß an Nachtfotos haben.

All diese Tipps und Tricks habe ich bei einem Workshop zur Nachtfotografie bei Spass am Foto – Joachim Rieger gelernt. Der Kölner Fotograf bietet regelmäßig Workshops und Fototouren an. Empfehlenswert!

Hast du noch weitere Tipps, um bei Nacht gute Fotos zu machen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

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9 Kommentare

  • Markus sagt:

    Mir fällt noch was ein: bei Verwendung eines Statives auch unbedingt den Bildstabilisator an der Kamera oder am Objektiv ausschalten. Führt sonst paradoxerweise auch zu Verwacklern, weil der Stabilisator auch bei ruhender Kamera minimal aktiv ist.

    Schöne Grüße,
    Markus

  • Christina sagt:

    Hallo Sabine,
    vielen Dank für die Tipps. Werde ich demnächst mal ausprobieren. Bei Dunkelheit hatte ich bisher immer so meine Probleme.
    Liebe Grüße
    Christina

  • Marta sagt:

    Super toller Beitrag. Fände es schön, wenn du noch mehr Tipps zum Fotografieren hättest. Welche Kamera nutzt du auf Reisen bzw. hast du einen Tipp für eine leichte, kleine Kamera, die viel her macht?

    • Sabine sagt:

      Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt! Schau doch mal im Menü unter „Über das Reisen -> Fotografieren auf Reisen“ (oder direkt hier: http://www.ferngeweht.de/category/fotografieren/ ), da findest Du noch weitere Beiträge zum Thema Fotos. Ich selber nutze eine Bridegkamera von Sony. Einen Tipp zu geben, ist immer schwierig, weil ich nicht weiß, was für Dich wichtig ist: Schnappschüsse? Tierfotografie? Landschaftsfotografie? Sport- oder Unterwasserfotografiere? Top-Qualität der Bilder? Wenig Gewicht? Da gibt es so viele Komponenten zu bedenken …

  • Marci sagt:

    Liebe Sabine,

    tolle Tips die du da zusammen gestellt hast. Ich habe öfters das Problem, dass die Bilder zu verschwommen sind, trotz Stativ aber ohne Selbstauslöser, vielleicht liegt da schon der Fehler.
    Ansonsten probiere ich halt auch noch viel rum:)

    Lieben Gruß Marci

    • Sabine sagt:

      Ja, der Selbstauslöser macht einen riesigen Unterschied, weil du beim Auslösen gar nicht vermeiden kannst, dass die Kamera sich bewegt. Viel Erfolg weiterhin beim Ausprobieren!

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