In Durbuy, der kleinsten (?) Stadt der Welt

Belgien stand bisher nicht auf meiner Liste der unbedingt zu bereisenden Länder. Eigentlich schade. Denn es ist gerade einmal eine Stunde vom Rheinland entfernt, lässt sich also gut auch mal an einem verlängerten Wochenende bereisen. Außerdem spricht man in der Wallonie Französisch – da fühlt man sich direkt ganz doll ferngeweht. Zudem sind die Ardennen mit bis zu 600 Höhenmetern ein tolles Wandergebiet mit vielen Wäldern, kleinen Bächen und immer wieder weiten Ausblicken über die sanft geschwungenen Hügel.

Durbuy am Ufer der Ourthe

Ein langes Mai-Wochenende haben daher auch wir genutzt, um ein bisschen belgische Luft zu schnuppern. Ein guter Ausgangspunkt für Aktivitäten in den Ardennen ist die Ortschaft Durbuy – nach eigenem Bekunden „die kleinste Stadt der Welt“. (Diesen Titel beanspruchen allerdings auch die kroatische Ortschaft Hum, das US-amerikanische Städtchen Buford sowie das schleswig-holsteinische Arnis …) Sei’s drum: Zu den hübschesten Städten der Ardennen zählt Durbuy allemal.

Auf der kopfsteingepflasterten Hauptstraße reihen sich rechts und links zahlreiche kleine Restaurants, ebenso wie entlang des Place aus Foires. Am nördlichen Ende der Stadt, gegenüber dem Schloss, wandeln wir durch kleine Gassen mit hübschen Plätzen und den typischen Ardennenhäusern aus grauem Bruchstein.

Durch das Städtchen fließt die Ourthe, ein Fluss, der sich bestens zum Kajakfahren eignet. Wie praktisch, dass kurz hinter dem Ortsausgang ein Kajakverleih stationiert ist. Bei unserem letzten Besuch vor zehn Jahren haben wir eine Flussfahrt unternommen, dieses Jahr war es dafür noch etwas zu kühl.

Kunst oder Kitsch?

Stattdessen haben wir dem wohl skurrilsten Ort Durbuys einen Besuch abgestattet: dem Parc des Topiaires. Topiaires heißt auf Deutsch soviel wie Formschnitt – und genau der ist in dem Garten zu bewundern: In 39 Beeten stehen in Form geschnittene Buchsbäume, Eiben und Stechpalmen, manche sind über 100 Jahre alt. Der Künstler Albert Navez hat viele Jahre damit verbracht, die Pflanzen mithilfe von Eisendraht und Bambusröhrchen in Form zu bringen. Herausgekommen sind mehr oder weniger gut erkennbare Skulpturen. Aber keine Angst vor zu wenig Fantasie: Ein Plan des Parks erklärt, was in welchem Beet zu sehen ist.

Leider hat die weit verbreitete Buchsbaumkrankheit auch vor dem Parc de Topiaires nicht Halt gemacht. Einige der Skulpturen mussten daher schon entfernt werden und wurden durch andere Pflanzenarten ersetzt.

Gut gelungen waren aus meiner Sicht viele Tiere:

Noch besser gefallen haben mir jedoch die Skulpturen in Menschenform:

Und als letztes darfst du raten, wie diese Skulptur benannt wurde:

Glaub es oder nicht: Sie heißt „Pamela Anderson“ 🙂

Nun interessiert mich deine Meinung: Sind Formschnittgärten Kunst oder Kitsch? Schreib mir in den Kommentar, wie du die gestutzten Buchsbäume findest! 

Wenn du ein Fan von Höhlen bist, kann ich dir in der Gegend auch eine Tour unter Tage empfehlen. Hier geht’s zu meinem Beitrag über die Grotten von Han.

 

 

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6 Kommentare

  • Ich finde es sehr schön, auch wenn es etwas kitschig ist. Wer hat schon zu Hause solche Buchsbaumfiguren? Von daher ist es irgendwie auch wieder Kunst 🙂 Auf jeden Fall sieht der Ort sehr interesant aus und ist bestimmt einen Kurztrip wert. Viele Grüße, Iris

    • In dieser Menge hatte ich solche Figuren auch noch nicht gesehen. Wenn du mal in der Nähe bist, lohnt sich ein Besuch von Durbuy allemal.

  • Also mir gefällt’s sehr gut. Wir sind früher auch schon durch Belgien gefahren, die Gegend um Eupen, haben da durch Zufall die La Gileppe ( ich hoffe ich habe das jetzt richtig geschrieben ) Talsperre entdeckt. Vom Ruhrgebiet sind es schon so 1 1/2 Stunde. Ich schaue mal wo dieser Ort liegt, das wäre mal ein schönes Ausflugsziele.
    LG
    Elke

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