24 Stunden Budapest – die Highlights

Eigentlich bin ich ja nicht unbedingt ein Städtefan. Wenn ich im Urlaub die Wahl habe zwischen Kultur und Natur, wähle ich immer Letzteres. Trotzdem gibt es ein paar Städte auf der Welt, die mich begeistert haben. Dazu gehört zum Beispiel Budapest, die Hauptstadt Ungarns, die ich letztes Jahr im Rahmen eines Kongresses besuchen durfte. Einen Tag hatte ich Zeit für das Sightseeing – dies sind meine Highlights für 24 Stunden Budapest:

Frühstücken im Kaffeehaus

Budapests Kaffeehäuser stehen denen von Wien in nichts nach! Ich habe einige Kaffeehäuser im Laufe von zwei Tagen ausprobiert, aber mein Liebling bleibt das Centrál Kávéház in der Nähe der Markthalle, das ich direkt am Anfang entdeckt habe: Ein Saal mit hohen, kunstvoll verzierten Decken und eine angenehm gedämpfte Atmosphäre sorgen dafür, dass der Aufenthalt auch mal länger ausfallen kann als geplant. Wäre ich ein Literat, könnte ich mir durchaus vorstellen, in diesem Ambiente meine Bücher zu schreiben … Zum Glück ist das Centrál im Gegensatz zu anderen berühmten Budapester Kaffeehäusern wie dem Gerbeaud oder dem New York noch nicht so stark von Touristen überlaufen.

Die Speisekarte ist ein Traum: Frühstücksfreunde haben die Wahl zwischen zahlreichen Leckereien wie Croissants, Törtchen oder Desserts und dem großen Kaffee-Angebot, das von Moccacino bis zu den Wiener Klassikern wie Kapuziner oder Melange reicht. Auch die Abendkarte mit typisch ungarischem Gulasch oder hausgemachtem Risotto kann sich sehen lassen. Zum Nachtisch vielleicht noch ein Palatschinken?

Rundgang durch Budapest

Die Stadt lässt sich am schönsten zu Fuß erkunden. Am besten lässt du dich einfach treiben, denn zu entdecken gibt es überall etwas. Auf dem Weg lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch der St.-Stephans-Basilika. Achtung: Beim Betrachten der wunderhübschen Deckenmalereien droht Nackenstarre! Wenn du schon dort bist, musst du auf jeden Fall auf die Kuppel steigen, denn von dort oben hast du einen tollen Blick über die Stadt.

Früher oder später wirst du immer wieder am Fluss landen, denn die Donau zieht sich durch die ganze Stadt und teilt den westlichen, kleineren Stadtteil Buda vom östlichen Stadtteil Pest, dem Zentrum. Kurz vor dem Ministerium stößt man auf ein paar seltsam anmutende Schuhe am Ufer. Wie zufällig verstreut liegen hier auf 40 Metern Länge 60 Paar Schuhe aus Metall. Das Mahnmal soll an die Gräueltaten 1944/45 erinnern, als Juden am Donauufer zusammengetrieben und erschossen wurden. Ein sehr beeindruckende und gleichzeitig bedrückende Installation.

Über die Kettenbrücke geht es nun über die Donau nach Buda. Am Fuße des Burgbergs kannst du entweder die Standseilbahn nehmen oder zu Fuß die Stufen bis zum Burgviertel hochlaufen. Im Burgpalast befinden sich mehrere Museen – für die blieb an einem Tag jedoch keine Zeit. Wer Glück hat, kommt rechtzeitig zum Wachwechsel oben an und kann die fast tänzerisch anmutende Synchron-Darbietung der Wachen beobachten.

Ein absolutes Muss ist die Fischerbastei, die wie ein Märchenschloss über der Donau thront. Über Treppen und Gänge geht es von Turm zu Turm, an Arkaden vorbei – fast fühlt man sich dabei wie Cinderella auf der Suche nach ihrer Kutsche. Auch den Besuch der nebenstehenden neugotischen Matthiaskirche mit ihren farbenprächtigen Wandmaleieren solltest du nicht auslassen.

Abendessen oder Besuch im Bad?

Nach soviel Sightseeing tun dir entweder die Füße weh oder du hast Hunger – falls du dich nicht zwischendurch mit den super leckeren Häppchen eingedeckt hast, die es überall für kleines Geld am Straßenrand zu kaufen gibt. Bei Fußweh empfiehlt sich der Besuch eines der berühmten Bäder – diese konnte ich mangels Zeit leider nichts ausprobieren. Stattdessen führte mich mein Weg in eines der bereits oben genannten, aber mir leider etwas zu touristischen Kaffeehäuser. Daher kein persönlicher Tipp für ein Restaurant an dieser Stelle.

Abendspaziergang zur Donau

Nach dem Abendessen lohnt sich auf jeden Fall noch einmal ein Spaziergang an die Donau. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Fluss werden nämlich kunstvoll angestrahlt. Beim Blick auf Kettenbrücke, Burgpalast und Bastei stelle ich fest: So schlimm sind Städtetrips eigentlich gar nicht – ich komme sicher gern noch mal zurück nach Budapest!

Dass ich mir Gedanken über Budapest gemacht habe, liegt vor allem an Sonja und Udo, die in ihrem Jo Igele Reiseblog zur Blogparade „Die besten Tipps für Städtetrips“ aufgerufen hat. Danke für den Anstoß, doch einmal über Städte nachzudenken!

 

 

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12 Kommentare

  • Eines vorweg – toller Bericht und ich liebe Budapest!
    Diese Stadt hat etwas…schon wenn man ankommt – egal ob mit dem Zug (Blick aufs Parlament) oder mit dem Auto (Blick über die ganze Stadt). Wenn man dann schliesslich wieder abreist und das Ortsende von Budapest erreicht – bekommt man schon wieder Sehnsucht …..zumindest geht es mir so.
    Ich war in den letzten 10 Jahren mindestens 100 Mal in dieser traumhaften Metropole- und man entdeckt immer wieder Dinge, die man noch nicht sah…
    …wie bei den Schuhen am Donauufer bei dessen Anblick man nachdenklich wird….
    Mittlerweile habe ich in Budapest 2 Wohnungen welche ich auch als FeWo vermiete und so darf ich noch öfter in die Perle an der Donau kommen…
    LG Markus

  • Hallo Sabine,
    toller Beitrag! Das Schuhe-an-der-Donau-Mahnmal finde ich sehr beeindruckend, das habe ich bei meinem Trip nach Budapest leider verpasst… Super Foto, so im Sonnenuntergang, das hat Wirkung!
    Liebe Grüße,
    Travelphilia

  • Hallo,
    sehr schöne Bilder und ein echt toller Bericht. Budapest hatte ich jetzt noch nie so wirklich auf meiner Reisewunschliste aber es sieht wirklich nett dort aus.
    Liebe Grüße
    Sandra

  • Hallo Sabine!

    Schön, dass du über Budapest geschrieben hast. 24 Stunden sind viel zu kurz. Ich war schon öfter hier und habe momentan für 10 Wochen das Vergnügen. Mein Café-Favorit ist das neu eröffnete Zoo-Café in der Fejér György utca. Dort laufen Katzen herum oder man bekommt plötzlich ein Chamäleon auf die Schulter gesetzt. Ansonsten kann man wunderschöne Spaziergänge an der Donau machen, wenn man mit der Vorortbahn HÉV ein paar Kilometer aus der Stadt herausfährt. Die Touristenhochburgen meide ich, weil ich es erstens hasse, wenn ich gleich auf Englisch angequatscht werden und zweitens keine Lust auf die hohen Preise habe. Den 800 Ft-Langós aus der Großen Markthalle bekomme ich woanders für die Hälfte.

    Liebe Grüße,
    Nuria

    • Liebe Nuria, da hast du natürlich recht: Für keine größere Stadt reichen 24 Stunden aus! Ich hatte letztes Jahre leider nicht mehr Zeit, deshalb werde ich auch sicher noch mal wiederkommen. Danke für deine Insider-Tipps – Ratschläge von Leuten, die eine Stadt gut kennen, sind immer die besten!

  • Ach Budapest ist einfach toll, lecker Essen, interessante Menschen und eine tolle Markthalle – was will man mehr ?!

    Grüße ♥
    Eileen

  • Ach, wie schön: Budapest. In diese Stadt habe ich mich im Juli direkt auf den ersten Metern verliebt. Es gibt so vieles zu entdecken und zu bestaunen – trotzdem fühlt man nicht den Druck, von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu rennen, sondern genießt schlendenderweise. Großartig auch: die große Markthalle, die Gozsdu-Höfe, das Book Café und die vielen Hinterhöfe, die mal stylish und mal mit morbidem Charme daherkommen. Mein To do beim nächsten Besuch: ein Wohlfühltag in einem der Bäder.

    • Liebe Doreen, danke für deine zusätzlichen Tipps. Ich sehe schon: Wir beide werden um eine weitere Reise nach Budapest nicht herumkommen, es gibt noch viel zu sehen und zu tun!

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