Sizilien: Meine Top 3 im Norden und Westen

Nachdem ich dir bereits meine Highlights im Osten Siziliens vorgestellt habe, geht es nun in den Norden und den Westen der Insel. Hier sind die Küsten etwas weniger bebaut als im Osten, der Blick kann etwas weiter übers Land schweifen. Von der Gegend um Taormina sind wir an der Nordküste bis Castellamare del Golfo gefahren, wo wir die zweite Hälfte unserer Sizilien-Woche verbracht haben.

Top 3: Tyndaris

Schon von der Autobahn aus sehen wir ganz oben auf dem Berg die Wallfahrtskirche der Schwarzen Madonna thronen. Vom Parkplatz am Fuß des Berges fahren Shuttlebusse bis zum Eingang, und vorbei an Nuss- und Marzipanverkäufern geht es die letzten Meter zu Fuß Richtung Kirche. Auch wenn der Reiseführer schreibt, das Gotteshaus sei „kein Meisterwerk“, finde ich es sehr beeindruckend mit seinen zahlreichen Decken- und Wandmalereien und -mosaiken. Von der Kirchenmauer aus hast du einen fantastischen Blick auf den unten liegenden, kilometerlangen Strand Capo Tindari – leider haben wir keine Zeit, ihn von Nahem anzuschauen.

Stattdessen laufen wir an weiteren leckeren sowie kitschigen Ständen mit Madonnenfiguren vorbei bis zum Eingang des archäologischen Parks, in dem man als Erstes direkt auf die Reste einer Basilika aus der Römerzeit stößt. Des Weiteren gibt es eine Römervilla mit Fußbodenmosaiken, Überreste der Stadtmauer, eine Thermenanlage sowie ein  Theater zu sehen. Alles sehr hübsch – doch das Beste sind die Millionen und Abermillionen von Blumen, durch die wir in der Anlage wandern! Wie ein gelber Teppich schmiegen sich die Blüten rund um die noch erhaltenen Gebäudereste. Ein Anblick, den man zu anderen Jahreszeiten sicher nicht genießen kann.

Top 2: Érice

Die Altstädte einiger sizilianischer Städte sind schon recht hübsch – das Problem ist, fand ich, dass man sich meist erst durch die endlos langen und meist hässlichen Vorstädte quälen muss, bis man am Ziel ist. Nicht so in Érice: Es geht in Serpentinen gut 700 Meter den Berg hinauf – und schwups, schon stehst du mitten in den verwinkelten Gassen. In dem bestens erhaltenen mittelalterlichen Städtchen kannst du dich schnell verlaufen – und hinter jede Ecke warten wieder neue Einblicke in enge Durchgänge und Hinterhöfe. Am besten lässt du dich einfach treiben, um die Stadt zu entdecken.

Den besten Blick hast du von der Normannfestung Castello di Venere aus. Tief unten liegt das Meer und der Golfo di Cófano mit der Stadt San Vito Lo Capo an der Spitze und dahinter der Golfo di Castellamare – bei gutem Wetter eine Spitzen-Aussicht!

Top 1: Riserva Naturale dello Zingaro

Das absolute Highlight nicht nur des Westens, sondern von ganz Sizilien ist für mich das Naturschutzgebiet Riserva Naturale dello Zingaro. Vom Südeingang in Scopello aus begeben wir uns auf die 12 Kilometer lange Wanderung: sechs Kilometer am Küstenweg entlang, gute sechs Kilometer auf dem Höhenweg zurück. Auch wenn der Hinweg weitaus weniger anstrengend ist als der Rückweg, brauchen wir bestimmt eineinhalb Mal so lange wie auf dem Rückweg. Denn hinter jeder Biegung zücken wir wieder die Kamera und staunen einfach nur über die Ausblicke und die Farben: quietschgelber Ginster vor tiefblauem Meer, pinkfarbene Blumen vor türkisfarbenen Buchten – wenn es nicht so schön wäre, wäre es fast kitschig.

Nach einer Picknickpause in einer Felsspalte oberhalb des Strandes Cala dell‘ Uzzo nehmen wir den Höhenweg zurück nach Scopello. Der ist zwar wandertechnisch interessanter, aber der Ausblick von über das Meer ändert sich nicht allzu sehr. 400 Meter klettern wir teils steile Pfade hinauf, vorbei an verlassenen Höfen. Hier oben ist es karger als unten, und es weht ein kühler Wind. Durch einen wahren Wald voller Ginster geht es schließlich die letzen paar Meter im Zickzack steil zurück auf den Küstenweg.

Was wir sonst noch gesehen haben

Auf der Fahrt durch den Norden haben wir noch einen Stopp in Cefalù gemacht, im Westen haben wir uns zudem das schicke Trápani, den Fischerort Castellamare del Golfo und den Tempel in Segesta angeschaut.

Wenn du auch schon in Sizilien warst: Was hat dir dort am besten gefallen? Ich freue mich auf deine Tipps in den Kommentaren!

 

 

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11 Kommentare

  • Als ergänzender Literatur-Tipp (falls nicht schon bekannt):
    Gottfried Seume („Spaziergang nach Syracus“)
    Dieser gute Mann ist nämlich 1801 in nur 9 Monaten zu Fuss durch ganz Italien.
    Von Palermo allerdings nach Süden Agrigent und dann Syracus und die Küsten entlang bis zurück
    nach Palermo.
    Er hat es sich nicht so leicht gemacht wie unser Goethe, der von Agrigent quer durch Sizilien nach Messina ist und von dort auf dem Schiffsweg retour nach Neapel.
    Seumes Buch ist für alle die gut, die (wie ich) schon gewisse Etappen zu Fuss zurückgelegt haben.
    „Denn nur wo man zu Fuss war, war man wirklich“
    MfG
    Th.Roth

    • Danke für den Lesetipp. Das Buch kenne ich tatsächlich noch nicht. Viel Spaß weiterhin beim Laufen (mach ich auch gern, aber eher so Tagesausflüge) :-)

    • Die Riserva war in der Tat unser Highlight auf Sizilien. Ob man da mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommt, weiß ich leider nicht – zu den Busverbindungen auf der Insel habe ich mich gar nicht informiert, da wir die ganze Zeit einen Mietwagen hatten.

  • Toller Bericht und wunderschöne Bilder. Wir sind im Juni für 3 Wochen mit unseren Hunden wieder auf Sizilien. Nicht zum ersten Mal! :-)

    Leider sind die Hunde anscheinend im Nationalpark nicht erlaubt, aber Erice steht definitiv am Plan!
    Wir sind schon sehr gespannt und berichten natürlich auch darüber!

    Lg aus Tirol
    Julia

  • Danke für den zweiten Teil. Das Naturschutzgebiet wird auf alle Fälle ein Ziel für uns sein. Und das Blumenmeer gibt es nur im Frühling.

    • Viel Spaß auf der Insel – egal ob mit oder ohne Blümchen! Aber wenn Ihr jetzt fahrt, werden die Blumen noch immer da sein, da bin ich sicher.

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