Sommerferien 2020: Reisen in Corona-Zeiten

Mohn im Margeritenfeld

Eigentlich wollten wir wie immer in den Sommerferien in den Flieger steigen und uns die Welt ansehen. Daraus wird dieses Jahr natürlich nichts: Wie so viele andere mussten auch wir unsere Fernreise stornieren. Lange war ja nicht klar, inwieweit Reisen in den Sommerferien 2020 überhaupt möglich sein würde. Nun steht fest: Einige Länder öffnen ihre Grenzen wieder für Touristen. Trotz aller Freude muss ein Urlaub in Corona-Zeiten für mich aktuell ein paar Bedingungen erfüllen.

Anreise in den Sommerurlaub 2020

Für mich steht schon seit einer Weile fest: Fliegen werde ich diesen Sommer garantiert nicht. Viel zu groß ist mir das Risiko, dass die Corona-Infektionen sich wieder ausbreiten und von einem Tag auf den anderen Regelungen das Reisen oder das Nachhausekommen erschweren. Außerdem vermeide ich nach wie vor das Zusammensein mit vielen Menschen – mehrere Stunden in einem Flieger zu sitzen, wäre also derzeit ein Alptraum für mich.

Das Gleiche gilt für die Bahn: Auch hier sitzen mir zu viele Menschen auf engem Raum zusammen. Hinzu kommen die Bahnhöfe, auf denen sich große Menschenansammlungen nicht vermeiden lassen. Also fällt eine Anreise mit dem Zug auch weg.

Kornblume

Bleibt das Auto. Hier sind wir unter uns und flexibel. Sollte sich die Situation durch Corona spontan wieder ändern, können wir schnell und problemlos nach Hause fahren. Zudem sind wir auch vor Ort mobil – das ist uns bei unserer Art zu reisen ebenfalls wichtig.

Auswahl des Reiseziels in Corona-Zeiten

Ich fahre gern ins Ausland, weil ich dort fremde Kulturen und Küchen kennenlernen kann. Oft finden sich dort auch andere Landschaften als in Deutschland. Und nicht zuletzt ist der Reiz der Verständigung in einer anderen Sprache natürlich immer wieder spannend. Sollten wir also das europäische Ausland für den Sommer 2020 ins Visier nehmen? Einige Länder würden sich ja mittlerweile dafür anbieten …

Direkte Nachbarländer wie die Niederlande oder Österreich werden im Sommer sicherlich überrannt werden von Urlaubern. Skandinavien weiß noch nicht so ganz, wie es mit Urlaubern umgehen will. Ziele, bei denen man mehrere Länder durchqueren muss, waren mir zu unsicher, weil man wie gesagt nie weiß, ob es kurzfristig neue Sicherheitsmaßnahmen geben wird.

Weiße Blüte

Nachdem klar war, dass Reisen in Deutschland wieder möglich ist, habe ich mich mit dem Gedanken an einem Sommerurlaub in Deutschland angefreundet. Die Hotspots Bayern und Nordsee-/Ostseeküste fielen für mich schon mal weg: zu viele Menschen für meinen Geschmack. Nach einem Blick auf die Deutschland-Karte und einiger Recherche im Internet steht nun fest: Wir werden uns den Osten Deutschlands mal näher ansehen. Den kennen wir noch viel zu wenig. Außerdem hoffen wir, dass die weniger bekannten Gegenden in unserem Land nicht so viele Urlauber anziehen werden.

Unterkunft und Essen in den Sommerferien

Hotels sind mir noch nicht so ganz geheuer: Rezeption, Frühstücksraum, andere gemeinsam genutzte Räumlichkeiten – mir ist das alles noch zu eng. Ich weiß, dass viele Hotels sich um Sicherheitsvorkehrungen bemühen und die Hygienevorschriften einhalten. Trotzdem habe ich keine Lust, ständig jemandem ausweichen zu müssen.

Camping mit einem Wohnmobil oder Zelt wäre eine Option gewesen, da ist man mehr unter sich. Aber auf Campingplätzen nutzt man dann auch wieder gemeinsame Waschräume und Toiletten. Alles keine optimalen Bedingungen für uns.

Wir haben uns letztlich für die Ferienwohnung entschieden. Wir werden mehrere Unterkünfte in unterschiedlichen Regionen mieten. Da sind wir ganz für uns, haben unsere eigenen vier Wände und brauchen auf niemanden Rücksicht zu nehmen und Distanz zu Fremden zu halten.

Gelbe Blume

Ein weiterer Vorteil einer Ferienwohnung: Wir können selber kochen und brauchen dadurch nicht in Restaurants zu gehen. Ich war seit den Corona-Einschränkungen in keinem Restaurant und möchte auch jetzt noch nicht mit mehreren Leuten ohne Schutzmaske in einem Raum sitzen. Sollten wir auf unserer Reise Restaurants mit Terrasse und Außengastronomie finden, wäre das für mich vorstellbar. Finden wir keine, werden wir aber dank Kochmöglichkeiten in unserer Ferienwohnung auch nicht verhungern.

Aktivitäten trotz Corona-Einschränkungen

Städtereisen sind ohnehin nicht nach unserem Geschmack. Außerdem fühle ich mich derzeit in größeren Städten mit vielen Menschen eh nicht wohl. Viele Museen und andere Attraktionen in Städten sind zudem immer noch geschlossen. Öffentliche Verkehrsmittel will ich noch nicht nutzen.

Also haben wir uns wie immer für einen Natururlaub entschieden. Draußen ist die Ansteckungsgefahr ja bekanntlich weit geringer als in geschlossenen Räumen. Daher wollen wir viel an der frischen Luft sein: wandern, radeln, Kanu fahren, fotografieren … Je weniger Leute wir dabei treffen, umso besser. Außerdem kann man sich in der Natur immer ganz gut aus dem Weg gehen.

Mohn im Weizenfeld

Ich bin gespannt auf unseren Sommerurlaub 2020 – in Corona-Zeiten wird es sicherlich anders als in den vergangenen Jahren. Ich bin auf jeden Fall froh, überhaupt mal rauszukommen. Wir haben zwar in den vergangenen Wochen viele Tagesausflüge gemacht. Aber so langsam habe ich das Gefühl, dass ich jetzt mal etwas anderes sehen muss als die Eifel und das Rheinland, das wir mittlerweile ausführlich erkundet haben. Ich lasse mich von den Sommerferien 2020 überraschen und werde natürlich von unseren Entdeckungen im Osten von Deutschland berichten.
Wie sehen deine Pläne für den Sommerurlaub 2020 aus? Bleibst Du zu Hause? Erkundest du Deutschland? Oder traust du dich sogar schon ins Ausland? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

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10 Kommentare

  • Hallo Sabine,

    nachdem ich dieses Jahr schon mehrmals in Brandenburg war und im Sommer nicht – wie viele Jahre zuvor – nach Mecklenburg-Vorpommern wollte (völlig überlaufen!), gehts für uns im Juli nach Westdeutschland ;-D. Na ja, nicht nur. Zuerst schlagen wir die Zelte in Lörrach auf und machen von dort aus Tagestouren mit den Motorrädern in den Schwarzwald, in die Schweiz und nach Frankreich. Dann fahren wir weiter in die Eifel, um die Mosel, Luxemburg und die Eifel selbst zu erkunden. Gesehen habe ich das alles schon mal irgendwann, aber es ist sehr lange her. Und ich freu mich schon riesig!

    Einzig und alleine die Frage, wie ich mit meinem Halstuch vor Mund und Nase duschen soll, beschäftigt mich etwas. Aber wofür gibt es Seen … ;-).

    Sabine, ich wünsche euch einen wunderbaren Urlaub im nahen Osten :-). Es gibt so viel zu entdecken! Und in Brandenburg darf man in jedem See baden, wenn es nicht explizit verboten ist. Das ist einfach nur liebenswert.

    Viele Grüße, Beate

  • Die Fotos sind sehr schön.
    Nur noch kurz eine Anregung zum Essen: wir haben die ganzen Wochen über immer einmal wieder etwas in verschiedenen Restaurants telefonisch bestellt – schon alleine, um den Restaurantbesitzern in den schwierigen Zeiten etwas zu verdienen zu geben – , man holt das Essen zum gewünschten Zeitpunkt ab, und da man den Endpreis vorher kennt, kann man das Geld auf einen Teller geben. So vermeidet man jeden Kontakt, das vorherige Einkaufen und hat ein Gericht, das man gerne hat, aber nicht selbst zubereiten möchte .

    • Danke für den Tipp, Marie. Mal schauen, ob das im Urlaub auch möglich sein wird. Wir sind jeweils ziemlich weit draußen stationiert …

  • Moin Sabine,

    bei uns stand eigentlich eine große Reise in die USA an, im September. Diese werden wir aber nicht machen, ich setze mich nicht 10 Stunden in einen Flieger. Auch wenn USA-Reisen im September wieder erlaubt sein sollten, wir werden definitiv nicht fliegen.

    Dazu kommt ein Jobwechsel bei Melli, der jetzt feststeht. Somit wäre es eh nicht gegangen. Wir machen jetzt Ende Juli zwei Wochen Urlaub, bleiben aber zu Hause. Das Reisegeld haben wir jetzt in E-Bikes investiert, womit wir dann die Gegend hier erkunden werden.

    Nächstes Jahr geht es dann weiter mit dem Reisen – machen wir halt mal ein Jahr Pause.

    LG Thomas

    • Eine gute Entscheidung, Amerika erstmal seinzulassen! Weiß ja keiner, wie sich das weiterentwickelt … Glückwunsch zu den neuen Rädern. Damit könnt Ihr doch schön die Gegend erkunden.

  • Hallo Sabine,
    wir haben uns in den letzten Wochen ähnliche Gedanken gemacht und haben uns ebenfalls für den Osten entschieden. Wie immer natürlich mit dem Fahrrad. Anreisen werden wir allerdings mit dem Auto und dann eine Rundtour machen, denn genau wie ihr, wollen wir noch nicht mit dem Zug fahren. Eine Ferienwohnung war auch lange im Gespräch, doch wir wollen jetzt eine Campingtour wagen. Bewaffnet mit viel Seife, Duschlatschen und Desinfektionsspray. Etwas Sorge macht uns noch die Verpflegung, da man mit dem Rad ja dort einkaufen muss, wo man auch vorbei kommt und nicht einfach den nächsten Supermarkt nehmen kann, wenn es zu voll ist aber wir werden schon nicht verhungern.
    Ich wünsche euch einen tollen Urlaub
    Anja

  • Das klingt doch nach einem guten Plan! Und Eure Gedanken treffen auch ganz gut unsere Überlegungen in den letzten Wochen. Wir haben uns dazu entschieden, unseren Trip jetzt doch genauso wie ursprünglich geplant zu machen. Wir fahren mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich, je nach Situation und Zeit auch noch nach Spanien bis nach Valencia. Wir gehen allerdings nicht auf Campingplätze. Machen wir sowieso so gut wie nie und aus den Gründen, die Du oben genannt hast dieses Jahr erst recht nicht. Ich bin auch gespannt, aber auch schon voller Vorfreude. :) Euch einen tollen Urlaub!

    • Wenn Ihr autark seid mit Eurem Wohnmobil, dann ist das doch super! Gute Fahrt wünsche ich Euch und passt gut auf Euch auf :-)

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