Riads: Stilvoll Essen in Marrakesch

Verhungern kannst du in Marrakesch nicht: An jeder Straßenecke in der Altstadt warten Händler darauf, dir getrocknetes Obst und leckere Nüsse zu verkaufen. Auf den Grills brutzeln die Fleischspieße, auf heißen Platten backen Beghrir, Pfannkuchen aus der Berberküche. 

Auf dem Djemaa el Fna, dem Hauptplatz der Stadt, eröffnen jeden Abend die Essensstände, bis der ganze Marktplatz in Rauch gehüllt ist. Cafés und Restaurants gibt es im Überfluss. Vor allem die Häuser mit Dachterrasse sind einen Besuch wert, weil du dann gleichzeitig zum Essen den Blick über die Stadt genießen kannst.

Riads: ein Genuss für Gaumen und Augen

Wenn du dir mal etwas richtig Gutes gönnen willst, empfehle ich dir einen Besuch in einem Riad. Diese traditionellen marokkanischen Häuser, die um einen Innenhof herum gebaut sind, empfangen nicht nur Übernachtungsgäste, sondern haben manchmal auch hervorragende Restaurants. Ich durfte auf meiner Reise nach Marrakesch gleich mehrere Riad-Restaurants kennenlernen. Sie sind nicht nur ein Genuss für den Gaumen, sondern auch fürs Auge.

Zwei der drei edlen Riads, die ich besucht habe, empfangen uns mit einem reich verzierten Eingang. Durch dunkle Gänge, die mit stimmungsvollen Lampen beleuchtet werden, gelangen wir in den Innenhof, den in einem Fall ein Brunnen, in zweien Fällen sogar ein Pool ziert. Von der Mitte des Riads gehen oft mehrere Räume ab, in denen gespeist wird. Auffällig ist die Stille, die in den Riads herrscht: Während draußen Mopeds durch die Gassen knattern, Verkäufer lautstark ihre Waren anpreisen und viele Menschen ihrem Tagesgeschäft nachgehen, sind Riads Oasen der Ruhe. Hinzu kommt: Durch die hohen Mauern ist es dort oft angenehm kühl. Wenn du also mal eine Pause vom quirligen Marrakesch brauchst, sind die Riads eine gute Wahl.

Traditionelles Essen in Marrakesch

Wenn du in einem Riad essen gehen möchtest, solltest du vor allem eins mitbringen: Zeit. Vier bis fünf Gänge werden in aller Ruhe serviert. Das kann schon mal drei Stunden dauern.

Vorspeisen

Bei uns ging es jedes Mal los mit Salad Marocaine. Wenn du hier einen Teller mit Grünzeug erwartest, liegst du falsch. Salad Marocaine ist eine bunte Mischung aus Vorspeisen, die in kleinen Schälchen gereicht werden. Dazu gehören zum Beispiel mit Hackfleisch, Garnelen oder Käse gefüllte und frittierte Teigtaschen, geraspelte Gurken oder Möhren, mit Essig oder Zucker angemacht, Tomaten mit Zwiebeln, Auberginenröllchen oder -paste, kleine Fleischstücke in würziger Soße, süßer Kürbis, Linsen und Bohnen, Kartoffelstücke mit Kräutern …

Zu all diesen Leckereien wird meist frisches Brot gereicht mit einer knusprigen Kruste und weichem Teig. Eigentlich bin ich nach all dem schon satt und zufrieden. Aber das war ja erst der Anfang …

Erste Hauptspeise

Nach einer angemessenen Pause folgt das erste Hauptgericht. Dies ist bei uns in einem Fall ein großes Stück Lammfleisch, das der Kellner für uns in mundgerechte Stücke schneidet. Bei den beiden anderen Malen bekommen wir Tajine serviert: Lamm, Fisch, Hühnchen oder Rind, das in einem schmucken Tontopf gedünstet wurde. Dazu gibt es Gemüse, Oliven oder Backpflaumen. Für Vegetarier steht Couscous, ein Grießgericht mit Gemüse, bereit.

Zweite Hauptspeise

Wenn es der Koch besonders gut meint, folgt eine zweite Hauptspeise. In unserem Fall war dies ein Kuchen mit Puderzucker und Zimt. Dieser war jedoch nicht süß, sondern mit Hühnchenfleisch gefüllt. Auch Kebab – Spieße mit Fleisch und ein wenig Gemüse – sind als zweite Hauptspeise üblich.

Nachspeise

Weiter geht es mit der Nachspeise. Diese kann zum Beispiel aus Kuchen bestehen oder einer Schale mit Obst. Zimt wird gern verwendet, zum Beispiel auf Orangenscheiben. Die oben genannten Beghrir können ebenfalls auf dem Nachtischteller landen.

Tee und Süßspeise

Du glaubst, du hast es endlich geschafft? Mitnichten! Als Abschluss erhältst du Kaffee oder einen Minztee, den thé à la menthe. Dieser besteht nicht nur aus aufgekochten Minzblättern, sondern ist ein stark gezuckerter schwarzer oder grüner Tee. So schmeckt er viel aromatischer als reine Minze. Damit der Tee eine schaumige Krone bekommt, veranstaltet der Kellner eine wahre Zeremonie, indem er den Tee aus beträchtlicher Höhe aus der silbernen Kanne in die hübschen kleinen Gläser fließen lässt. Dazu werden süße Teilchen oder Nüsse gereicht.

Mehr als gut gefüllt verlassen wir jeweils Stunden später die Restaurants, um uns erneut in die Gassen von Marrakesch zu begeben.

Drei stilvolle Riad-Restaurants

Dar Essalam

Riad Nr 1. Im Dar Essalam hat man besonders auf Details geachtet: Durch einen Gang mit kunstvollen Holzdecken gelangen wir in einen der vier prachtvoll verzierten Räume, die reich mit Stuck, Mosaiken und Teppichen ausgestattet sind.

Dar Moha

Riad Nr 2. Mittelpunkt des Dar Moha ist ein großer Swimmingpool. Rund um den Pool sind die Tische in einem überdachten und begrünten Innenhof angeordnet. Vor allem abends ist es dort erfrischend kühl.

Riad Kniza

Riad Nr 3. Das Riad Kniza hat nicht nur einen hübschen kleinen Pool und kühle Essensräume, sondern auch eine bezaubernde Dachterrasse, auf der du in einem Zelt speisen kannst. Nach dem Essen kannst du zur Verdauung in den bereitgestellten Liegen entspannen und den Blick über die Stadt schweifen lassen.

Mein Extra-Tipp: Mittagsmenüs sind günstiger als Abendmenüs!

Es lohnt sich also, in der Mittagshitze eine Pause zu machen. Reservierungen sind in den angesagten Riads angeraten.

Hast du schon mal Marokkanisch gegessen – im Land selber oder in einem marokkanischen Restaurant in Deutschland? Was hat dir am besten geschmeckt? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Hinweis: Vielen Dank an das Marokkanische Fremdenverkehrsamt Visit Morocco, das mich zu dieser Reise eingeladen hat. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst, die Inhalte des Beitrags habe ich frei gewählt.

 

 

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