10 Tipps für Langstreckenflüge

Wenn du diesen Beitrag liest, sitze ich wahrscheinlich selber schon fast im Flugzeug und rutsche auf meinem ungemütlichen Sitz hin und her. Ich gebe es zu: Fliegen ist für mich das notwendige Übel, um die Fernziele zu erreichen, die ich mir auf meinen Reisen gern anschaue. Spaß machen die Langstreckenflüge nie – aber ändern kann ich es ja leider auch nicht, solange das Beamen noch nicht erfunden wurde … Wie kannst du lange Flugzeiten erträglicher machen? Dies sind meine auf vielen Flügen erprobten Tricks:

1. Bewegung

Wenn ich mich nicht mindestens einmal die Stunde ein bisschen bewege, werde ich kribbelig und weiß nicht, wohin mit meinen Beinen. Statt also rastlos auf meinem Sitz zu bleiben, stehe ich lieber regelmäßig auf, um mich zu strecken und mir die Füße zu vertreten. Der Bereich vor den Toiletten, wo ein bisschen mehr Platz ist, eignet sich bestens dazu, ein paar Dehnübungen zu machen, mal in die Hocke zu gehen, die Beine auszulockern und den Rücken zu strecken.

2. Platzwahl

Ich checke immer online ein, um mir meinen Sitzplatz frühzeitig selber auswählen zu können. Auf Langstreckenflügen ist mir ein Platz am Gang am liebsten (beziehungsweise der Gangplatz und der daneben, wenn wir zu zweit fliegen). Der Grund: Siehe oben – ich muss mich regelmäßig bewegen. Ich kann im Flieger meist ohnehin nicht schlafen, auch nicht bei Nachtflügen. Wenn am Gang jemand Fremdes sitzen würde, müsste ich für meine Runden durch den Flieger immer über ihn drübersteigen. Würde ich zu den Glücklichen gehören, die im Flieger schlafen können, würde ich eher den Fensterplatz wählen. Da stört mich keiner, weil er eventuell über mich hinwegklettern möchte.

Viele wollen unbedingt einen Platz am Notausgang haben, weil sie dort mehr Beinfreiheit haben. Ich habe nur einmal am Notausgang gesessen – nie wieder! Es hat die ganze Zeit gezogen, sodass mir noch kälter war als ohnehin schon (siehe weiter unten). Außerdem bekommst du am Notausgang viel mehr von den Passagieren oder den Stewardessen mit, weil die Plätze entweder ganz vorn sind, wo die Kabinenbesatzung sich die meiste Zeit aufhält und irgendwelche Dinge hin- und herräumt, oder sie sind an den Toiletten, sodass ein ständiges Kommen und Gehen herrscht. Dann lieber weniger Beinfreiheit, aber mehr Ruhe (sagt die Frau, die gerade mal 1,58 Meter misst …).

3. Dicke Socken

Sobald ich meinen Platz gefunden und mein Handgepäck verstaut habe, ziehe ich meine Schuhe aus und meine dicken Socken an. Es gibt für mich kaum etwas Unangenehmeres, als meine Füße bei Langstreckenflüge ewig in Schuhe quetschen zu müssen. Mit meinen Socken kann ich auch mal die Beine unterschlagen oder mich eine Weile auf meine Füße setzen – Hauptsache, ich ändere oft meine Sitzposition. Angenehmer Nebeneffekt von dicken Socken: Sie halten im häufig runtergekühlten Flugzeug warm.

4. Jacke mit Kapuze

Stichwort Kälte: Ich bin eine absolute Frostbeule und hasse Klimaanlagen. Da es den meisten Mitfliegenden offenbar anders geht, leide ich immer sofort, wenn es zu kühl wird, und hole mir oft sogar eine Erkältung nach einem langen Flug. Daher habe ich immer eine kuschelige Jacke im Gepäck – am liebsten mit Kapuze. Die hält nicht nur mögliche Luftströme von oben ab, sondern schottet mich auch beim Schlummern besser von allen Störungen ab.

5. Nackenkissen, Augenmaske, Ohrenstöpsel

Auch wenn ich nicht schlafen kann: Auf Langstreckenflügen versuche ich, wenigstens ein bisschen zu dösen. Um nicht bei jedem Geräusch und jedem Lichtreflex direkt wieder hochzuschrecken, nehme ich mir einen Augenmaske und Ohrenstöpsel mit. So habe ich auch vor nervigen lautstarken Gesprächen meine Ruhe. Ohne Nackenkissen geht bei mir weder schlafen noch dösen, daher habe ich immer ein aufblasbares Kissen im Handgepäck, das auf der weiteren Reise keinen Platz wegnimmt.

6. Lesestoff

Nicht immer ist das Entertainment-Programm im Flieger besonders ansprechend. Oder du kannst das Pech haben – wie ich bei meinem Flug nach Bolivien – dass es keine Displays im Vordersitz gibt, sondern nur ein paar wenige im Mittelgang, natürlich mit einem vorgegebenen Film, der dir vielleicht nicht gefällt. Oder ein anderer schon erlebter Fall: Ausgerechnet das Display in meinem Vordersitz war kaputt, also auch keine Filme oder Musik. Für solche Fälle habe ich immer genügend zu lesen dabei, sei es ein dickes Buch, das mehrere Stunden überdauert, oder verschiedene Zeitschriften, die ich praktischerweise nach der Lektüre im Flieger zurücklassen kann (gern auch nur seitenweise und den Rest nehme ich für später mit). Wer mit Tablet oder E-Reader reist, hat es natürlich noch leichter.

9. Eigene Wasserflasche

Die Luft im Flieger ist meist sehr trocken, was auf die Schleimhäute geht. Alle paar Stunden von den Stewardessen ein Glas Wasser gereicht zu bekommen, ist mir nicht genug. Daher kaufe ich nach dem Sicherheits-Check am Flughafen meist noch eine Flasche Wasser, so dass ich jederzeit einen Extra-Schluck trinken kann.

10. Creme und Zahnpasta

Ebenfalls gut gegen trockene Flugzeugluft sind Lippenbalsam und eine kleine Tube Feuchtigkeitscreme, die ich meiner gestressten Haut alle paar Stunden gönne. Auch Nasencreme finde ich unter Umständen sehr angenehm. Und wenn ich nach einem langen Nachtflug am Morgen ankomme und weiß, dass es noch ein paar Stunden dauert, bis ich im Hotelzimmer einchecke, bin ich immer sehr dankbar, wenn ich meine Zahnbürste und Zahnpasta ins Handgepäck gesteckt habe. So fühle ich mich nicht mehr ganz so verkatert. Achtung allerdings auf den Bordtoiletten: Das Wasser aus dem Hahn ist kein Trinkwasser! Deshalb lieber mit Mineralwasser die Zähne putzen.

Und der Jetlag nach Langstreckenflügen?

Je nachdem, wohin du fliegst, hast du am Zielort wegen der Zeitverschiebung unter Umständen Probleme mit dem Jetlag. Ich habe das Glück, dass ich da recht unempfindlich bin. Meine Strategien:

  • Ich stelle meine Uhr schon im Flieger auf die Zeit am Zielort (dann gewöhnt sich der Kopf schon mal an die neue Uhrzeit).
  • Wenn ich morgens ankomme und sofort ins Hotel gehen kann, lege ich mich zwei Stündchen schlafen und stelle mir dann den Wecker, um den Rest des Tages wach zu sein.
  • Wenn ich mittags ankomme, zwinge ich mich, wachzubleiben und gehe abends allenfalls ein bisschen früher schlafen.
  • Wenn ich abends ankomme, gehe ich sofort schlafen und stelle mir den Wecker morgens auf die normale Weckzeit.

Den ersten Tag lasse ich es dann meist etwas ruhiger angehen, gehe abends zu ganz normaler Zeit schlafen (aber auch nicht zu früh), und am Folgetag merke ich meist nichts mehr von der Zeitverschiebung.

Was sind deine Tipps für Langstreckenflüge? Wie überlebst du die lange Zeit im Flieger? Ich freue mich auf weitere Tipps in den Kommentaren!

 

 

Dir gefällt dieser Beitrag? Dann teile ihn doch:

10 Kommentare

  • Hallo Sabine,
    ich habe auf jeden Fall immer ein Halstuch dabei. Denn selbst wenn ich einen Kapuzenpulli anhabe, friere ich schnell am Hals und das ist echt unangenehm.
    Ansonsten versuche ich so viel wie möglich zu schlafen und das klappt eigentlich auch meistens ganz gut. :)
    LG Johanna

  • Hörbücher auf dem Smartphone oder iPad. Und gute Kopfhörer, am besten keine mit Stöpseln ins Ohr, die werden irgendwann unangenehm. Ein Hörbuch lullt Dich ein, Entspannung ist ja das allerwichtigste. Und bequeme, lockere Kleidung, mit Röhrenjeans stirbst Du nach x Stunden Flug. Bonbons zum Lutschen, eben alles was es Dir richtig gemütlich macht.

    Lass Dich gerne in die letzte Reihe setzen, hinten sind manchmal nicht alle Plätze frei, ist gut zum Aussttecken. Vor allem, ganz hinten hast Du keinen, de auf den Bildschirm vr sich hämmert, die Vibrationen gehen durch den Sitz und stören Dich.

    Gruss von der http://www.wegsite.net

    • Danke für die Extra-Tipps, Aras. In der letzten Reihe hatte ich allerdings schon mal das Pech, dass man den Sitz nicht nach hinten klappen konnte. 4 Stunden aufrecht sitzen wie ein Stock war dann leider weniger bequem …

  • Oh je, die leidigen Langstreckenflüge. Da hilft nur Kopfhörer auf und schlafen – und davon träumen, dass das Beamen erfunden wird…

  • Hallo Sabine – gute Reise in mein Lieblingsland!
    Deine Tipps für Langstreckenflüge kann ich nur unterschreiben, das alles halte ich im wesentlichen auch so. Ergänzend: ich trage eine dehnbare Hose (Leggings, Stretch-Jeans…), beim langen Sitzen finde ich das einfach bequemer. Ich habe immer noch ein großes Tuch dabei (dafür keine Kapuze), das kann ich als Schal, Kopftuch, Decke…. nutzen. Und was das Cremen im Flugzeug angeht, *Werbung ein* da schwöre ich auf Eight Hour Cream (gut, der Geruch ist gewöhnungsbedürftig, aber sie schützt meine empfindliche Haut prima vor dem Austrocknen und auf den Händen wirkt sie wie eine kleine Pflegemaske… ) *Werbung wieder aus*

    • Die weite Hose habe ich in der Tat vergessen zu erwähnen! Da ich die immer trage, ist das schon so eine Selbstverständlichkeit für mich. Niemals in engen Jeans in den Flieger steigen!

  • Herumlaufen oder Herumstehen im Gang ist auf Flügen nach den USA nicht erlaubt!

    Ich buche immer direkt den Wunschsitzplatz. Die paar Euro ist es mir wert, nicht an der Sitzplatz-Lotterie – selbst bei Online Check-In – teilnehmen zu müssen.

    Ganz davon abgesehen: Am angenehmsten fliegt es sich in der Business Class auf langen Strecken. Dann ist auch ein Trip nach Neuseeland kein Problem. Auf die gekaufte Wasserflasche kann man dann auch bequem verzichten, da es jederzeit genügend Getränke gibt ;-)

    • Jeder, wie er mag :-) Ich gebe mein Geld lieber vor Ort aus als für Wunschplätze oder Business-Flüge. Habe noch nie wirklich schlechte Plätze bekommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.