Wie findest du Unterkünfte auf Reisen?

Immer wieder mal werde ich von Leuten, die nicht so häufig auf eigene Faust verreisen, gefragt, wie das denn eigentlich so mit der Unterkunftssuche im Ausland funktioniert. Im Prinzip ja meist ganz einfach – wenn es auch in den einzelnen Ländern Unterschiede gibt.

Deshalb möchte ich dir einfach mal beispielhaft zu einigen Ländern erzählen, wie ich es dort mit den Unterkünften löse – wobei ich das Camping außen vor lasse, weil mir ein festes Dach über dem Kopf lieber ist:

Thailand, Laos, Vietnam, Indonesien

In Südostasien ist das Reisen wirklich am allereinfachsten: Du fährst in einen Ort, suchst dir dort ein Hostel und bleibst so lange, wie du möchtest. In der Regel machen das die meisten Traveller so, weshalb kaum ein Hostel für die nächsten Tage ausgebucht ist: Hast du einmal ein Zimmer, wirst du in der Regel nicht wegen folgender Reservierungen rausgeworfen – wer zuerst kommt, mahlt eben zuerst.

Wie findest du Unterkünfte?

Entweder aus dem Reiseführer oder einfach, indem du die Straßen entlangläufst und schaust, welche Unterkunft dir am meisten zusagt. In den klassischen Reiseländern in Asien und an den typischen Touristenrouten ist die Auswahl meist so groß, dass du nicht das Erstbeste nehmen musst. Am besten schaust du dir erstmal das Zimmer an, bevor du dich entscheidest. Diese Möglichkeit besteht natürlich nicht, wenn du vorab telefonisch reserviert hast. Daher setze ich hier immer auf die spontane Suche.

Namibia

Namibia ist ein Land mit vergleichsweise wenigen Unterkünften, die vor allem in der Hauptsaison, in unserem Sommer, schnell ausgebucht sind. Wenn die zwei vorhandenen Hotels in einem Ort deiner Wahl besetzt sind, kann es also sein, dass du schon mal 200 Kilometer bis zum nächsten fahren musst. Und das will man nicht bei Dunkelheit (ab 18 Uhr!), wenn auf den Straßen große Tiere unterwegs sind … Daher habe ich die Lodges und Farmen, auf denen wir übernachten wollten, im Voraus gebucht. Natürlich bist du dadurch weniger flexibel – aber du sparst auch die mitunter zeitraubende Suche nach einem Zimmer.

Wie findest du Unterkünfte?

Ich habe mir ein paar Routenvorschläge von Reiseanbietern in Namibia angeschaut und daraus unsere eigene Tour gebastelt. Mithilfe unseres Reiseführers und dem lebhaften Namibia-Forum habe ich entlang der Strecke passende Lodges und Farmen ausfindig gemacht und per E-Mail angefragt. In der Regel haben die Betreiber schnell geantwortet. Manche Unterkünfte (vor allem in den Nationalparks) gehören zur staatlichen Organisation Namibia Wildlife Resorts und können nur über diese reserviert werden. Mindestens ein halbes Jahr vor Reisebeginn solltest du in Namibia mit der Reservierung beginnen – an beliebten Orten sind die besten Unterkünfte schnell vergriffen.

Island

Auch in Island sind die Unterkünfte eher spärlich über das Land verteilt. In der Hauptsaison sind die meisten Hotels und andere Schlafmöglichkeiten schnell ausgebucht. Um hier ebenfalls keine Zeit für die Zimmersuche zu verschwenden, habe ich auch die Unterkünfte in Island vorgebucht.

Wie findest du Unterkünfte?

Eine große Hilfe bei unserem Roadtrip durch Island war die Organisation Iceland Farm Holidays. Diese haben eine Route vorgeschlagen, die wir noch individuell anpassen konnten. Der Vorteil: Die Isländer wissen, an welchen Orten es sich lohnt, auch einmal ein paar Tage länger zu bleiben. Jeden Abend haben wir auf ehemaligen oder noch bewirtschafteten Farmen übernachtet, die einen Teil ihres Hofes für Gäste zugänglich gemacht haben. Mit einer Handvoll Vouchers, die wir im Voraus bezahlt haben, ging das völlig problemlos: anreisen, Voucher zeigen, Zimmer beziehen. So blieb am Tag gemügend Zeit für andere Aktivitäten – dafür lohnt sich dann doch die Anschaffung eines Reiseführers.

USA – Südwesten

In den USA gibt es natürlich viele Hotels, Motels und andere Zimmer zu vermieten. Willst du jedoch in eine ganz bestimmte Unterkunft, kann ich nur empfehlen, ebenfalls vorher zu buchen. So habe ich es auf unserer Route durch den Südwesten gemacht, auf der viele Nationalparks liegen. Da wir oft direkt in den Nationalparks übernachten wollten, habe ich dort alle Unterkünfte reserviert – und weil dazwischen nicht mehr viele Nächte frei waren, habe ich die restlichen Unterkünfte auch direkt mitgebucht. Je nachdem, wo in den USA du dich aufhältst, kann es bis zum nächsten freien Zimmer nämlich eine ganz schön weite Strecke sein.

Wie findest du Unterkünfte?

Ein guter Reiseführer ist hilfreich, ebenso das Internet. Die besten Tipps kamen jedoch aus dem Amerika-Forum, in dem sich USA- und Kanada-Fans rege austauschen. Die Reservierungen erfolgten alle per E-Mail, die Bestätigungen folgten unverzüglich. Manche Unterkünfte verlangten eine Vorabzahlung oder eine Anzahlung per Kreditkarte, anderen reichte die schriftliche Bestätigung. Vorteil auch hier: Wir konnten die langen Tage für Aktivitäten nutzen statt auf Zimmersuche zu gehen.

Norwegen

Die günstigste Art der Unterkunft im ansonsten teuren Norwegen sind Hütten – entweder auf Campingplätzen oder auf Privatgelände. Die einfachen Hütten sind in der Regel mit einem Etagenbett, einem Tisch und zwei Stühlen, einem Kühlschrank und einer Kochplatte ausgestattet. Die sanitären Anlangen werden zentral genutzt. Für naturnahe Reisende wie mich reichte das vollkommen aus.

Wie findest du Unterkünfte?

Campingplätze mit Hütten finden sich in Norwegen an jeder Ecke – meist brauchst du nur ein bisschen die Straße entlangzufahren und auf entsprechende Schilder zu achten. Wenn du bis spätestens 17 Uhr irgendwo ankommst, ist es normalerweise nie ein Problem, eine freie Hütte zu finden – auch nicht in der Hauptsaison. Wird es abends später, empfiehlt es sich, kurz vorher beim Campingplatz anzurufen und eine Hütte zu reservieren. Eine Auswahl findet sich in guten Reiseführern, oder du besorgst dir den Campingführer von Camping.no.

Ungarn – Budapest

Für einen Wochenendtrip nach Budapest habe ich das erste Mal Airbnb benutzt. Ich hatte keine Lust auf ein Hotel und wollte diese Art von Privatunterkünften gern einmal ausprobieren. Das Ergebnis: ein schnuckeliges Turmzimmer in einem alten Haus mit umlaufendem Balkon im Innenhof direkt in der Innenstadt – für 17 Euro die Nacht! Okay, dass das Bad im Zimmer des Gastgebersohnes integriert war, musste ich dafür in Kauf nehmen … War aber kein Problem.

Wie findest du Unterkünfte?

Auf der Seite von Airbnb findet sich für jede Stadt eine große Auswahl an Unterkünften jeglicher Preisklasse. Bilder und Beschreibungen machen dir die Wahl leichter. Auf einer Karte kannst du dir alle verfügbaren Unterkünfte in der Nähe deiner Destination anzeigen lassen. Über die Internet-Plattform nimmst du Kontakt mit dem Gastgeber auf. Meine Gastgeberin wollte kurz wissen, wer ich bin und was ich in Budapest vorhabe. Vor Ort habe ich sie dann allerdings gar nicht gesehen, sondern konnte über mein Zimmer frei verfügen.

Und wie schaut es bei dir aus?

Spontan suchen, vorher buchen, das Internet bemühen, Empfehlungen folgen – es gibt viele Wege, als Traveller ein Dach über dem Kopf zu finden. Wie organisierst du in den Ländern, in die du reist, deine Unterkünfte? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

 

 

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5 Kommentare

  • Ich suche nach Hotels immer auf Portalen. Da kann ich mir vor der Buchung auch jegliche Kundenrezension durchlesen und kriege auf einen Blick alle relevanten Informationen. Ich weiß zwar nicht, ob auch außergewöhnliche Unterkünfte wie das Tipi was Sie zeigen dort buchbar sind. Vielen Dank für die vielen Anregungen zur Wahl der Unterkunft!

  • Huch, gerade das erste Beispiel ist wirklich verwunderlich!!!
    Air bnb habe ich dieses Jahr auch das erste Mal ausprobiert: Rom, zentrale Lage, ein Traumhaus für bis zu 10 Personen. Wir waren zu viert und haben für 5 Nächte p.P 150€ gezahlt. Ein Supderdeal, oder?

    LG Simone

    • Hallo Simone, das hört sich wirklich nach einem Schnäppchen an – Rom ist ja eigentlich sehr teuer, oder? Was findest du denn an dem ersten Beispiel verwunderlich?

  • Wir sind bevorzugt Ins-Blaue-Fahrer, so mit Auto und Landkarte. Demnach lässt sich’s schwer im Voraus buchen. Bisher haben wir immer am frühen Abend zu suchen begonnen. Wenn uns eine Unterkunft (B&B, Motel, Hotel, whatever) gefallen hat, sind wir rein und meist hat das dann auch geklappt.

    Heuer waren wir in New England und Nova Scotia und sind seitdem erklärte Online-Bucher-Fans ;-) Wird sicher nicht überall gehen, aber im Laufe des Tages ganz entspannt einen kurzen Blick in Booking.com zu werfen, gleich zu buchen und damit beruhigt weiterzutingeln, war genial!

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