Vier Tage auf der Insel Malta

Nachdem wir drei Tage auf Gozo, der kleinen Schwesterinsel von Malta, waren, setzten wir über auf die Hauptinsel. Dass es hier nicht ganz so ruhig zugehen würde, hatten wir schon beim Anflug auf Malta gesehen: So viele Häuser auf so einer kleinen Insel! Rund um die Hauptstadt Valletta geht ein Ort direkt in den anderen über, ich habe gar nicht gesehen, wo einer aufhörte und wo der nächste anfing. Puh, und das, wo ich gern ein bisschen Ruhe wollte … Nach ein bisschen Suchen habe ich dann aber doch ein paar schöne Ecken auf Malta gefunden, die ich dir gern vorstellen möchte. Was haben wir in vier Tagen auf Malta alles gesehen?

Tag 1 auf Malta

Nach der Überfahrt mit der Fähre von Gozo nach Malta mussten wir unseren Mietwagen am Flughafen abliefern und haben uns fortan mit den öffentlichen Bussen über die Insel bewegt. Hätte ich gewusst, wie aufwendig das ist, hätte ich für unsere gesamte Malta-Reise den Mietwagen statt den Bus gewählt. Nun ließ sich das nicht mehr ändern, weil alle Mietwagen über den Jahreswechsel ausgebucht waren.

Marsaxlokk

Vom Flughafen aus fuhren wir also mit dem Bus nach Marsaxlokk. Das Fischerdorf an der Ostküste ist einer der beliebtesten Orte auf Malta und deshalb tagsüber sicherlich alles andere als ruhig. Wir waren am späten Nachmittag dort, als die Touristenbusse und der Großteil der Besucher schon wieder weg waren. Das Besondere an Marsaxlokk sind die vielen bunten Boote, die im Hafen liegen – sehr dankbare Fotomotive! An der Hafenpromenade befinden sich zahlreiche Fischrestaurants. Frischer als hier kannst du Fisch kaum bekommen. Etwas gestört wird die Idylle leider durch ein großes Kraftwerk auf der gegenüberliegenden Hafenseite. Keine Ahnung, was sich die Malteser dabei gedacht haben, ausgerechnet hier solch ein hässliches Industriegebäude zu errichten …

Tag 2 auf Malta

Dingli Cliffs und Wied iż-Żurrieq

Am Silvestertag wollten wir wandern gehen. Mit dem Bus fuhren wir zu den Dingli Klippen, wo an der riesigen Radarkugel über dem Meer ein Wanderweg startet. Die Route führt vorbei an kleinen Landkirchen, einem ehemaligen Dorf aus der Bronzezeit und immer wieder schönen Ausblicken aufs Meer.

Doof war: Wir haben uns auf halber Strecke etwas verlaufen und mussten schließlich eine weniger schöne Strecke an der Straße entlang nehmen, um zu den prähistorischen Tempeln von Hagar Qim zu gelangen. Diese hatten allerdings zu Silvester (übrigens ebenso an den Weihnachtstagen) geschlossen.

Also liefen wir weiter bis zu unserem Ziel, Wied iż-Żurrieq, dem Ort, von wo aus du einen Ausflug zu den berühmten Blauen Grotten machen kannst. Leider war es schon so spät am Nachmittag, dass die Sonne ungünstig stand, um die Grotten optimal anzustrahlen. Daher schenkten wir uns auch diesen Ausflug. Wer versuchen will, die Wanderung ohne Verlaufen zu schaffen: Hier gibt es eine ausführliche Routenbeschreibung sowie weitere Wandertouren über die Inseln Gozo und Malta.

Silvesterabend in Malta

Der Silvesterabend selber verlief dann auch eher unspektakulär: Wir gingen in dem Ort Mosta, wo unser B&B war, essen, und danach in unsere Unterkunft zurück. Feuerwerk gibt es – bis auf Valletta – an keinem Ort der Insel. Und das, obwohl die Malteser im ganzen übrigen Jahr es bei allen möglichen Gelegenheiten ordentlich krachen lassen. Nicht so zu Silvester. Nach Valletta reinfahren wollten wir nicht, weil wir etwas Bedenken hatten, in der Nacht keinen Bus mehr nach Mosta zurückzubekommen. Mein Tipp also: Wenn du zu Silvester auf Malta kräftig feiern willst, solltest du dir direkt ein Hotel in Valletta nehmen. Der Rest der Insel ist zu Silvester sehr ruhig.

Tag 3 auf Malta

Wanderung an der Golden Bay

Mein absoluter Lieblingsort auf Malta war die Wanderung von der Golden Bay im Nordwesten der Insel bis zum Popeye Village. Vom Strand aus liefen wir zunächst links den Hügel hinauf, um einen schönen Blick hinunter auf die goldene Bucht zu haben. Neben dem alten Aussichtststurm gibt es einen Garten mit Olivenbäumen. Verschiedene Tafeln erklären die Aufzucht und Ernte. Allzu lange hielten wir uns dort allerdings nicht auf, weil wir noch eine längere Wanderung vor uns hatten.

Zurück am Strand der Golden Bay ging es hinter dem großen Hotel hoch zu den Klippen, wo ein Wanderweg immer mit Blick aufs Meer an der Steilküste entlangführt. Hierhin verirrt sich offenbar kaum jemand – wir trafen nur wenige andere Wanderer. Nach ein paar spektukulären Ausblicken erreichten wir nach rund zwei Stunden die Straße, die zum Popeye Village führt.

Dieses recht skurrile Dorf war 1980 der Drehort für de Film „Popeye, der Seemann“ mit Robin Williams in seiner ersten großen Rolle. Heute ist Popeye Village ein Funpark, dessen Besuch wir uns sparten. Den besten Blick für ein Foto hast du ohnehin außerhalb des Dorfes, von der gegenüberliegenden Seite. Von Popeye Village aus fahren regelmäßig Busse ab.

Mdina bei Nacht

Tagsüber wird die Altstadt Mdina von Touristen überrannt – abends hast du die stillen Gassen ganz für dich allein. Wir sind erst nach Sonnenuntergang in Mdina angekommen und konnten in aller Ruhe die oft angestrahlten schönen Häuser und Kirchen bestaunen. Durch die gelben Straßenlaternen entsteht eine fast mittelalterliche Atmosphäre. Zwar sind die Museen in der Altstadt abends schon geschlossen, aber mir hat ohnehin ein Streifzug durch die ruhigen Straßen gereicht. Sehr romantisch!

Tag 4 auf Malta

Valletta

Ich bin ja nicht so ein Städte-Fan, deshalb haben wir uns in Valletta auch nur treiben lassen, ohne viel Programm. Bein Spaziergang durch die Haupt- und Nebenstraßen der Altstadt finden sich viele tolle Fotomotive – Valletta versprüht mit seinen vielen maroden Häusern einen recht morbiden Charme. Ich fühlte mich ein bisschen wie auf einer Zeitreise in die Vergangenheit.

Ein Highlight von Valletta mussten wir uns dann aber doch anschauen: die St. John’s Co-Cathedral. Ich habe auf meinen Reisen schon so einige Kirchen besucht, aber die Kathdrale in der maltesischen Hauptstadt schlägt alles bisher Gesehene. Von außen ist überhaupt nicht zu erkennen, was dich drinnen erwartet: Deckenmalereien, Reliefs, ein riesiges Bodenmosaik, ein Original-Gemälde des Barockmalers Caravaggio … Du kannst Stunden in dieser Kirche verbringen und trotzdem immer wieder Neues entdecken. Die prunkvolle Kirche solltest du also auf keinen Fall bei einer Malta-Reise verpassen.

Hübsch sind auch die Upper Barracca Gardens, ein kleiner Park hoch oben auf der Stadtmauer mit Ausblick auf den Grand Harbour. Hier kannst du etwas verschnaufen, bevor du dich wieder ins trubelige Stadtleben begibst.

Malta oder Gozo?

Nach drei Tagen auf Gozo und vier Tagen auf Malta muss ich sagen: Mir persönlich hat Gozo besser gefallen. Auf Malta mussten wir schon ein bisschen suchen, bis wir ein paar ruhige Ecken gefunden hatten. Ingesamt ist mir die Insel Malta auch zu stark bebaut. In Gozo scheinen die Uhren noch etwas langsamer zu gehen, was uns auch Einheimische bestätigt haben.

Wenn du schon in Malta warst: Was hat dir besser gefallen – die Insel Malta oder die Insel Gozo? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

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