Drei Tage auf der Insel Gozo

Eine Woche war ich über Silvester in Malta: erst auf der kleinen Schwesterinsel Gozo, anschließend auf der Hauptinsel Malta. Eine Woche ist selbst für ein kleines Land wie Malta nicht viel, aber es reicht, um zumindest einen ersten Eindruck zu bekommen. Was kannst du in einer Woche in Malta alles erleben? Fangen wir mit Gozo an – die Insel Malta ist einen eigenen Beitrag wert:

Tag 1 auf Gozo

Der erste Tag stand ganz im Zeichen den Anreise: Flug von Köln nach Valletta (das dauert knapp drei Stunden), Mietwagen am Flughafen abholen, über die halbe Insel bis in den Norden zur Fähre fahren, auf Gozo übersetzen, in der Unterkunft in Qala ankommen. Und dann war ja schon wieder Zeit fürs Abendessen …

Autofahren auf Malta ist übrigens kein Problem. Zwar herrscht Linksverkehr, und rund um Valletta ist einiges los, aber wenn du dich ein bisschen konzentrierst und eventuell noch einen Beifahrer hast, der auf die Schilder achtet, ist alles ganz harmlos. Mein Tipp für die Strecke Flughafen – Fähre: Die Schilder zur Fähre führen dich über das dichtbesiedelte Gebiet Marsa, Birguma und Buġibba. Entspannter ist es, wenn du dich Richtung Mosta und dann Mellieħa hältst. Damit umfährst du die vollen Straßen rund um die Hauptstadt.

Tag 2 auf Gozo

Dank des Mietwagens waren wir auf Gozo sehr flexibel und konnten mehrere Orte an einem Tag besuchen. Auch entlegene Ziele waren kein Problem – so zum Beispiel unser erster Stopp im Nordosten der Insel:

San Blas Bay

Über eine winzige Straße – auf der wir beteten, dass kein Gegenverkehr kam – ging es zu einem ebenso winzigen Parkplatz mit fünf Stellplätzen. Zu Fuß liefen wir einen steilen Weg hinunter zu der kleinen Bucht, die wir ganz für uns allein hatten. Viel gibt es dort nicht zu tun, außer die Wellen zu beobachten und ein paar Meter am Strand auf- und abzulaufen. Ich fand San Blas trotzdem ganz entzückend.

Ramla Bay

Ganz anders einen Strand weiter, an der Ramla Bay. Hier parkten weitaus mehr Autos, eine Bude verkaufte Snacks, und am recht langen Strand war trotz Wintertemperaturen (die Sonne schien bei rund 15 Grad, aber zum Baden war es mir definitiv zu kalt!) einiges los. Wir verließen das bunte Treiben und folgten einem Trampelpfad links den Hügel hinauf. Von oben hatten wir einen schönen Blick zurück auf die Bucht – auch wenn wir uns die letzten paar Meter durch Gestrüpp schlagen mussten, weil der Pfad plötzlich zu Ende war. Auf dem Rückweg stellten wir fest, dass der „richtige“ Weg auf den Hügel schon hinten den Restauranthäuschen beginnt und nicht erst unten am Strand.

Xaghra

Das kleine Dorf Xaghra ist bekannt für seine restaurierte Windmühle aus dem Jahr 1725 und die rund 5600 Jahre alte megalithische Tempelanlage von Ġgantija, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Für das Windmühlenmuseum und die Tempelanlage gibt es nur ein Kombiticket. Wir hatten keine Lust auf Kultur und spazierten stattdessen durch das Dorf. Bemerkenstwert fand ich ich die Kirche auf dem Dorfplatz, die – wie viele Kirchen in Malta – zwei Uhren hat, die unterschiedliche Uhrzeiten anzeigen. Oft ist einer der Uhren auch nur aufgemalt (in diesem Fall die linke). Die zwei Uhrzeiten sollen angeblich den Teufel verwirren, damit er nicht rechtzeitig zur Messe erscheint und die Gläubigen ablenkt. Eine schöne Geschichte, finde ich!

Salzpfannen bei Marsalforn

Hinter dem Ort Marsalforn beginnt an der Xwejni Bay ein felsiger Küstenabschnitt. In den flachen Felsen direkt am Meer haben Salzbauern Salinenfelder gehauen, aus denen sie Salz gewinnen. Ein Spaziergang entlang der seltsam anmutenden Becken gibt dir einen Eindruck von der mühsamen Arbeit der Salzbauern. Am Anfang der rund drei Kilometer langen Salinenküste gibt es einen kleinen Laden einer alteingesessenen Familie, die dort Salz verkauft und Besuchern von der Arbeit in den Salinen berichtet. Schon seit Jahrhunderten gewinnen die Gozitaner auf diese Weise Salz.

Fährst du die Straße weiter, stößt du kurz hinter der letzten Salzpfanne, wo die Straße einen Knick ins Landesinnere macht, auf ein leicht zu übersehendes Schild zur Wied Il-Għasri. Nach einem kurzen Spaziergang und ein paar steilen Treppen gelangst du zu einer Meeresschlucht – ein ganz hübscher Abstecher, wenn du ohnehin in der Gegend bist.

Tag 3 auf Gozo

Zitadelle in Victoria

Mitten in der trubeligen Hauptstadt von Gozo liegt eine ummauerte ruhige Oase: die Zitadelle von Victoria. Innerhalb der Burgmauern leben nur noch wenige Menschen, daher kannst du in aller Ruhe durch die engen Gassen schlendern oder von den Mauern aus den Blick über die Stadt Victoria und weit über die Insel Gozo genießen. Auch außerhalb der Zitadelle kannst du durch die Gassen der Altstadt von Victoria spazieren. Hier geht es allerdings weitaus trubeliger zu.

Xlendi

Südlich von Viktoria liegt der kleine Ort Xlendi, der vor allem wegen seiner gewaltigen Klippen einen Abstecher wert ist. Sie fallen über 100 Meter senkrecht ins Meer. Hätten wir etwas mehr Zeit gehabt, hätte sich eine kleine Wanderung entlang der Küste angeboten. Wir wollten aber noch weiter zum meiner Ansicht nach schönsten Ort von Gozo.

Azure Window

Das Felsentor in der windgepeitschten See war für mich auf jeden Fall ein Highlight unserer Malta-Reise. Die Busse und die vielen Autos auf dem Parkplatz verhießen zwar nichts Gutes, aber da es viele Aussichtspunkte für das Azure Window gibt, verlaufen sich die Besucher. Ein Foto ohne andere Menschen war problemlos möglich (das kann im Sommer anders sein, habe ich gehört). Wir haben uns zunächst das Fenster zum blauen Meer aus allen erdenklichen Perspektiven angeschaut und sind dann weitergelaufen Richtung Fungus Rock. Der Felsen, der massig aus dem Meer ragt, war einst ein Platz für wertvolle Pilze, so dass die Ritter zu ihrem Schutz einen Wachturm auf dem Festland gebaut haben.

Update: Am 8. März 2017 ist das Felsentor in Gozo eingestürzt. Wind, Wetter und offenbar auch zu viele Touristen, die meinten, auf dem Felsen herumklettern zu müssen, haben es letztlich zum Einsturz gebracht. Sehr schade, wie ich finde!

Weitere Tage auf Gozo?

Wir haben zwar dank unseres Mietwagens schon viel auf Gozo gesehen, aber auch mit ein paar Tagen mehr wäre uns sicherlich nicht langweilig geworden. Es gibt noch weitere kleinen Dörfer und schöne Küstenwanderungen, auf die wir aufgrund von Zeitmangel leider verzichten mussten. Gozo ist aus meiner Sicht auf jeden Fall eine Reise wert!

Warst du schon mal auf Gozo? Was hat dir dort am besten gefallen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

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