Die 16 Biosphärenreservate in Deutschland

Störche bei der Fütterung

Auf unserer Reise durch Ostdeutschland im Sommer haben wir unter anderem drei Biosphärenreservate besucht. Ich muss zugeben: Vorher hatte ich diesen Begriff noch nie gehört. Wenn es dir auch so geht, kommt jetzt Hilfe: Ich erzähle dir, was sich hinter dem Titel Biosphärenreservat verbirgt. Und zusammen mit anderen Bloggerkolleginnen und -kollegen stelle ich dir alle 16 Biosphärenreservate vor, die es in Deutschland gibt.

Was ist ein Biosphärenreservat?

Biosphärenreservate sind von der UNESCO ernannte Regionen, die sich ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig entwickeln sollen. Dabei steht der Naturschutz gar nicht so sehr im Vordergrund, sondern vielmehr der Mensch als Bestandteil der Biosphäre: Biosphärenreservate sind Kulturlandschaften mit besonderer Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Diese Vielfalt entstand erst durch wirtschaftliche Nutzung, wie Beweidung, Fischzucht oder Weinanbau.

In Deutschland gibt es derzeit 16 Biosphärenreservate, sie umfassen rund drei Prozent der Gesamtfläche unseres Landes. Weltweit hat die UNESCO in 129 Ländern 714 Gebiete zu Biosphärenreservaten ernannt. Fast alle deutschen Biosphärenreservate liegen in ländlichen Räumen und sind oft beliebte Urlaubsziele und Naherholungsgebiete. Außerdem weisen sie die höchsten Anteile an Bio-Landbau in Deutschland auf.

Biosphärenreservate sind jeweils in drei Zonen eingeteilt: eine naturschutzorientierte Kernzone von mindestens drei Prozent der Gesamtfläche, eine am Landschaftsschutz orientierte Pflegezone und eine sozioökonomisch orientierte Entwicklungszone. Um zum UNESCO-Biosphärenreservat ernannt zu werden, muss ein Gebiet 40 Kriterien erfüllen. Zum Beispiel müssen charakteristische und intakte Landschaften, Lebensräume oder Formen der traditionellen Landbewirtschaftung vorhanden sein.

Dies sind die 16 Biosphärenreservate, die du in Deutschland besuchen kannst:

Biosphärenreservat Berchtesgaden

Anerkannt seit: 1990 | Größe: 840 qkm| Bundesland: Bayern

Wegen der unfassbar schönen Natur- und Kulturlandschaft hat die UNESCO das Berchtesgadener Land 1990 als Biosphärenreservat anerkannt. Das Berchtesgadener Land liegt circa zwei Stunden von München entfernt an der Grenze zu Österreich. Der Alpen-Nationalpark Berchtesgaden gilt als Kernzone des Biosphärenreservats. Hier triffst du auf einzigartige Natur, hohe Gipfel, beeindruckende Wasserfälle und glasklare Seen und Flüsse. Besonders Wander- und Kletterfans sind im Berchtesgadener Land gut aufgehoben.

Das größte Touristenziel im Berchtesgadener Land ist wohl der Königssee. Dieser acht Kilometer lange See ist komplett umgeben von riesigen Bergketten. Unser Highlight im Biosphärenreservat Berchtesgaden sind die Bergwanderungen mit unvergesslichen Aussichten. Ein Aussichtspunkt hat uns besonders gut gefallen: die Archenkanzel. Wenn du es bis dorthin schaffst, erwartet dich eine Aussicht der Superlative. Von diesem Punkt siehst du die Kirche St. Bartholomä auf der Halbinsel und die Elektroboote, die über den Königssee fahren, aus einer komplett anderen Perspektive.

Blick vom Berg auf einen See

Der Königssee in Berchtesgaden vom Aussichtspunkt an der Archenkanzel. (Foto: Vakuya)

Ein weiteres Highlight im Biosphärenreservat Berchtesgadener Land ist der Obersee mit dem Röthbachfall. Dieser See ist nicht so groß wie der Königssee, aber dadurch noch malerischer und eine echte Augenweide. Wenn du mit dem Boot über den Königssee fährst, gelangst du zum Obersee und hast die perfekte Sicht auf den höchsten Wasserfall Deutschlands, den Röthbachfall.

Von Jasmin, Vakuya

Biosphärenreservat Bliesgau

Anerkannt seit: 2009 | Größe: 361 qkm | Bundesland: Saarland

Im Südosten des Saarlands liegt das Biosphärenreservat Bliesgau. Für alle, die gerne im Grünen unterwegs sind, ist der Bliesgau mit seiner einmaligen Naturlandschaft ein lohnenswertes Ziel für einen (Kurz-)Urlaub in heimischen Gefilden. Schließlich gilt der Bliesgau als eine der schönsten Landschaften des Saarlands und hat sich nicht von ungefähr den Titel UNESCO-Biosphärenreservat verdient.

Charakteristisch sind die ausgedehnten Streuobstwiesen: Sie liefern nicht nur leckeres Obst, sondern gehören zu den vielfältigsten Lebensräumen Mitteleuropas. Auch die dichten Buchenwälder und die von der Blies durchzogenen Auenlandschaften sind eine wertvolle Heimat für Flora und Fauna. Ob mit dem Fahrrad auf zum Teil grenzüberschreitenden Radwegen oder wandernd – die sanfte Hügellandschaft lässt sich hervorragend aktiv entdecken.

Die Streuobstwiesen im Bliesgau. (Foto: Escape from Reality)

Das Biosphärenreservat hat sich dem Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft und ihrer Artenvielfalt verschrieben. Dazu gehört auch die Liebe zu regionalen Produkten, die in den Kochtöpfen und auf den Tellern nicht wegzudenken sind. Davon konnte ich mich bei einer kulinarischen Wanderung, bei der lokale Spezialitäten verkostet werden, überzeugen. Mit dem Biosphärenbus 501 kannst du den Bliesgau erkunden. Er gilt als Musterbeispiel des nachhaltigen Tourismus und fährt auf einer Länge von 54 Kilometern im Stundentakt durch das Biosphären-Schutzgebiet. Da er zahlreiche Freizeit-, Einkaufs- und Naturerlebnisse verbindet, gilt der Biosphärenbus als Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in der Region.

Von Marion, Escape from Reality

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe umfasst insgesamt 2786 Quadratkilometer und besteht aus vier Teil-Biosphärenreservaten: die Mittelelbe Sachsen-Anhalt, die Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, die Flusslandschaft Elbe-Mecklenburg-Vorpommern (hierzu hat sich leider kein Blogger gefunden, der bereits dort war) sowie die Niedersächsische Elbtalaue.

Biosphärenreservat Mittelelbe Sachsen-Anhalt

Anerkannt seit: 1979 | Größe: 1260 qkm | Bundesland: Sachsen-Anhalt

Hast du schon einmal etwas vom Elbebiber gehört? Anfang des 20. Jahrhunderts waren diese Tiere im Bereich der Mittleren Elbe beinahe verschwunden, nur noch knapp 200 Tiere zählte man. Inzwischen leben in Sachsen-Anhalt wieder mehr als 3000 Elbebiber. Sie sind das Symboltier der Elbtalauen und gleichzeitig Symbolfigur des Biosphärenreservats Mittelelbe.

Der größte Teil dieses Biosphärenreservats befindet sich entlang von mehr als 300 Flusskilometern in Sachsen-Anhalt. Die Dessau-Wörlitzer Kulturlandschaft mit einem beeindruckenden Landschaftpark in Wörlitz ist wohl einer der schönsten Abschnitte in diesem Biosphärenreservat. Wer weiß, vielleicht begegnet dir bei deinem Besuch dort auch einer der scheuen Elbebiber?

Bäume am Flussufer

Der Landschaftpark in Wörlitz. (Foto: SilverTravellers)

Das Biosphärenreservat Mittelelbe hat übrigens eine Besonderheit: Als einziges Biosphärenreservat umfasst es auch Flächen in einer Landeshauptstadt, in Magdeburg. Und natürlich gibt es in dieser Stadt auch eine Informationsstelle: Im Wissenschaftshafen der Stadt erhältst du in der Dauerausstellung „Wildes Leben am Strom“ interessante Informationen zur Natur, zur Artenvielfalt und zu den Aufgabenstellungen des Schutzgebietes. Auch über Leben der Biber und die heimischen Vogelarten gibt es viel zu lernen. Anschließend empfehle ich eine kurze Pause im Café Treibgut gleich nebenan, bei Kaffee und köstlichem hausgebackenen Kuchen. Auch im nördlichen Sachsen-Anhalt erstreckt sich das Schutzgebiet entlang der Elbe. Zentrum und Anlaufstelle bildet hier das „Haus der Flüsse“ in Havelberg.

Von Cornelia, SilverTravellers

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg

Anerkannt seit: 1979 | Größe: 533 qkm | Bundesland: Brandenburg

Das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg ist ein wahres Naturparadies. Auf 70 Kilometern zieht es sich an der Elbe entlang. Weit entfernt von großen Städten findest du hier Ruhe und Beschaulichkeit. Am besten begibst du dich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Kanu auf Entdeckungstour.

Viele Vögel nutzen den faszinierenden Lebensraum an der Elbe, darunter Seeadler, Austernfischer und Störche. Zu den Highlights im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg zählt das Europäische Storchendorf Rühstädt. Dort kannst du im Frühsommer Störche mit ihrem Nachwuchs beobachten und mit Rangern auf Tour gehen. Für Vogelfans gibt es im brandenburgischen Elbvorland mehrere Aussichtstürme zu entdecken. Besonders spektakulär wird es im Frühling und Herbst, wenn Zugvögel die Auenlandschaft als Rastplatz nutzen. Tausende Gänse und Kraniche sind dann zu Gast.

Baum an Fluss

Blick über die Elbe in Brandenburg. (Foto: Travelinspired)

Sehr zu empfehlen ist auch ein Paddelausflug. Wir wurden auf unserer Kanutour auf der Löcknitz bei Lenzen von Fischreihern, Blesshühner mit ihren Küken und Stockenten begleitet. Völlig aus dem Häuschen waren wir, als wir auch noch eine Nutria-Familie im Wasser entdecken. Wir sind jedenfalls restlos begeistert von der naturbelassenen Landschaft im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg und den vielen Vögeln.

Von Kristin, Travelinspired

Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue

Anerkannt seit: 1979 | Größe: 567 qkm | Bundesland: Niedersachsen

Die Elbe bildet eine der größten naturnahen Flusslandschaften in Deutschland. Über fünf Bundesländer und 727 Kilometer erstreckt sich der drittlängste deutsche Fluss in Deutschland. Mit ihren Reichtum an Kleinlebensräumen, Pflanzen und Tieren sind die Elbauen ein lohnendes Ziel für viele Naturinteressierte. Von Hamburg bis nach Schnackenburg erstreckt sich das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Naturnahe Ufer und weiträumige Vorländer prägen hier den Verlauf der Elbe. An die noch immer regelmäßig überschwemmten Elbauen schließen sich die ursprünglichen Auen mit der weiträumigen Elbmarsch an.

Durch diese Vielfalt an Lebensräumen findest du hier einen sehr großen Artenreichtum in eindrucksvoller Naturlandschaft. Rund 150 Vogelarten konnten nachgewiesen werden. Ein Drittel aller niedersächsischen Weißstörche lebt im Biosphärenreservat. Zudem finden jedes Jahr Tausende Zugvögel hier Rast- und Überwinterungsplätze.

Blick in die Niedersächsische Elbtalaue

Blick in die Niedersächsische Elbtalaue. (Foto: tberg.de)

Wie in vielen anderen Reservaten werden auch in der Niedersächsischen Elbtalaue vielfältige Möglichkeiten angeboten, die Natur vor Ort zu erleben und kennenzulernen. Ob zu Wasser oder auf dem Landweg: Ausgeschilderte Wanderwege, Fahrradrouten und vielfältige Paddelmöglichkeiten lassen den Besucher die Landschaft eindrucksvoll erleben. Ausstellungen wie das Biosphärium in Bleckede eignen sich sehr gut als Ausgangspunkte für die Entdeckung des Gebietes. Die Gemeinden des Reservats bieten regionale Küche. Verschiedene Bauernhöfe erhalten alte Haustierrassen. Vielleicht sind dies Wege, wie wir in Zukunft nachhaltig leben könnten.

Von Torsten, tberg.de

Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer

Anerkannt seit: 1990 | Größe: 117 qkm | Bundesland: Niedersachsen

Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer liegt nordwestlich von Cuxhaven in Niedersachsen und gehört offiziell zur Hansestadt Hamburg. Gegründet wurde der Nationalpark erst im Jahr 1990. Seit 1992 ist das Gebiet ein Biosphärenreservat, und seit 2011 gehört das Hamburgische Wattenmeer sogar zum UNESCO-Welterbe. Der prominenteste Vertreter des Nationalparks ist sicherlich die Insel Neuwerk, die du besuchen kannst.

Eines unserer Highlights in jedem Sommer ist die Familien-Wattwanderung von Cuxhaven durch das Hamburgische Wattenmeer hinüber nach Neuwerk. Für die rund zehn Kilometer lange Wanderung auf die autofreie Insel brauchst du gut drei Stunden. Auf der Insel angekommen, genießen wir einfach das Leben. Wir gehen spazieren, klettern auf den Leuchtturm, sammeln Muscheln und Strandgut, bauen Sandburgen am Strand und bewundern die Bernsteine im kleinen Bernsteinmuseum. Als Krönung übernachten wir in einem der Heuhotels auf der Insel.

Weißer Radarturm am Strand

Der Radarturm in Neuwerk. (Foto: Spaness)

Bei einem Besuch im Nationalparkhaus kannst du viel über das Wattenmeer erfahren. Von hier aus starten auch regelmäßig geführte Wattwanderungen. Ein Highlight der Insel sind die Sonnenuntergänge und der Sternenhimmel, denn Neuwerk leidet fast gar nicht unter Lichtverschmutzung. Am nächsten Tag geht es für uns mit der Kutsche durch das Hamburger Watt wieder zurück ans Festland. Die Tour nach Neuwerk im Herzen des Hamburgischen Wattenmeeres ist ein echtes Mikroabenteuer und begeistert uns daher in jedem Jahr aufs Neue.

Von Tanja, Spaness

Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer

Anerkannt seit: 1992 | Größe: 2400 qkm | Bundesland: Niedersachsen

Einmal vom Festland zu einer Insel wandern, über den Meeresboden? Das kannst du wohl nur in Niedersachsen im Nationalpark Wattenmeer. Spiekeroog oder Baltrum beispielsweise lassen sich prima mit einer geführten Wattwanderung erreichen. Doch das ist nicht das einzig Besondere am niedersächsischen Wattenmeer, das mit den sieben Ostfriesischen Inseln das inselreichste Bundesland ist. Sie sind es auch, die den Sandstrand abbekommen haben, vielleicht weil sie wie Bollwerke vor dem Festland liegen und die Sedimente aufsammeln.

Die Küste ist sehr speziell: Diese Festlandlinie gab es vor 200 Jahren noch nicht, erst der Mensch hat sie erschaffen und den Meeresboden zu Feldern geformt. Landgewinnung heißt das Stichwort, dafür war ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem vonnöten, dessen Gräben heute noch die Landschaft durchziehen. Diese schaffen ein perfektes Biotop für Vögel, die grade im Spätsommer in Schwärmen auf den Feldern sitzen.

Grünes Strandhäuschen

Langeoog am Niedersächsischen Wattenmeer. (Foto: Indigo Blau)

Für die einen ist es der Vogelreichtum, der die Nordseeküste so besonders macht. Für mich ist es immer wieder dieses spezielle Licht: Das ständig wechselnde Wetter bringt ganz eigene Stimmungen hervor, zaubert dramatische Sonnenuntergänge und viele Regenbögen. Es ist, als leuchte die Landschaft von innen heraus. Das ist eigentlich das Schönste am Wattenmeer – und die Reflexionen des Himmels im Watt.

Von Andrea, Indigo Blau

Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Anerkannt seit: 1996 | Größe: 301 qkm | Bundesland: Sachsen

Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft wurde im Jahr 1996 zum Biosphärenreservat erklärt. Damit hat die UNESCO eines der größten Teichgebiete Deutschlands unter Schutz gestellt. Teilweise wurden die Teiche in diesem Gebiet schon im Mittelalter zur Fischzucht angelegt, andere Teile sind ehemalige Braunkohlentagebaugebiete. Nach und nach entstanden so bis zu 350 Hektar große Teichgruppen. Insgesamt gibt es in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft 39 Teichgruppen mit mehr als 350 Teichen sowie 240 Standgewässern.

Das gut 300 Quadratkilometer große Gebiet im östlichen Sachsen steht zur Hälfte unter Naturschutz. Besucher können die Gegend am besten zu Fuß oder mit dem Rad erkunden. Ausgewiesene Naturerlebnispfade vermitteln viel Wissen über Natur und Landschaft im Biosphärenreservat. Besonders informativ ist das „Haus der Tausend Teiche“ in Wartha mit einer multimedialen Ausstellung und einem Riesenaquarium mit heimischen Fischen. Von hier aus kannst du auf Rundwegen verschiedene Teiche erwandern. Besonders beliebt bei den Besuchern der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist das herbstliche Abfischen, wenn die Züchter die Tiere aus dem Wasser holen.

Boot am Teich

Einer der vielen Teiche in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. (Foto: Ferngeweht)

Wir haben das Biosphärenreservat im Sommer besucht und konnten zu der Zeit viele Vögel am und auf dem Wasser beobachten, darunter seltene Exemplare wie den Singschwan. Die Dünenwälder, Feuchtwiesen, kargen Äcker, Flussauen und Heidegebiete sind ein ganz besonders wertvoller Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere.

Von Sabine, Ferngeweht

Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Anerkannt seit: 1998 | Größe: 178 qkm (deutscher Anteil) | Bundesland: Rheinland-Pfalz (und Grand Est in Frankreich)

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen liegt im Südwesten Deutschlands in Bundesland Rheinland-Pfalz und der Region Grand Est in Frankreich. Es war das erste grenzüberschreitende Biosphärenreservat, das von der UNESCO anerkannt wurde. Die Region ist sehr ländlich und bietet tolle Naturerlebnisse zu jeder Jahreszeit.

Typisch für das Biosphärenreservat ist das weitläufige Waldgebiet, das perfekt ist für ausgedehnte Wander- und Mountainbike-Touren. Häufig finden sich in den Tälern Bäche, Quellen und stehende Gewässer. Zu entdecken gibt es außerdem viele Burgen und Burgruinen sowie in der Umgebung von Dahn die roten Sandsteinfelsen, die unter anderem auch bei Kletterern beliebt sind. Neben der Holz- und Forstwirtschaft ist die Region geprägt von der Landwirtschaft und vom Weinbau.

Wanderweg durch den Wald

Wanderweg im Pfälzerwald. (Foto: People Abroad)

Wer sich über das Biosphärenreservat informieren möchte, findet in Johanniskreuz das „Haus der Nachhaltigkeit“ als Infozentrum und das „Biosphärenhaus“ mit einem Baumwipfelpfad in Fischbach. Außerdem lohnt sich das Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim, das über die pfälzische Natur und die biologische Vielfalt informiert. Ein Urlaub im Biosphärenreservat lässt sich gut verbinden mit Ausflügen ins Elsass, die Vogesen, die Pfalz oder in die Rheinebene.

Von Heiko, People Abroad

Biosphärenreservat Rhön

Anerkannt seit: 1991 | Größe: 2433 qkm | Bundesland: Bayern, Hessen, Thüringen

Das Mittelgebirge Rhön wurde 1991 von der UNESCO als Biosphärenreservat  anerkannt. Es liegt mitten in Deutschland am Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen. In der Rhön findest du kleine Fachwerkdörfer, weite Landschaften und unberührte Natur. Da wir inmitten der schönen Rhön wohnen, können wir sagen: Die Rhön ist ein absolutes Paradies für  Wanderer und Naturliebhaber und wird nicht umsonst als das Land der offenen Ferne bezeichnet.

Durch die niedrige Besiedlung und Lichtverschmutzung kann man in der Rhön hervorragend Sterne und bei guten Bedingungen sogar die Milchstraße beobachten. Selbst bei Nacht ist die Rhön also ein wahres Naturwunder, weswegen sie 2014 durch die Dark Sky Association zum Internationalen Sternenpark ernannt wurde.

Blick über Wiese auf die Berge

Aussicht von der Milseburg auf die Wasserkuppe. (Foto: Vakuya)

Die Rhön bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten und eine absolut einzigartige Landschaft. Es gibt eine Vielzahl an Rundwanderwegen und Aussichtspunkten. Unser Highlight ist der Kreuzberg, auf dem das Kloster Kreuzberg gelegen ist. Hier kannst du ein Kreuzbergbier trinken und danach am Berggipfel die Aussicht genießen.

Ein weiteres Rhön-Highlight ist die Wasserkuppe. Diese ist vor allem für Familienausflüge sehr gut geeignet, denn es gibt eine Sommerrodelbahn, einen Kletterpark und viele weitere Aktivitäten. Die Wasserkuppe ist außerdem als Berg der Flieger bekannt. Hier kannst du zum Beispiel Gleitschirmfliegen lernen oder Rundflüge machen. Die Rhön beweist, dass wir in einem wunderschönen Land mit vielfältiger Natur leben.

Von Jasmin, Vakuja

Biosphärenreservat Schaalsee

Anerkannt seit: 2000 | Größe: 309 qkm | Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern

Zwischen den Ballungszentren Hamburg, Lübeck und Schwerin liegt das 310 Quadratkilometer große Schutzgebiet des Biosphärenreservats Schaalsee. Durch die Eiszeit entstand hier neben dem eigentlichen Schaalsee die heutige Landschaftsform. Diese wird geprägt durch naturnahe Buchen- und Bruchwälder, Moore, zahlreiche Seen und Kleingewässer. Der Mensch schuf hier später aber auch viele kleinteilige kulturabhängige Ökosysteme wie Weideland, Feuchtwiesen und Äcker. Zusammen prägen sie heute diese abwechslungsreiche Kulturlandschaft.

Durch den Schaalsee verlief von 1945 bis 1989 die innerdeutsche Grenze. Über mehrere Jahrzehnte wurde diese Landschaft dadurch unbewusst erhalten. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten kommen hier heute noch vor. Oft hörst du das Trompeten der Kraniche oder das Klappern der Störche – das macht unter anderem Stimmung der Schaalseelandschaft aus. Aber auch für Neubürger scheint die Gegend attraktiv: Im Biosphärenreservat lebt die einzige wilde Population an Nandus in Deutschland.

Vier große Schreitvögel am Straßenrand

Wilde Nandus im Biosphärenreservat Schaalsee. (Foto: tberg.de)

Langsam bildet sich ein umweltverträglicher Tourismus heraus. Wer Ruhe und Naturerleben sucht, wird im Biosphärenreservat Schaalsee Erfolg haben. 150 Kilometer ausgeschilderte Wander- und Radwege führen durch die abwechslungsreiche Landschaft. Ob auf einer geführten Wanderung oder einer Radtour oder bei leckeren regionalen Spezialitäten: Du kannst das Biosphärenreservat mit allen Sinnen erleben. Die geschützte Regionalmarke „Mit Leib und Seele“ hat sich als Qualitätssiegel für die Schaalseeregion herausgebildet. Unternehmen, die mit diesem Siegel ausgezeichnet werden, tragen durch ihre umweltfreundliche Wirtschaftsweise dazu bei, den Naturreichtum rund um den Schaalsee zu erhalten.

Von Torsten, tberg.de

Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen

Anerkannt seit: 1990 | Größe: 4431 qkm | Bundesland: Schleswig-Holstein

Das Wattenmeer ist nicht nur landschaftlich wunderschön, sondern auch ein einzigartiger Lebensraum für viele Vögel und Tiere. Mit dem Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer verbinden wir ein unvergessliches Erlebnis: unsere erste Wattwanderung. Und zwar eine ganz besondere Tour, die nur ein paar Mal im Jahr stattfindet, von der idyllischen Hallig Hooge hinüber zur Insel Pellworm.

Zum Greifen nah liegt Pellworm vor uns. Doch wir haben unsere Rechnung ohne das berüchtigte Rummelloch gemacht, einen tückischen Priel. Statt den direkten Weg zu wählen, führt unser Wattführer uns in einem großen Bogen hinaus ins Watt, um den Priel an einer möglichst niedrigen Stelle zu durchqueren. Wolken und Himmel spiegeln sich im flachen Wasser, ein großartiger Anblick.

Wattenmeer

Das Wattenmeer bei Ebbe. (Foto: Travel inspired)

Besonders faszinierend sind auch die Bewohner des Wattenmeers. Sie haben sich perfekt an ihren Lebensraum mit dem ständigen Wechsel von Ebbe und Flut angepasst und überleben sowohl Hitze als auch Frost. Die Stars unter ihnen sind die Small Five: Wattwurm, Herzmuschel, Wattschnecke, Strandkrabbe und Nordseegarnele. Auch wir treffen auf unserer Wattwanderung im Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer einige davon. Schließlich erreichen wir Pellworm, wo wir von knuffigen Deichschafen begrüßt werden. Schon kurze Zeit später ist unser Weg durchs Watt wieder vom Wasser geflutet. Irre, wie schnell das geht. Nach einem Spaziergang am Deich geht es per Schiff zurück nach Hallig Hooge.

Von Kristin, Travel inspired

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Anerkannt seit: 1990 | Größe: 1292 qkm | Bundesland: Brandenburg

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin befindet sich im nordöstlichen Brandenburg und damit direkt vor unserer Heimatstadt Eberswalde. In den tiefen Wäldern der Schorfheide sind wir aufgewachsen. Unsere Familien waren schon immer sehr naturverbunden, und so haben wir bereits als Kinder gelernt, die Vielfalt vor unserer Haustür zu achten und zu entdecken.

Noch immer lieben wir den Anblick der Kraniche auf den abgeernteten Getreidefeldern rund um Chorin. Das gleichnamige Kloster am Amtssee ist vor allem im Sommer ein beliebtes Reiseziel für Kunst- und Kulturfreunde. Hunderte Seen durchziehen die eiszeitlich geprägte Biosphärenlandschaft, in der viele, auch seltene Tiere wie Seeadler oder Schwarzstorch ihren Lebensraum haben. Diese Mischung aus unberührten Wäldern und Seen macht die Schorfheide-Chorin, eines der größten Schutzgebiete Deutschlands, zu einem besonderen Flecken Erde. Im September 2020 hat das Biosphärenreservat sein 30. Jubiläum gefeiert.

Buchenwald mit gelbem Laub

Buchenwälder prägen das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. (Foto: GoOnTravel.de)

Besonders stolz macht uns, dass der dazugehörige Buchenwald Grumsin seit 2011 zum Teil der UNESCO-Weltnaturerbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ erklärt wurde. Zu jeder Jahreszeit lässt es sich hier herrlich wandern, spazieren gehen und Ruhe finden vom stressigen Alltag. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist der perfekte Ort für alle, die gerne in der Natur sind. Neben Wanderwegen locken weitläufige Radwege sowie auch Wasserstraßen Besucher mit Rad, Kanu oder Hausboot an.

Von Anne und Anja, GoOnTravel.de

Biosphärenreservat Schwäbische Alb

Anerkannt seit: 2009 | Größe: 850 qkm | Bundesland: Baden-Württemberg

Das Biosphärenreservat Schwäbische Alb liegt circa 50 Kilometer südöstlich von Stuttgart in Baden-Württemberg und umfasst große Teile der Mittleren Schwäbischen Alb samt Vorland. Besonders markante Landschaften im Biosphärenreservat sind die Hang- und Schluchtwälder am Albtrauf, die Streuobstwiesen im Albvorland und die traditionelle Kulturlandschaft auf der Schwäbischen Alb mit ihren Wacholderheiden, Magerrasen, Wiesen, Äckern und Wäldern. Besonders toll finde ich, dass die Kulturlandschaft vielerorts mit tierischen „Landschaftspflegern“, wie Schafen, Ziegen, Konikpferden, Albbüffel und Taurusrinder gepflegt wird.

Ein sowohl geschichtlich als auch landschaftlich bedeutungsvoller Bestandteil des Biosphärenreservats ist der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen, in dem sich durch die militärische Nutzung die Natur über lange Zeit frei entfalten konnte. Einen Besuch wert ist auch das dort befindliche ehemalige Dorf Gruorn mit seiner Stephanus-Kirche und dem alten Schulhaus. Ebenfalls lohnenswerte Ausflugsziele sind das Märchenschloss Lichtenstein, der spektakuläre Uracher Wasserfall, das burgenreiche Große Lautertal, die hochmittelalterliche Burgruine Hohen Neuffen und die wasserreiche Wimsener Höhle.

Schafherde mit Schäferin

Die „Landschaftspfleger“ bei der Arbeit. (Foto: Paradise Found)

Was mich am Biosphärenreservat Schwäbische Alb begeistert, ist der Einfallsreichtum seiner Bewohner, die mit ihren zukunftsorientierten, nachhaltigen Initiativen 2017 zur Auszeichnung der Schwäbischen Alb als nachhaltige Tourismusdestination beigetragen haben. Besonders erwähnenswert sind dabei die Biosphärengastgeber, ein Zusammenschluss von Hoteliers und Gastronomen, sowie die Marke Albgemacht, ein Gemeinschaftsprojekt von regionalen Landwirten und Betrieben, die sich aktiv für die Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft Schwäbische Alb einsetzen. In der ehemaligen Soldatensiedlung Altes Lager realisiert derweil der Spätzle-Pionier Franz Tress auf 70 Hektar seine Vision einer grünen Zukunft.

Von Kerstin, Paradise Found

Biosphärenreservat Schwarzwald

Anerkannt seit: 2017 | Größe: 630 qkm | Bundesland: Baden-Württemberg

Seit Juni 2017 darf sich der Südschwarzwald in die Liste der Biosphärenreservate der UNESCO einreihen. Eine Gegend, in die mich schon in meiner Kindheit und Jugend immer wieder Ausflüge führten. Zum noch jungen Biosphärengebiet gehören die Stadt Freiburg sowie 28 Gemeinden in den Landkreisen Lörrach, Waldshut und Breisgau-Hochschwarzwald. Dabei sind die Höhenunterschiede auf engstem Raum immens, sie reichen von 310 Metern bis hinauf auf 1420 Meter – so groß wie in keinem anderen deutschen Mittelgebirge.

Die Landschaft ist geprägt durch tiefgrüne Wälder und saftige, kräuterreiche Bergweiden. Typisch für die Gegend sind urige Schwarzwaldhöfe, aber auch Mühlen, Sägewerke und Kohlemeiler. Gleichzeitig bietet die Natur mit ihren artenreichen Bergmischwäldern, Mooren, Felsen, Flüssen und Seen wertvolle Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt.

See hinter Lupinen

Unterwegs im Schwarzwald. (Foto: Escape from Reality)

Die Landschaften des Schwarzwalds sind gleichzeitig auch seine größte Attraktion: Zu den beliebtesten Ausflugszielen im Biosphärengebiet Schwarzwald zählt Freiburgs Hausberg Schauinsland – hoch auf 1220 Meter geht es übrigens mit Deutschlands längster Umlaufseilbahn. Noch etwas höher sind der Belchen, das Herzogenhorn und der Feldberg. Von oben eröffnet sich eine überwältigende Aussicht auf den Schwarzwald, an klaren Tagen sogar bis zu den Alpen und den Vogesen. Kein Wunder, dass der Südschwarzwald ein echtes Eldorado für Wanderbegeisterte ist. Aber auch ein Abstecher an den Schluchsee lohnt sich: Der Stausee ist der größte See des Schwarzwalds.

Von Marion, Escape from Reality

Biosphärenreservat Spreewald

Anerkannt seit: 1991 | Größe: 475 qkm | Bundesland: Brandenburg

Rund 100 Kilometer südlich von Berlin liegt der bei Besuchern beliebte Spreewald – rund drei Millionen Touristen kommen pro Jahr in diese Gegend. Die natürlichen und künstlichen Wasserläufe der Spree ziehen sich 1575 Kilometer lang durch das Gebiet, das daher bei Kanu- und Kajakfahrern ein gefragtes Ausflugsziel ist. Wer nicht selber paddeln will, kann sich von Kahnmännern und -frauen durch den Spreewald fahren lassen. Neben den sogenannten Fließen gibt es im Spreewald Feuchtwiesen, kleine Äcker und naturnahe Niederungswälder.

Im Biosphärenreservat Spreewald sind über 18.000 Pflanzen- und Tierarten beheimatet, von denen noch immer nicht alle erfasst sind. Allein in den vergangene Jahren wurden 900 Pflanzenarten dokumentiert. Hunderte von Schmetterlingsarten, Muscheln und Schnecken, Lurche und Kriechtiere, Libellen und über 130 Brutvögel lassen das Herz von Naturfreunden höher schlagen. Auch geschützte Vögel wie See- und Fischadler, Schwarz- und Weißstorch, Eisvogel, Wiedehopf, Kranich und Fischotter sind mit ein bisschen Glück zu finden – sowie nachts auch der Biber.

Kanu auf dem Fluss durch einen Wald

Paddeln im Spreewald. (Foto: Ferngeweht)

Was viele Besucher am Spreewald fasziniert, ist das Leben am Wasser: Einige Orte sind bis heute nur per Boot erreichbar. Wer mehr über den Spreewald erfahren will, ist in den Informationszentren am besten aufgehoben: im Haus für Mensch und Natur in Lübbenau, im Schlossberghof in Burg und in den Alten Mühle in Schlepzig. Und natürlich solltest du nicht vergessen, die berühmten Spreewaldgurken zu probieren.

Von Sabine, Ferngeweht

Biosphärenreservat Südost-Rügen

Anerkannt seit: 1991 | Größe: 235 qkm| Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern

Rügen konnte sich in großen Teilen seine Ursprünglichkeit bewahren. Schon im 19. Jahrhundert schützte Fürst Wilhelm Malte I. Teile des Eilands vor der Abholzung. Schließlich wusste er, wie wunderbar frei seine Kindheit in der unberührten Natur war. Als Erwachsener gründete er die Residenz Putbus und prägte damit die gesamte Insel.

Die „weiße Stadt“ Putbus ist für mich der Ausgangspunkt Biosphärenreservats Südost-Rügen. Im Kreisverkehr „Circus“, umrahmt von strahlend weißen Häuserfassaden, an denen sich kontrastreich Rosen ranken, kannst du in alle Himmelsrichtungen der Insel ausschwärmen. Das Biosphärenreservat Südost-Rügen umfasst unter anderem Granitz mit dem Jagdschloss, die urtümliche Halbinsel Mönchgut mit den mitunter meisten Sonnenstunden Deutschlands, die Küstenstreifen zwischen Thiessow und dem beliebten Badeort Binz, die ursprüngliche Insel Vilm sowie die Boddengewässer zwischen Thiessow und Putbus.

Schilfgürtel am Wasser

Boddengewässer mit Schilfgürtel in Südost-Rügen. (Foto: Kellertür)

Besonders die Boddengewässer im Zusammenspiel mit den Wreechener Seen bei Putbus haben es mir angetan. Hier sind Land und Meer beinahe eins. Die Gebiete sind oft nur durch schmale Landstreifen verbunden – zur einen Seite der Bodden, zur anderen der See. Breite Schilfgürtel säumen die Ufer, raue kleine Küstenvorsprünge sind ein Indikator der Zeit. Stetig verändert sich das Küstenbild. Das Meer und der Wind tragen das Land nach und nach ab. Hier kannst du im flachen Wasser kilometerweit spazieren gehen. Märchenhafte Buchenwälder lassen dich der Natur ganz nahe sein. In flachen Meeresbuchten sitzt du geschützt vor Wind am Strand und blickst hinaus gen Meer.

Von Stephanie, Kellertür

Biosphärenreservat Thüringer Wald

Anerkannt seit: 1979 | Größe: 337 qkm | Bundesland: Thüringen

Der Thüringer Wald ist ein beliebtes Ausflugsziel: für Wanderungen, Wintersport, beeindruckende Aussichten und schöne Sehenswürdigkeiten. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Wander- und Pilgerwegen. Der berühmteste ist der 170 Kilometer lange Rennsteig, der bis zum Thüringer Schiefergebirge und Frankenwald führt. Er diente früher als Grenzweg, und du kannst ihn ganz oder in Etappen laufen.

Pilgerpfade sind der Elisabethpfad (193 Kilometer), der Benediktinerpfad (15 Kilometer ) oder der Lutherweg (19 Kilometer) auf den Spuren des berühmten Reformators. Solltest du Letzteren gehen wollen, dann fang direkt im hübschen Örtchen Schmalkalden an, wo Luther predigte und du sein Gasthaus sehen kannst. Ich finde Schmalkalden sehr hübsch, da es sehr mittelalterlich aussieht. Es bietet sich super an als Ausgangspunkt für Erkundungen im Thüringer Wald.

Fernblick auf Berge

Fernblick im Thüringer Wald. (Foto: Travel on the Brain)

Im Winter ist vor allem Oberhof sehr beliebt für sein Wintersportangebot und bekannt als Ort der Olympischen Winterspiele und des Weltcups. Interessanterweise herrscht im Thüringer Wald ein alpines Klima aufgrund der geografischen Lage und da es eine Wetterscheide in Mitteldeutschland ist. Das heißt: Es kann hier schon mal kalt werden. Gerade im Sommer finde ich die kühlen Wälder eine super Abwechslung und besuche zum Beispiel gerne Schloss Altenstein mit den verschlungenen romantischen Pfaden und Attraktionen wie Höhlen, der Ritterkapelle oder der zauberhaften Parklandschaft. Der höchste Punkt im Westen vom Thüringer Wald ist übrigens der Große Inselberg, von dem aus du einen Wahnsinnsausblick hast. Und das Restaurant am Turm serviert richtig gutes Essen.

Von Annemarie, Travel on the Brain

Wusstest du übrigens, dass es nicht nur 16 Biosphärenreservate in Deutschland gibt, sondern auch 16 Nationalparks? Was es dort zu entdecken gibt, hat Torsten auf seinem Blog tberg.de zusammengetragen.

Veröffentlicht am: 10. November 2020

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10 Kommentare

  1. Sandra 19. November 2020 um 14:32 - Antworten

    Hi Sabine,
    ich hab dieses Jahr, bei einem Rundgang mit einem Naturwissenschaftler auf Rügen, zum ersten Mal gelernt und wirklich kapiert was genau ein Biosphärenreservat sowie was der Unterschied zB. zum Naturschutzgebiet ist. Sehr interessant!
    Und jetzt lerne ich bei dir, in wenigen ich der Biosphärenreservaten ich bisher gewesen bin (nämlich vier). Dafür aber schon ganz oft im Spreewald, das zählt dann also mehrfach ;).
    Schön Übersicht, macht Lust auf Entdeckungen!
    Gruß
    Sandra

    • Sabine 19. November 2020 um 14:38

      Ja, die Biosphärenreservate führen irgendwie ein recht unsichtbares Dasein. Zeit, sie mal näher ins Visier zu nehmen! (Ich habe übrigens erst drei gesehen, alle erst in diesem Sommer …)

  2. Torsten 12. November 2020 um 14:23 - Antworten

    Hallo Sabine,

    danke für die Verlinkung meines Nationalparkbeitrags! Beim Lesen deiner Liste kamen direkt noch ein paar Punkte auf meine imaginären „musst-du-sehen“ Liste. Leider ist es da wohl nicht mit einem oder zwei Tagen pro Reservat geschehen.

    • Sabine 12. November 2020 um 14:59

      Ich fürchte auch: Das wird ein längeres Projekt ;-) Viel Spaß beim Entdecken neuer Biosphärenreservate!

  3. Julia Beatrice 11. November 2020 um 8:32 - Antworten

    Liebe Sabine,

    klasse Beitrag! Wir waren im Juli in den Elbtalauen und dort war es ganz wundervoll. Gute Idee, alle Biosphärenreservate in einen Übersichtsbeitrag zu legen. So werden hoffentlich noch mehr Menschen auf diese Gebiete und den Schutz der Natur aufmerksam.

    Glg Julia

    • Sabine 11. November 2020 um 10:24

      Liebe Julia, danke für deine Rückmeldung. Ja, ich habe mir auch vorgenommen, noch weitere Biosphärenreservate zu besuchen. Das sind schon sehr interessante Gebiete. Ich hoffe, es hat dir in den Elbtalauen gefallen?

  4. Heiko 10. November 2020 um 13:21 - Antworten

    Hallo Sabine,
    eine tolle Sammlung und da kommen definitiv noch ein paar Reiseziele auf die To-do-Liste, die ich noch nicht kenne. Danke dir! :)
    Viele Grüße
    Heiko

    • Sabine 10. November 2020 um 13:32

      Bei der Vielzahl der Biosphärenreservate ist bestimmt etwas Passendes für die nächste Reise dabei! Danke fürs Mitmachen, Heiko.

  5. Travelsanne 10. November 2020 um 11:59 - Antworten

    Liebe Sabine,
    Was für eine großartige Zusammenstellung! Wie schade, dass ich Deinen Roundup nicht früher gesehen habe….über die Schwäbische Alb und den Schwarzwald hätte ich auch gerne geschwärmt.
    Viele Grüße,
    Sanne

    • Sabine 10. November 2020 um 13:30

      Liebe Sanne, danke für dein Feedback. Vielleicht klappt es beim nächsten Round-up.

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Veröffentlicht am: 10. November 2020

10 Kommentare

  1. Sandra 19. November 2020 um 14:32 - Antworten

    Hi Sabine,
    ich hab dieses Jahr, bei einem Rundgang mit einem Naturwissenschaftler auf Rügen, zum ersten Mal gelernt und wirklich kapiert was genau ein Biosphärenreservat sowie was der Unterschied zB. zum Naturschutzgebiet ist. Sehr interessant!
    Und jetzt lerne ich bei dir, in wenigen ich der Biosphärenreservaten ich bisher gewesen bin (nämlich vier). Dafür aber schon ganz oft im Spreewald, das zählt dann also mehrfach ;).
    Schön Übersicht, macht Lust auf Entdeckungen!
    Gruß
    Sandra

    • Sabine 19. November 2020 um 14:38

      Ja, die Biosphärenreservate führen irgendwie ein recht unsichtbares Dasein. Zeit, sie mal näher ins Visier zu nehmen! (Ich habe übrigens erst drei gesehen, alle erst in diesem Sommer …)

  2. Torsten 12. November 2020 um 14:23 - Antworten

    Hallo Sabine,

    danke für die Verlinkung meines Nationalparkbeitrags! Beim Lesen deiner Liste kamen direkt noch ein paar Punkte auf meine imaginären „musst-du-sehen“ Liste. Leider ist es da wohl nicht mit einem oder zwei Tagen pro Reservat geschehen.

    • Sabine 12. November 2020 um 14:59

      Ich fürchte auch: Das wird ein längeres Projekt ;-) Viel Spaß beim Entdecken neuer Biosphärenreservate!

  3. Julia Beatrice 11. November 2020 um 8:32 - Antworten

    Liebe Sabine,

    klasse Beitrag! Wir waren im Juli in den Elbtalauen und dort war es ganz wundervoll. Gute Idee, alle Biosphärenreservate in einen Übersichtsbeitrag zu legen. So werden hoffentlich noch mehr Menschen auf diese Gebiete und den Schutz der Natur aufmerksam.

    Glg Julia

    • Sabine 11. November 2020 um 10:24

      Liebe Julia, danke für deine Rückmeldung. Ja, ich habe mir auch vorgenommen, noch weitere Biosphärenreservate zu besuchen. Das sind schon sehr interessante Gebiete. Ich hoffe, es hat dir in den Elbtalauen gefallen?

  4. Heiko 10. November 2020 um 13:21 - Antworten

    Hallo Sabine,
    eine tolle Sammlung und da kommen definitiv noch ein paar Reiseziele auf die To-do-Liste, die ich noch nicht kenne. Danke dir! :)
    Viele Grüße
    Heiko

    • Sabine 10. November 2020 um 13:32

      Bei der Vielzahl der Biosphärenreservate ist bestimmt etwas Passendes für die nächste Reise dabei! Danke fürs Mitmachen, Heiko.

  5. Travelsanne 10. November 2020 um 11:59 - Antworten

    Liebe Sabine,
    Was für eine großartige Zusammenstellung! Wie schade, dass ich Deinen Roundup nicht früher gesehen habe….über die Schwäbische Alb und den Schwarzwald hätte ich auch gerne geschwärmt.
    Viele Grüße,
    Sanne

    • Sabine 10. November 2020 um 13:30

      Liebe Sanne, danke für dein Feedback. Vielleicht klappt es beim nächsten Round-up.

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Hi, ich bin Sabine, und auf meinem Blog findest du alles, um dein Fernweh zu wecken. Magst du mich auf meinen Reisen um die Welt begleiten?

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