Beißen sie? Angeln auf der Insel Fünen

Es war einmal ein kleines Mädchen, das lebte auf einem Schiff. Jeden Abend warfen das Kind und ihr Papa die Angeln aus, um Fisch zu fangen. Die Rute des kleinen Mädchens war nur ein Stock mit einem Bindfaden und einem Haken dran. Von seiner Mama bekam es ein Stück Toastbrot als Köder. Wenn ein Fisch anbiss hat, kümmerte sich der Papa um den Fang.

Viele Jahre später reiste das Mädchen nach Norwegen, um jeden Tag Fisch zu essen. Doch oh weh, es gab in Norwegen keinen Fischladen! Denn alle Norweger versorgen sich selber mit Fisch. Da das Mädchen nie angeln gelernt hatte, konnte es sich aber keinen eigenen Fisch fangen. Das fand das Mädchen doof und beschloss daher, angeln zu lernen …

Tja, und nun stehe ich hier am Strand Hasmark im Norden der dänischen Insel Fünen und lasse mir von Angelführer Claus die Grundlagen des Angelns erklären. Wie werfe ich eigentlich die Angelschnur aus? Wie lange muss der Haken im Wasser bleiben? Und was um Himmels Willen mache ich, wenn ein Fisch anbeißt???

In freudiger Erwartung: Wird ein Fisch anbeißen oder nicht? (Foto: sabko.de)

Grundlagen des Angels lernen

Ich habe die Wahl: Will ich eine Flunder angeln? Dann brauche ich einen Wurm als Köder und bleibe länger an einer Stelle stehen. Oder will ich eine Meerforelle erwischen? Dazu brauche ich keinen Köder, gehe aber alle paar Minuten ein paar Meter am Strand weiter. Ich entscheide mich für Meerforelle – nicht zuletzt, weil ich dann die glibberigen Regenwürmer nicht lebend auf den Haken aufspießen muss.

Ich entsichere meine Angelschnur, werfe den Haken weit ins Meer hinaus und hole ihn direkt wieder ein. Fünf Meter weiter das gleiche Spiel: auswerfen, einholen, fünf Meter weiter, auswerfen, einholen, fünf Meter weiter … Das Ganze hätte ich theoretisch sieben Kilometer so machen können, denn so lang erstreckt sich die schmale Halbinsel Enebærode bei Hasmark, auf der wir angeln lernen.

So weit komme ich aber gar nicht, denn ich habe genug damit zu tun, ständig das Seegras aus dem Haken und von der Schnur zu entfernen, denn das mögen die wählerischen Meerforellen gar nicht. Über mir schweben Seemöwen und Kormorane, in der Hoffnung, etwas von meinem Fang abzubekommen. Ich muss sie allerdings enttäuschen: Ich fange an diesem Tag gar nichts, auch wenn wir unser Anglerglück bis zum Sonnenuntergang versucht haben.

Zu Besuch im Fjord & Bælt

Da wir nichts gefangen haben, habe ich keine Ahnung, wie eine Meerforelle überhaupt aussieht. Das soll sich am nächsten Tag ändern. Wir fahren in den Ort Kerteminde zu Fjord & Bælt – das Haus ist eine Mischung aus Erlebnis- und Forschungscenter. Hier untersucht die Universität Dänemark die heimische Meeresfauna. In einem Becken am Naturhafen leben fünf Seehunde und zwei Schweinswale, deren Leben die Forscher seit Jahren unter die Lupe nehmen. So wurden zum Beispiel Hörtests durchgeführt, um herauszufinden, wie empfindlich die Wale auf Umweltgeräusche reagieren.

Um die Tests machen zu können, müssen die Forscher Vertrauen zu den Tieren aufbauen. Dafür trainieren sie seit Jahren viermal täglich mit ihnen. Zweimal jeden Tag können ihnen dabei Besucher von Fjord & Bælt zuschauen. Ich finde es erstaunlich zu sehen, wie die Seehunde auf Kommando auf die Waage steigen und sich das Gebiss inspizieren lassen. Oder wie Schweinswal Freja sich im Wasser auf den Rücken legt, damit Chefbiologe Jakob seinen Bauch und die Flossen untersuchen kann.

Teil des Forschungszentrums sind auch mehrere offene Becken, an denen es ausdrücklich erlaubt ist, Krebse und Seesterne vorsichtig in die Hand zu nehmen. In einem Unterwassertunnel kannst du an den Fenstern die Schweinswale und die Seehunde beim Schwimmen beobachten. Und in den zahlreichen Aquarien schwimmen Feuerquallen, Hornhechte, Meerforellen (so sehen die also aus!) und viele andere kleine Tiere der Ostsee, darunter verschiedene Garnelenarten.

Zweiter Angelversuch im Süden von Fünen

Um 5:30 Uhr am nächsten Morgen klingelt mein Wecker: Die zweite Angeltour findet im Süden von Fünen, gegenüber der Stadt Svendborg, statt. Claus und sein Kollege Claus warten mit Frühstück am Lagerfeuer auf uns, und kurz nach Sonnenaufgang besteigen wir das Angelboot am Steg. Makrelen stehen heute auf dem Programm. Ich werfe mittlerweile ganz routiniert meine Rute aus, bestückt mit einem Hering, und Claus hängt ein Netz mit alten Fischstückchen über Bord, um die Makrelen anzulocken. Ich warte und warte, ob sich mein Schwimmer senkt, den ich gegen die gleißende Morgensonne kaum erkennen kann.

Nach einer Stunde plötzlich: ein Ruck an meiner Angel! Claus wird ganz aufgeregt und erklärt mir, wie ich die Angel langsam einhole. Als das Ende der Leine neben dem Boot ist, sehen wir, was ich am Haken habe: nein, keine Makrele, sondern einen 60 Zentimeter langen Hornhecht! Mit Claus‘ Hilfe ziehe ich ihn an Bord, er befreit ihn von dem verhedderten Haken in seinem Maul, und ich darf ihn für ein schnelles Foto halten.

Ein kapitaler Fang. (Foto: sabko.de)

„Mitnehmen oder freilassen?“, fragt Claus. Keine Frage, so wie mich der Fisch anschaut: Freilassen natürlich! Mit einem Salto gleitet der Hornhecht aus meinen Armen zurück ins Wasser. Petri Dank für diesen Fang!

Auch wenn ich in diesen Tagen nur an der Oberfläche der Anglerwelt gekratzt habe – eins habe ich auf dieser Angelreise auf jeden Fall über mich gelernt: Auch beim nächsten Besuch am Meer werde ich wohl keinen eigenen Fisch auf den Grill bekommen. Denn das gefangene Tier zu töten, würde ich nicht über mich bringen.

Claus befreit den Hornhecht vom Haken. (Foto: sabko.de)

Meine Tipps fürs Angeln auf der Insel Fünen

  • Es gibt in Fünen und auf den Nachbarinseln Langeland und Ærø zahlreiche Angel-Spots. Das Buch „Die 117 besten fünischen Angelplätze“ listet die Highlights auf und kann bei Visit Fyn bestellt werden.
  • Angelzubehör kannst du in den örtlichen Angelshops ausleihen.
  • Du brauchst fürs Angeln in Dänemark keinen Angelschein wie in Deutschland. Es genügt eine staatliche Angellizenz. Diese erhältst du in Touristenbüros, Postämtern, Angelshops oder online beim Dänischen Ministerium für Umwelt und Lebensmittel. Der Angelschein ist ein Jahr lang gültig und kostet 185 Dänische Kronen (ca. 25 Euro). Es gibt auch Tages- oder Wochenscheine für 40 bzw. 130 Dänische Kronen. Bestehende Angelscheine kannst du online verlängern.
  • Angler unter 18 und über 65 Jahre dürfen ohne Lizenz Fische fangen.
  • Wenn Flüsse oder Seen in Privatbesitz sind und an lokale Angelvereine vermietet werden, brauchst du über die Angellizenz hinaus auch eine Angelkarte für das spezielle Gewässer.
  • Falls du Hilfe beim Angeln brauchst oder gute Fangplätze suchst, kannst du dich an erfahrene Angel-Guides wenden, die du an den bekanntesten Angelplätzen auf ganz Fünen findest.
  • Übernachten kannst du zum Beispiel in einem der rund 200 Novasol-Angelhäuser auf der Insel Fünen. Diese stehen höchstens 500 Meter von guten Angelplätzen entfernt und verfügen über einen Filetierplatz zum Reinigen und Zubereiten des Fangs. Manche haben auch einen großen Kühlschrank oder eine Gefriertruhe sowie einen Steg mit Boot zum Rausfahren aufs Meer.

Angelbücher zu gewinnen!

Du willst auch gern auf der Insel Fünen Angeln gehen, weißt aber nicht wo? Oder bist du – wie ich – ein kompletter Angelanfänger? Dann mach doch mit und gewinne entweder

a) das Buch „Die 117 besten fünischen Angelplätze“

oder

b) das Handbuch „Angeln für Anfänger“ von Tobias Hoffmann.

Um zu gewinnen, hinterlasse mir im Kommentarfeld die Antwort auf die Frage: Welchen Fisch würdest du gern einmal angeln? Außerdem muss ich wissen, in welchen Lostopf ich dich werfen darf: a oder b?

Die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel:

  • Zu gewinnen gibt es einmal das Buch „Die 117 besten fünischen Angelplätze“ und einmal das Handbuch „Angeln für Anfänger“.
  • In den Lostopf kommen alle, die einen Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen und mir die oben genannte Frage beantworten und den Lostopf nennen.
  • Das Gewinnspiel dauert bis zum 8. Oktober 2017, 24:00 Uhr. Anschließend werden die beiden Gewinner per Losverfahren ermittelt und per E-Mail benachrichtigt.
  • Die Gewinner haben bis zum 12. Oktober 2017 Zeit, mir ihre Postadresse für den Versand des Buches zukommen zu lassen. Sollte sich ein Gewinner bis dahin nicht gemeldet haben, wird ein neuer Gewinner gezogen.
  • Bitte unbedingt beim Kommentar eine gültige E-Mail-Adresse angeben! Die E-Mail-Adresse wird nur im Rahmen des Gewinnspiels zur Benachrichtigung des Gewinners verwendet und für keinerlei andere Zwecke.
  • Die Adresse des Gewinners wird nur für den Versand des Gewinns verwendet und für keinerlei andere Zwecke.
  • Der Teilnehmer erklärt sich damit einverstanden, dass sein Name im Fall des Gewinns auf der Website ferngeweht.de veröffentlicht wird.
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Glück und Petri Heil bei der Verlosung!

Hinweis: Danke an Visit Fyn und Novasol-Fishing für die Einladung zu dieser Reise. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst, die Inhalte des Beitrags habe ich frei gewählt.

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