Belgien: Wanderung durchs Ourthetal

Weg am Fluss Ourthe entlang

Die Karnevalstage haben wir genutzt, um ein paar Tage nach Belgien zu fahren – im Februar war Reisen ja noch uneingeschränkt möglich. Zwei Tage hatten wir Glück mit dem Wetter und konnten daher wie geplant in den Ardennen wandern gehen. Besonders gut hat mir die Wanderung durchs Ourthetal gefallen. Die Ourthe windet sich in engen Schleifen durch die Ardennen. Einer der schönsten Abschnitte liegt in der Nähe von Nadrin.

Anfahrt zum Ourthetal

Der kleine Ort Nadrin befindet sich östlich des bekannten Städtchens La Roche-en-Ardenne. Mit ihrer mächtigen Burg liegt die Stadt ebenfalls an einer Flusschleife der Ourthe. Nachdem wir durch den ganz hübschen, aber auch sehr touristischen Ort geschlendert sind, machen wir uns auf den Weg zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Ort am Fluss mit Burg
La Roche-en-Ardenne: die Touristenhochburg an der Ourthe.

Es geht durch Nadrin hindurch bis zum Hotel-Restaurant Le Cinq Ourthes in der rue du Héron. Dort können wir den Wagen stehenlassen und uns auf die Rundwanderung begeben. Der Aussichtsturm am Hotel ist derzeit, wohl wegen notwendiger Renovierung, geschlossen.

Wanderung an der Ourthe entlang

Vom Hotel aus führt uns zunächst ein steiler Weg nach unten zum ersten Ausblickspunkt, von dem aus wir die Ourthe sehen können: dem Felsen des Hérou. Von hier oben sollen in früheren Zeiten die Urteile des Gerichtshofes von Nadrin verkündet worden sein. Wir genießen den Panoramablick über den Fluss.

Blick ins Ourthtetal
Blick vom Felsen des Hérou ins Ourthtetal.

Weiter bergab gelangen wir nach kurzer Zeit rechterhand an das Ufer der Ourthe, der wir in Flussrichtung folgen. Auf dem schmalen Pfad müssen wir immer wieder aufpassen, dass wir keine nassen Füße bekommen, denn zu dieser Jahreszeit herrscht Hochwasser. Wir steigen über umgefallene Baumstämme und klettern über kleine Felsen, um die man bei normalem Wasserstand einfach hätte herumgehen können. Zahlreiche Bissspuren von Bibern zeigen uns, dass die Tiere hier sehr aktiv sind.

Biberbissspuren am Baum
Hier hat der Biber schon ganze Arbeit geleistet.

Nach einer Weile kommen uns Wanderer aus Deutschland entgegen, die uns warnen, dass kurz darauf der Weg zu Ende ist und sie deswegen umgekehrt seien. Wir schauen uns das genauer an und beschließen: Wir lassen uns vom Hochwasser nicht aufhalten. Uns am Felsen entlangzuhangeln, wäre tatsächlich zu gefährlich gewesen. Also  kraxeln wir den steilen Berg hinauf, über den Felsen hinweg und rutschen auf der anderen Seite wieder herunter. Geschafft!

Abstecher zur Bergfestung Le Cheslé

Beim nächsten offiziellen Abzweig steigen wir wiederum rechts den Berg hinauf – durch den ausgewiesenen Wanderweg diesmal etwas bequemer als zuvor. 80 Meter über dem Fluss angekommen schauen wir uns die nachgebildeten Befestigungen der frühkeltischen Bergfestung Le Cheslé an. Die Festung zieht sich über ein rund 13 Hektar großes Gelände. Zwischen dem 8. und dem 6. Jahrhundert vor Christus nutzten die Bewohner der Umgebung sie als Fluchtburg vor Feinden. Eine Infotafel zeigt den früheren Aufbau der Anlage.

rekonstruierte Bergfestung
Ein Teil der rekonstruierten Bergfestung Le Cheslé. (Foto: Jochen Hafner)

Rückkehr mit Tücken

Laut unserem Wanderführer und einer Wander-App sollte es nun eigentlich über einen Grat in einem nordöstlichen Bogen um das Ourthetal herum zurück nach Nadrin gehen. Den Einstieg zum Grat kurz hinter der Festung haben wir noch gefunden. Durch knorzige Bäume haben wir immer wieder schöne Ausblicke auf die unter uns liegende Ourthe – und selbst den Hotelparkplatz mit seinem markanten Aussichtsturm können wir in der Ferne sehen.

Blick ins Ourthetal
Das Ziel schon im Blick – aber kein Weg führt dorthin. (Foto: Jochen Hafner)

Was wir aber partout trotz GPS nicht finden, ist der Zugang zum Weg Richtung Nadrin. Wir landen schließlich im Dorf Bérismenil. Auch ein netter Jogger aus dem Ort kann uns nicht weiterhelfen. Nach einem erneuten Versuch, den Zugang zu finden, geben wir auf und laufen durch Bérismenil an der Straße entlang, an der Kapelle Saint Gotte vorbei. Nach rund fünf Kilometern erreichen wir den Parkplatz in Nadrin, wo wir unser Auto stehengelassen hatten.

Trotz des unfreiwilligen Umwegs an der Straße entlang hat mir die Wanderung entlang der Ourthe super gefallen. Gern schaue ich mir das Ourthetal noch einmal im Sommer oder Herbst an, wenn die Bäume Blätter tragen und das Hochwasser nicht den Weg versperrt. Ob wir dann wohl den richtigen Abzweig finden …?

Warst  du auch schon mal in den Ardennen wandern? Verrat mir doch in den Kommentaren deinen Wandertipp!

Auch im Winter sind die Ardennen übrigens eine Reise wert. Meine Bloggerkollegin Anne-Katrin gibt Tipps für den Winter in den Ardennen.

Und was wäre Belgien ohne seine Fritten? Was die belgischen Pommes Frites so besonders macht, erklärt Andy auf seinem Belgien-Blog.

 

 

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2 Kommentare

  • Hallo Sabine,

    das war ja eine schön abenteuerliche Wanderung. So etwas gefällt uns auch.

    Und wenn es dann noch eine historische Stätte zur Besichtigung unterwegs gibt, ist die Wanderung perfekt.

    Liebe Grüße Gina und Marcus

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