Drover Heide: Naturparadies in der Eifel

Frosch im Teich in der Drover Heide

In der Eifel sind wir häufig unterwegs, weil sie nicht mal eine Stunde von uns entfernt ist. Hügel, Wälder, Seen, dafür ist die Eifel bekannt. Eine Überraschung für uns war der Besuch der Drover Heide – eine komplett andere Landschaft als das, was wir sonst aus der Eifel gewohnt sind.

Was ist die Drover Heide?

Die Drover Heide ist ein rund 600 Hektar großes Naturschutzgebiet und liegt im Kreis Düren. Mehr als ein Drittel besteht aus Heide, also Flächen mit Birken, Heidekräutern und Wacholder. In eingezäunten Gebieten weiden schottische  Hochlandrinder und Thüringer Waldziegen, sie halten die Heide kurz. Rund die Hälfte des Naturschutzgebietes ist Waldfläche.

Weg durch die Heide

Heidelandschaft in der Eifel.

Im Ersten Weltkrieg wurden auf dem Gelände Rekruten ausgebildet, seit 1951 diente es als Truppenübungsplatz für belgische Streitkräfte. Nach deren Abzug Ende 2004 wurde die Drover Heide für die Öffentlichkeit freigegeben. Auf mehreren markierten Wegen können Besucher nun zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten entdecken. Dabei sollten sie immer auf den Wegen bleiben, denn im Boden abseits der markierten Pfade findet sich noch immer gefährliche Munition.

Seltene Tiere und Pflanzen
Die Drover Heide beherbergt zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten, darunter:

  • mehr als 130 Vogelarten, davon 12 gefährdete einheimische Vogel- und 25 gefährdete Gastvogelarten, etwa Ziegenmelker, Heidelerche und Neuntöter
  • 21 Libellenarten
  • 17 Heuschreckenarten
  • 38 Tagfalterarten
  • 460 Farn- und Blütenpflanzen
  • zwei Arten von seltenen Urzeitkrebsen. Ihre Eier überdauern problemlos mehrere Jahre in der Trockenheit.

Wege durch die Drover Heide

An einem Wanderparkplatz an der K28 bei Kreuzau beginnnen wir unsere Tour. Wir nehmen zuächst den großen Heideweg, blau markiert, der uns durch klassische Heidelandschaft mit niedrigen Bäumen und Heidekraut führte. Ab Mitte August, wenn die Heide blüht, muss dieser Weg nochmal ein besonderes Erlebnis sein.

UPDATE: Mitte August waren wir tatsächlich noch einmal in der Drover Heide, um uns die blühende Heide anzuschauen. Die Fotos dazu habe habe im Beitrag ergänzt.

Blick in die Heidelandschaft

Blick vom Aussichtshügel. (Foto: Jochen Hafner)

Blick über die Landschaft der Drover Heide mit Heidekraut

Und so sieht es zur Zeit der Heideblüte dort aus.

Von einem Aussichtshügel haben wir nicht nur einen Blick über die weiten Heideflächen, sondern bekommen auf Hinweistafeln auch Tipps für Ausflüge in weitere Heidegebiete der Region, zum Beispiel die Teverner Heide, das Hohe Venn, die Brunnsummer Heide oder die Sistig-Krekeler Heide. Die Teverner Heide haben wir uns übrigens wenige Wochen nach unserem Besuch der Drover Heide angeschaut – sie hat uns aber weit weniger gut gefallen.

Heidekraut in der Drover Heide

Ein lila Meer aus Heidekraut in der Drover Heide.

Heidekraut unter einem Baum

Die Tour lohnt sich zur Zeit der Heideblüte.

Im Verlauf des Heidewegs gelangen wir an einen idyllischen Teich, in dem Dutzende von Fröschen quaken, und Libellen schwirren am Ufer entlang.  Durch die militärischen Übungen in dem Gebiet haben sich rund 700 kleine Feuchtbiotope gebildet. Wir können uns kaum loseisen von diesem hübschen Platz.

Libelle

Eine von zahlreichen Libellen am Teich. (Foto: Jochen Hafner)

Heide und Wald

Im Folgenden begleiten uns immer wieder Holzbohlen auf unserem Weg. Zum einen schützen sie die empfindliche Natur, zum anderen kommen Besucher trockenen Fußes über die teils moorige Heide, auch wenn es eine Weile geregnet hat.

Holzbohlenweg

Immer auf dem Bohlenweg bleiben!

Als der gelb markierte Pfad Sommerrunde links abbiegt, verlassen wir schließlich den Heideweg und kommen bald in den Wald, wo ganz andere Vogelstimmen zu hören sind als in der offenen Heidelandschaft. Am Abzweig zur grün markierten Winterrunde gehen wir nach links und folgen den Schildern bis zum roten Ziegenmelkerweg, der uns weiter durch den Wald und schließlich wieder in Heide führt.

Bunter Vogel in der Drover Heide

Ein seltener Neuntöter.

An der Ecke, wo sich vier Wege kreuzen, biegen wir nach links in den Neuntöterweg. Und als hätten die Vögel es gewusst, dass der Weg nach ihnen benannt wurde, entdecken wir dort tatsächlich drei der seltenen Neuntöter. Auf dem Ziegenmelkerweg zuvor hatten wir nicht das Glück, einen der Namensgeber zu sehen – Ziegenmelker sind aber auch die Meister der Tarnung. Wieder am Aussichtshügel angekommen, geht es den bekannten Weg zurück zum Parkplatz.

Kennst du auch eine schöne Heidelandschaft, die du empfehlen kannst? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Dies ist eine Übersicht über die Wanderwege in der Drover Heide:

Karte Wanderwege Drover Heide

Zum Download des PDFs auf das Bild klicken.

Veröffentlicht am: 9. Juli 2020

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2 Kommentare

  1. Leon Gatzen 10. Oktober 2020 um 15:51 - Antworten

    Hallo Sabine,
    Ich bin Leon und züchte seit ca zwei Jahren Urzeitkrebse (triops cancriformis, branchipus schaefferi,…). Da ich gerne einen Naturstandort von t. Cancriformis besuchen möchte, um die Haltungs Bedingungen bei mir zu verbessern, würde ich gerne die Drover Heide besuchen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir mitteilen könnten wo genau sich der Standort befindet. Die Triops möchte ich nicht aus Ihrem Habitat entnehmen sondern nur beobachten und Fotos von diesen wunderschönen Tieren machen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie mir die Informationen per Email zukommen lassen könnten (wenn Sie wissen wo die Krebse vorkommen). Bitte schreiben Sie den Standort nicht öffentlich in die Kommentare, weil ich nicht möchte, dass jemand das ganze Habitat ausgräbt und alle Tiere einsammelt um daraus Gewinn zu machen.
    Danke schon mal im voraus und schönes Wochenende.
    Mit freundlichen Grüßen Leon Gatzen

    • Sabine 10. Oktober 2020 um 23:29

      Hallo Leon, ich habe Ihnen eine E-Mail geschrieben. Viel Erfolg und viele Grüße, Sabine

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Veröffentlicht am: 9. Juli 2020

2 Kommentare

  1. Leon Gatzen 10. Oktober 2020 um 15:51 - Antworten

    Hallo Sabine,
    Ich bin Leon und züchte seit ca zwei Jahren Urzeitkrebse (triops cancriformis, branchipus schaefferi,…). Da ich gerne einen Naturstandort von t. Cancriformis besuchen möchte, um die Haltungs Bedingungen bei mir zu verbessern, würde ich gerne die Drover Heide besuchen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir mitteilen könnten wo genau sich der Standort befindet. Die Triops möchte ich nicht aus Ihrem Habitat entnehmen sondern nur beobachten und Fotos von diesen wunderschönen Tieren machen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie mir die Informationen per Email zukommen lassen könnten (wenn Sie wissen wo die Krebse vorkommen). Bitte schreiben Sie den Standort nicht öffentlich in die Kommentare, weil ich nicht möchte, dass jemand das ganze Habitat ausgräbt und alle Tiere einsammelt um daraus Gewinn zu machen.
    Danke schon mal im voraus und schönes Wochenende.
    Mit freundlichen Grüßen Leon Gatzen

    • Sabine 10. Oktober 2020 um 23:29

      Hallo Leon, ich habe Ihnen eine E-Mail geschrieben. Viel Erfolg und viele Grüße, Sabine

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