Wandern in Nideggen: Buntsandsteinroute

Blick vom Buntsandsteinfelsen ins Rurtal

Die Eifel ist an vielen Stellen sehenswert und für Wanderfreunde ein Paradies. Eine besonders hübsche Ecke ist jedoch die Gegend rund um Nideggen. Wir sind dort vor ein paar Tagen einen Teil der Buntsandsteinroute gelaufen – ein abwechslungsreicher Felsenweg mit tollen Ausblicken, den ich sehr empfehlen kann.

Wo liegt Nideggen?

Nideggen ist ein kleiner Ort am Rande des Nationalparks Eifel. Er ist vor allem bekannt durch die Burg Nideggen. Sie wurde von 1177 bis 1191 vom Grafen von Jülich, Wilhelm II., erbaut. Nach mehreren Wiederaufbauten beherbergt sie seit 1979 ein Burgenmuseum mit Ausstellungen über das Leben zur Zeit des Mittelalters.

Unterhalb von Nideggen fließt die Rur, die der Gegend ihren Namen gab: Rur-Eifel. Von Nideggen aus starten mehrere Wanderwege. Wir haben uns an einem sonnenwarmen Tag für eine Tour durch den schattigen Wald entschieden. Ein Teil der Wanderung führt die Buntsandsteinroute entlang.

Blick vom Aussichtspunkt im Wald auf die Burg Nideggen

Blick vom ersten Aussichtspunkt auf die Burg Nideggen (oben links).

Was sind Buntsandsteinfelsen?

Wie der Name vermuten lässt, sind die Felsen rund um Nideggen nicht einfach nur grau. Die Rotfärbung der Buntsandsteinfelsen ist ein Relikt aus der Entstehungszeit dieser Gesteinsschicht vor 220 Millionen Jahren, als in dieser Region Wüstenklima herrschte. Im sogenannten Erdmittelalter lagen Teile des heutigen Nationalparks am Rande einer tropischen Wüste. Die intensiv rote Farbe des Buntsandsteins stammt vom Eisenoxid.

Die Buntsandsteinfelsen im Rurtal sind heute ein Naturschutzgebiet, das vor allem bei Kletterern sehr beliebt ist. Wer auf die Felsen steigen will, benötigt allerdings ein Kletterticket. Dadurch soll gewährleistet werden, dass nicht zu viele Kletterer gleichzeitig im Naturschutzgebiet unterwegs sind.

Auch bei Wanderfreunden ist die Gegend rund um Nideggen beliebt. Die gesamte Buntsandsteinroute ist knapp 40 Kilometer lang und reicht von Kreuzau bis Heimbach. Wir sind an unserem Wandertag nur einen Teil der Tour als Rundweg gelaufen.

Wie verlief unsere Wanderung in Nideggen?

Wir starten vom Parkplatz Danzley nördlich des Ortszentrums. Da Nideggen ein beliebtes Ausflugsziel ist, sind die meisten Parkplätze gebührenpflichtig, so auch dieser.

Mein Tipp: Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Wanderweg gelangen will, kann mit der Rurtalbahn zu den Stationen Zerkall oder Nideggen-Brück fahren und an anderer Stelle die Route beginnen.

Nach Überquerung der Straße L11 steigen wir über ein paar Treppen hinab zum Nideggener Bach. Der rechte Pfad führt uns auf die richtige Route. Von dort aus halten wir uns stets links, immer so nah wie möglich an der Felskante entlang.

Der Weg ist gesäumt von zahlreichen Aussichtspunkten. Sie haben so schöne Namen wie Riesentor, Wetterfahnenturm, Felsenblick oder Christinenley. „Ley“ ist ein altes Wort für Fels oder Klippe – und von denen gibt es hier einige. Von den Felsvorsprüngen genießen wir wundervolle Blicke hinunter ins Rurtal.

Blick von den Buntsandsteinfelsen ins Rurtal

Blick von den Buntsandsteinfelsen ins Rurtal.

Das Hindenburgtor

Schließlich gelangen wir zum Hindenburgtor. Das natürlich geformte Felstor aus Buntsandstein erhielt seinen Namen 1918 von der Ortsgruppe Nideggen des Eifelverein. Sie nannte das „Riesentor wie von Cyklopenhänden getürmt“ Hindenburgtor, um „unserem größten Feldherrn ein Naturdenkmal zu widmen, wie es schöner und gewaltiger kaum in deutschen Landen zu finden sein dürfte“, wie den Unterlagen der Vereinssitzung vom 24.03.1918 zu entnehmen ist.

Felsentor im Wald

Das Hindenburgtor.

An dieser Stelle führt bereits ein steiler Weg bergab auf den Pfad unterhalb des Felstores. Wir gehen aber zunächst auf dem Hauptweg weiter bis zu einer Picknickbank. Hier geht es scharf links zum unteren Weg. Diesem folgen wir insgesamt 150 Höhenmeter bergab bis hinunter zur Rur. Am Fluss entang geht es bis nach Brück. Auf dem Landschafts-Entdeckungspfad Nideggen informieren Schautafeln immer wieder über Besonderheiten der Gegend. Auf dem letzten Wegstück kommen wir ganz nah an den Fluss heran und können Wasservögel beobachten.

Naturbelassener Fluss

Die idyllische Rur.

Der Felssturz

Wir kreuzen die Straße und folgen dem Schüdderfelderweg. An einem Hof liegt ein großer Felsen auf der Wiese, der mittlerweile fast gänzlich mit Grün überwachsen ist. Dieser und ein weiterer Felsen sind vor nicht allzu langer Zeit ganz in der Nähe des Hofes hinabgestürzt und haben das Haus nur knapp verfehlt. Durch Vereisungen in den Spalten wurden die riesigen Steine auf natürliche Weise vom ursprünglichen Felsen oberhalb des Hofs abgesprengt.

Die Sage vom Teufelstritt

Der weitere Verlauf des Schüdderfelderwegs führt uns wieder in den Wald hinein. Bald stoßen wir auf zwei hohe Felstürme, die den Wanderweg einrahmen. Ein Schild berichtet von der Sage des „Teufelstritts“: An diesen Felsen soll der Teufel auf seiner Flucht vor einem Prediger gestürzt sein. Dabei hat sein Pferdefuß einen Abdruck im Felsen hinterlassen, der noch heute zu sehen ist.

Bank am Fuße eines Felsens

Rast am Teufelstritt.

Nach dieser schaurigen Geschichte laufen wir den Berg weiter hinauf Richtung Nideggen. Da wir die Burg Nideggen von früheren Besuchen kennen, wählen wir den Weg durch den Wald unterhalb der Burg. Die Festung ist komplett auf den Felsen erbaut. Die mächtigen Felswände machen von unten einen sehr wehrhaften Eindruck. Nach einem letzten Ausblickspunkt auf die serpentinenförmige – und leider recht laute – L11 kommen wir wieder zurück zum Parkplatz Danzley.

Den Tourverlauf mit GPS-Daten findest du bei Outdooractive.
Wie hat dir die Wanderung gefallen? Warst du selber schon mal in Nideggen und hast Tipps für andere Routen rund um den schönen Eifelort? Dann rein damit in die Kommentare!

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Veröffentlicht am: 8. Juni 2021

1 Kommentar

  1. Atlas mountains 8. Juni 2021 um 19:12 - Antworten

    Danke für deinen tollen Beitrag. es ist wirklich interessant und lesenswert. Ich weiß es wirklich zu schätzen. mach weiter so mit der tollen arbeit.

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Veröffentlicht am: 8. Juni 2021

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1 Kommentar

  1. Atlas mountains 8. Juni 2021 um 19:12 - Antworten

    Danke für deinen tollen Beitrag. es ist wirklich interessant und lesenswert. Ich weiß es wirklich zu schätzen. mach weiter so mit der tollen arbeit.

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