Meine Reiseapotheke

Reiseapotheke in Chinatown auffüllen? Lieber nicht ...

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Natürlich hofft man immer, dass nichts passiert – und meistens geht auf Reisen ja auch alles gut. Aber falls ich doch mal krank werden sollte, habe ich doch ein besseres Gefühl, wenn ich meine eigene kleine Reiseapotheke dabei habe. Nach einer blöden Erfahrung  in Peru weiß ich gern vorab, was ich so an Chemikalien schlucke. Was ist seinerzeit passiert?

Wegen der andauernden Kälte in den peruanischen Anden hatte ich mir einen fetten Husten eingefangen. Nach ein paar Tagen hatte ich die Befürchtung, das Ganze sei zu einer Lungenentzündung ausgeartet. Ich ging also in einem relativ kleinen Ort zum Arzt, der mir direkt Antibiotika spritzen wollte. Spritze in Südamerika? Auf keinen Fall! Wer weiß, wie die kleinen Landarztpraxen es mit der Hygiene halten. Also bekam ich stattdessen vier verschiedene Pillen verschrieben, die ich anfangs auch brav eingenommen habe. Nach zwei Nächten mit Herzrasen und Atemnot ging ich zur nächsten größeren Apotheke, zeigte denen meine verschriebenen Medikamente, woraufhin der Apotheker drei sofort in den Müll warf und mir empfahl, eines weiterzunehmen. So eine Erfahrung brauche ich nicht mehr …

Für die kleinen Zipperlein zwischendurch habe ich also gern meine deutschen Medikamente dabei, von denen ich weiß, wie sie bei mir wirken und dass ich sie vertrage.

Wenn’s mal dringend ist: Hier geht’s lang.

Welche Medikamente in meine Reiseapotheke kommen

  • Schmerztabletten (am besten Ibuprofen oder Paracetamol und kein Aspirin, weil Letzteres blutverdünnend wirkt, was bei manchen Krankheiten wie etwa Denguefieber negative Folgen haben kann, wie Tropenmediziner warnen)
  • Tabletten/Tropfen gegen Durchfall (am besten kein Imodium, weil dies die Darmtätigkeit nur lähmt und eventuelle Giftstoffe, die du durch schlechtes Essen zu dir genommen hast, nicht abtransportieren kann)
  • Tabletten/Tropfen gegen Übelkeit, Magenverstimmung (das ungewohnte Essen kann deinem Magen schon mal zusetzen)
  • Medikamente gegen Erkältung/Schnupfen (weil ich bei Klimaanlagen leider gern mal dazu neige)
  • Bepanthen oder eine andere entzündungshemmende Salbe sowie Desinfektionsmittel bei kleinen Kratzern oder Blessuren
  • Mittel gegen Insektenstiche
  • Pflaster
  • Medikamente gegen Reiseübelkeit, wenn ich weiß, dass ich viel Bus oder Schiff fahren werde
  • In Malaria-Regionen: In den meisten Fällen reichen Stand-by-Tabletten aus, Prophylaxe wird nur noch selten empfohlen. Auch ein Fieberthermometer ist bei Reisen in Malariagebieten sinnvoll, um im Ernstfall die Temperatur genau messen zu können. Zum Thema Malaria-Vorbeugung solltest du auf jeden Fall einen Reisemediziner befragen.
Dieser Arzt spricht bestimmt auch Platt.

Welche Medikamente NICHT in meine Reiseapotheke kommen

  • Insektenschutzmittel. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Mittel, die vor Ort verkauft werden, oft die besten sind. Über unser deutsches Autan können etwa asiatische Mücken nur lachen. Das Problem ist mittlerweile nur: In manchen Ländern, zum Beispiel Malaysia, sind Mittel mit DEET mittlerweile verboten, sodass es sehr schwer ist, sie zu bekommen. Wenn du auf einen starkes Insektenschutzmittel Wert legst, solltest du es in solche Länder doch selber mitbringen.
  • Elektrolytpulver gegen Salzverlust bei Durchfall. Eine Elektrolyt-Mischung kannst du dir schnell selber machen: einen halben Liter abgekochtes Wasser mit einem halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffel Traubenzucker mischen, Orangensaft für den Geschmack dazu, und davon bei Bedarf möglichst viel trinken.
  • Spritzen und Kanülen. Da hoffe ich einfach mal, dass ich sie niemals brauchen werde, wenn kein qualifiziertes Krankenhaus in der Nähe ist.

Wo kannst du dich zu deiner Reiseapotheke beraten lassen?

Bitte nicht auf Facebook oder in anderen sozialen Medien! Warum es sogar gefährlich sein kann, sich bei medizinischen Fragen auf Laien zu verlassen, habe ich dir in meinem Beitrag „Keine Impfberatung über Facebook!“ erklärt. Das Gleiche gilt für Arzneimittel: Zuständig ist der Hausarzt oder auch ein Apotheker, am besten reisemedizinisch weitergebildet. Meine oben genannte Liste der Arzneimittel beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen – du brauchst vielleicht ganz andere Medikamente für deine Bedürfnisse, seien es Ohrentropfen, Nasenspray oder anderes, was ich niemals benutze.

Wenn du beim Arzt warst und dich beraten lassen hast, kannst du natürlich deine Medikamente – verschreibungspflichtig oder nicht – auch online in der shop-apotheke bestellen. Hier sind die Mittel oft etwas günstiger zu bekommen als in herkömmlichen Apotheken.

Zahnarzt gesucht? Hier wird dir geholfen.

Dürfen Medikamente ins Handgepäck?

Ja, du darfst Medikamente im Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen – im Grunde empfiehlt es sich sogar, weil bei aufgegebenem Gepäck die Gefahr besteht, dass dein Koffer oder Rucksack verspätet ankommt. Dann wäre es blöd, wenn du dringend notwendige Arzneimittel nicht zur Hand hast. Arzneimittel, die du nur für den Notfall mitnimmst, kannst du natürlich auch mit Deinem Gepäck am Schalter aufgeben.

Bei Flüssigkeiten und Salben von mehr als 100 ml, die eigentlich aus Sicherheitsgründen nicht im Handgepäck erlaubt sind, solltest du eine Bescheinigung deines Arztes (auch auf Englisch!) einstecken, dass du dieses Medikament während des Fluges brauchst. Dann gibt es bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen auch keine Probleme.

Und noch ein Hinweis: In manchen Ländern herrschen Einreisebeschränkungen für bestimmte Medikamente. Wenn du also spezielle Arzneimittel nehmen musst, solltest du dich am besten im Vorfeld über die Bestimmungen schlau machen.

Gut versichert auf Reisen

Ein absolutes Muss bei Reisen – selbst ins Nachbarland – ist eine Auslandsreisekrankenversicherung, die Medikamente und Behandlungskosten im Ausland übernimmt. Solch eine Versicherung ist schon für rund 10 Euro im Jahr zu haben. Für die paar Euro würde ich nicht das Risiko eingehen wollen, auf den mitunter teuren Kosten sitzenzubleiben. Allerdings ist zu beachten: Du musst die Krankenkosten im Ausland meistens erst vorstrecken und bekommst deine Auslagen später von der Versicherung erstattet. Daher ist es sinnvoll, bei Reisen immer genügend Geld für einen Notfall einzuplanen – oder zu wissen, wie du dir im Ausland schnell Geld beschaffen kannst. Bevor du eine Versicherung abschließt, solltest du auf jeden Fall prüfen, ob sie deinen Bedürfnissen entspricht. Nicht immer ist die günstigste auch die beste Versicherung.

In diesem Sinne wünsche ich dir:

Gute Reise und komm allzeit gesund hin und zurück!

Hast du noch weitere Tipps für die Reiseapotheke? Oder nimmst du überhaupt nichts mit? Ich freue mich auf deine Kommentare!

Disclaimer: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung bei einem Facharzt! Wenn du das erste Mal in ein Land reist, in dem es mit der medizinischen Versorgung schwierig werden kann, solltest du auf jeden Fall einen Hausarzt oder noch besser einen Reisemediziner aufsuchen und dich beraten lassen.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält  bezahlte Werbung der shop-apotheke. Die Inhalte habe ich natürlich wie immer frei gewählt, sie geben meine eigene Meinung und Erfahrung wieder.

 

 

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4 Kommentare

  • Liebe Sabine,

    Ich hätte zu gerne gewusst, was dir der peruanische Arzt da angedreht hat…
    Als Apothekerin muss ich dir jedoch in einem Punkt widersprechen. Es gibt auf der ganzen Welt nur zwei wirksame Substanzen gegen Mücken, eine davon ist DEET. Das findest du in Repellents auf der ganzen Welt. Dass die Mittel vor Ort auf die dortigen Mücken abgestimmt sind, ist eine Legende, die sich hartnäckig unter Reisenden hält.
    Auch in Asien und Südamerika enthalten die Mückenschutzmittel DEET, allerdings sind sie dort meist viel teurer als hier in Deutschland. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich im peruanischen Amazonasgebiet nur niedrig dosiertes DEET bekommen konnte. Da hätte ich lieber mein Antibrumm Forte dabei gehabt.

    Ansonsten finde ich es gut, dass du in deinem Artikel darauf hinweist, wie wichtig eine fachkundige Beratung gerade bei diesem Thema ist.

    Liebe Grüße Gina

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