Tierschutz auf Reisen: Tieren verantwortungsvoll begegnen

Einen Orang-Utan in der Wildnis zu sehen, ist ein seltenes Erlebnis.

Tieren in ihrer natürlichen Umgebung begegnen – das ist der Wunsch vieler Reisender. Leider gibt es zahllose Anbieter, die alles andere als tierfreundliche Touren in ihrem Programm haben. Elefantenreiten in Asien, Löwenspaziergang in Südafrika oder Käfigtauchen mit Haien sind Aktivitäten, die zwar spektakuläre Fotos bringen – aber von Tierschutz kann hier keine Rede sein. Elefanten werden misshandelt, damit sie Besucher auf ihrem Rücken zulassen, zahme Löwen werden oft später zur Jagd freigegeben, Haie, die angefüttert werden, kommen zu nah an die Strände und werden getötet, wenn sie den Menschen zu gefährlich werden. Lisa vom Blog imprinmytravel hat ausführlich über weitere Aktivitäten berichtet, die man aus Tierschutzgründen auf Reisen vermeiden sollte.

Tierfreundliche Touren finden

Es geht aber auch anders: Wer sich vorab gut informiert (und nicht nur den tollen Versprechungen auf der Website der Anbieter glaubt), findet seriöse, tierfreundliche Anbieter, die den Tieren kein Leid zufügen, sondern naturnahe Begegnungen ermöglichen. So kannst du Tiere – oft sogar in freier Wildbahn – beobachten und gleichzeitig den Tierschutz nachhaltig fördern.

Ich habe andere Reiseblogger nach ihren nachhaltigen Erlebnissen mit Tieren auf Reisen gefragt und 18 tolle Tipps für Orte bekommen, an denen du mit gutem Gewissen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten kannst. Wohin willst du reisen? Einfach die roten Punkte auf der Weltkarte anklicken und direkt zum Beitrag im entsprechenden Land gelangen.

18 Orte, an denen auf Tierschutz Wert gelegt wird:

  1. Gorillas in Uganda
  2. Kegelrobben in Frankreich
  3. Pandas in China
  4. Hyänen in Äthiopien
  5. Elefanten in Thailand
  6. Orang-Utans in Indonesien
  7. Panzernashörner in Indien
  8. Orcas in Kanada
  9. Kragenbären in Malaysia
  10. Koalas in Australien
  11. Delfine in Ägypten
  12. Schildkröten in Indonesien
  13. Kodiakbären in Alaska
  14. Tasmanische Teufel in Tasmanien
  15. Faultiere in Surinamn
  16. Eisbären in Kanada
  17. Grizzlys in den USA
  18. Pinguine in Südafrika

1. Gorillas im Bwindi Forest National Park, Uganda

Wenige andere Tierarten sind so bedroht und gleichzeitig so  Sehnsuchtsziel vieler Reisender wie die Gorillas. Ein Besuch bei den Gorillas im Bwindi Forest National Park in Uganda ist sehr teuer. Eine Stunde kostet mindestens 500 Euro. Ob sich das wohl lohnt? Wir haben es ausprobiert.

Die Gorillas in Bwindi leben in einem fantastischen Bergregenwald. Die Tiere sind nicht angepflockt, sie streifen frei umher. Daher kann man nie sagen, wie lange oder beschwerlich der Marsch ist. Ranger wissen jedoch genau, wo die Tiere ihre Schlafnester hatten, und führen die Reisegruppe ohne langes Umherirren zu den Gorillas. Aber trotzdem ist und bleibt es ein steiler, rutschiger Regenwald.

Gorilla in Uganda (Foto: MikaTravelkid)

Der anstrengende Marsch ist sofort vergessen, sobald die ersten schwarzen Rücken im Dickicht auftauchen. Es ist wirklich so, wie alle schwärmen: Die Tiere strahlen eine majestätische Ruhe aus, und ihre tiefen braunen Augen haben einen magischen Sog. Aber es waren nicht die Silberrücken, die mich in den Bann zogen. Es war die Gorillamutter, die unglaublich liebevoll ihr Kleines streichelte, es waren die beiden Halbwüchsigen, die gackernd durchs Unterholz tollten, und die argwöhnische Tante, die mich nicht aus den Augen ließ. Eine Großfamilie wie aus dem Bilderbuch. Und immer mit dabei die höflichen, aber bestimmten Ranger, die aufpassten, dass es den Tieren gut geht. Dass wir respektvoll Abstand halten, leise sind, nicht blitzen und vor allem: nach einer Stunde wieder gehen, damit die Tiere nicht überstrapaziert werden.

Die Stunde verging wie im Flug. Ich konnte mich nicht sattsehen und will ganz bestimmt wiederkommen. Die 500 Euro sind meiner Meinung nach bestens investiert. Für einen selbst und zum Schutz der majestätischen Gorillas.

Von Anne von MikaTravelkid

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2. Kegelrobben in der Bretagne, Frankreich

Als ich von dem Schnorchelausflug mit Robben an der bretonischen Küste hörte, war ich zunächst skeptisch. Kann man die pfeilschnellen Unterwasserjäger im Meer beobachten? Und stört es die Tiere nicht, wenn zu viele Besucher in ihren Lebensraum eindringen? Ich entschied mich für die Tour von Claude.

Als wir in einem kleinen Motorboot mit hohem Tempo auf den Atlantik hinausfahren, ist letztere Sorge bereits verflogen. Die Tour ist nur für ganz kleine Gruppen konzipiert und dürfte für die meisten Reisenden zu abenteuerlich sein, denn die Wellen und der kalte Wind machen die Fahrt ganz schön ungemütlich. Auch die Anweisungen unseres Bootsführers sind strikt und eindeutig: Wenn wir Robben sehen, nicht hinter ihnen herschwimmen, nicht anfassen und Abstand halten. Allein die Tiere entscheiden, ob sie sich nähern wollen.

Kegelrobben in der Bretagne (Foto: Reisezeilen)

Trotz meines Neoprenanzuges graut es mir vor dem Gedanken, in den 14 Grad kalten Atlantik zu steigen. Ich lasse mich langsam vom Boot ins Meer gleiten und gehe mit dem Kopf unter Wasser. Ein Wald aus Algen wiegt sich sanft im Rhythmus der Strömung, und die Sonne malt blassgelbe Lichtstrahlen ins Wasser. Und plötzlich sehe ich auch Robben. Große Tiere, die einen eleganten Bogen um mich schwimmen, jede meiner Bewegungen beobachten, um dann mit einem Flossenschlag im blaugrauen Nichts zu verschwinden.

Völlig fasziniert lasse ich mich treiben und beobachte die märchenhafte Unterwasserwelt wie durch ein Schaufenster. Bestimmt fünf Kegelrobben sehe ich aus nächster Nähe. Oder waren es mehr? Genau kann ich es gar nicht sagen. Für mich ein komplett überwältigendes Erlebnis, das mir sicher für immer in Erinnerung bleiben wird.

Mehr über den Ausflug zu den Robben bei Beatrice von Reisezeilen

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3. Pandas in Chengdu, China

Vor einigen Jahren habe ich die „Giant Panda Breeding Research Base“ in Chengdu im Zentrum von China besucht. Es ist die größte Forschungs- und Aufzuchteinrichtung weltweit, die sich hauptsächlich um die Großen Pandas kümmert. Denn leider sind diese vom Aussterben bedroht, mittlerweile gibt es weniger als 2000 Exemplare.

Ein Teilbereich des Zentrums ist offen für Besucher und zieht viele Touristen an, die natürlich die süßen Pandas sehen wollen, die in großen, schön angelegten Außengehegen leben. Nur die ganz Kleinen sind mit ihren Müttern drinnen. Teilweise wirkt das Ganze wie ein großräumiger Zoo, aber die wichtigste Arbeit geschieht im Verborgenen. Seit der Gründung im Jahr 1987 hat das Zentrum viele Fortschritte in der Forschung gemacht und sein Auswilderungsprogramm weiter vorangebracht. Leider wurden noch nicht viele der Großen Pandas wieder in die Freiheit entlassen, und von denen haben auch nicht alle überlebt. Aber die Zahlen sollen in den kommenden Jahren weiter erhöht werden, besonders nachdem ein riesiges neues Schutzgebiet eröffnet wurde, was sich über drei Provinzen erstrecken soll.

Pandas in Chengdu (Foto: Backpacking Hacks)

Für China ist die „Giant Panda Breeding Research Base“ ein vorbildliches Projekt, und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Nicht nur kannst du den jungen Pandas beim Spielen zusehen, sondern du lernst auch viel über sie. Denn ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Aufklärung über die Pandas. Sicher ist nicht alles perfekt, aber das Wichtigste ist, dass sich Menschen aktiv für die Großen Pandas einsetzen. Und die Pläne für die Zukunft klingen vielversprechend.

Von Claudia von Backpacking Hacks

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4. Hyänen in Harar, Äthiopien

Wilde Hyänen in freier Wildbahn zu sehen, ist für safarierfahrende Reisende in Afrika vielleicht nichts Besonderes. Sie selbst zu füttern, klingt dann aber doch etwas abwegig, oder? Doch genau das ist in Äthiopien möglich, und zwar in einer Stadt namens Harar im Osten des Landes. Hinter dem einmaligen Erlebnis verbirgt sich aber keineswegs ein Zoo oder eine ähnliche Institution, sondern eine beeindruckende Geschichte, die selbst auf die Vergangenheit der Stadt zurückgeht.

Seit über 500 Jahren, so ist es überliefert, sind die Hyänen in der antiken Stadt präsent und wissen sich gekonnt in das Leben der Menschen einzubringen, indem sie die Stadt von Essensresten und Müll befreien. Auch stellen sie dadurch eine Art Schutz für die Einwohner dar. Seit vielen Jahrzehnten wiederum bedanken sich diese mit einer besonderen Geste: Einwohner sammeln Fleischreste von den Metzgern der Stadt und verfüttern diese abends in der eintretenden Dunkelheit an die Tiere.

Hyänen in Harar (Foto: Travellers Archive)

Das Beste daran: Seit jeher handelt es sich um die gleiche Familie, die dieser Tätigkeit nachgeht – mittlerweile in der dritten Generation. Als Besucher darf man nicht nur bei der Fütterung zusehen, sondern die wuchtigen Tiere sogar einmal selbst füttern. Diese bleiben dabei, allen Ängsten vor den wild lebenden Tieren zum Trotz, völlig zahm. Eine schöne und nachhaltige Tradition, die einmal mehr zeigt, wie gut Menschen und Tiere zusammenleben können.

Mehr über Äthiopien bei Clemens von Travellers Archive

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5. Elefanten im Khao Sok Nationalpark, Thailand

Wir lieben Elefanten! Genau darum kommt Elefantenreiten für uns während unserer Thailand-Reisen nicht infrage. Häufig erleiden die Elefanten dabei höllische Qualen, und ich habe schon so manches dieser wunderschönen Tiere in sehr desolatem Zustand gesehen. Ein trauriges Bild! So etwas wollen wir auf keinen Fall unterstützen. Aber natürlich möchten wir diesen schönen Tieren, wenn möglich, näher kommen.

Elefanten im Khao Sok Nationalpark (Foto: Patotra)

Wir haben uns vor unserer letzten Thailand-Reise eingehend informiert, und uns wurde der Elefantenpark Elephant Hills im Khao Sok Nationalpark empfohlen. Das Camp wurde mehrfach ausgezeichnet für seinen artgerechten und nachhaltigen Umgang mit Tieren und Umwelt. Man übernachtet in Zelten mitten im Dschungel und kommt den Tieren beim Füttern und Waschen näher. Eine Prozedur, die die Tiere sichtlich genießen. Elefantenreiten oder Ähnliches gibt es hier nicht, und sobald die Elefanten signalisieren, dass sie keine Lust mehr haben, werden die Besucher aufgefordert, sie in Ruhe zu lassen. Elefanten sind Wildtiere, das sollte man trotz der Nähe, die sie zulassen, nicht vergessen.

Ich finde es als Besucher immer schwierig einzuschätzen, wie nachhaltig und tierfreundlich der Umgang schlussendlich wirklich ist, aber hier hatten wir ein gutes Gefühl. Für uns war es ein unvergessliches, einzigartiges Erlebnis.

Mehr über den Elephant Hills Park bei Ellen von Patotra

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6. Orang-Utans in Sumatra, Indonesien

Wer träumt nicht davon, einmal einem Orang-Utan in freier Wildbahn zu sehen? Viele Gelegenheiten dafür gibt es nicht mehr. Orang-Utans leben nur noch im Regenwald von Sumatra und auf Borneo.

Im Sommer 2017 haben wir uns mit einem erfahrenen Guide im Gunung Leuser Nationalpark von Sumatra in Indonesien auf die Suche nach Orang-Utans gemacht. Drei Tage haben wir uns bei 34 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 98 Prozent durch den Dschungel gekämpft – und wurden belohnt. Auf unserer Trekking-Tour sind wir den „Menschen des Waldes“ (denn nichts anderes bedeutet Orang-Utan) ganz nah gekommen und durften die rotbraunen Menschenaffen aus nächster Nähe bewundern: das zottelige orangerote Fell, die feinmotorischen langen schwarzen Finger, das dem Menschen so ähnliche Gesicht. Die Begegnung mit den Orang-Utans gehört zu den ergreifendsten Erfahrungen, die wir je gemacht haben.

Orang-Utan in Sumatra (Foto: we2ontour)

Orang-Utans zählen zu den bedrohten Tierarten. Hauptgrund dafür ist neben dem Verlust ihres Lebensraumes die Jagd und vor allem der illegale Handel mit Jungtieren. Deshalb wurde 1973 in Bukit Lawang, dem Eingangstor zum Gunung Leuser Nationalpark, eine Rehabilitationsstation für Orang-Utans eröffnet. Aus der Gefangenschaft befreite Affen wurden wieder ausgewildert. Das Zentrum war ein großer Erfolg – inzwischen leben wieder einige Tausend Orang-Utans auf Sumatra. Ausgewildert wird hier zwar seit einigen Jahren nicht mehr, und auch die Fütterungsplattform ist inzwischen geschlossen, aber immer noch können Touristen zu Dschungeltouren aufbrechen, um sich auf die Suche nach den Menschenaffen zu machen. Und die Chancen, tatsächlich Orang-Utans zu Gesicht zu bekommen, sind groß.

Von Frauke von we2ontour

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7. Panzernashörner im Kaziranga-Nationalpark, Indien

Ein 430 Quadratkilometer großes Naturparadies entlang des sagenumwobenen Brahmaputras in Indien ist eines der letzten Rückzugsgebiete des asiatischen Panzernashorns. Wer sein Geld in eine Jeep-Tour durch das Weltnaturerbe des Kaziranga-Nationalparks steckt, kann sich sicher sein, dass er zum Schutz dieser Tiere beiträgt.

In Assam im äußersten Nordosten Indiens leben heute rund 2400 der seltenen Tiere, und das macht einen Anteil von sage und schreibe 70 Prozent an der Gesamtpopulation aus. Kein Wunder also, dass es uns nur nach wenigen zurückgelegten Metern mit dem Jeep vergönnt ist, eines der Panzernashörner zu beobachten. Aus respektvoller Distanz versteht sich. Völlig entspannt vor sich hinkauend, scheint es gar keine Notiz von uns zu nehmen. Wir befinden uns im Jeep, als wir ein Panzernashorn nach dem nächsten aufspüren und in seiner natürlichen Umgebung beobachten, und das ist gut so, denn es geht auch anders. Auch auf dem Rücken eines Elefanten kann man sich diesen Tieren nähern – aber aus Liebe zu den Elefanten sollte man darauf verzichten.

Panzernashorn im Kaziranga-Nationalpark (Foto: In Extenso)

Der Schutz der vom Aussterben bedrohten Panzernashörner wird im Kaziranga-Nationalpark großgeschrieben, was einen andauernden Kampf mit Wilderern bedeutet, der immer wieder Todesfälle fordert, denn zu begehrt ist das kostbare Horn. Nur aufgrund des rigorosen Schutzes konnte überhaupt verhindert werden, dass das Nashorn nicht schon ausgestorben ist. Gab es Anfang des 20. Jahrhunderts nur noch wenige hundert Tiere, hat sich die Gesamtpopulation mit rund 2800 Tieren etwas stabilisiert. Dass wir gleich 16 dieser majestätischen Dickhäuter begegnen können, ist also keine Selbstverständlichkeit und wird erst möglich durch den Kaziranga-Nationalpark mit seinem anhaltenden Artenschutzprogramm.

Mehr über Indiens Nordosten bei Priska von In Extenso

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8. Orcas auf Vancouver Island, Kanada

Eine meiner schönsten Tierbegegnungen hatte ich im Kajak mit einer Orca-Familie auf Vancouver Island, Kanada. Vor der Reise war mir klar, dass ich keine Orca- oder Waltour mit dem Motorboot machen, sondern endlich mal „näher ran“ wollte. Außerdem stören mich immer die Motorengeräusche, ich finde, das zerstört das Naturerlebnis. Also habe ich drei Tage das Orca-Camp von Ecosummer Expeditions im Nordosten Vancouver Islands besucht. Das Erlebnis war fantastisch.

Mit einer kleinen Gruppe von etwa zehn Mitreisenden zeltet man mitten im Regenwald zwischen den uralten, riesigen Zedern. Das „Wohnzimmer“ ist ein selbstgezimmertes, offenes Beach Café, und wenn es das Wetter zulässt, wird gekajakt. Vorkenntnisse braucht man dafür nicht, nur vielleicht etwas Durchhaltevermögen: Wir waren am ersten Tag etwa fünf Stunden auf dem Wasser. Der Höhepunkt war dann, als eine Orca-Familie wirklich drei Meter vor unserem Kajak schwamm – Wahnsinn!

Orcas auf Vancouver Island (Foto: Jordan Gatto)

Außer vielen Orcas haben wir Buckelwale und Seelöwen gesehen. Dass die Orcas uns so nahe kommen würden, damit haben wir natürlich nicht gerechnet. An den anderen Tagen war das Wetter leider zu schlecht, um noch einmal ins Kajak zu steigen, dafür wurden wir herrlich draußen bekocht, haben Lagerfeuer gemacht und vom Strand aus die unglaublich vielen Orca-Familien bestaunt. Nachts hörten wir das Prusten der Tiere – ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich dran denke.

Mehr über das Kajaken mit Orcas bei Inka von Blickgewinkelt

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9. Kragenbären in Sepilok, Malaysia

Viele fahren vor allem wegen des Orang-Utan-Centers nach Sepilok auf Borneo. Direkt neben der Orang-Utan-Auswilderungsstation befindet sich jedoch ein nicht weniger interessantes Ausflugsziel: das Bornean Sun Bear Conservation Centre, eine Auffangstation für Malaienbären, auch Kragenbären genannt. Die kleinste Bärenart der Welt ist vom Aussterbern bedroht. Das Center in Sepilok hat sich dem Ziel verschrieben, die Kragenbären vor der Ausrottung zu bewahren, indem es auf gefangene Tiere auf die Wiederauswilderung vorbereitet und Besucher auf die recht unbekannte Bärenart aufmerksam macht.

Kragenbär in Borneo (Foto: Ferngeweht)

Auf einer Brücke sind war an dem Bärengehege vorbeispaziert und konnten die Tiere unter uns dabei beobachten, wie sie nach Wurzeln gruben oder versuchten, eine Kokosnuss zu öffnen. Viele von ihnen waren seit ihrer Kindheit in Gefangenschaft – sie werden aufgrund ihrer geringen Größe nach wie vor gern als Haustiere gehalten – , daher haben sie nie gelernt, sich in der Wildnis selber zu versorgen. Die Freiwilligen bringen ihnen mit zahlreichen Spielen die Fähigkeiten bei, die sie in der Freiheit benötigen. Auf der Brücke stehen immer ein paar von ihnen bereit, um die Besucher über das Projekt zu informieren.

Die meisten Kragenbären befinden sich in einem Areal, das für Touristen geschlossen ist, weil die Tiere von Menschen entwöhnt werden sollen. Das halbe Dutzend Malaienbären im zugänglichen Gehege zu sehen und über die wertvolle Arbeit der Freiwilligen zu lernen, ist aber auf jeden Fall einen Besuch des Bornean Sun Bear Conservation Centres wert.

Mehr über das Orang-Utan-Center in Sepilok bei Sabine von Ferngeweht

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10. Koalas in Brisbane, Australien

Ein wundervoller Ort für respektvolle Tierbegegnungen ist das Wildlife Hospital im Australia Zoo in der Nähe von Brisbane, Australien. Der Zoo wurde 1970 von den Eltern Steve Irwins, dem berühmten – und viel zu früh verstorbenen – Crocodile Hunter, gegründet. Seine Mutter war eine der ersten, die kranke Wildtiere in Queensland pflegte. Auch heute werden verletzte Koalas im Wildlife Hospital ärztlich behandelt, mit Medikamenten versorgt, aufgepäppelt, operiert und gepflegt. Ziel ist es, sie nach ihrer Genesung wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückzubringen.

Koala in Brisbane (Foto: Globusliebe)

Während meines Roadtrips entlang der australischen Ostküste besuchte ich das Hospital und war überwältigt von der enormen Hilfsbereitschaft, den großartigen Projekten und den vielen Freiwilligen, die sich Tag für Tag für die pflegebedürftigen Tiere einsetzen. Durch eine dicke Glasscheibe durfte ich zusehen, wie ein kleiner Koala nach einer Operation aus der Vollnarkose erwachte. Respekt- und liebevoll fand ich vor allem, dass man den niedlichen Tieren nicht näher kommen kann. Anfassen ist strikt verboten! Man darf lediglich einen Blick durch die Scheibe werfen.

Mehr über den Roadtrip entlang Australiens Ostküste bei Julia von Globusliebe

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11. Delfine in Hurghada, Ägypten

Mit Delfinen schwimmen – ein Traum für viele Menschen. Ein Leichtes ist es, nach Florida zu fliegen und dort ein Delfinarium in einem Freizeitpark oder Ähnliches zu besuchen. Dass das Tierquälerei, sollte jedem klar sein. Besser für das eigene Gewissen ist es, das Wohl der Tiere über das eigene Interesse zu stellen und sie in ihrem natürlichen Lebensraum zu besuchen. Eine hohe Chance dazu hat man im Roten Meer vor Hurghada in Ägypten.

Natürlich gibt es bei freilebenden Tieren niemals eine hundertprozentige Gewissheit, sie anzutreffen, aber genau darum geht es: um den freien Willen der Tiere. Doch Vorsicht! Unter den vielen Anbietern für Delfinschwimmen in Hurghada gibt es einige schwarze Schafe. Die Delfine werden beispielsweise mit mehreren Booten gejagt und eingekesselt. Daher sollte man seinen Touranbieter mit Bedacht auswählen. Hat man einen Anbieter gefunden, der verantwortungsvoll mit den Tieren umgeht, kann man einen wundervollen Tag im und auf dem Meer verbringen und das unbeschreibliche Glück des Schwimmens mit Delfinen in vollsten Zügen genießen.

Delfine in Hurghada (Foto: so viel zu erleben)

Wir haben die Tour beim Anbieter „Delfinschwimmen Hurghada, Joseph & Marlen“ gebucht. Marlen ist Deutsche und hat sich im Urlaub in Joseph und seine Delfine verliebt. Sie ist ausgewandert und gemeinsam machen sie nun die Touren. Eins sollte man beim Schwimmen mit Delfinen immer im Hinterkopf behalten: die Tiere bitte nicht anfassen! Wir Menschen übertragen gefährliche Bakterien auf die Tiere, denen dann bei Erkrankung kein Arzt helfen kann, weil sie im offenen Meer nicht gefunden werden.

Mehr über das Schwimmen mit Delfinen in Ägypten bei Melina und Philipp von so viel zu erleben

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12. Schildkröten in Sukamade, Indonesien

Egal ob beim Tauchen oder Schnorcheln – Schildkröten sind Meeresbewohner, die uns seit jeher faszinieren. In Java in Indonesien gibt es etwas abgelegen im äußersten Südosten der Insel in Sukamade eine Aufzuchtstation für Schildkröten. Sukamade liegt im etwa 90 Kilometer von der Stadt Banyuwangi (Java) und 220 Kilometer von Denpasar (Bali) entfernt. Der Weg dorthin hat viele Schlaglöcher, weshalb man die Strecke nur mit einem Vierrad-Jeep befahren kann. Um nach Sukamade zu kommen, haben wir eine geführte Tour gebucht.

Die Aufzuchtstation, die es seit 1972 gibt, liegt im Meru Betiri National Park. Fast jede Nacht tauchen Schildkröten am Strand von Sukamade auf, um ihre Eier zu legen. Zum Schutz der Schildkröten wird der Strand von Rangern überwacht. Sie entnehmen einige Eier, um sie vor Raubtieren zu schützen. Diese Eier werden dann in Sicherheit in einer eigenen Aufzuchtstation ausgebrütet und die Jungtiere dann direkt am Strand, wo die Eier gelegt wurden, wieder in den Ozean entlassen.

Schildkröte in Sukamade (Foto: One Million Places)

Unser Abenteuer begann, als wir nachts mit dem Ranger die riesigen Schildkröten beobachten konnten, wie sie vom Meer an den Strand kamen, um ihre Eier abzulegen. Dann konnten wir uns die Aufzuchtstation mit Hunderten kleinen Schildkröten anschauen und am nächsten Tag früh morgens 20 frisch geschlüpfte Schildkröten am Strand in die Freiheit entlassen. Das war für uns ein besonderes Erlebnis, auch wenn es erschreckend ist, dass nur eine von 1000 geschlüpften Schildkröten überlebt. Die meisten fallen großen Fischen zum Opfer, die nur darauf warten, bis sie ins Wasser kommen. Trotzdem sind wir uns sicher, dass unsere 20 entlassenen Schildkröten alle überlebt haben und noch heute durch das Meer schwimmen …

Mehr über den Ausflug zu den Schildkröten bei Michael und Sandra von One Million Places

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13. Kodiakbären im Katmai Nationalpark, Alaska

Den Katmai Nationalpark in Alaska besucht man vor allem, weil es dort die größten Braunbären der Welt gibt: die Kodiakbären. Diese kommen nur in den nordwestlichen Regionen Alaskas, auf den östlichen Aleuten, auf Kodiak Island und im Katmai Nationalpark vor. Sie sind verwandt mit den Grizzlybären, aber größer. Ihr Lebensraum ist noch relativ unbeeinflusst von menschlichen Einflüssen. So soll es auch bleiben, wenn es nach dem Wunsch der Nationalparkbehörde Alaskas geht. Daher ist ein Besuch im Katmai Nationalpark streng geregelt.

Man kommt entweder auf einem Tagesbesuch hin oder man verbringt mehrere Tage im Brooks Camp am Naknek Lake. Gewöhnlich landet man auf diesem See nahe des Besucherzentrums. Bevor man sich als Besucher auf dem Gelände frei bewegen darf, lernt man von den Rangern, wie man sich Bären gegenüber zu verhalten hat. Denn die Bären haben in Katmai Wegerecht. Die Besucher gehen hier – ungeschützt durch Zäune oder Gitter – frei zwischen den Bären umher. Nur zwei Aussichtsplattformen bieten eine bessere Aussicht auf die Tiere und etwas Schutz für die Besucher.

Kodiakbär in Alaska (Foto: Travel World Online)

Ansonsten achten Ranger darauf, dass man die Tiere nicht stört und sich bärengerecht verhält. Häufig kommt es vor, dass man einer Bärenmutter mit ihren Jungen auf dem Weg zu den Aussichtsplattformen begegnet. Uns hat ein ausgewachsener Kodiakbär eine Stunde lang den Rückweg zur Lodge versperrt, weil er auf dem Pfad sein Mittagsschläfchen hielt. Die Bären in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, ist ein unvergessliches Erlebnis.

Mehr über Alaska bei Monika von Travel World Online

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14. Tasmanischer Teufel auf der Tasman Halbinsel, Australien

Der Tasmanische Teufel, Tasmanian Devil oder auch Beutelteufel, ist das tierische Wahrzeichen von Tasmanien. Die stark vom Aussterben bedrohten Tiere kommen nur noch hier – auf der im Süden von Australien vorgelagerten Insel – in freier Wildbahn vor. Da es sich um sehr scheue, relativ seltene, nachtaktive Tiere handelt, sind die Chancen, sie in freier Wildbahn zu entdecken, extrem gering. In Zoos sind sie in ganz Australien in kleinen bis winzigen Gehegen zu sehen.

Es gibt nur eine Ausnahme: der Tasmanian Devil Unzoo auf der Tasman Halbinsel im Südosten Tasmaniens. Das Konzept dieses „Anti-Zoos“ ist es, Tieren mehr Freiheit, Ursprünglichkeit und Selbstbestimmung zu geben. Besucher können Tiere in einer weit tiergerechteren Umgebung beobachten. Was einmal das ursprüngliche Gehege der Tasmanischen Teufel war, ist heute die Besucherplattform. Hinter einer kleinen Mauer – denn die Tasmanischen Teufel sind Raubtiere mit einer extrem hohen Bisskraft – tummeln sich die Beutelteufel auf einem weitläufigen Gelände mit Hügeln, Höhlen und vielen Bäumen – maximal artgerecht.

Tasmanische Teufel auf Tasmanien (Foto: Passenger on Earth)

Bei der Fütterung geht es richtig wild zu. Mit lautem Kreischen, Jaulen und Bellen wird klargemacht, wer hier der Chef ist. Notfalls wird der Konkurrent mit Bissen vertrieben. Es ist absolut faszinierend, diesen Fress-Ritualen zusehen und dem Geschrei der Tiere zuzuhören. Neben den Tasmanischen Teufeln, die zwar wild, bissig, angriffslustig, aber keinesfalls teuflisch sind, hat der Unzoo auch noch viele andere einheimische Tiere zu bieten: Kängurus, Wallabies und viele faszinierende Vogelarten kommen und gehen ohne jegliche Einzäunung.

Mehr zum Tasmanian Devil Unzoo bei Petra von Passenger on Earth

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15. Faultiere in Groningen, Surinam

Surinam ist eines der waldreichsten Länder der Erde. Trotzdem sind viele Faultiere dort von der Urbanisierung bedroht: Sobald sie bei Rodungen auf den Boden fallen, sind sie Fressfeinden hilflos ausgeliefert. Manchmal verirren sie sich auch auf Balkone am Stadtrand. Immer wenn ein hilfloses Faultier fern seiner natürlichen Umgebung gefunden wird, springen Monique Pool und ihr Team vom Green Heritage Fund Surinam zu seiner Rettung ein. Sie fangen die Tiere ein, untersuchen sie, päppeln sie notfalls auf und setzen sie dann im Urwald wieder aus.

Als wir im November 2016 von der Möglichkeit erfuhren, an einer Auswilderung teilzunehmen, gab es noch kein Besucherzentrum – das Sloth Rescue Center befand sich in Moniques Haus und Garten. Wir hatten Glück: An dem Tag zuvor hatte Monique von einer Faultiermama erfahren, die in einem Vorort von Paramaribo gefunden wurde. Wir fuhren mit Monique nach Groningen, wo das Tier in einem Urwald in einer Flussbiegung eine neue Heimat fand – ein sehr bewegendes Erlebnis!

Faultiere in Surinam (Foto: SY-Yemanya)

Die Tiere bleiben nur so lange, bis sie ausgewildert werden können, im Idealfall nicht länger als 24 Stunden. Aber manche sind so krank, dass sie monatelang aufgepäppelt werden müssen. Um auch diesen Tieren zu helfen, erwarb der Green Heritage Fund ein Grundstück, das an ein Naturschutzgebiet grenzt. Mittlerweile sind die Faultiere, aber auch die Gürteltiere und Ameisenbären, die sich in Moniques Obhut befanden, in das Sloth Wellness Center umgezogen. Dort entsteht ein neues Besucherzentrum mit einem angrenzenden sicheren Freiraum für  Faultiere, die nicht direkt wieder ausgesetzt werden können.

Mehr zur Faultierrettung bei Steffi von SY-Yemanja

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16. Eisbären in Churchill, Kanada

Eisbären in freier Natur zu beobachten, gehört sicher zu den spannendsten Naturbeobachtungen überhaupt. An keinem Ort der Welt ist dies einfacher möglich als im kleinen Ort Churchill an der kanadischen Hudson Bay. Jedes Jahr im Herbst gefriert hier das Meereis früher als irgendwo anders in Kanada. Die Bären wissen das und versammeln sich entsprechend zahlreich. Nach einem entbehrungsreichen Sommer an Land wollen sie möglichst schnell wieder auf das Eis hinaus und dort Robben jagen.

Touristen, die im November nach Churchill kommen, haben deshalb eine Garantie, Eisbären zu sehen. Theoretisch kann man den Bären in und um Churchill überall begegnen. Sinn macht es aber, einen geführten Ausflug zu buchen. Zahlreiche Anbieter unternehmen mit sogenannten Tundra-Buggys Ausfahrten hinaus in die karge arktische Landschaft rund um Churchill. Die monströsen Allrad-Gefährte sind mit einem kleinen Balkon ausgestattet, auf dem man hinaus ins Freie kann. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, hier zu stehen, die Kälte der Eiswüste zu spüren und den König der Arktis zu beobachten, der sich übrigens nicht von den Touristen stören lässt. Gelegentlich kommen Eisbären ganz nah an die Tundra-Buggys heran, beäugen neugierig die Menschen, um dann wieder in der endlosen weißen Weite zu verschwinden.

Eisbären in Churchill (Foto: Breitengrad 66)

Ich war mit Lazy Bear Expeditions unterwegs. Sie fuhren den Bären zu keiner Zeit nach, sondern hielten immer reichlich Abstand. Wenn es zu näheren Begegnungen kam, war es, weil die Tiere auf uns zukamen – niemals umgekehrt. Ich habe bei den Ausfahrten auch die Tundra-Buggys anderer Anbieter gesehen. Auch diese haben sich nach meiner Meinung sehr ordentlich verhalten und sind nie den Bären nachgejagt. Ich bin mir sehr sicher, dass der König der Arktis durch keines der Fahrzeuge gestört wird.

Mehr über den Ausflug zu Eisbären bei Thomas von Breitengrad 66

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17. Grizzlys und Wölfe im Yellowstone, USA

Auf den ersten Blick sieht das Grizzly & Wolf Discovery Center in West Yellowstone aus wie ein kleiner Zoo. Leider ist der Hintergrund viel trauriger. Schlimmer noch: Der Grund für diese Anlage ist leider von Menschen verursacht. In jeder Saison strömen nämlich Millionen von Besucher in den Yellowstone, um die tollen Tiere zu beobachten. Leider belassen es einige wenige Besucher nicht beim Beobachten, sondern versuchen die Tiere, besonders Wölfe und Bären, mit Futter für ein gutes Foto näherzulocken, oder sie lassen in der Nacht ihr Essen offen auf dem Campingplatz stehen.

Grizzly im Yellowstone Nationalpark (Foto: Reisen-Fotografie)

Sobald ein Bär oder ein Wolf das Futter annimmt, ist sein Todesurteil gefallen. Das Tier wird immer wieder die Nähe zu den Menschen suchen, in der Hoffnung, dort Futter zu finden, und wird somit zur Gefahr für die Besucher. Einige der Tiere haben das Glück, mit dem Leben davonzukommen. Sie leben dann in dem Discovery Center, wo sie als mahnende Botschafter ihrer Artgenossen den Menschen vorgestellt werden und zumindest weiterleben dürfen. Nebenbei erfahren die Besucher dort von den Mitarbeitern sehr viele interessante Dinge über die Tiere und zum richtigen Umgang mit ihnen im benachbarten National Park.

Wer nicht genau weiß, wie er sich im Umgang mit den Tieren im Yellowstone verhalten soll, dem empfehlen wir vorab einen Besuch im Discovery Center. Alternativ bieten die Rangerstationen im Park jeden Morgen einen kleinen Kurs an, in dem der Umgang mit den wilden Tieren erklärt wird.

Mehr zum Umgang mit den Tieren im Yellowstone bei Thomas von Reisen-Fotografie

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18. Pinguine in Tableview, Südafrika

Wir waren bei der Auffangstation für verletzte und kranke Seevögel und Pinguine. Das Projekt befindet sich im Kapstädter Vorort Tableview und wird von SANCCOB (Southern African Foundation for the Conservation of Coastal Birds) betrieben. Wir hatten uns bereits vorab aus Deutschland angemeldet und einen Termin für unseren Besuch vereinbart. Aktuell kostet eine Führung durch einen pädagogischen Mitarbeiter 50 ZAR pro Person. Unser Besuch hat eine gute Stunde gedauert, und Alex Rogers hat sich mit viel Engagement und sehr geduldig um uns und unsere zahlreichen Fragen gekümmert.

Pinguin in Auffangstation in Südafrika (Foto: Zypresse unterwegs)

Die Führung durch das Krankenhaus für Pinguine folgt dem Weg, die auch ein eingelieferter kranker Seevogel oder Pinguin nehmen würde – und ähnelt sehr der Prozedur, die auch wir Menschen bei der Aufnahme und Behandlung in einem humanmedizinischen Krankenhaus durchlaufen. So sahen wir den Raum, in dem die erste veterinärmedizinische Untersuchung der Tiere stattfindet: Feststellen des Gewichts, Eingangsuntersuchung, Blutentnahme, medizinische Erstversorgung.

Anschließend werden die Tiere nach Schwere ihrer Erkrankung auf die „Stationen“ verteilt: Es gibt eine Intensivstation, eine Quarantäne sowie ganz normale Krankenstationen und ein Freigehege für gesunde Vögel. Denn die Tiere, die nicht mehr ausgewildert werden können, dürfen dauerhaft bleiben. Rehabilitierte Vögel aus dem SANCCOB-Projekt finden zum Beispiel auf Robben Island oder auch in Betty’s Bay den Weg in die Freiheit.

Mehr über den Besuch bei den Pinguinen bei Ulrike von Zypresse unterwegs

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War diese Liste der tierfreundlichen Ausflugsziele eine Inspiration für dich? Welche weiteren verantwortungsvollen Anbieter kannst du mir nennen? Ich freue mich auf viele Kommentare!

 

 

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15 Kommentare

  • Liebe Sabine
    Was für ein toller, umfangreicher Beitrag. Da hast Du Dir aber super viel Arbeit gemacht!Ich werde in Zukunft sicher öfter mal hier reinschauen und das in meine Reisplanung einbeziehen.
    Liebe Grüsse
    Ellen

  • Danke für diesen Beitrag mit den vielen hilfreichen Tipps. Genau diese kritische Auseinandersetzung mit den Themen liegt mir am Herzen. Leider reisen viele Menschen nur dahin, um diese Tiere einmal zu sehen. Typischer Massentourismus. Das Wohl der Tiere spielt da oftmals eine untergeordnete Rolle. Das ist aber auch in Deutschland nicht anders als anderswo. Leider!

  • Wow echt schöner Bericht und Überblick und eine tolle Orientierung für die eigene Ziele. Danke! Werde hie immer wieder reinschauen ;)

    Ich finde es immer wieder traurig wie wenig sich die meisten Menschen mit den Tieren beschäftigen, die sie sehen wollen. Ob, wie du erwähnst, Elefanten reiten, oder mit Schnupfen zu den Orang-Utans in den Wald, oder am liebsten jedes wilde Tier anfassen…

    Eine Anmerkung zum Gunung Leuser Park von Bukit-Lawang aus auf Sumatra. Wir waren Mitte 2017 dort. Was uns gar nicht gefallen hat war, dass nach wie vor einige der Guides die Orang-Utans füttern und von Touristen füttern lassen. Wir haben Wert darauf gelegt einen Guide zu haben, der das nicht tut, aber unterwegs trafen wir eben doch schwarze Schafe. Erst fütterte der Guide dann durfte jeder aus der Gruppe mal. Die Guides schienen auch nicht besonders einsichtig, als ich sie darauf ansprach. Eher so in der Art: Die Touristen muss man doch unterhalten. Sehr schade. Ich hoffe das ändert sich noch.

    P.S.: Wow, warst du an all den Orten?

  • Eine ganz tolle Übersicht. Wow! Das ist ja wie eine ToDo-Liste zum Tiere beobachten.

    Whale Watching in Vancouver Island und Bärenbeobachtung im Katmai Nationalpark habe ich selbst schon gemacht und kann bestätigen, dass man dort veranwortungsvoll mit den Tieren umgeht.

    Viele Grüße,
    Andreas

  • Hallo Sabine,

    deine Sammlung macht Lust, gleich die Koffer zu packen und loszuziehen. Viele tolle Destinationen mit grandiosen Tierbegegnungen.

    Weil du in deiner Einleitung etwas vom Käfigtauchen mit Weißen Haien geschrieben hast: auch hier gibt es andere artgerechte Projekte. Ich habe in Südaustralien eine Ausfahrt zum Käfigtauchen mit Weißen Haien gemacht. Adventure Bay Charters gehört zu weltweit 2 Anbietern, die die Weißen Haie weder mit Fressköder noch mit Blut anlocken, sondern mit Musik.
    Es mag zwar etwas länger dauern, dafür sind die Weißen Haie dann weder gestresst noch aggressiv. Sie nehmen nur die Schwingungen unter Wasser – wie z.B. auch von den Fischen – wahr und schauen neugierig, was sie hier vorfinden und verziehen sich früher oder später wieder. Obwohl ich wohl noch nie einen so schnellen Puls hatte, als bei der ersten Sichtung, wäre ich nach 2 Stunden auch ohne Käfig getaucht.
    Es war eine großartige Begegnung. Es hat mir eine meiner letzten Ängste genommen und den Tieren jedes Attribut von Mordlust, Heimtücke, pure Bösartigkeit & gefräßiges Monster. Jeder hat nach der Tour die Weißen Haie mit anderen Augen gesehen.
    Und nur, wenn wir auch z.B. Weiße Haie als etwas Schützenswertes kennenlernen, werden wir anders mit ihnen umgehen. Nach 2 Jahren in Australien reisen, weiß ich wovon ich rede und was für eine Stimmung gegen Weiße Haie gemacht wird, weil es ab und zu – sehr selten – zu Unfällen kommt (wie überall im Leben sonst auch).
    Hier ein Link zu meinem Beitrag dazu: http://bit.ly/2nu8Qrz

    Viele Grüße
    Petra

    • Danke dir, Petra, für deinen Bericht. Ich habe halt von Orten gehört, an denen sie die Haie anfüttern, und das recht nah am Strand. Wenn die Tiere dann Mensch = Futter lernen, ist die Katastrophe am Strand natürlich abzusehen …

  • Vielen Dank für dieses tolle Liste! Ich finde, Respekt vor der einheimischen Natur, den Menschen und natürlich den Tieren gehört beim Reisen einfach als oberste Priorität dazu.
    Auch wir haben lange gesucht und sind dann schließlich doch noch fündig geworden, als wir uns in Asien Elefanten anschauen wollten. Daher möchte ich dieses wirklich sensible Projekt einer NGO in Kambodscha ergänzend erwähnen: http://www.elephantvalleyproject.org Dort findet gar kein Kontakt zwischen Besuchern und Tieren statt, dennoch ist es eine grandiose Erfahrung, mit den Dickhäutern im Dschungel zu sein! Außerdem gibt es dort eine enge Zusammenarbeit mit dem Dorf nebenan. Toll!
    Der Bericht dazu folgt übrigens noch auf dem Blog – bin leider noch nicht dazu gekommen…
    Liebe Grüße, Lisa von travelbites.de :)

  • Liebe Sabine,
    der Beitrag ist noch viel toller geworden als ich erwartet habe!
    Ich bin wirklich begeistert! Ganz großes Kompliment und vielen Dank,
    dass ich dabei sein durfte. Finde das Thema super spannend.
    Alles Liebe,
    Julia

    • Danke auch für deine Erfahrungen aus Australien! Ja, ich finde das Thema auch sehr spannend – und vor allem wichtig, wenn man sich anschaut, wie oft den Tieren noch übel mitgespielt wird … Schön, dass es auch gute Beispiele gibt!

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