Wandern im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark

Wenn du ganz in den Südwesten der Eifel fährst, kommst du irgendwann an die Sauer. Die Sauer ist der Grenzfluss zwischen Deutschland und Luxemburg. Diesseits und jenseits der Grenze erstreckt sich der Deutsch-Luxemburgische Naturpark – ein Paradies für Wanderfreunde! Wir haben den schönen Herbst für einen Kurztrip in die Kleine Luxemburger Schweiz genutzt. Dies waren meine beiden Lieblingswanderungen – eine in Deutschland, die andere in Luxemburg:

Wanderung durch die Bollendorfer Schweiz

Als Standort für unsere Wanderungen haben wir den kleinen Ort Bollendorf gewählt – unter anderem, weil die Preise in Deutschland um einiges günstiger sind als auf Luxemburger Seite. Unsere Unterkunft lag direkt an der Sauer, vom Balkon aus konnten wir nach Luxemburg rüberschauen.

Jenseits des Flusses Sauer liegt Luxemburg. (Foto: Jochen Hafner)

Direkt in Bollendorf beginnt eine rund dreistündige Wanderung, die noch perfekt in unseren Anreisetag passte (von Köln aus brauchst du mit dem Auto rund zwei Stunden bis in die Südeifel) und uns einen ersten Einblick in die faszinierende Natur des Deutsch-Luxemburgischen Naturparks gab.

Los geht es oberhalb von Bollendorf am Waldhotel Sonnenberg. Bereits nach ein paar Schritten sind wir mitten im Wald. Es geht immer wieder bergauf und bergab, und bald sehen wir die ersten Felsen. Wie Riesen liegen sie zwischen den Bäumen. Fast könnte man meinen, hier hausen Gnome und Trolle zuhauf.

Mitten in der Bollendorfer Schweiz.

Das erste Ziel ist die Grüne Hölle, eine enge Felsspalte mit bemoosten Wänden, in die kaum Licht einfällt. Vorbei an Nikolauslay und Heidenlay (Lay, je nach Region auch Ley, Lei oder auch Lai, bedeutet Fels, Felsabbruch, Felswand oder Felsplatte) geht es zur nächsten Felsspalte, dem Eulenhorst. Auch hier könnten in den moosbewachsenen Felsen durchaus ein paar Fabelwesen ihr Zuhause haben.

Die Grüne Hölle ist nichts für Klaustrophobiker.

Von der Kreuzlay hat man in der Regel einen schönen Blick auf das Tal der Sauer, der uns aber wegen diesigem Wetter heute verwehrt bleibt. Also nur schnell einen Spruch ins Gipfelbuch schreiben, bevor es weitergeht zum Maria-Theresien-Stein. Er erinnert an die Herzogin des damals zu Österreich gehörendem Luxemburg.

Am Gipfelkreuz wird’s poetisch.

Aufgrund der fehlenden Sicht sparen wir uns den Aufstieg auf den Predigstuhl und bestaunen den freistehenden Felsen nur von unten. In der darauf folgenden Muhmenlay zücken wir die Taschenlampe und erkunden die kleine Höhle, in der einst eine Muhme – altdeutsch für Tante oder Base – gelebt haben soll. Kurz nach dem dritten und letzten Aussichtspunkt mit Turm ist die sehr abwechslungsreiche, knapp sieben Kilometer lange Tour beendet.

Man fühlt sich zwischen den riesigen Felsen oft ganz klein.

Wanderung durch die Kleine Luxemburger Schweiz

Im luxemburgischen Consdorf beginnt eine mit fünfeinhalb Stunden angesetzte recht lange Wanderung durch das Müllerthal. Auch hier begleiten uns wieder tolle Felsformationen. Durch einen weiten Buchenwald geht es immer in Hörweite von rauschenden Bächen zunächst an dem Felsen Budderkammer vorbei, dessen Felsspalten offenbar früher als kühle Vorratskammern dienten.

Im fragilen Sandstein gibt es viele Felsspalten.

Unter der weit überhängenden Schelmenlay steht eine Sitzbank (wie so häufig im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark – Pausen kannst du also genug machen). Kurz vor dem Ort Müllerthal steigen wir die Stufen zur engen Schlucht Rammelay hinauf. Hinter Müllerthal wird es dann etwas trubeliger, weil viele vom Ort aus die kurze Wanderung zum Schiessentümpel machen. Der malerische kleine Wasserfall liegt direkt an der Straße und war bei unserem Besuch zudem leider eingezäunt.

In der Rammeley und am Schiessentümpel.

Nach einem schnellen Foto gehen wir nun wieder auf ruhigerem Pfad zur Eulenburg, einer weiteren beeindruckenden Schlucht. Mein persönliches Höhepunkt der Wanderung ist jedoch die Goldfralay: Hinter dem Schild Entree wird es zappenduster, und wir quetschen uns mit Taschenlampe durch die Felsspalte. Über Stufen geht es hinauf zum Ausblickspunkt Bellevue.

Nach dem Goldkaul, einer spektakulären Felswand, und vielen weiteren tollen Felsen kommen wir zum Härdbaach. Hier kürzen wir die Wanderung ab und laufen nach Consdorf zurück. Dadurch verpassen wir zwar die beiden Felsspalten Rittergang und Dewepetz sowie die Höhle Kohlscheurer, aber aufgrund vieler, vieler Fotostopps sind wir schon weit länger unterwegs als vorgesehen.

Herbst im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark.

Tipps für Wanderungen im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark

  • Als Wanderführer für die Region kann ich das Buch „Eifel“ aus dem Rother Verlag empfehlen. Die Wanderungen sind perfekt beschrieben.
  • Selbst ohne Wanderführer kann man sich kaum verlaufen. Die Ausschilderungen im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark sind vorbildhaft. Alle paar Meter findet sich ein Symbol, das zeigt, wo es weitergeht.
  • Auch die Sehenswürdigkeiten auf den Wanderungen sind mit ihren Namen beschriftet – du weißt also immer, wo du dich gerade befindest.
  • Ich empfehle, für die Wanderungen eine Taschenlampe mitzunehmen. Du kommst immer mal wieder an dunklen Felsspalten und Höhlen vorbei, die einen Blick mit Taschenlampe lohnen.
  • Feste Schuhe und Trittsicherheit sind ein Muss. Es geht immer wieder durch, über und unter Felsen entlang, die rutschig sein können. Die Waldwege sind zudem voller Wurzeln.
  • Eine weitere lohnenswerte Wanderung in der Region hat meine Bloggerkollegin Tanja von Takly on Tour beschrieben. Sie war neulich in der Teufelsschlucht. Schau doch auch mal bei ihr vorbei.

Haben dir meine Wanderungen im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark gefallen? Hast du vielleicht selber noch einen Tipp für eine weitere Wanderung in der Südeifel oder der Kleinen Luxemburger Schweiz? Dann rein damit in die Kommentare!

 

 

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4 Kommentare

  • Liebe Sabine,

    vielen Dank für die tollen Eindrücke. In der Gegend gibt es so viele tolle Wanderungen, da könnte ich direkt wieder los. Vor allem das Müllerthal steht noch weit oben auf unserer Liste, was wir bei unserem letzten Besuch leider nicht geschafft haben. Wir kommen ganz bestimmt wieder.

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Liebe Tanja, einerseits sind die Touren in der Gegend natürlich ähnlich (auch die Teufelsschlucht), andererseits finde ich die Gegend dort so toll, dass ich mir auch mehrere Tage hintereinander immer wieder neue Felsen ansehen kann :-)

  • Hallo Sabine,
    die Beschreibung macht Lust auf die Tour – vielen Dank. Und so nah :-) Ist bestimmt auch im Frühjahr lohnenswert?
    Gibt es für Pausen auch Einkehrmöglichkeiten?
    Viele Grüße
    Daniel

    • Hallo Daniel, die Touren lohnen sich garantiert auch im Frühjahr und im Sommer! Einkehrmöglichkeiten gibt es ja nach Tour auch – wenn es durch einen Ort hindurchgeht, wie zum Beispiel in Müllerthal. Andere Touren gehen nur durch den Wald, da müsstest du dann dein Picknick mitnehmen und auf einen der vielen Bänke Rast machen.

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