Auf Weltreise nach Teneriffa

Beim Blick auf die Landkarte mag man kaum glauben, dass die Kanaren zu Spanien gehören – sie liegen einfach zu weit weg, viel näher an Afrika als an Europa. Zweimal hatte ich bisher das Vergnügen, zu den südlichsten Inseln unseres Kontinents zu fliegen – einmal davon ging es nach Teneriffa, zur Osterzeit.

Was mich an Teneriffa am meisten beeindruckt hat? Dass du dich ins Auto setzen und innerhalb kürzester Zeit eine Weltumrundung machen kann! Lass uns zusammen auf die Weltreise gehen:

1. Stopp: Mexiko

Über Buenavista del Norte, den westlichsten Ort Teneriffas, gelange ich nach Punta del Teno. Auf der Wanderung zum Leuchtturm fühle ich mich wie in an die nördliche Grenze von Mexiko versetzt: Rote Felsen prägen die Landschaft, immer wieder muss ich riesigen Kakteen ausweichen – und jeden Moment erwarte ich einen Cowboy um die Ecke reiten. Okay, nach dem Umdrehen ist es mit dem Wüstenfeeling vorbei: Dort tobt die raue See, und am Ende des Weges wartet der Leuchtturm. Aber wenn man genau hinhört, ist da nicht vielleicht doch ein Pferd …?

2. Stopp: Arizona

Berge, bizarre Felsformationen und eine Hitze wie in der Wüste – willkommen in Arizona! Aber nein, ich bin „nur“ im Nationalpark Teide unterwegs. Rund um Los Roques de García verläuft eine nicht unanstrengende Wanderung. Schmale Pfade führen durch die zerklüftete Berglandschaft, Felszacken schauen misstrauisch auf dem Wanderer hinab. Schließlich vor mir der mächtige Felsbrocken La Catredal. Von dort schwebt der Blick weit in die Ebene hinein … Moment mal: Ist das da hinten nicht John Wayne?!

3. Stopp: Peru

Vom Bergrücken aus geht der Blick ins Tal und darüber hinaus. Auf der anderen Seite, wo sich schon der nächste Berg erhebt, laufen im Zickzack Fußwege die Wand hinauf. Fast sieht es hier aus wie im Colca Canyon, der bis zu 3000 Meter tiefen Schlucht, die ich in Peru bezwingen durfte. Aber nein, am Rande des Tenogebirges, bei der Wanderung nahe Masca, muss ich nur 400 Höhenmeter überwinden. Und das Meer ist auch näher als im Colca-Tal – nämlich in Sichtweite. Als ich am Plateau Los Pajares und dem dort liegenden alten Dreschplatz ankomme, kann ich hinüberschauen bis nach La Gomera und La Palma. Bis Peru reicht der Blick aber dann doch nicht ganz …

4. Stopp: Vietnam

Wenn die Bäume noch ein bisschen dichter stünden, käme ich mir fast vor wie im Dschungel: Der Lorbeerwald im Nordosten Teneriffas wächst wild rechts und links in den Weg hinein. Ähnliche Bäume findet man auch in anderen subtropischen Klimazonen, zum Beispiel in Vietnam. Im Frühling und im Winter fällt oft dichter Nebel in die Wälder ein – ein weiterer Grund, sich wie Regenwald zu fühlen. Auch hier im Anaga-Gebirge kannst du dich dann schnell verlaufen, wenn du die Route nicht kennst.

5. Stopp: Spanien

Beim Besuch von Dörfern wie Garachio oder Icod de los Vinos schließlich merke ich dann doch den spanischen Einfluss: enge Gassen mit weißgetünchten Häusern, an denen Holzbalkone kleben, schattige Plätze an kleinen Kirchen, Tapas-Bars mit unendlich vielen Leckereien … Das ist eindeutig Spanien. Nun ist die Welt endlich wieder in Ordnung!

Wo warst du schon mal und hast gedacht: „Hier sieht es ja aus wie in …“? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

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6 Kommentare

  • Das stimmt, Teneriffa ist echt krass. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir uns im Nordosten den Hintern abgefroren haben und nach einer halben Stunde Fahrt im Süden in der Sonne bruzelten.

    Das Anaga-Gebirge haben wir damals leider nicht mehr geschafft, deshalb will ich da unbedingt nochmal hin.
    Wäre eigentlich eine Idee für nächstes Jahr :)

    Viele Grüße
    Marc

  • Hallo Sabine,

    jetzt dachte ich zuerst an ein witziges Foto wieder, was die Überschrift erklären würde, dann aber das. Wahnsinn was für Unterschied und man kommt sich wirklich vor wie in einem anderen Land. Ich kann leider noch keine allzu großen Vergleiche ziehen, da ich noch nicht soviel gesehen habe
    Liebe Grüße

    • Hallo Tanja, lustige Fundstücke kommen doch immer freitags ;-)
      Freu dich, dass du noch nocht allzu oft denken musst: „Das sieht ja aus wie in …“. Manchmal zerstört das nämlich wirklich den Reiz des Neuen, die Magie eines neuen Ortes.

    • Echt, das ist immer Freitags, schlag mich jetzt nicht, aber das ist mir ehrlich noch nie aufgefallen oder habe einfach nicht darauf geachtet ;-) Das glaube ich dir sofort, da kann mal der Zauber schnell verfliegen

    • :-) Früher hieß es deshalb auch Freitags-Fundstück. Habe es dann irgendwann mal geändert, aber der Termin ist geblieben.

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