Route im Test: 4 Wochen durch Südafrika

„Waaas, du fliegst nach Südafrika und fährst nicht nach Kapstadt?“ Das war eine der häufigsten Reaktionen, wenn ich jemandem über unsere geplante Route für unsere vierwöchige Südafrika-Reise berichtet habe. Ja, ich habe Kapstadt bei der Planung ausgelassen – und zwar ganz bewusst. Die meisten Südafrika-Besucher, die das erste Mal ins Land fahren, wollen sowohl den Norden als auch den Süden sehen. Mir persönlich war das viel zuviel Fahrerei. Zudem schien mir nach Berichten, die ich gesehen habe, der Süden zu wenig „afrikanisch“. Daher haben wir beschlossen, uns auf den Nordosten, auf die Provinz Kwazulu-Natal und den Krüger Park, zu konzentrieren.

Start- und Schlusspunkt unserer Reise war der Flughafen Johannesburg, wobei wir uns die Stadt nicht angesehen haben. Auch wenn viele behaupten, es habe sich in punkto Sicherheit viel verbessert in den letzten Jahren, hatten wir kein gutes Gefühl. Daher sind wir direkt nach der Ankunft in Richtung Süden ins Landesinnere gefahren und haben an unserem letzten Reisetag den Wagen am Flughafen abgegeben und sind direkt abgeflogen.

Ein zweiter Grund, sowohl Johannesburg als auch Kapstadt wegzulassen: Wir hatten keine Lust auf große Städte. Stattessen haben wir uns auf Naturziele konzentriert, sind viel gewandert und auf Safari gegangen. Die größte „Stadt“, die wir gesehen habe, war Clarens mit rund 6000 Einwohnern.

Auch wenn wir dadurch unflexibler waren, habe ich alle Unterkünfte im Voraus gebucht. Unsere Sommerferien sind eine beliebte Reisezeit für Südafrika, sodass vor allem in den Nationalparks und Nature Reserves vieles schon Monate im Voraus ausgebucht ist. Außerdem wird es in Südafrika schon um 18 Uhr dunkel, so dass wir froh waren, nicht schon am frühen Nachmittag mit der Unterkunftssuche beginnen zu müssen, sondern die Tage voll ausnutzen konnten.

Unsere Route für einen vierwöchigen Trip durch Südafrika

Was war gut?

Viele fahren von Johannesburg direkt zum Krüger Nationalpark. Wir haben uns dieses Highlight lieber ans Ende der Reise gesetzt – zum einen, weil wir dadurch alle Tiersichtungen VOR dem Besuch des Krüger Parks besser genießen konnten (nach einer Weile setzt automatisch ein Gewöhnungseffekt ein: Ach, noch ein Elefant …), zum anderen, weil am Anfang unserer Reise noch Ferien in Südafrika waren. Zu dieser Zeit ist der Krüger Park aufgrund einheimischer Reisender voller als sonst. Diese Massen wollten wir umgehen.

Ich habe unsere Unterkünfte bewusst zwischen zwei und vier Nächten gebucht. So konnten wir uns jeweils vor Ort in Ruhe umschauen, viel wandern und haben nicht nur im Auto gesessen. Fünf mehrstündige Wanderungen plus ein paar längere Spaziergänge haben wir in den vier Wochen gemacht. An Safari-Tagen waren wir häufig bis zu zehn Stunden mit dem Auto unterwegs.

Vier Übernachtungen in St. Lucia hören sich viel an, aber wir hatten jeden Tag etwas zu tun. Der iSimangaliso Wetland Park hat sehr viel zu bieten. Drei Nächte sollten es meiner Ansicht nach auf jeden Fall in dieser Ortschaft sein.

Die Fahrt durch Swasiland hat sich unbedingt gelohnt. Manche fahren außen um das Land herum, um vom Süden in den Krüger Park zu gelangen. Ich würde allein aufgrund der tollen Berglandschaft die Fahrt durch das Königreich und mindestens eine Übernachtung in Swasiland empfehlen.

Was hätten wir besser machen können?

Trotz der Beschränkung auf den Nordosten des Landes waren manche Fahrstrecken noch immer sehr lang. Auf die Zeitangaben von Google Maps kann man sich leider gar nicht verlassen – wir haben oft bis zu anderthalb mal so lang gebraucht wie angegeben. Die Fahrt von Giant’s Castle zum Oribi Gorge hat sechs statt vier Stunden gedauert, die von Graskop zum Flughafen in Johannesburg ebenfalls. Hätten wir das vorher gewusst, hätte ich vielleicht noch die eine oder andere Zwischenübernachtung eingeplant.

Oribi Gorge war ganz hübsch, lag aber eigentlich nicht ganz auf unserer Strecke. Den 260 Kilometer langen Umweg würde ich beim nächsten Mal eher nicht machen, sondern lieber noch einen weiteren Stopp in den wunderschönen Drakensbergen einbauen.

Das Mlilwane Wildlife Sanctuary in Swasiland muss man meines Erachtens nicht unbedingt gesehen haben – da gibt es sicherlich noch schönere Ecken, die sich für einen Zwischenstopp in Swasiland lohnen.

Bei den Camps im Krüger Park würde ich das nächste Mal statt Berg-en-Dal im Süden das Camp Lower Sabie wählen, in der Mitte statt das Satara Camp das Olifants Camp. Wir haben beide Wunschziele auf Tagestouren besucht, mir gefällt ihre Lage im Park und die Umgebung besser. Beide Camps sind allerdings sehr beliebt und waren schon im Januar, als ich unsere Südafrika-Reise geplant hatte, ausgebucht.

Ich fände es ganz toll, wenn du in den Kommentaren einen Link zu deiner eigenen Routenbeschreibung durch Südafrika posten würdest. Dann können sich unsere Leser ihre persönliche Lieblingsroute zusammenstellen.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie „Routen im Test“:

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16 Kommentare

  • Hallo Sabine,

    wir waren letztes Jahr in Südafrika und könnten sofort wieder losfahren :-).

    Als Reisezeit wählten wir Ende August / Anfang September, was ich immer wieder als optimale Zeit empfehlen würde.

    Unsere 3 Wochen Tour im Mietwagen ging von Johannesburg über Blyde River Canyon zum Krüger Nationalpark. Danach hatte wir noch eine Übernachtung in einem Private Game Ressort und fuhren weiter zum iSimangaliso Wetland Park.

    Von Durban nach Port Elizabeth hatten wir einen Inlandsflug. Dann ging es über die Garden Route runter bis nach Kapstadt.

    Das mag sich jetzt alles nach viel Fahren und Stress anhören, war es aber nicht :-).

    Die Eindrücke waren grandios, jeder Tag war ein Highlight und immer irgendwie anders.

    Wir haben Leoparden, Baby-Elefanten, Hippos, Erdmännchen, Wale und viele anderen Tiere aus nächster Nähe beobachten dürfen. Die Landschaften waren sehr vielfältig und beeindruckend.

    Allen Menschen, denen wir begegneten waren immer gut drauf, freundlich, fröhlich und wir fühlten uns immer willkommen. Kochen und Grillen können sie weltmeisterlich in Südafrika, wir haben noch nie so gut gegessen :-).

    Da ist es uns schon sehr schwergefallen aus allen Impressionen unseren Top 10 zu benennen, wir haben es aber versucht: https://www.wolfgangwilbois.de/top-10-sehenswuerdigkeiten-highlights-unserer-suedafrika-rundreise/

    Viele Grüße
    Wolfgang

  • Liebe Sabine, erst einmal Kompliment zu deinem tollen Beitrag und danke das wir unsere Reiserouten mit dir und deinen Lesern teilen dürfen :).
    Südafrika ist einfach sooo schön. Ich war mittlerweile auch ein paar Mal dort und habe mich vom ersten Moment an in das Land und die herzlichen Menschen verliebt. Nach Kapstadt würde ich allerdings immer wieder gerne reisen. Meine erste Route ging leider nur über 10 Tage, da ich einfach nicht so viel Zeit hatte, aber es hat sich dennoch voll und ganz gelohnt. Ich hatte die Route so geplant, dass es trotz der wenigen Zeit noch entspannt war. Kapstadt- Stellenbosch- de Hoop Nature Reserve- Hermanus- Camps Bay. Hier der Link zu meinem Beitrag:
    http://www.journeyroutes.de/reisen/22-roadtrips/roadtrips-suedafrika/33-10-tage-suedafrika-rundreise-von-kapstadt-bis-zum-de-hoop-nature-reserve

    Eine weitere Rundreise ging von Johannesburg bis Kapstadt. Allerdings wollte ich es dieses Mal einfach testen in einer Gruppe zu reisen. Die Route ging über 20 Tage und ich denke, dass man diese genauso gut auf eigene Faust bereisen kann, wenn es einem nichts ausmacht ab und zu eine grössere Strecke zurück zu legen und/oder die Strecken teilweise noch etwas aufteilt. Hier der Link zu meinem Beitrag:
    http://www.journeyroutes.de/reisen/22-roadtrips/roadtrips-suedafrika/40-20-tage-suedafrika-rundreise-mit-dem-overlandtruck

    Liebe Grüße
    Jenni von journeyroutes

  • Hallo Sabine,

    endlich hatte ich Zeit deinen Beitrag zu lesen, ich hab mich so darauf gefreut. Jetzt bin ich schon angefixt und neugierig auf mehr Details – vor allem auf die Safariberichte! Wir haben ja mehr oder minder gleichzeitig gebucht, nur, dass meine Reise dann ganz schnell losging und ich mich ausschließlich für den Süden entschieden habe, um eben auch nicht so lange fahren zu müssen.

    Meine Route ging damals von Kapstadt über Franschhoek, nach Mosel Bay, nach St. Francis Bay, ins Kwandwe Private Games Reserve und zurück über den Addo Elephant Park, den Tsitsikamma National Park, ein paar Baumhausnächte an der Garden Route zum Abschlusshighlight Kapstadt. Hier noch mal all meine Routendetails:
    http://www.reiseaufnahmen.de/afrika/suedafrika-rundreise

    Alles Liebe
    Tanja

    • Danke für Deinen Routentipp, Tanja! Ich habe immer das Gefühl, man spricht von zwei ganz unterschiedlichen Ländern, wenn man den Norden und den Süden Südafrikas vergleicht …

  • Südafrika ist großartig, oder? Mich packt gleich wieder das Fernweh!
    Wir haben eine ähnliche Route wie du gewählt, waren jedoch nur 2,5 Wochen unterwegs. Kapstadt und die Kapregion haben wir uns auch aufgespart, denn das Land ist einfach zu groß, um gleich alles zu sehen. Wenn alles glatt läuft, reisen wir nächstes Jahr nach Kapstadt.
    Unser Fokus damals lag ganz klar auf Safaris, die familientaugliche Route kannst du hier sehen: http://reisespatz.de/familiensafaris-suedafrika/
    Liebe Grüße, Sabine

    • Für 2,5 Wochen ist das doch eine sehr gute Distanz. Schön, dass Ihr Euch nicht ganz Südafrika in solch einer kurzen Zeit angetan habt. Bringt doch nichts außer Stress …

  • Liebe Sabine,

    schön das du wieder zurück bist. Ich freue mich schon total über deine Berichte. Ich finde es eine klasse Idee, so lange an den Orten zu bleiben. Es ist manchmal sehr schön, nicht jeden Tag wieder die Sachen packen zu müssen und ins Auto zu steigen. Diese Gegend von Südafrika interessiert mich auch sehr. Mir geht es nämlich ähnlich wie dir, dass ich die Garden Route als nicht so „afrikanisch“ empfinde. Auch wenn mir dieser Ausdruck nicht so gefällt (ist ja schließlich auch Afrika :D), aber ein besserer fällt mir einfach nicht ein, um dieses Gefühl auszudrücken.
    Nur einen Besuch in Kapstadt hätte ich wohl gemacht. Ich kann deine Einwände da total verstehen und finde es eigentlich auch richtig, aber ich LIEBE Kapstadt einfach. Keine Stadt die ich bis jetzt bereist habe, erscheint mir lebenswerter. So viel Natur verbunden mit so einer großen Stadt ist einfach unglaublich.

    Liebe Grüße,
    Lynn

    • Hallo Lynn, Kapstadt mit seinen Pinguinen wäre für mich auch der einzige Grund gewesen, nach Süden zu reisen 🙂 Aber nur deswegen war mir der Aufwand zu groß. Dann lieber ausführlich nur eine Gegend – vielleicht ergibt sich noch mal die Gelegenheit für Kapstadt. Dafür habe ich das erste Mal Nilpferde in freier Wildbahn gesehen!

  • Ich freue mich über Deine ausführliche Routenbeschreibung – die sicher durch den ein und anderen Bericht in den kommenden Wochen ergänzt werden wird.

    Meine Anmerkungen:
    * für Leute, die nicht nur Natur pur wollen, ist Kapstadt definitiv eine Reise wert und ich finde, dass auch Jo’burg einen Besuch lohnt
    * für Menschen, die eher mit einem etwas besorgten Gefühl nach Südafrika reisen wäre die Garden Route eine (zudem auch malariafreie) Reiseroute, die touristisch sehr gut erschlossen (und natürlich damit auch voller) ist
    * falls Ihr Euch entschließen könnt, auch als Selbstversorger unterwegs zu sein, sind die kleinen Camps im Kruger eine sehr schöne, naturnahe, ruhige Alternative. Mir persönlich gefallen zwar Lower Sabie und Olifants als Mittagsrast ganz gut – sonst sind sie mir zu „rummelig“

    Und meine nächste Südafrika Route (eine für Anfänger, wir zeigen meiner Schwester und meiner Nichte ein paar Highlights) findest Du hier: http://www.zypresseunterwegs.de/2016/01/23/wieder-einmal-s%C3%BCdafrika/

    Ich freue mich schon auf die nächsten Posts!

    • Danke für die Ergänzungen, Zypresse! Malaria war so eine Sache dieses Jahr: Ein Apotheker vor Ort, den wir gefragt haben und der auch mit Wissenschaftlern in einer Malaria-Gruppe zusammenarbeitet, sagte uns, man brauche ausschließlich für den Krüger Prophylaxe. Das haben wir dann auch brav gemacht – und haben nicht eine einzige Mücke gesehen. Liegt vielleicht an dem extrem trockenen Wetter derzeit.
      Als Selbstversorger waren wir auch unterwegs. Hat super geklappt, bis auf den Krüger Park: In Berg-en-Dal war die Küche schlecht ausgestattet, in Satara war die angekündigte Gemeinschaftsküche schlichtweg nicht vorhanden. Zum Glück gab es dort Alternativen in Form von Restaurants. Ich hoffe, in anderen Camps ist es besser für Selbstversorger.

      • … auf das extrem trockene Wetter setzen wir auch – wir verlassen uns für Kruger dieses Jahr auf Repellent und Malarone als Stand-by.
        Und was den Standard der Selbstversorger-Units angeht, auch in Berg en Dal: wir kamen bisher immer klar, alles wesentliche vorhanden, beim letzten Besuch hatten wir sogar Mikrowelle, Wasserkocher und Toaster im Bungalow. Wobei wir ein scharfes Messer und ein paar andere Kleinigkeiten immer dabei haben. Wir hatten allerdings noch nie communal kitchen wie Ihr offenbar in Satara (da sollte man, glaube ich, selbst ausgerüstet sein, vorhanden sind da allenfalls nur Kochplatten, Spülen aber keine Töpfe, Geschirr u. ä.)

        • Wenn ihr (oder wer auch immer das liest) nach Satara wollt: Die Gemeinschaftsküche dort besteht aus einem Heißwasser-Boiler und einem Kaltwasserhahn. Punkt. Es gibt keinen Herd, keine Töpfe, kein Geschirr, gar nichts. Das fand ich schon ziemlich unverschämt und habe es auch so vor Ort und im Feedback-Bogen geäußert. Wir hatten andere Camps, deren Gemeinschaftsküche komplett ausgestattet waren und blitzeblank sauber.

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