Route im Test: 4 Wochen durch Borneo

Viele Jahre war Borneo eines meiner Traumziele, aber lange habe ich gedacht, dass es sehr schwer sein würde, dort individuell zu reisen, da die malaysische Insel nur aus Urwald besteht (glaubte ich – ist aber gar nicht so). Da Gruppenreisen für mich nicht infragekommen, habe ich Borneo immer wieder vor mir hergeschoben. Als ich mich endlich einmal ausführlicher mit Borneo beschäftigt habe, wurde mir schnell klar: Dort kann man genauso gut auf eigene Faust hinreisen wie in andere südostasiatische Länder auch.

Also nichts wie hin, solange es den Regenwald dort noch gibt! Denn der Dschungel in Borneo ist eine der gefährdetsten Gebiete unserer Erde und an vielen Stellen aufgrund von riesigen Palmölplantagen bereits zerstört. Als Regenwald-Liebhaber durfte ich mir diesen Landstrich daher natürlich nicht entgehen lassen.

Vorplanen oder spontan reisen?

Vier Wochen lang waren wir in Borneo unterwegs. Normalerweise reise ich in Asien völlig spontan und entscheide immer erst ein paar Tage vorab, wohin es als nächstes gehen soll. In Borneo habe ich hingegen schon von zu Hause aus alles vorgeplant. Die Gründe:

  • In den Naturgebieten gibt es oft nicht so viele Unterkünfte wie zum Beispiel in Thailand oder Vietnam. Da wir einige Gegenden wie den Bako Nationalpark, das Danum Valley und den Kinabatangan River unbedingt besuchen wollten und die Unterkünfte dort schnell ausgebucht sind, habe ich lieber vorher reserviert.
  • Aufgrund der großen Entfernungen auf Borneo (mit knapp 752 Quadratkilometer, mehr als doppelt soviel wie Deutschland, ist Borneo nach Grönland und Neuguinea die drittgrößte Insel der Welt) sind wir einige Strecken geflogen. Dank langfristiger Planung haben wir bei Air Asia und Malaysia Air Schnäppchenpreise zwischen 25 und 50 Euro pro Person ergattert.
  • Da wir wegen der Flüge häufig erst abends an den Zielorten ankamen, wollte ich nicht noch mit Gepäck durch die unbekannten Straßen laufen und eine Unterkunft suchen.

Auch wenn die Flexibilität vor Ort durch die Vorabplanung etwas leidet, bin ich doch froh, mir vorher die Mühe gemacht zu haben. Es hat mit den Flügen und den Hotels alles reibungslos geklappt.

Unsere Route für einen vierwöchigen Trip durch Borneo

  • 1 Übernachtung in Kuala Lumpur; Flug nach Kuching
  • 2 Übernachtungen in Kuching, Stadtbesichtigung
  • 1 Übernachtung im Bako Nationalpark; Wandern durch den Dschungel
  • 4 Übernachtungen in Kuching; Besuch des Semenggoh Nature Reserve, Fahrt zur Fairy Cave und zur Wind Cave, Ausflug in den Wetlands Nationalpark, Wandern im Kubah Nationalpark
  • 3 Übernachtungen in Kota Kinabalu; Stadtbesichtigung, Schnorcheln auf der Insel Manukan, Besuch des Kota Kinabalu Wetland Centre, Flug nach Lahat Datu
  • 3 Übernachtungen im Danum Valley; Wanderungen durch den Regenwald, Sunset Drive, Night Drive
  • 2 Übernachtungen in Sepilok; Besuch des Orangutan Rehabilitation Centre, des Rainforest Discovery Center und des Borneo Sunbear Conservation Centre
  • 2 Übernachtungen in Sukau; Flussfahrten über den Kinabatangan River
  • 2 Übernachtungen am Mount Kinabalu; Wanderungen am Fuße des Berges
  • 1 Übernachtung in Kota Belud; Besuch des Sonntagsmarktes
  • 2 Übernachtungen auf Mantanani Island; Schnorcheln
  • 2 Übernachtungen in Kota Kinabalu; Stadtbesichtigung, Flug nach Kuala Lumpur
  • 1 Übernachtung in Kuala Lumpur; Stadtbesichtigung

Was war gut?

Die ausführliche Recherche vor der Reise hat sich ausgezahlt: Es gibt kaum etwas, was wir vor Ort in Borneo besser hätten machen können.

Eine Woche in Kuching ist eine gute Zeit, um alle Sehenswürdigkeiten in der Stadt und in der Umgebung anzusehen. Viele Orte außerhalb der Stadt kannst du im Rahmen von Tagesausflügen besuchen. Es gibt noch weitere lohnenswerte Ziele in der Provinz Sarawak, zu der Kuching gehört, die aber besser mit einer oder sogar mehreren Übernachtungen zu bereisen sind.

Drei Nächte bzw. zwei volle Tage in Kota Kinabalu fand ich auch gut, um die Stadt kennenzulernen und auch um auf eine der Inseln vor der Küste zu fahren. Den zusätzlichen Tag in Kota Kinabalu am Ende der Reise haben wir ebenfalls bestens mit weiterem Schlendern durch die Stadt rumgekriegt. Mehrere Märkte, eine kleine Chinatown und quirlige Straßen machen Kota Kinabalu aus unserer Sicht zu einem lohnenswerten Ziel.

Drei Nächte in Danum Valley waren ebenfalls perfekt. Die An- und Abreise in den bzw. aus dem Urwald hinaus ist nur montags, mittwoch und freitags möglich. Das solltest du bei deinen Planungen beachten. Wir waren daher bewusst von Freitag bis Montag dort, um zwei volle Tage vor Ort zu haben.

Auf Kuala Lumpur hätte ich verzichten können, da ich kein Stadtmensch bin. Aber jeweils ein Tag am Anfang und am Ende der Reise waren okay (vom ersten Tag habe ich eh nicht viel mitbekommen, da hatte ich noch mit dem Schlafmangel vom langen Flug zu kämpfen).

Was hätten wir besser machen können?

Eigentlicht nicht viel. Unsere Route für vier Wochen Borneo war in unseren Augen perfekt.

Eine kleine Änderung haben wir vor Ort jedoch eingebaut: Auf der Insel Mantanani wollten wir eigentlich drei Nächte bleiben. Das ist die Insel auf jeden Fall wert, denn sie hat ganz tolle Schnorchelplätze. Aber leider ist da das Problem mit dem Wetter: Bei zu starkem Wind kann es sein, dass die Fähren nicht fahren und du unfreiwillig ein oder zwei Nächte länger auf der Insel bleiben musst. Bei flexiblem Reisen kein Problem – aber wir hatten für den Folgetag den Rückflug nach Kuala Lumpur gebucht. Nach zwei stürmischen Nächten auf Mantanani haben wir beschlossen, kein Risiko einzugehen und einen Tag früher als geplant abzureisen. Sicher ist sicher …

Hätten wir noch mehr Zeit gehabt, hätte sich sicherlich auch eine Tour zum sehenswerten Gunung Mulu Nationalpark in Zentral-Borneo gelohnt. Das hat nicht mehr in unseren Zeitplan gepasst.

Und auf die offenbar wunderschönen Inseln an der Ostküste von Sabah, der nördlichen Provinz von Borneo, haben wir bewusst verzichtet, weil die Sicherheitslage dort kritisch sein soll. Selbst von einigen Einheimischen haben wir gehört, dass sie die Ostküste wegen möglicher Piratenangriffe aus den Philippinen meiden. So risikofreudig sind wir dann doch nicht.

Ich fände es ganz toll, wenn du in den Kommentaren einen Link oder eine Beschreibung zu deiner eigenen Route durch Borneo posten würdest. Dann können sich unsere Leser ihre persönliche Lieblingsroute zusammenstellen. 

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie „Routen im Test“:

 

 

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4 Kommentare

  • Oooh, ich bin so gespannt, mehr zu hören!! Für meine 10wöchige Auszeit hatte ich zwischen Chile und Borneo überlegt und mich dann doch für Chile entschieden. Borneo bleibt aber weiterhin ein Traumziel von mir, vielleicht gehe ich das ja doch mal konkreter an nach Deinen Berichten. Danke für diese ausführliche Route.
    LG /inka

    • Da wird mit Sicherheit bald mehr kommen! 🙂 Ich habe schon sooo viele Geschichten im Kopf. Für 10 Wochen war Chile sicher die richtige Wahl. Ich würde sagen, in 6-7 Wochen hast Du in Borneo wirklich alles Sehenswerte gesehen. Wobei es da natürlich auch noch spannende angrenzende Länder gibt … Warum fiel Deine Wahl auf Chile?

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