Bako Nationalpark: Anreise – Unterkunft – Kosten

Im Dschungel von Bako. (Foto: Jochen Hafner)

Er sitzt zehn Meter vor mir auf den Holzbohlen und schaut mich mit seinen Knopfaugen an. Ich bleibe stehen und überlasse dem Nasenaffen die Wahl, was er angesichts meiner Gegenwart tun möchte. Er bleibt sitzen. Kratzt sich am Rücken. Schaut in die Bäume zu einem Nasenaffenweibchen hinauf und wendet dann wieder seinen Blick zu mir.

Bestimmt zehn Minuten lang beobachten wir uns gegenseitig, bis er in aller Ruhe die Holzbohlen verlässt und sich auf den unteren Ästen eines Baumes direkt neben dem Weg niederlässt. Er lenkt seine lange Nase in Richtung des kleinen Teichs und trinkt einen Schluck Wasser. Irgendwann hat er genug von uns und schwingt sich behände hoch in den Baum, um den Weibchen in den Wald zu folgen.

Diese intensive Begegnung mit dem Nasenaffen war eine der beeindruckendsten Erlebnisse auf meiner vierwöchigen Borneo-Rundreise. Getroffen habe ich ihn im Bako Nationalpark im Süden von Borneo, eine halbe Autostunde von Kuching entfernt. Wer nur kurz in Borneo ist und echtes Urwaldfeeling erleben will, sollte auf jeden Fall eine Tour nach Bako einplanen. Hier ist alles, was du für deinen Besuch in Bako wissen musst.

Wie komme ich zum Bako Nationalpark?

Der Fähranleger zum Nationalpark liegt nur eine gute halbe Stunde von Kuching entfernt. Für den Transport gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Du kannst eine organisierte Tour in Kuching buchen. Ich finde, das ist unnötig, weil du den Bako Nationalpark völlig unproblematisch auf eigene Faust erkunden kannst.
  • Du kannst ein Taxi nehmen (etwa 50 Malaysische Ringgit (RM), das sind umgerechnet 10 Euro).
  • Du kannst den Bus Nummer 1 nehmen, der jede Stunde zur vollen Stunde unter anderem an der Waterfront in Kuching entlangfährt (am besten in deiner Unterkunft nach den genauen Stopps fragen). Die Fahrt kostet 3,50 RM (0,70 Euro). Der Bus braucht circa eine Stunde bis zur Fähre.
  • Du kannst auf  dein Glück hoffen, so wie wir es erlebt haben: Wir haben uns rechtzeitig an die Bushaltestelle begeben, um den öffentlichen Bus zu nehmen. Innerhalb von fünf Minuten kamen zwei private Kleinbusse vorbei, die uns fragten, ob wir nach Bako wollten. Das zweite Angebot haben wir angenommen – es kostete 5 RM pro Person. Dafür waren wir um einiges schneller als der Bus und konnten deshalb eine Fähre früher nehmen als erwartet.

Vom Fähranleger in Bako Bazaar fährt stündlich ein Boot zum Nationalpark. Bako liegt zwar nicht auf einer Insel, aber der Park ist von dichtem Wald umgeben, sodass er nur per Boot erreichbar ist. Je nach Wasserstand kann die Fähre nicht am Anleger anhalten, sondern lässt dich am Strand direkt gegenüber des Park Headquarters raus. In diesem Fall musst du ein paar Meter durchs Wasser waten.

Der Eintritt zum Park kostet pro Person 20 RM, die Hin- und Rückfahrt mit der Fähre ebenfalls jeweils 20 RM pro Person. Nachdem du deine Fahrkarte am Ticketschalter in Bako Bazaar gekauft hast, nimmst du einfach das nächste Boot.

Für die Rückfahrt nach Kuching wartest du am besten auf den öffentlichen Bus. Privatfahrer finden sich am Anleger nicht so häufig wie in Kuching.

Wie lange sollte ich für den Besuch des Bako Nationalparks einplanen?

Viele bleiben nur einen Tag in Bako. Sie nehmen eine frühe Fähre für den Hinweg und die letzte Fähre am Nachmittag gegen 15 Uhr zurück. Kann man machen – ich finde aber, eine Übernachtung lohnt auf jeden Fall. Denn dann erlebst du den Park auch am frühen Morgen und kannst zudem eine Nachtwanderung mitmachen, bei der du noch mal ganz besondere Tiere siehst.

Bei zwei Tagen Aufenthalt hast du zudem die Möglichkeit, mehrere Wanderwege zu gehen und damit noch mehr von Bako zu sehen.

Wo kann ich im Bako Nationalpark übernachten?

Im Nationalpark gibt es verschiedene Arten von Unterkünften: Hostel mit Mehrbettzimmern (Forest Hostel), Holz- bzw. Beton-Bungalows mit zwei bis vier Betten in jedem Zimmer (Forest Lodge Type 4-6). Darüber hinaus gibt es einen Campingplatz am Headquarter.

Wir haben uns für einen Beton-Bungalow Forest Lodge Type 5 entschieden. Der ist zwar weniger rustikal als ein Holz-Bungalow, aber wie ich gehört hatte, kommen durch die Holzwände und -böden gern mal Insekten gekrabbelt. In unserem Beton-Bungalow hatten wir keinerlei unerwünschten Besuch. Die Einrichtung war sehr schlicht: vier Betten im Zimmer, bezogen mit sauberer Bettwäsche und einem Kopfkissen, für jeden ein Handtuch –  sonst nichts. Dazu ein eigenes Bad mit kalter Dusche und Toilette. Toilettenpapier war keins vorhanden – also zur Sicherheit eigenes mitbringen.

An den Fenstern sind Moskitonetze befestigt, die reichen aus, wenn du darauf achtest, die Tür zum Bungalow nicht offenstehen zu lassen. Das solltest du ohnehin nicht tun, weil sonst die Makaken ins Zimmer gelangen können, um deine Sachen zu klauen.

Die Buchung der Unterkünfte erfolgt online unter https://ebooking.sarawak.gov.my. Vor allem in der Haupstsaison zwischen Mai und September solltest du deine Unterkunft länger im Voraus buchen, weil die wenigen Betten schnell vergeben sind.

Die Zimmer kosten zwischen 75 und 150 RM, ein Hostelbett 15 RM, ein Zeltplatz auf dem Campingplatz 5 RM – Zelte müssen selber mitgebracht werden. Details zu den Preisen und zur Einrichtung der Zimmer findest du auf der Buchungsseite.

Am Bako Headquarter gibt es ein Selbstbedienungsrestaurant, das Frühstück, Mittag- und Abendessen serviert. Du zahlst einfach das, was du dir auf den Teller gepackt hast. Ich fand die Auswahl ordentlich, und es hat mir an beiden Tagen geschmeckt.

Welche Tiere kann ich im Bako Nationalpark sehen?

Laut Forschern soll es in Bako 37 Säugetierarten, 24 Reptilienarten und 190 Vogelarten geben. Wie viele du davon tatsächlich siehst, hängt von deinem Glück ab.

Es besteht eine gute Chance, Nasenaffen zu sehen. Sie treiben sich häufig in der Nähe des Headquarters herum – dort hatten wir auch das besondere Erlebnis mit „unserem“ Nasenaffen. Manchmal haben sie aber auch keine Lust, sich zu zeigen, und verstecken sich lieber im Wald. Rund um das Restaurant sind auch einige Makaken unterwegs. Manchmal sind sie etwas aufdringlich und wollen das Essen von den Tischen stehlen. Du solltest sie auf keinen Fall füttern und am besten einen genügenden Abstand zu ihnen halten – sie sind nicht selten aggressiv und beißen. Wir hatten zudem das Glück und haben Silberne Haubenlangure (Silver Leaf Monkeys) gesehen.

Außerdem haben uns am Abend und am Morgen vor unserem Bungalow einige Bartschweine besucht – beim ersten Anblick habe ich mich erstmal erschrocken, bis wir feststellten, dass sie sich immer in der Nähe der Bungalows herumtreiben und ganz friedlich sind.

Unbedingt zu empfehlen ist eine Nachtwanderung, die jeden Abend angeboten wird. Mit einem erfahrenen Ranger sind wir in den Wald gelaufen und haben mit unseren Taschenlampen die Tiere der Nacht gesucht: Spinnen, Frösche, Heuschrecken, Walking Sticks, Fledermäuse, Nachtvögel … Wir haben in einer Stunde bei Nacht mehr Tiere gesehen als während des ganzen Tages.

Welche Wanderwege im Bako Nationalpark sind zu empfehlen?

Die Rezeption im Headquarter hält eine handgemalte Karte mit allen Wanderwegen im Nationalpark bereit. Diese sind zwischen 400 Metern und 5,8 Kilometern lang. Die ganz langen Wanderwege bis zu 13 Kilometer und acht Stunden Gehzeit waren zu unserer Besuchszeit gesperrt. Dies kommt wohl aufgrund von nötigen Reparaturarbeiten (etwa durch umgekippte Bäume oder zerbrochene Brücken) häufiger vor. Die Ranger an der Rezeption können dir Auskunft zur aktuellen Lage geben. Die begehbaren Wege sind bestens farblich markiert.

Uns reichten die kurzen Wanderwege für unseren zweitägigen Besuch vollkommen aus. Nach unserer Ankunft am späten Vormittag haben wir uns direkt auf den Weg Nr. 6 begeben, zum Strand Pandan Kecil. Über Holzbohlen und dicke Wurzeln ging es 2,6 Kilometer durch den Dschungel, bis wir nach eineinhalb Stunden am hübschen Strand ankamen. Nachdem wir uns dort umgeschaut und uns erfrischt hatten, nahmen wir das Angebot eines  Bootsführers in Anspruch, der uns zum nächsten Strand, den Pandan Paku, fuhr.

Die Bootsfahrt, vorbei am markanten Felsen „Sea Stack“, kostet pro Boot 35 RM Festpreis. Wir haben eine Weile gewartet, bis weitere Wanderer kamen und wir uns die Kosten für das Boot teilen konnten. Vom Paku-Strand sind wir auf dem Weg Nr. 3 (800 Meter) in einer Stunde zurück zum Headquarter gelaufen. Die Zeitangaben für die Wanderwege sind in der Karte recht gut berechnet.

Am nächsten Morgen sind wir den Weg Nr. 2, den Delima Trail, gelaufen. Für den ein Kilometer langen Weg haben wir uns viel Zeit genommen, um uns die vielen tollen Blätter und Insekten am Wegesrand genau anzusehen, an denen man schnellen Schrittes meist achtlos vorbeiläuft. Am Ende des Weges kamen wir zu einem Mangrovenstrand, an dem Schlammspringer auf dem feuchten Sand saßen (bis eine Wasserschlange kam und einen der Schlammspringer gefressen hat – Wildlife pur!).

Als Letztes liefen wir noch den gerade mal 400 Meter langen Weg Nr. 1, den Sapi Trail, der es allerdings in sich hat: Steil bergauf ging es bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir über den Assam-Strand vor dem Headquarter schauen konnten. Die Hitze trieb uns bald zurück zum Restaurant, von wo aus wir nach dem Mittagessen das Boot nach Hause nahmen.

Lohnt sich ein Besuch im Bako Nationalpark?

Auf jeden Fall! Nach ein paar Tagen in der Stadt Kuching fand ich es klasse, so schnell draußen in der Natur zu sein und echtes Dschungel-Feeling zu erleben. Natürlich ist Bako anders als etwa der dichte Regenwald in Danum Valley. Aber als erstes Dschungel-Abenteuer in Borneo war der Nationalpark für uns ein guter Einstieg in die große Vielfalt des Regenwalds.

Hast du weitere Fragen zum Bako Nationalpark? Dann immer rein damit in die Kommentare!

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