Jungle Train Malaysia: Fahrt mit dem Dschungelzug

Mit dem Dschungelzug durch Malaysias Regenwald: Das hörte sich spannend an! Uns war klar, dass wir bei unserer Rundreise durch Malaysia unbedingt ein Stück mit dem Jungle Train fahren wollten. Der Jungle Train führt von Kuala Lumpur bis nach Tumpat im Nordosten von Malaysia. Weil er dabei durch den Osten des Landes fährt, wird er auch East Line oder East Coast Line genannt. Der letzte Name ist aber etwas irreführend, denn an der Küste fährt der Zug nicht entlang. Stattdessen geht es die meiste Zeit durch den Regenwald – daher der Name Dschungelzug.

Fahrplan für den Jungle Train Malaysia

Theoretisch kannst du von Kuala Lumpur bis nach Tumpat durchfahren. Allerdings fährt derzeit nur ein Zug durchgängig die ganze Strecke. Dieser startet abends um 19:15 Uhr aus der Hauptstadt, ist um 5:51 Uhr in Kuala Lipis und um 12:32 Uhr in Tumpat. Die halbe Strecke fährst du also im Dunkeln, dafür bist Du relativ schnell am Ziel, weil der Zug ab Kuala Lipis ein Intercity-Schnellzug mit nur acht Stopps ist.

Alternativ fährt um 3:00 Uhr morgens ein Bummelzug von Kuala Lipis bis Tumpat. Der braucht für die Strecke acht Stunden, und du musst mitten in der Nacht in Gua Musang umsteigen. Besser für Touristen, die etwas von der Strecke sehen wollen, ist die Bahn um 13:41 Uhr ab Kuala Lipis, ebenfalls ein Bummelzug. Wir haben uns für den Intercity ab Kuala Lipis um 5:51 Uhr entschieden. Um die Uhrzeit wurde es morgens schnell heller, sodass wir fast die ganze Strecke Tageslicht hatten.

Aktueller Fahrplan für Dschungelzug
Auf den Seiten der KTM, der Bahngesellschaft von Malaysia, findest du den aktuellen Fahrplan für die East Coast Line, auch für die Gegenrichtung mit Endhaltestelle Kuala Lumpur.

Tickets für den Dschungelzug

Wir haben die Tickets für den Jungle Train ein paar Tage vor der Abfahrt im Internet gebucht, ebenfalls auf der KTM-Seite. Du kannst ganz bequem mit der Kreditkarte zahlen und brauchst keinen Ausdruck des Tickets. Der Schaffner akzeptiert auch das E-Ticket auf dem Handy. Auf der Website siehst du direkt, wie viele Plätze noch frei sind. Ein Ticket beinhaltet immer auch eine Sitzplatzreservierung. Für Nachtfahrten kannst du ein Bett im Liegewagen reservieren.

Kalt ist es im Jungle Train – eine Jacke ist ein Muss.

Theoretisch kannst du auch direkt am Bahnhof ein Ticket bekommen. Bei uns war morgens vor sechs Uhr aber der Fahrkartenschalter in Kuala Lipis noch geschlossen. Daher war ich froh, die Fahrscheine vorab online gekauft zu haben. Wir haben pro Person 51 Ringgit (ca. 5 Euro) für ein Ticket für den Intercity von Kuala Lipis nach Wakaf Baharu bezahlt.

Sitzplatzauswahl im Jungle Train
Bei einer Fahrt Richtung Tumpat liegen die Sitzreihen 3, 5 und 7 direkt an einem breiten Fensterrahmen, du hast also schlechte Sicht. Besser sind die Reihen 4, 6 und 8. Ab Reihe 9 musst du rückwärts fahren. Die vordersten und die letzten Reihen im Zug sind die kältesten, weil du dort direkt unter der Klimaanlage sitzt. Aber auch der Rest des Zuges ist nicht viel wärmer – also Jacke mitnehmen!

Abfahrt ab Kuala Lipis

Als wir um halb sechs am Bahnhof in Kuala Lipis ankamen, war es noch stockfinster. Um diese Zeit fährt in dem kleinen Ort auch noch kein Taxi, sodass wir zu Fuß von unserem Hotel auf der anderen Flussseite zum Bahnhof laufen mussten. Die Bahngesellschaft empfiehlt, eine halbe Stunde vor Abfahrt am Bahnsteig zu sein, weil der Jungle Train nie auf die Minute pünktlich eintrifft. Bei uns bog er allerdings fast auf die Minute genau um 5:51 Uhr um die Ecke.

Beim Einstieg war ich überrascht: Ich hatte eine Holzklasse erwartet. Stattdessen empfing uns ein moderner Waggon mit bequemen Sitzen und sogar Fußstützen. Im Zug befand sich ein Speisewagen, und ein Bordservice kommt – wie bei der Deutschen Bahn – regelmäßig mit Snacks und Getränken vorbei. Wer hier Dschungel-Romantik erwartet, liegt falsch.

Der Komfort im Dschungelzug ist besser als erwartet.

Route von Kuala Lipis nach Wakaf Baharu

In der ersten Stunde sehen wir noch nicht viel von der Strecke, weil es noch zu dunkel ist. Erst ab 7 Uhr wird es heller, und der Nebel über dem Regenwald lichtet sich langsam. Die Sonne kämpft sich durch den Dunst, aber es bleibt trotzdem recht grau. Weil wir so früh aufstehen mussten, verschläft mein Mann Jochen die ersten paar Stunden, in denen es aber eh nicht viel zu sehen gibt.

Gegen halb zehn passieren wir ein paar hübsche Karstfelsen bei Merapoh, unserem ersten Stopp. Weitere Karstfelsen finden sich zwischen Kembubu und Dabong, rund zwei Stunden später. Der Rest der Fahrt führt durch mehr oder weniger dichten Wald, teilweise ist er abgeholzt und musste Palmölplantagen weichen.

Ein paar schöne Ausblicke bei Flussüberquerungen mit dem Jungle Train.

Der Zug legt ein recht flottes Tempo hin, sodass wir nur so am Regenwald vorbeirauschen. Hin und wieder kommen wir an ein paar einzelnen Häuser und recht gesichtslosen Ortschaften vorbei. Immer wieder überqueren wir Brücken, unter denen träge ein brauner Fluss hindurchfließt. Das letzte Drittel der Fahrt führt uns an Palmölplantagen und Reisfeldern vorbei. Um Punkt 12:14 Uhr kommen wir an unserem Ziel Wakaf Baharu an. Von dort geht es mit dem Taxi in den Ort Kota Bharu, wo wir eine Nacht bleiben wollen.

Lohnt sich die Fahrt mit dem Jungle Train?

Ich gebe zu: Ich war enttäuscht von der Fahrt und hatte mir mehr erwartet. Zum einen war der Zug viel zu schnell, als dass wir in Ruhe hätten den Regenwald genießen können. Die Bahn fährt oft sehr nah an den Bäumen vorbei, sodass wir außer viel Grün nicht viel gesehen haben. Die Ortschaften an der Strecke schienen recht ausgestorben zu sein, als wir daran vorbeifuhren, sodass wir auch vom Dorfleben nicht viel mitbekommen haben.

Selbst die Karstfelsen, das einzig Interessante an der Fahrt, sahen wir noch einmal, als wir später auf der Reise mit dem Bus an Merapoh vorbeikomme. Die Stopps an den acht Haltstellen des Schnellzugs waren moderne Städte, die vom Zug aus nicht so aussehen, als ob sie einen Aufenthalt lohnen. Alles in allem fand ich die Zugfahrt eine Zeitverschwendung, die uns zwei Urlaubstage gekostet hat. Eine direkte Fahrt vom Regenwald Taman Negara zu den Perhentians hätte ich im Nachhinein sinnvoller gefunden.

Ein moderner Intercity fährt die Strecke Kuala Lumpur – Tumpat.

Anders mag die Fahrt im Jungle Train Malaysia sein, wenn du den Bummelzug nimmst. Auf dieser Strecke werden offenbar ältere Züge eingesetzt, die weit weniger Komfort haben. Kaputte Sitze und Fensterscheiben sind nicht selten, einen Speisewagen gibt es nicht. James vom Blog Nomadic Notes war auch erst kürzlich mit einem der Bummelzüge unterwegs und berichtet von seiner Fahrt mit dem Jungle Train. Seine Tour klingt auf jeden Fall etwas abenteuerlicher als unsere.

Hast du eine Lieblings-Bahnstrecke? Erzählst du mir davon im Kommentar?

 

 

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