Norwegen: Tipps für die Reisevorbereitung

Du planst eine Reise nach Norwegen und brauchst dringend ein paar Tipps?

Dann geht es dir wie Monika vom Blog Entdecker(G)reise: Sie will mit dem Fahrrad nach Norwegen und fragte mich und ein paar weitere Norwegenreisende nach persönlichen Ratschlägen für die Reisevorbereitung. Nun, zu Fahrradreisen kann ich nichts sagen, da ich mit dem Auto unterwegs war. Darum also meine Tipps für Autoreisende. Los geht’s:

Welche Tipps kannst du mir aufgrund deiner eigenen Norwegen-Reiseerfahrung für meine Norwegenreise und Reiseplanung geben?

Norwegen ist ein einfach zu bereisendes Land. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, brauchst du gar nicht allzuviel vorzubereiten außer vielleicht die grobe Route. Fähren von Dänemark oder längere Fährpassagen wie etwa zu den Lofoten lassen sich wenige Tage im Voraus buchen und Unterkünfte meist am selben Tag. Selbst in der Hochsaison war es nie ein Problem, bis 17 Uhr eine Hütte auf einem Campingplatz zu bekommen – wenn abzusehen war, dass es später werden würde, habe ich zur Sicherheit auf dem angestrebten Campingplatz angerufen und eine Hütte reserviert.

Was in Norwegen nicht zu unterschätzen ist, sind die Entfernungen und die Geschwindigkeit, mit der du im Auto vorankommst. Es gibt im Land keine Autobahn. Auf den „Schnellstraßen“ kannst du maximal 80 oder 90 km/h fahren – in der Realität kommst du aber im Schnitt auf nicht mehr als 60 km/h, weil du ständig durch Orte fährst, auf eine Fähre warten oder auf kurviger Strecke abbremsen musst. Nicht zu vergessen die ganzen Fotostopps, um Bilder zu machen, die den Schnitt noch mal nach unten treiben …

Wir haben in vier Wochen ab Köln bis zu den Lofoten und zurück 6200 Kilometer zurückgelegt. Das war definitiv zu viel! Es gab Reisetage, an denen wir fast nur im Auto saßen. Wenn du also nur wenig Zeit hast, empfehle ich dir, dich auf den Süden des Landes zu beschränken.

Was sollte ich dort unbedingt gesehen und haben?

Das kommt darauf an, worauf du am meisten Lust hast:

  • Auf Städte wie Oslo oder Bergen?
  • Auf Fjorde, wie sie vor allem in Südnorwegen zu finden sind?
  • Auf Berge in Nationalparks wie Hardangervidda oder Jotunheimen?
  • Auf Flüsse und Seen an der Grenze zu Schweden?
  • Auf den rauen Norden mit seinem Nordkap?

Sehenswert ist jede Landschaft in Norwegen, und den einen, richtigen Tipp zu geben, ist unmöglich. Eine Reise reicht auf jeden Fall nicht aus, um die ganze Vielfalt des Landes zu erleben.

Ich plane einen Aktivurlaub in Norwegen. Wie sollte meine Kleidung beschaffen sein, insbesondere im Hinblick darauf, dass mir nur eine Packtasche zur Verfügung steht?

Da ich mit dem Auto in Norwegen unterwegs war, musste ich nicht auf jedes Gramm Gepäck achten. Aber auch bei nur einer Tasche sollte meines Erachtens die Grundausstattung für einen Aktivurlaub nicht fehlen. Meine Tipps für die Vorbereitung des Gepäcks:

  1. In Norwegen musst du immer damit rechnen, dass es plötzlich zu regnen beginnt. Daher ist eine Regenjacke ein Muss – am besten etwas Leichtes, das du bei Sonnenschein schnell in den Rucksack stecken kannst. Das Sonnenwetter kann sich nämlich schnell ändern – sowohl in den Bergen als auch am Meer.
  2. Wenn du im Inland in der Nähe von Seen unterwegs bist, empfehle ich im Sommer eine lange Hose und ein langärmeliges Hemd – Mückenalarm! Am Meer wurde ich von Mücken hingegen komplett verschont.
  3. Um flexibel zu sein, bin ich ein großer Fan von Zip-Hosen, die man in Sekundenschnelle in kurze oder lange Hosen umfunktionieren kann. Das spart viel Platz im Gepäck!
  4. Wanderschuhe sind beim Aktivurlaub natürlich ein Muss. Viele Wanderstrecken sind recht anspruchsvoll und mit Turnschuhen einfach zu gefährlich (auch wenn es viele leider immer wieder versuchen …).

Wie ist es mit Campen in Norwegen? Vielleicht sogar wild campen?

Ich bin kein Camping-Fan, deshalb kann ich zum Zelten in Norwegen nichts sagen. Ich habe trotzdem in Norwegen immer auf Campingplätzen übernachtet – und zwar in Hütten, wie sie auf vielen Campingplätzen zu finden sind. Es gibt diese Hütten von der Minimalausstattung (zwei bis vier Betten, ein Tisch, Stühle, ein Kühlschrank und eine Zweierkochplatte) bis zur Luxusvariante (inklusive eigenem Bad). In den günstigen Hütten gibt es oft nicht mal (Koch-)Geschirr oder Besteck, Bettedecken oder Bettwäsche – deshalb am besten alles mitnehmen, wenn du mit dem Auto unterwegs bist.

Für Zeltfreunde: Wild campen geht in Norwegen auch. Es gilt das sogenannte Jedermannsrecht, das es Campern erlaubt, überall zu zelten – außer in der Nähe von Häusern, dann brauchst du die Genehmigung der Bewohner. Wie die Wildcamper es mit Dusche und Toilette handhaben? Ich habe keine Ahnung, da musst du andere fragen …

Welche Lokale und Unterkünfte kannst du mir empfehlen?

In vier Wochen Norwegen habe ich kein einziges Restaurant besucht. Denn: Essen gehen in Norwegen ist einfach wahnsinnig teuer. Eine einfache Pizza kostet locker 30 Euro, und wenn es etwas Gutes sein soll, wird die Rechnung für zwei Personen schnell dreistellig … Daher haben wir jeden Abend in der Campinghütte selber gekocht. Frische Lebensmittel habe ich vor Ort gekauft, alles Haltbare (Nudeln, Reis, Tee, Honig, Konserven etc.) von zu Hause mitgebracht. Denn auch das Essen in den Supermärkten ist eine ganze Ecke teurer als in Deutschland.

Von den Unterkünften in Norwegen haben mir am besten die Rorbu auf den Lofoten gefallen: alte Fischerhäuser, die heute zu Ferienhäusern umgebaut sind. Sie sind meist sehr groß und komfortabel, bestens ausgestattet und liebevoll eingerichtet. Eine nette Abwechslung zu den meist spartanisch eingerichteten Campinghütten.

Welches Anreiseart ist zu bevorzugen und warum?

Ich würde immer mit dem eigenen Auto nach Norwegen fahren. Das ist war weit und braucht Zeit, hat aber viele Vorteile:

  • Du bist flexibel und kannst auch in entlegene Gebiete fahren, was mit öffentlichen Verkehrsmitteln  schwierig bis unmöglich ist.
  • Du kannst von Deutschland aus Lebensmittel und alles andere Notwendige für das Kochen und Übernachten in den Hütten mitnehmen (siehe oben).
  • Mietwagen sind in Norwegen extrem teuer, daher plädiere ich für das eigene Auto. Wenn du trotzdem erwägst, zum Beispiel in den Norden zu fliegen und dort einen Wagen zu mieten, um die lange Anreise zu sparen, mein Tipp: Nimm einen Flug nach Nordschweden, buche dort einen Mietwagen und fahre über die Grenze – das ist um einiges günstiger als der Flug nach und das Mietauto in Norwegen.

Was hat dir bei Deiner Norwegen-Reise besonders gut gefallen?

Besonders beeindruckt haben mich die Lofoten: eine bergige Inselkette in Nordnorwegen, deren zum Teil nur ganz kleine Inseln mit unzähligen Brücken miteinander verbunden sind. Auf den Lofoten gibt es zahlreiche Fischerdörfer mit den typischen roten Holzhäuschen und malerischen Fischerbooten. Es gibt feine Sandstrände, Wasser in karibischen Farben, spektakuläre Wanderrouten und die Chance, Wale direkt vor der Küste zu sehen. Die Lofoten sind eine eigene Welt für sich und allein schon eine Reise nach Norwegen wert.

Wenn du noch mehr über meine Reise durch Norwegen wissen willst, empfehle ich dir meinen Routentest: 4 Wochen durch Norwegen.

Haben dir meine Tipps für die Reisevorbereitung geholfen? Welche Ratschläge hast du noch für eine Norwegenreise auf Lager? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Und Monika wünsche ich natürlich viel Spaß auf ihrer Fahrradtour durch Norwegen!

 

 

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7 Kommentare

  • Super, danke für die wertvollen Tipps. Wir wollen auch mit dem Auto durch Norwegen reisen. Hast du vielleicht eine Info über Spritkosten und einen Rat? Dafür wären wir sehr dankbar. Das kann man nämlich vor der Reise schwer einschätzen. LG

  • Als Alternative zur Fährlinie Frederikshavn – Oslo bietet sich die Linie Hirtshals (DK) – Langesund (N) an. Von Langesund nach Oslo ist es nicht übermäßig weit und man kann ggf. sogar die Citymaut für Oslo sparen, wenn man nicht nach Oslo will und vorher gen Norden abbiegen.

  • Nett ist auch, wenn die letzte Fähre schon weg ist und man entgegen aller Planung um die ganze Bucht herumfahren muss, um den Campingplatz zu erreichen …
    Außerdem haben wir nirgends H-Milch bekommen, die leckere frische Milch, die ich mir morgens auf den Campingplätzen für mein Müsli kaufte, war am nächsten Morgen durch das Schütteln im Auto immer sauer. 🙂 Ich würde beim nächten Mal also ein paar Milchkartons ins Auto packen.

    • Hihi, Milch haben wir uns wegen fehlender Kühlmöglichkeit (und 28 Grad Tagestemperatur) weitgehend verkniffen. Allenfalls eine Halblitertüte, die wir dann sofort aufgebraucht haben, haben wir uns mal gegönnt …

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