Hütten mieten in Norwegen – meine Tipps

Vier Wochen sind wir durch Norwegen gereist – und fast jeden Abend haben wir auf einem anderen Campingplatz übernachtet. Und das ich, als Campingmuffel? Auf jeden Fall! Denn auf Campingplätzen in Norwegen findest du nicht nur Zeltstellplätze, sondern auch Hütten mit richtigen Betten. Für mich also genau die richtige Art der Unterkunft: nah an der Natur, aber trotzdem keine Rückenschmerzen am nächsten Morgen. Was solltest du wissen, wenn du in Norwegen eine Hütte mieten willst?

Wo findest du Hütten in Norwegen?

Eigentlich an jeder Ecke. Wir sind einfach durch die Gegend gefahren, und alle paar Kilometer fanden sich Hinweisschilder auf einen Campingplatz. Wenn diese auch Hütten im Angebot haben, dann findet sich auf dem Schild ein Hüttensymbol. Falls du lieber vorplanen möchtest: Einen Katalog (zum Bestellen oder als PDF-Download) mit sämtlichen Campingplätzen und deren Hütten gibt es auf der Seite Camping.no.

Hütten in Norwegen stehen meist mitten in der Natur – wie hier am Geirangerfjord.

Die Campingplätze sind nach einem Sternesystem von 1 bis 5 bewertet. Die Ausstattung der Hütten ist aber davon unabhängig: Ein Zwei-Sterne-Platz kann also auch Vier-Sterne-Hütten haben – und umgekehrt.

Neben den Campingplatz-Hinweisen haben wir auch hin und wieder Schilder mit der Aufschrift „Hytter“ gesehen. Dabei handelt es sich meist um Privatvermietungen. Auch das haben wir ein paarmal ausprobiert und wurden nicht enttäuscht.

Spontane Suche nach einer Hütte für die Nacht?

Viele fragen sich, ob sie bei ihrer Norwegen-Rundreise spontan auf die Suche nach einer Hütte gehen können. Meine Erfahrung: Selbst in den Sommerferien, also in der Hochsaison, war es kein Problem, auf den Campingplätzen eine Hütte zu bekommen. Voraussetzung: Du kommst vor 16 Uhr am Campingplatz an. Dann fragst du nach freien Hütten, bekommst mehrere Schlüssel, kannst dir die Optionen anschauen und dich entscheiden.

Auf der Insel Leka gibt es Stein- statt der sonst üblichen Holzhütten.

Wird es voraussichtlich später, rufst du am besten im Laufe des Tages beim angepeilten Campingplatz an und lässt dir eine Hütte reservieren. In beliebten Gebieten, etwa in Fjord-Norwegen, waren die Hütten auf den Campingplätzen schneller belegt als weiter nördlich im Land. Wenn ein Campingplatz voll war, sind wir aber meist einfach zum nächsten gefahren. Oder haben halt vorher reserviert.

Wie sind Hütten in Norwegen ausgestattet?

Genau wie die Campingplätze werden auch die Hütten in Norwegen mit Sternen beurteilt. Ein Stern bedeutet, es gibt in der Hütte einen Raum „mit notwendiger Einrichtung“. Das bedeutet im einfachsten Fall: ein Bett, ein Tisch und Stühle. Sonst nichts. Dusche und WC teilst du dir mit anderen Campingplatzbewohnern.

Bei zwei Sternen erhältst du schon Strom, Licht, eine Heizung, einen Kühlschrank und eine Kochplatte dazu. Drei Sterne versprechen ein abgetrenntes Schlafzimmer oder fließendes Wasser in der Hütte. Vier Sterne heißt warmes und kaltes Wasser sowie ein eigenes Bad, Geschirr und Töpfe sind vorhanden. Bei fünf Sternen erwartet dich Hotelstandard mit Einrichtungen, die eine Selbstversorgung ermöglichen. Fünf-Sterne-Hütten sind aber nur selten.

Manchmal sind die Hütten ganz liebevoll eingerichtet … (Foto: Jochen Hafner)

Es wird übrigens erwartet, dass jeder die Hütte nach seinem Aufenthalt selber putzt. Besen, Aufnehmer und Lappen sind vorhanden. Ich war überrascht, wie gut das funktioniert hat – wir haben nicht ein einziges Mal eine dreckige Hütte vorgefunden. Für die Hütten der oberen Kategorie musst du in der Regel eine Endreinigung bezahlen und brauchst nicht selber zu putzen.

Praktisch sind auch die Gemeinschaftsräume, die es auf manchen Campingplätzen gibt. Hier kannst du dich gut bei schlechtem Wetter aufhalten. Manchmal stehen auch gut eingerichete Gemeinschaftsküchen zur Verfügung – das ist meist einfacher als die zwei kleinen Kochplatten in den Hütten.

Was solltest du für einen Hüttenurlaub mitbringen?

Wir hatten meistens Hütten der Kategorie zwei. Uns haben ein Bett, Tische, Stühle und eine Kochgelegenheit plus Kühlschrank ausgereicht. Da bei dieser Kategorie Geschirr und Töpfe oft nicht dabei sind, haben wir uns eine kleine Küchenausstattung von zu Hause mitgebracht: einen Topf, eine Pfanne, zwei Teller, zwei Tassen, Besteck sowie ein scharfes Messer und ein Schneidebrett. Damit sind wir vier Wochen lang bestens zurechtgekommen. Auch Spülmittel, Spülbürste und Küchentücher solltest du für den Abwasch dabei haben.

… oft sind sie jedoch eher schlicht ausgestattet. (Foto: Jochen Hafner)

Wenn du in den günstigen Hütten übernachten willst, solltest du zudem einen Schlafsack oder eine Decke und ein Bettlaken sowie einen Kopfkissenbezug mitnehmen. Bettdecken sind nämlich nicht überall vorhanden. Du kannst zwar auch alles ausleihen, ebenso wie Bettwäsche, aber das geht mächtig ins Geld. Ich habe vereinzelt davon gehört, dass es in den Hütten Bettwanzen geben kann, die vorherige Bewohner eingeschleppt haben. Es kann also nicht schaden, vor dem Beziehen der Hütte die Matratzen auf Spuren zu überprüfen.

In den günstigen Hütten wirst du oft die Gemeinschaftsbäder nutzen. Gut zu wissen: Für die Duschen musst du in der Regel bezahlen. Also immer etwas Kleingeld dabeihaben – und natürlich Flipflops für die Hygiene. Auf allen Campingplätzen, auf denen wir waren, waren die Duschen und Toiletten übrigens sehr sauber.

Fazit: Auch wenn die meisten Hütten, in denen wir waren, sehr einfach eingerichtet waren, würde ich jederzeit wieder eine Hütte in Norwegen mieten. Hotels in Norwegen sind meist wesentlich teurer – und selten mitten in der Natur, so wie es bei den Campingplätzen der Fall ist.

Hast du weitere Fragen zum Hüttenurlaub in Norwegen? Oder hast du selber schon in Hütten in Norwegen übernachtet? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

Nobody is perfect … Wenn du einen Rechtschreibfehler in meinem Text gefunden hast, benachrichtige mich doch bitte, indem du den Fehler mit dem Cursor markierst und dann Strg + Eingabetaste (auf dem Mac Ctrl + Enter) drückst. Danke! (Funktioniert nur am Desktop, nicht mobil)

Dir gefällt dieser Beitrag? Dann teile ihn doch:

4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.