Peru: Wandern im Colca Canyon

Der Ort Oasis ist eine wahre Oase im Colca Canyon.

Wandern in Peru ist eine Herausforderung. Vor allem wenn man wie ich nicht die Höhen gewohnt ist. Aber ich habe mich trotzdem an eine Wanderung in den Anden herangetraut: Drei Tage lang waren wir im Colca Canyon bei Arequipa zu Fuß unterwegs. Viele machen die Wanderung durch den Colca Canyon in zwei Tagen – ich war froh, dass wir es gemütlich angegangen sind.

Von Arequipa nach Cabanaconde

Wir starten ganz früh morgens in Arequipa. Unsere Wanderführerin Sara holt uns vom Hotel ab, und wir fahren zusammen zum Busbahnhof. Drei Stunden dauert die Fahrt nach Chivay. Dort steigen wir um in den nächsten Bus und fahren noch einmal zwei Stunden weiter bis Cabanaconde, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung im Colca Canyon. Nach der langen Fahrt haben wir uns ein Mittagessen verdient – inklusive einer Inca Kola, die nach Kaugummi schmeckt.

Wanderführerin Sara erwartet uns am Start der Colca Canyon Tour. (Foto: Jochen Hafner)

1. Etappe: Hinunter in den Colca Canyon

Dann geht es endlich los. Wir beginnen mit unserer Wanderung auf 3300 Höhenmetern. Das Laufen fällt mir schwer, alle paar Meter geht mir die Puste aus. Die Luft in dieser Höhe ist trocken, gleichzeitig brennt uns die Sonne auf den Kopf. Das Ziel für den heutigen Tag haben wir schon im Blick: 1000 Meter unter uns liegt der Río Colca.

Sieht gar nicht so weit aus, aber ich ahne, dass es nicht einfach werden wird. Der Weg ist übersät von spitzen Steinen. Rechts neben mir geht es mehrere Hundert Meter steil in die Tiefe. Immer wieder begegnen uns vollgepackte Mulis, und wir müssen uns an die Wand drängen, damit uns die Tiere nicht über den Abgrund schubsen.

Die Höhe, die Sonne, die Anstrengung sind zu viel für mich: Unten angekommen freue ich mich nur noch auf eine kalte Dusche und falle erschöpft ins Bett unserer ersten Unterkunft, dem Hostel Gloria direkt hinter der Brücke.

Hinter der Brücke wartet eine kalte Dusche auf mich.

2. Etappe: Durch den Colca Canyon

Am nächsten Morgen geht es mir bedeutend besser. Die Aussicht auf eine gemütliche Etappe lässt meine Stimmung steigen. Es gibt Pfannkuchen zum Frühstück, anschließend passieren wir die Gärten des Dorfes San Juan Chuccho. Am Wegesrand verkauft eine junge Frau uns ein paar Kaktusfeigen, ihre Tochter schaut uns neugierig hinterher.

Die letzten drei Stunden der heutigen Tagesetappe geht es nur noch bergab. An einer Felswand gehen wir im Zickzack hinunter nach Oasis: eine kleine Oase mit Palmen und ein paar kleinen Hostels mit Swimmingpools. Wir genießen den Nachmittag und gehen früh schlafen, denn am nächsten Morgen heißt es um 2 Uhr schon wieder: Auf in die Wanderschuhe.

Kaktusfeigen und Erfrischungen am Wegesrand.

3. Etappe: Aufstieg aus dem Colca Canyon

Wir beginnen im Dunkeln den steilen Aufstieg nach Cabanaconde. In spätestens vier Stunden müssen wir die 1000 Höhenmeter hinter uns bringen, denn um 6 Uhr fährt unser Bus, den wir nehmen wollen. Anfangs leitet uns der Vollmond den Weg. Als wir jedoch um eine Felswand herumlaufen, wird es stockfinster, sodass wir auf den unebenen Steintreppen die Taschenlampen bemühen müssen. Blöd nur: Meine Taschenlampe funktioniert nicht mehr. Mein Partner ist so nett und leuchtet mir den ganzen Weg, obwohl er eigentlich ein viel schnelleres Schritttempo hat als ich (mit ein Grund, warum ich ihn ein paar Jahre später geheiratet habe …).

Der Mond hat uns in der Nacht gerettet.

Kondore im Colca Canyon

Wir schaffen es tatsächlich, pünktlich zur Abfahrt des Busses in Cabanaconde anzukommen. Ein paar Kilometer später steigen wir schon wieder aus. Haltestelle: Cruz del Condor. Hier warten schon Scharen von Touristen auf die Kondore, die die warme Morgenluft aus dem Canyon nutzen, um Auftrieb zu bekommen. Zahlreiche Peruanerinnen ergreifen die Chance, ihre Handarbeiten an den Mann und die Frau zu bringen.

Wir haben an dem Morgen leider Pech: Kein Kondor steigt heute aus dem Canyon empor. Nur ganz in der Ferne ist einer der mächtigen Vögel zu entdecken – von unserem Aussichtspunkt aus hätte es auch ein Rabe sein können, so winzig wirkt er. Etwas enttäuscht steigen wir in den nächsten Bus, der uns wieder nach Chivay bringt. Bevor es zurück nach Arequipa geht, gönnen wir unseren Muskeln noch ein Bad in den heißen Quellen des Thermalbads La Calera. Ein schöner Ausklang einer tollen, aber auch anstrengenden Wanderung durch den Colca Canyon.

Viele Handarbeiten am Cruz del Condor. (Foto: Jochen Hafner)

Uff, welches war deine anstrengendste Wanderung? Verrätst du es mir in den Kommentaren?

 

 

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