Route im Test: 1 Woche durch Estland

Als ich im Internet nach Informationen über Estland gesucht habe, habe ich meist nur Berichte über die Hauptstadt Tallinn gefunden. Doch Estland hat noch viel mehr zu bieten. Da wir ja lieber in der Natur als in Städten unterwegs sind, habe ich mir für unseren Roadtrip durch Estland viele Ziele ausgesucht, die fernab von Städten liegen.

Reisezeit und Reisedauer

Wir wollten in den Osterferien reisen und hatten eine gute Woche Zeit. Eine Anfahrt mit dem eigenen Auto hätte sich also nicht gelohnt, weil zwischen Deutschland und Estland 1800 Kilometer liegen. Also sind wir nach Tallinn geflogen und haben dort einen Mietwagen genommen.

In einer Woche kannst du in Estland schon viel machen. Denn die Entfernungen im Land sind nicht so groß. Von Tallinn im Norden bis nach Võru im Südosten dauert die Fahrt gerade mal drei Stunden, von Narwa im Nordosten bis zum Fährhafen Virtsu ganz im Westen sind es vier Stunden. Wir haben in den acht Tagen von Mittwoch bis zur folgenden Woche Donnerstag im Prinzip das ganze Land durchquert und sind bis auf den Südosten überall gewesen.

Unsere Route für einen einwöchigen Trip durch Estland

Was war gut?

Auch wenn es sich viel anhört: Die Entfernungen zwischen den einzelnen Zielen waren gut zu meistern, sodass immer noch genug Zeit für Aktitivitäten blieb. Wir saßen an keinem Tag länger als drei Stunden im Auto, um von einem Übernachtungsort zum anderen zu gelangen. Insgesamt sind wir inklusive der Tageskilometer für die Besichtigung verschiedener Orte in der einen Woche 1500 Kilometer gefahren.

Für Tallin hatten wir bewusst nur einen halben Tag – nach unserer Ankunft zur Mittagszeit – eingeplant. Sicherlich kannst du problemlos mehrere Tage in Tallinn verbringen, aber uns reichten die paar Stunden, um ein bisschen durch die Altstadt zu schlendern. Die wenige Zeit, die wir hatten, wollten wir lieber in der Natur verbringen.

Zwei Übernachtungen auf der Insel Saaremaa haben uns auch genügt. Gern hätten wir noch in den Nationalpark Vilsandi auf der Insel besucht, was mehr Zeit beansprucht hätte. Aber leider hat das Besucherzentrum des Nationalparks am Wochenende geschlossen – und wir waren ausgerechnet an einem Wochenende dort. Ohne Infos aus dem Besucherzentrum kommt man offenbar nirgendwo auf eigene Faust in den Nationalpark hinein, um dort ein bisschen spazieren zu gehen.

Zwei Nächte in Soomaa fand ich auch angemessen, weil wir schon allein einen halben Tag für die Kayak-Tour gebraucht haben. Willst du in Soomaa nur auf einem der Wanderwege den Nationalpark erkunden, reicht auch eine Nacht.

Was hätten wir besser machen können?

Alles in allem hat mir die Aufteilung der Übernachtungen gut gefallen – auch wenn es natürlich etwas anstrengend ist, fast jeden Abend woanders zu sein. Aber bei nur einer Woche war es kaum anders möglich.

Im Nationalpark Lahemaa am Ende der Reise hätten wir sicherlich noch eine Nacht länger bleiben können, da es dort viel zu entdecken gibt. Aber dazu reichte die Zeit nicht aus. Zum Glück ging unser Flieger nach Hause erst abends, sodass wir den Abflugtag noch gut für zwei Wanderungen nutzen konnten. Die Fahrt vom südlichen Lahemaa zum Flughafen dauert nur eine knappe Stunde.

Prinzipiell war die Reisezeit über Ostern etwas schwierig. Die Saison beginnt in Estland erst im Mai, sodass viele Hotels und die meisten Restaurants noch geschlossen haben. Wir wollten uns auf unserer Rundreise nicht selbst versorgen, deshalb waren wir auf Frühstück im Hotel und ein Restaurant am Abend angewiesen.

In Tallinn und Kuressaare ist es zu der Jahreszeit kein Problem, etwas zu essen zu bekommen. Von Sooma aus mussten wir 45 Minuten bis zur nächsten Stadt Viljandi fahren, und auch dort gab es gerade einmal zwei geöffnete Restaurants. In Võsu, dem größten Ort im Lahemaa Nationalpark, hatte ein einziges Restaurant geöffnet, im Umkreis gibt es keine Alternativen.

Bei der Auswahl an Unterkunftsorten solltest du je nach Jahreszeit also darauf achten, ob es Möglichkeiten zur Verpflegung gibt. Auch Supermärkte sind nicht allzu weit verbreitet, sodass auch Selbstversorger genau planen müssen, wo sie sich versorgen können. Es war gut, dass ich alle Unterkünfte vorgebucht hatte, denn das Netz an Hotels in Estland ist nicht sonderlich dicht.

Mein Fazit: Acht Tage in Estland reichen aus, um einen guten Überblick über das Land zu bekommen. Um auch noch den Südosten zu sehen und an der einen oder anderen Stelle länger zu verweilen, wären wanhrscheinlich zwei Wochen optimal gewesen.

Ich fände es ganz toll, wenn du in den Kommentaren einen Link oder eine Beschreibung zu deiner eigenen Route durch Estland posten würdest. Dann können sich unsere Leser ihre persönliche Lieblingsroute zusammenstellen. 

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie „Routen im Test“:

 

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8 Kommentare

  • Liebe Sabine,

    das ist ein toller Einstieg für mich – werde mir gleich mal ein Lesezeichen setzen, bis ich irgendwann – hoffentlich – selbst nach Estland komme. Die Kritik der Kommentatorin Sabine kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt ja immer mehr zu sehen, als dass ein Urlaub ausreichte. Nicht umsonst bittest Du schließlich um Verlinkungen. Von meiner Seite also: Vielen Dank und liebe Grüße, Stefanie

  • Estland kenne ich auch noch nicht. Diese nordischen Länder mag ich lieber im Sommer, da ist, wie Du schreibst, sicher mehr an Infrastruktur. Dass der Nationalpark Vilsandi ohne Anmeldung im Besucherzentrum nicht möglich ist, ist auch ein guter Hinweis.
    Gute Recherche und schöne Tipps, danke!

    • Danke Dir, Barbara. Ein bisschen mehr wird es im Sommer schon sein. Aber ganz ehrlich? Auf dem Land habe ich auch kaum Restaurants gesehen. Sooo viel Unterschied wird es wohl dann auch nicht sein. Ist halt ein sehr dünn besiedeltes Land.

  • Also Estland hat deutlich mehr zu bieten… Tartu die Universitätsstadt, der Lahemaa Nationalpark mit dem unglaublichen Küsten und Mooren. Pärnu das Seebad Estland im Sommer, die Insel Keanu..der Bericht ist nicht wirklich gut, sorry. Ich bin ein Estland Fan…..

    • Hallo Sabine, ich gebe in diesem Beitrag keinen Überblick, was man alles in Estland machen kann, sondern was wir gemacht haben. Wie du vielleicht gelesen hast, haben wir bewusst auf Städte verzichtet, weil wir Reisen in die Natur bevorzugen. Daher waren wir nicht in Tartu und Pärnu (wobei wir in Pärnu sogar kurz zu Abend gegessen haben, bevor es nach Soomaa weiterging). In Lahemaa waren wir zwei Tage, wie oben geschrieben steht. Und neben Saaremaa haben wir keine weitere Insel geschafft. Wir hatten ja nur eine Woche, da muss man halt Prioritäten setzen.

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