Nationalpark Lahemaa: Tipps fürs Wandern

Der Nationalpark Lahemaa ist nur eine knappe Stunde von Tallinn entfernt und daher einer der am meisten besuchten Nationalparks in Estland. Wir waren zwei (halbe) Tage in Lahemaa und haben in dieser Zeit einiges gesehen. Was mir gut gefallen hat: Es viele Möglichkeiten zum Wandern. Eine detaillierte Wanderkarte erhältst du im Nationalparkzentrum in Palmse, wo du bei Interesse direkt auch den am besten erhaltenen Gutshof des Nationalparks anschauen kannst.

Uns war eher nach Wandern zumute. Dies sind meine Highlights unserer Wanderungen im Nationalpark Lahemaa:

Wandern an der Küste bei Käsmu

Unser Hotel haben wir in Võsu. Das ist eine gute Wahl, denn im April ist im Nationalpark noch vieles geschlossen. Auch im bei Urlauber beliebten Võsu hat gerade mal ein einziges Restaurant geöffnet. Der zweite Vorteil von Võsu: Es ist nur ein Katzensprung von Käsmu entfernt. Käsmu gilt mit seinen zahlreichen Holzvillen als eines der schönsten Dörfer Estlands.

Hübsche Villa in Käsmu.

Wir sind aber nicht zum Häuserschauen hergekommen, sondern um eine schöne Wanderung am Strand von Käsmu zu machen. Am Ortsende befindet sich ein Parkplatz, von dem aus du an den Strand gelangst. Als erstes wird dir eine kleine Insel am Ende des Waldweges auffallen: Saartneme. Hier brüten im Frühling zahlreiche Vögel. Deshalb ist der Zugang zur Insel, die bei Niedrigwasser über einen Damm mit dem Festland verbunden ist, zwischen dem 1. April und dem 15. Juli verboten. Wir hören also nur von weitem die vielen verschiedenen Vogelarten und sehen auch nur einige von ihnen.

Zur weiteren Wanderung wenden wir uns nach links den Strand entlang. Theoretisch kannst du auf Strand und Waldwegen mit vielen Ausblicken aufs Meer bis zu den Felsblöcken auf der Nehrung Palganeeme laufen. Wir haben nicht soviel Zeit und biegen daher auf halber Strecke in den Wald ab. Hier führt ein schöner Waldweg zurück zum Dorf Käsmu.

Wandern auf dem Naturwaldpfad Oandu

Von Võsu aus Richtung Osten kommst du nach Oandu. Hier befindet sich nicht nur ein weiteres Besucherzentrum, sondern es beginnt auch der Naturwaldpfad Oandu. Zunächst geht es durch angepflanzten Fichtenwald, wie du ihn in Estland häufig siehst. Doch schon bald beginnt der Altwald. Hier liegen umgefallene Baumstämme wild durcheinander. Spechte erfreuen sich an dem Totholz, Moose und Flechten klammern sich an die bis zu 150 Jahre alten Stämme. Ein Holzbohlenweg mit einigen Brücken führt im Zickzack durch den Altwald.

Durch den Altwald bei Oandu.

19 Hinweisschilder erklären, was gerade zu sehen ist. Spannend finde ich zum Beispiel die Spuren des Harzabbaus. Aber auch Kratzer von Elchen, die ihre Geweihe an den Stämmen gerieben haben, und Spuren von Wildschweinen sind zu entdecken. Der knapp fünf Kilometer lange Pfad wird auf jeden Fall niemals langweilig.

Spuren vom Harzabbau.

Wandern durch das Hochmoor Viru

Direkt an der Autobahn, die südlich am Nationalpark Lahemaa vorbeiführt, liegt das Hochmoor Viru. Entsprechend viel ist hier los, als wir auf dem Parkplatz ankommen. Aber zum Glück verläuft es sich schnell – die meisten Besucher werfen offenbar nur einen kurzen Blick auf das Moor. Wir hingegen haben uns die große Runde vorgenommen.

Mystischer Moorsee in Viru.

Vom Parkplatz aus geht es durch ein kurzes Waldstück bis zum ersten Moorsee. Das Wasser ist trüb, gespenstisch ragen ein paar Äste aus dem Tümpel. Bald darauf beginnt schon der barrierefreie Holzbohlenweg, der bis zum Aussichtsturm führt. Von oben haben wir einen schönen Blick über die unzähligen großen und kleinen Seen des Hochmoors Viru.

Unzählige Moorseen im Hochmoor Viru.

Nach dem Aussichtsturm wird der Weg schmaler und führt an weiteren Moorseen vorbei. Der Rückweg vom Ende des Moores durch einen Wald geht über Stock und Stein. Alles in allem eine schöne, rund 5,5 Kilometer lange Wanderung durchs Moor – das ich ja spätestens seit unserer Moorschuhwanderung in Marimetsa ins Herz geschlossen habe.

Was du sonst noch in Lahemaa machen kannst

Neben dem bereits erwähnten Gutshof Palmse gibt es ein weiteres gut erhaltenes Herrenhaus: Sagadi. Sowohl in Palmse als auch in Sagadi ist ein Hotel, ein Restaurant und ein Museum eingerichtet. Das Gleiche gilt für den Gutshof Vihula. Recht baufällig hingegen, aber trotzdem interessant anzusehen ist der Gutshof Kolga, in dem es nur ein Museum gibt.

In der Nähe von Oandu lohnt zudem ein Abstecher nach Altja, wo es am Ende der Straße, die für Fahrzeuge gesperrt ist, ein hübsches Ensemble von Fischerschuppen steht.

Fischerschuppen in Altja.

Auf der Halbinsel im Westen von Lahemaa liegen diverse Findlinge. In Suurpea kannst du noch Plattenbauten aus der Sowjetzeit sehen. Und in Viinistu hat der frühere ABBA-Manager ein Kunstmuseum errichtet. Für diese Halbinsel reichte unsere Zeit allerdings nicht mehr.

Warst du auch schon mal in Lahemaa? Was hast du dir dort alles angeschaut? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

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