Route im Test: 10 Tage durch Irland

Über Ostern sind wir zehn Tage nach Irland gereist, um uns die Westküste anzuschauen. Wir sind nach Dublin geflogen, haben dort unseren Mietwagen abgeholt und sind direkt in den Südwesten nach Kinsale, südlich von Cork, gefahren. Von dort aus haben wir die Westküste mit ihren vielen Halbinseln erkundet. Von Connemara aus ging es schließlich zurück nach Dublin.

Mein letzter Irland-Besuch liegt schon mehr als 20 Jahre zurück: Als ich 1991/92 ein Jahr in Wales gelebt habe, bin ich zweimal nach Irland übergesetzt. Vor allem die Westküste hat mich damals schwer beeindruckt. Mittlerweile wird die Strecke von Kinsale bis in den hohen Norden nach Derry als „Wild Atlantic Way“ vermarktet: über 2600 Kilometer, fast immer direkt am Meer entlang! Wir sind in den zehn Tagen insgesamt 1700 Kilometer gefahren, inklusive der Fahrt von und nach Dublin.

Übernachtet haben wir ausschlißelich in Bed & Breakfast-Unterkünften. Zimmer zu finden, war trotz der Osterferien kein Problem – es war ohnehin wenig los zu dieser Jahreszeit. Drei-Sterne-B&Bs haben pro Nacht im Schnitt 60 bis 65 Euro gekostet (inklusive einem imposanten Irish Breakfast oder einem nicht minder guten Continental Breakfast).

Unsere Route für einen zehntägigen Trip durch Irland

  • 1 Übernachtung in Dublin; Fahrt über die Autobahn nach Kinsale
  • 1 Übernachtung in Kinsale; Besuch des Mizen Head
  • 1 Übernachtung in Bantry; Fahrt über die Beara-Halbinsel
  • 2 Übernachtungen in Killarney; Besuch des Killarney National Parks und Fahrt über die Dingle-Halbinsel
  • 1 Übernachtung in Glin; Klippenspaziergang in Kilkee und Besuch der Klippen von Moher
  • 1 Übernachtung in Ballyvaughan; Fahrt durch den Burren
  • 1 Übernachtung in Clifden; Fahrt durch Connemara
  • 1 Übernachtung in Oughterard; Besuch der Klosteranlage Clonmacnoise; Spaziergang durch Dublin
  • 1 Übernachtung in Dublin; Abflug

Was war gut?

Nach Dublin zu fliegen und von dort aus die Westküste zu erkunden, war eine gute Entscheidung, denn so groß sind die Entfernungen nicht, wenn du auf der Autobahn fährst: Von Dublin nach Kinsale haben wir gut drei Stunden gebraucht, von Connemara zurück nach Dublin nur unwesentlich mehr. Daher war eine Rundtour ab/bis Dublin gut machbar. Die Rückfahrt zu einem Flughafen im Westen Irlands wäre aufgrund fehlender Autobahnen komplizierter gewesen.

Auch dass wir uns auf die Westküste konzentriert haben, war sinnvoll, denn dort gibt es so viele schöne Ecken zu entdecken und zu erfahren, dass zehn Tage lange nicht ausgereicht haben, um alles zu sehen. Wir hätten gern auch noch die Landesteile weiter nördlich besucht, wie etwas Donegal, aber das hat zeitlich einfach nicht mehr gepasst.

Den Ring of Kerry, den Touristenmagnet schlechthin im Westen, haben wir bewusst ausgelassen. Zum einen, weil ich auf verschiedenen Blogs (etwa bei Michael von Erkunde die Welt) gelesen habe, dass er nicht so überwältigend sein soll. Zum anderen, weil sogar unsere B&B-Vermieterin davon abgeraten hat – Beara und Dingle seien um einiges schöner, so ihr Urteil.

Was hätten wir besser machen können?

Bei Aer Lingus hatte ich recht kurzfristig einen günstigen Flug gebucht: Dienstagabend hin, Freitagmorgen zurück. Beides entpuppte sich als eine schlechte Entscheidung: Am Dienstagabend kamen wir so spät an, dass wir nur noch in die Unterkunft fahren und ins Bett gehen konnten, und am Freitagmorgen mussten wir so früh aufstehen, dass wir nicht mal Frühstück bekamen. Das Geld für die erste und die letzte Nacht hätten wir also genauso gut in einen Flug zu vernünftigen Zeiten stecken können. Ja, solche Fehler passieren sogar mir als Vielreisende noch …

Die Fahrt nach Mizen Head und um die Beara Halbinsel waren ganz schön, aber so richtig spektakulär wurde die Strecke erst ab Killarney. Das nächste Mal würde ich also direkt von Dublin nach Killarney fahren und die gewonnene Zeit lieber in einen längeren Aufenthalt in Connemara und in Dingle stecken und dort auch mal wandern gehen.

Ohnehin ist das Laufen in den zehn Tagen ein bisschen zu kurz gekommen: Wir saßen doch recht viel im Auto und sind – bis auf ein paar Ausnahmen – oft nur kurz ausgestiegen, um Fotos zu machen. Am Wetter lag es nicht, denn damit hatten wir wahnsinniges Glück: Geregnet hat es immer nur, wenn wir im Auto saßen und weniger interessante Strecken gefahren sind. Sobald die Landschaft schön wurde und wir zum Fotografieren oder auch mal zum Laufen ausgestiegen sind, kam die Sonne raus. Und zwar ohne Ausnahme! Wir mussten am Ende schon selber über soviel Wetterglück lachen. Und da sage noch einer, in Irland würde es ständig regnen …

Hier geht es zu den einzelnen Etappen unserer Reise:

Etappe 1: County Cork

Etappe 2: County Kerry

Etappe 3: County Clare

Etappe 4: County Galway

Ich fände es ganz toll, wenn du in den Kommentaren einen Link oder eine Beschreibung zu deiner eigenen Route durch Irland posten würdest. Dann können sich unsere Leser ihre persönliche Lieblingsroute zusammenstellen. 

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie „Routen im Test“:

 

 

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12 Kommentare

  • (Hab gerade entdeckt, dass ich nochmal versuchen wollte den Kommentar abzuschicken, mal sehen, ob es diesmal klappt)
    Das mit den Air Lingus Flügen kenne ich, wir hatten da ein ähnliches Problem, zumindest auf dem Hinflug, als wir das Halloween Wochenende 2014 in Irland waren(, den Bericht dazu hab ich leider immer noch nicht geschafft abzutippen und fertig zu machen…).

    Für die erste Nacht hatten wir uns ein B&B in Navan gemietet, weil wir egtl. da in der Nähe noch zu einer Samhain-Prozession wollten, aber dadurch, dass wir uns ständig verfahren haben und es auch einige Verzögerungen zu Anfang gab, hat dass dann nicht mehr geklappt (s. auch: hier).
    Auf dem Rückweg nach Dublin sind wir dann nach Tara und Newgrange – auch wenn letzteres doch schon eher Touristen-Attraktion ist, aber wir hatten Glück, dass zu dem Zeitpunkt, wo wir da waren nicht allzu viele da waren.
    Landschaftsmäßig hatten wir auf der Strecke natürlich nicht sonderlich viel zu sehen und wir haben auch versucht uns von den Maut-Straßen fern zu halten, aber es war trotzdem eine interessante Erfahrung (vor allem das Links fahren >_<).

    Den Rest des Wochenendes haben wir dann in Dublin verbracht und sind da eher durch die Gegend gelaufen als gefahren. 🙂

  • Liebe Sabine,

    eine schöne Route. Beara Halbinsel und Mizen Head hat bei uns leider noch nicht geklappt. Ohne Auto ist manches einfach schwieriger.
    Mit dem Ring of Kerry habt ihr aber alles richtig gemacht. Gerade weil er so viel gehyped wird, war ich besonders enttäuscht. Es gibt 1-2 schöne Stationen auf der Strecke, aber die Dingle Halbinsel oder alles rund um den Cliffs of Moher finde ich viel schöner.
    Mein Tipp würde daher auch immer raten: Killarney ja!!! Ring of Kerry: Muss nicht sein.

    Hier noch mein Link zu meinen schönsten Irland Routen: http://findinghummingbirds.de/irland-routen/

    • Danke für den Link. Du warst ja offenbar schon öfter in Irland, nicht wahr? Es stimmt schon: Ohne Auto kommt man schlecht in die letzten Ecken der Insel.

      • Ja, ich habe dort mal 1 Jahr gelebt. Seit dem ist Irland wie Heimat. Meine große, ewige Liebe, zu der es mich immer wieder zurück zieht. 🙂

        Vielleicht nehmen wir auch irgendwann mal das Auto. Aber es hat auch seinen Reiz, so mit Bus und Bahn unterwegs zu sein. Das bedeutet vorab zwar etwas mehr Planung, aber auch viel Einheimischen Kontakt. Und viel Bewegung. 🙂

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