Route im Test: 4 Wochen durch Ecuador

Die Galapagos-Inseln gehörten als Naturparadies schon lange zu meinen Traumzielen. Daher hatte ich für dieses Jahr Ecuador auf meiner Reiseliste, denn zu diesem Land gehören die Galapagos. Ich hatte das Glück, recht kurzfristig einen günstigen Flug in die Hauptstadt Quito zu erwischen. Also hieß es in diesem Sommer: Auf in den kleinsten Andenstaat Südamerikas! Die Galapagos-Inseln sollten einen Großteil unserer Reise einnehmen, aber natürlich wollten wir auch andere Gegenden Ecuadors erkunden.

Obwohl Ecuador nur etwa drei Viertel der Fläche von Deutschland umfasst, ist die Vielfalt enorm: Es gibt das Hochland mit Vulkanen, Regenwald im Tiefland, Nebelwald auf halber Höhe, Küste, Inseln, Kolonialstädte … Ich habe gelesen, dass Ecuador leicht zu bereisen ist und man schnell von einem Ort zum anderen kommt. Die Schnelligkeit kann ich nicht unbedingt bestätigen: Mit dem Bus waren wir auch zu relativ nah gelegenen Zielen meist mehrere Stunden unterwegs, sodass häufig ein halber bis ein ganzer Reisetag für den Wechsel zwischen zwei Orten draufging. Daher haben wir in den vier Wochen, die wir in Ecuador herumgereist sind, auch weniger gesehen, als ich vorher gedacht hatte.

Unsere Route für einen vierwöchigen Trip durch Ecuador

Was war gut?

Für die ersten Tage in Ecuador hatte ich die Unterkünfte von zu Hause aus vorgebucht, und das war auch gut so. In Quito waren wir in der Altstadt. Dort liegen die Unterkünfte recht weit voneinander entfernt, da hätte ich nach dem langen Flug nicht lange suchen wollen und war froh, dem Taxifahrer einfach eine Adresse nennen zu können. Zwei Tage in Quito zur Akklimatisierung und Ankommen im Land waren ganz okay, ein Tag hätte aber auch gereicht.

In Mindo wäre die Unterkunftssuche einfacher gewesen als in Quito: Der Ort ist klein, da hätten wir uns einfach etwas aussuchen können. Aber mit der Vorab-Wahl unseres Hostels La Casa de Cecilia waren wir ganz zufrieden, da es ruhig am Stadtrand lag. Drei Nächte in Mindo waren für uns perfekt, so hatten wir am Anreisetag einen Nachmittag Zeit, um den Ort zu erkunden, dann haben wir zwei Tage lang Vögel beobachtet, und am Ende hatten wir nochmal einen halben Tag, bevor es nach Quito zurückging.

Für die Galapagos-Inseln hatten wir uns für eine Landtour entschieden und nicht für eine Schiffsreise von Insel zu Insel. Das heißt, wir sind mit der Fähre zwischen den drei bewohnten Inseln hin- und hergefahren und haben dort in Hostels übernachtet. Die meisten Besucher buchen eine Kreuzfahrt und übernachten dabei auf dem Schiff. Zum einen hatten wir keine Lust auf solch eine Gruppenreise, zum anderen sind die Kreuzfahrten sehr teuer. An Land haben wir auch viele Tiere gesehen und konnten in unserem eigenen Tempo den Tag planen. Daher: Galapagos auf eigene Faust und auf den Inseln war für uns die beste und günstigste Entscheidung.

Drei Tage in Baños waren ebenfalls für uns gut. Sicher hätten wir auch noch länger in dem toll gelegenen Städtchen bleiben können, aber uns lief langsam die Zeit davon.

Für die Gegend rund um die Laguna Quilotoa haben wir uns bewusst gegen die mehrtägige Wanderung entlang des Quilotoa-Loops entschieden. Wir haben lieber Tagesausflüge von Chugchilán aus gemacht.

Anschließend haben wir uns entschieden, noch einen Tag im Cotopaxi Nationalpark zu verbringen. Als Ausgangspunkt für Touren ist die Stadt Latacunga gut geeignet.

Am Ende unserer Reise hatten wir noch einen Tag übrig. Statt vorzeitig nach Quito zu fahren, sind wir einen Tag lang im Wald des Refugio Vida Silvestre Pasochoa gewandert. Für uns Naturfreunde, die wir nicht gern Zeit in der Stadt verbringen, die beste Entscheidung.

Was hätten wir besser machen können?

Um die Hauptstadt Quito kommt man in Ecuador nicht herum, wenn man in verschiedenen Richtungen unterwegs ist. Wir waren durch unsere Routenplanung mehrmals in der Stadt. Für unseren Geschmack etwas zu häufig, aber es ließ sich nun mal nicht ändern.

Elf Tage auf den Galapagos fand ich zwei Tage zuviel. Auf Santa Cruz und auf San Cristóbal hätten wir uns jeweils einen Tag sparen können. Denn am Ende kann man doch nicht so viel allein auf eigene Faust unternehmen, sondern muss teure Touren buchen, um etwas zu sehen.

Da wir von Quito erst nach Baños gefahren sind, um uns von dort wieder Richtung Norden hochzuarbeiten, sind wir die Strecke auf der Panamericana zweimal gefahren. Hier hätten wir besser von den Galapagos nach Guayaquil fliegen und von dort den Bus nach Baños nehmen können – eventuell mit einem weiteren Zwischenstopp auf der Strecke. Das hätte auch unser „Problem“ des übriggebliebenen Tages am Ende der Reise gelöst.

In Latacunga hatten wir zunächst zwei ganze Tage für den Besuch der Cotopaxi Nationalparks geplant. Vor Ort stellte sich jedoch heraus: Wenn man (wie wir) keine Lust hat, den Gipfel zu besteigen oder auch nur vom Refugio José Rivas auf 4800 Metern Höhe 200 Meter weiter hinauf zu kraxeln, hat nach einem Tag alles Sehenswerte im Park gesehen. Zum Glück konnten wir die dritte Nacht im Hotel in Latacunga problemlos stornieren.

Was wir auf dieser Reise gar nicht gesehen haben, war der Regenwald. Das ist schade, aber nach den letzten Jahren im Dschungel von Borneo und im Amazonasgebiet von Bolivien haben wir bewusst darauf verzichtet.

Alles in allem kann ich bestätigen: Ecuador ist in der Tat ein sehr abwechslungsreiches Land. Und wir fahren bestimmt nochmal hin, denn wir haben in den vier Wochen vor Ort wirklich nur einen kleinen Ausschnitt gesehen.

Ich fände es ganz toll, wenn du in den Kommentaren einen Link oder eine Beschreibung zu deiner eigenen Route durch Ecuador posten würdest. Dann können sich unsere Leser ihre persönliche Lieblingsroute zusammenstellen. 

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie „Routen im Test“:

 

 

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8 Kommentare

  • Ja, man unterschätzt auch leicht, wie lange man dann doch unterwegs ist, obwohl das Land ja verhältnismäßig klein ist. Wir mussten Banos leider auslassen, und ich wäre so gerne auch noch weiter in den Süden gefahren und in den Regenwald. Aber wir hatten inkl. Galapagos ja auch nur 3 Wochen. Vielleicht muss ich einfach nochmal hinfliegen :-). LG Alexandra

  • Ecuador. So vielfälltig dass man in 4 Wochen nicht alles sehen kann. Sonst wird es ein Marathonlauf ;-)
    Wir hatten 4,5 Wochen Zeit. Februar 2018. In Quito waren wir nur 1x, jedoch für 3 Tage um noch Otavalo und Umgebung zu sehen. 1 Tag zuviel meiner Meinung. Dann ging es weiter nach Latacunga für 3 Tage. Von dort zur Laguna Quilotoa mit Übernachtung dort. 1/2 Tag länger geblieben weil ich einen Zahnarzt suchen mußte. Da war mir doch mal wieder im Urlaub der halbe Backenzahn abgebrochen. Weiter ging es nach Banos für 5 Tage. Supertoll dort. Mehrere Ausflüge unternommen. Weiter dann nach Macas für 4? 5 Tage. Auch dort wie immer auf eigene Faust Unternehmungen, in den Dschungel oder zur Lagune Atilo gemacht. Danach nach Cuenca. Hier für 4 Tage gewesen. Sehr schöne Stadt. Dort mit einem Guide in den Parc Cajas gemacht und die Umgebung erkundet. Dann für 1 Nacht nach Guayaquil. Weiter für 7 Tage nach Santa Cruz. Unterkunft hatten wir für die 7 Tage. Auf eigene Faust Unternehmungen gemacht. Gibt genug zu sehen. Eine Schnorcheltour gebucht. Pro Person 120 $. Galapagos hat schon seinen Preis. Essen gehen, Lebensmittel…BIER! Ich würde beim nächsten mal auch die Inseln wechseln. 3 Tage Santa Cruz, 3 Tage San Cristóbal und 3 Tage Isabela. Dann zurück nach Guayaquil und am gleichen Tag Rückflug nach Deutschland. Hochgerechnet habe ich inclusive alle Flüge, Essen, Unterkunft, bezahlte Ausflüge und andere Dinge ca. 3500 € ausgegeben. Ich komme wieder.

  • Liebe Sabine

    Ecuador ist ein Land, das bei uns auch noch auf der Liste steht. Und die Galapagos Inseln müssen dann natürlich auch sein.
    Wir würden es vermutlich ähnlich machen wie ihr und uns die Basis auf dem Land suchen statt Kreuzfahrt. Da ist deine Bewertung, wie lange man auf den einzelnen Inseln verbringen sollte, sehr hilfreich.
    Auch die Tipps für das restliche Land werde ich mir merken.
    Ich bin schon gespannt auf deine weiteren Berichte aus Ecuador

    Liebe Grüße Gina

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