Günstig auf die Galapagos reisen – geht das?

Die Galapagos-Inseln sind ein Traum vieler Naturfreunde. Doch der hohe Preis für eine Kreuzfahrt durch die Inselgruppe schreckt so manchen ab: Je nach Länge des Aufenthalts kostet ein Aufenthalt auf dem Schiff meist mehrere Tausend Euro. Was viele nicht wissen: Du kannst die Galapagos-Inseln auch individuell besuchen, ohne eine Kreuzfahrt zu buchen. Auf drei der 13 Inseln des Archipels – Santa Cruz, Isabela und San Cristóbal – findest du genügend Unterkünfte, von denen aus du Ausflüge auf eigene Faust machen und Touren mit einem Führer in die geschützten Gebiete buchen kannst. Hier meine Tipps, wie du auf deiner Reise zu den Galapagos sparen kannst:

Flug auf die Galapagos-Inseln

Die Galapagos liegen rund 1000 Kilometer vor der Küste Ecuadors. Von der ecuadorianischen Hauptstadt Quito und der Küstenstadt Guayaquil gehen täglich Flieger auf die Galapagos-Inseln. Dort gibt es zwei Flughäfen: auf Baltra (direkt neben der Insel Santa Cruz) und auf San Cristóbal. Die Fluggesellschaften Latam, Tame und Avianca verbinden das Festland mit dem Nationalpark auf hoher See. Direktflüge aus dem Ausland gibt es nicht, du musst immer in Quito oder Guayaquil in einen der genannten Flieger steigen.

Fertigmachen zum Abflug!

Bei der Buchung des Flugtickets musst du unbedingt darauf achten, dass du den Tarif für Nicht-Ecuadorianer buchst. Für Einheimische ist der Flug um einiges günstiger. Es kommt häufig vor, dass Ausländer, die versehentlich (oder absichtlich) den Einheimischen-Tarif gewählt haben, beim Check-in am Flughafen 150 US-Dollar nachzahlen müssen – und plötzlich ist der vermeintlich günstige Flug teurer als der reguläre Flugpreis für Ausländer. Hin- und Rückflug kosten für Ausländer zwischen 300 und 400 Euro. Alles, was weniger als 200 Euro kostet, ist garantiert ein Einheimischen-Tarif.

Spartipp: Ein paar Euro sparen kannst du vielleicht, wenn du verschiedene Kombinationen ab Quito oder Guayaquil bzw. auf den Inseln ab Baltra (Galapagos) oder San Cristóbal ausprobierst. Wir haben im Juli/August bei Latam pro Person 380 Euro für die Flüge Quito-Baltra und San Cristóbal-Quito bezahlt.

Eintritt für die Galapagos-Inseln

Die Galapagos gehören zum Weltnaturerbe der Unesco und sind ein empfindliches Ökosystem. Um dieses zu schützen, bedarf es eines großen (auch finanziellen) Aufwands. Daher bezahlt jeder Besucher Eintritt, um auf die Inseln zu gelangen: Am Ankunftsflughafen sind 100 US-Dollar pro Person fällig (Kinder bis 12 Jahre: 50 Dollar).

Zusätzlich musst du am Flughafen auf dem Festland 20 Dollar Gebühr für die Sicherheitschecks bezahlen: Dein Gepäck wird vor dem Check-in auf verbotene Dinge durchleuchtet, die du nicht auf die Inseln mitnehmen darfst. Dazu gehören etwa frische Lebensmittel, Samen, Tiere und anderes, was das Ökosystem auf den Galapagos stören könnte. Rechne auf jeden Fall mindestens eine halbe bis eine Stunde extra ein für diesen Sicherheitscheck am Flughafen, sonst könnte es mit dem Abflug eng werden.

Meerechsen nehmen ein Sonnenbad.

Spartipp: Leider keiner, um die 100 plus 20 Dollar pro Person kommst du als Ausländer nicht herum. Ecuadorianer zahlen übrigens nur 6 Dollar Eintritt auf die Galapagos-Inseln. Unfair? Angesichts der über 200.000 Besucher (knapp drei Viertel davon aus dem Ausland), die mittlerweile jährlich die Inseln bereisen und entsprechende Spuren hinterlassen, finde ich es nur fair, einen Beitrag zu leisten, der eingesetzt wird, um die Inseln zu schützen.

Günstige Unterkünfte auf den Galapagos-Inseln

Das Preisniveau der Hotels und Hostels auf den Inseln ist etwas höher als auf dem Festland. Aber es gibt Angebote für jeden Geldbeutel. Für Preisbewusste bieten viele Hostels Schlafsäle an. Wir haben auf booking.com nach günstigen Angeboten geschaut und haben pro Nacht rund 40 Dollar für ein Doppelzimmer mit eigenem Bad bezahlt.

Ein Nickerchen am Strand.

Spartipp: Je weiter die Unterkunft vom Strand entfernt ist, umso günstiger ist sie in der Regel. Meerblick hat seinen Preis. Viele Unterkünfte bieten Übernachtungspreise ohne Frühstück an. Das ist auf keiner der drei Inseln, auf denen du übernachten kannst, ein Problem: Es gibt überall Supermärkte und Bäckereien, in denen du dich fürs Frühstück eindecken kannst. Frühstück im Hotel kostet rund 7 Dollar pro Person extra, Bäckereien sind weit günstiger.

Günstige Fähren zwischen den Galapagos-Inseln

Zwischen Santa Cruz, Isabela und San Cristóbal fahren täglich um 7 Uhr und um 14 Uhr Schnellboote. Tickets gibt es in jedem Reisebüro und oft auch in den Hotels. Die Fährstrecke Santa Cruz-Isabela dauert zwei Stunden, die Strecke Santa Cruz-San Cristóbal zweieinhalb Stunden. Eine Direktverbindung Isabela-San Cristóbal gibt es nicht, du musst immer in Santa Cruz umsteigen. Für den Sicherheitscheck vor Betreten der Schnellboote – auch hier wird das Gepäck auf frische Lebensmittel, Samen etc. durchsucht – musst du eine halbe Stunde vor Abfahrt am Hafen sein.

Schnellboote, die die Galapagos-Inseln verbinden. (Foto: Jochen Hafner)

Spartipp: Es gibt Tickets für 25 Dollar und für 30 Dollar. Es gibt keinen Grund, die Tickets für 30 Dollar zu kaufen, denn die Schnellboote sind alle gleicher Bauart. Oft verändert sich auch der Preis für dasselbe Boot im Laufe des Tages. Ein Ticket für 25 Dollar reicht also aus. Das Einzige, worauf du vielleicht achten kannst, wenn du nicht seefest bist: Manche Boote haben Einzelsitze, die in Fahrtrichtung zeigen. Die meisten haben zwei Bänke seitlich im Boot, sodass du quer zur Fahrtrichtung sitzt. Die Einzelsitze sind weitaus bequemer.

Günstig Essen auf den Galapagos-Inseln

Essen, Getränke, Geschirr, Servietten: Jede Kleinigkeit muss auf die Galapagos-Inseln transportiert werden. Entsprechend teurer sind die Restaurantbesuche im Vergleich zum Festland. Viele Restaurants haben ein Preisniveau wie in Deutschland.

Spartipp: Günstig essen kannst du in Restaurants, die ein Almuerzo oder ein Tagesmenu anbieten. Das besteht aus einer Suppe, einer Hauptspeise (in der Regel ein Stück Fisch oder Fleisch, Reis und Gemüse), einem kleinen Nachtisch und einem Saft. Kosten: 6 bis 8 Dollar. Uns reichte das aus, um satt zu werden. Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es ein paar Essensstände am Straßenrand. Hier werden Fleischstücke oder Mais mit Käse (Choclo con queso) gegrillt oder Empanadas frittiert. Ein riesiger Mais ersetzt fast eine Mahlzeit und kostet drei Dollar, eine Empanada ein Dollar.

Choclo con queso – lecker!

Extra-Tipp für Santa Cruz: Die Straße Charles Binford in der Nähe des Hafens erwacht abends zu einem großen Freiluftrestaurant, wo du für 10 Dollar einen Teller frischen Fisch oder für 15 Dollar eine ganze Languste essen kannst. Frischer geht’s nirgendwo!

Wasser aus dem Hahn solltest du auf den Galapagos-Inseln nicht trinken. Du kannst überall Wasser in Flaschen kaufen (zwischen 70 Cent und 1,50 Dollar für 1,2 Liter). Manche Unterkünfte bieten an, Trinkwasser aus Kanistern in eigene Flaschen abzufüllen. Uns hat das Kanisterwasser leider überhaupt nicht geschmeckt. Um trotzdem Plastik (und auch Geld) zu sparen, haben wir im Supermarkt 6-Liter-Flaschen gekauft und Wasser für den Tag in unsere Trinkflaschen abgefüllt.

Günstige Ausflüge auf den Galapagos-Inseln

Selbstorganisierte Ausflüge

Es gibt auf Santa Cruz, Isabela und San Cristóbal diverse Möglichkeiten, auf eigene Faust etwas zu unternehmen (Details folgen in einem weiteren Bericht). Du kannst zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Gegend erkunden oder dir ein Taxi mieten. Ein Fahrrad kostet pro Tag zwischen 10 und 15 Dollar, Taxifahrten je nach Entfernung und Zeit auch mal 60 Dollar. Busse fahren nur selten und sind zum Sightseeing nicht geeignet.

Wenn du schnorcheln gehen willst, kannst du auf allen Inseln Schnorchel, Maske, Flossen und bei Bedarf auch Neoprenanzüge (wir hatten im August eine Wassertemperatur unter 20 Grad, da war für mich der Anzug ein Muss!) ausleihen. Alles zusammen kostet um die 15 Dollar.

Fahrräder ausleihen ist ein günstiger Zeitvertreib auf den Galapagos. (Foto: Jochen Hafner)

Geführte Ausflüge

Die Orte, die du auf den Galapagos-Inseln allein besuchen kannst, sind allerdings begrenzt. Da die Inseln zum Großteil aus geschütztem Gebiet bestehen, benötigst du für den Besuch vieler Orte einen zertifizierten Naturführer und in der Regel auch ein Boot, denn Straßen gibt es auf den Inseln nur in den bewohnten Gebieten. Entsprechend teuer sind die gebuchten Ausflüge. Ein paar Beispiele:

  • Eine fünfstündige Schnorcheltour nach Los Tuneles auf der Insel Isabela kostet zwischen 110 und 130 Dollar pro Person.
  • Eine zweistündige Kanutour mit Schnorcheln zu den Inseln Las Tintoreras auf Isabela kostet zwischen 40 und 50 Dollar pro Person.
  • Eine vierstündige Taxitour ins Hochland von San Cristóbal kostet 60 Dollar pro Wagen.
  • Ein Tagesausflug auf die Insel Seymour im Norden von Santa Cruz kostet 130 Dollar pro Person.
  • Eine Tour rund um die Insel Isabela kostet zwischen 150 und 180 Dollar pro Person, ebenso wie eine Tour nur zur Punta Pitt halb um die Insel herum.

Das sind stolze Preise. Wir haben uns deswegen auch nur die ersten drei genannten Ausflüge gegönnt. Seymour hätten wir gern noch gesehen, aber von einem Tag auf den anderen war kein freier Platz mehr zu bekommen. Wenn du also eine der beliebten Touren wie Los Tuneles oder Seymour unbedingt machen willst, solltest du ein paar Tage im Voraus buchen.

Los Tuneles ist ein lohnender Ausflug.

Spartipp: Es lohnt sich, vor der Buchung einer Tour die Preise zu vergleichen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Tourveranstaltern sind nicht allzu groß, aber 10 oder 20 Dollar lassen sich immer mal einsparen. Außerdem kann ich empfehlen, mehrere Ausflüge bei einem Veranstalter zu buchen – wir haben dafür einen Rabatt bekommen.

Wenn dein Portmonee ganz knapp gefüllt ist, bleibt dir nichts anderes übrig, als ganz auf Ausflüge zu verzichten und dich auf die Orte zu beschränken, die du allein besuchen darfst.

Unsere Ausgaben für 11 Tage Galapagos

Wir waren insgesamt elf Tage auf den Galapagos-Inseln: zwei Nächte auf Santa Cruz, vier Nächte auf Isabela, nochmal zwei Nächte auf Santa Cruz und drei Nächte auf San Cristóbal.

Folgende Ausgaben hatten wir:

  • Flug: 380 Euro pro Person (umgerechnet 437 Dollar)
  • Eintritt Nationalpark: 100 Dollar pro Person + 20 Dollar pro Person Sicherheitscheck am Flughafen
  • Eintritt Isabela: 10 Dollar pro Person (die anderen beiden Inseln kosten keinen Eintritt)
  • Unterkünfte: 470 Dollar
  • Schnellboote: 150 Dollar
  • Taxis zu den Hotels und Boottaxis von den Schnellbooten zum Pier: ca. 30 Dollar
  • Essen: ca. 300 Dollar
  • Ausflüge: 105 Dollar pro Person für die Tour Los Tuneles, 40 Dollar pro Person für die Tour Las Tintoreras, 50 Dollar für das Taxi ins Hochland von San Cristóbal
  • Schnorchelausleihe: 15 Dollar

Gesamtausgaben: 2439 US-Dollar (= 2037 Euro) für zwei Personen

Viele Tiersichtungen gibt es kostenlos.

Lohnt es sich, für die Galapagos viel Geld auszugeben?

Zieht man die Flugkosten und die Eintrittgsgebühren für den Nationalpark von den Kosten ab (um diese Ausgaben kommst du ja nicht herum, um überhaupt hinzukommen), haben wir während der elf Tage auf den Galapagos pro Person rund 500 Euro ausgegeben. Das finde ich nicht zuviel für solch eine entlegene Inselgruppe.

Dass das Essen teurer ist als auf den Festland, finde ich angesichts der Entfernung der Insel zur Küste verständlich, weil nichts selber produziert wird und alles eingeführt werden muss.

Rote Klippenkrabben finden sich zu Tausenden auf den Galapagos.

Die Touren hingegen finde ich größtenteils überteuert. Ja, auch der Diesel für die Schiffe muss eingeführt werden, aber das rechtfertigt keine solch hohen Preise, finde ich. In den vergangenen Jahren haben sie außerdem noch mal ordentlich angezogen: Die Tour nach Los Tuneles zum Beispiel wird im Reiseführer von 2015 mit rund 75 Dollar angegeben – 2018 hast du sie nicht unter 110 Dollar bekommen.

Fakt ist: Die Galapagos-Inseln sind etwas ganz Besonderes. Ihre Einzigartigkeit muss bewahrt werden. Das kann funktionieren, indem man den Zugang zu den Naturschönheiten teuer macht und mit dieser Hürde den Massentourimus fernhält. Wenn man bereit ist, die geforderten Preise zu zahlen, kann man sicherlich bei einem Aufenthalt auf den Inseln ähnlich viel sehen wie auf einer Kreuzfahrt. Aber auch für Leute, die ausschließlich auf eigene Faust unterwegs sein wollen, haben die Galapagos-Inseln einiges zu bieten. Mehr von unseren Erlebnissen gibt es in Kürze in einem weiteren Beitrag. Den Überblick über unsere vierwöchige Ecuador-Reise findest du hier.

Hast du noch Fragen zu den Kosten einer Galapagos-Reise? Dann rein damit in die Kommentare!

 

 

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8 Kommentare

  • Lieben Dank für die Informationen! Sehr ausführlich beschrieben. Durch deinem Beitrag habe ich einen überblick bekommen, wie ich meinen Aufenthalt im Galapagos Inseln verbringen kann. Ich freue mich über weitere Beiträge.

    • Hallo El, ich wünsche dir schon mal eine gute Reiseplanung und demnächst eine schöne Reise auf die Galapagos! Weitere Berichte über Ecuador (und natürlich auch die Galapagos) folgen in Kürze.

  • Liebe Sabine,

    danke für diese ausführliche und informative Aufstellung!
    Das ist sehr hilfreich für die Kalkulation eines Urlaubs auf Galapagos. Wenn die Entwicklung mit den Preisen für die Ausflüge so weiter geht, wäre es ja sinnvoll, möglichst bald dorthin zu fliegen. Mal sehen…

    Liebe Grüße Gina

  • Schöne Kostenaufstellung, vielen Dank Sabine. Galapagos schwirrt zwar irgendwo auf der Liste rum, aber nicht sehr prominent aktuell. Trotzdem gut zu wissen, was man da preislich erwarten kann. Und ich finde es gut, dass der Aufenthalt nicht günstig ist. Das hält einen gewissen Teil der Touristenwelle ab. Für so ein empfindliches System wie dort sollten die Zugänge aber noch mehr beschränkt werden, finde ich. Denn leider gibt es unzählige reiche Menschen, denen aber alles egal ist. Die würden vermutlich auch dort noch ihren Plastikmüll einfach auf den Boden werfen. Alles schon erlebt und gesehen, leider.
    VG, Schwerti

    • Danke für deinen Kommentar, Schwerti. Wir waren überrascht, dass wirklich nirgendwo Müll zu finden war (und Leute sich nach den kleinsten Schnipseln bückten). Auch sonst haben sich alle sehr respektvoll gegenüber der Natur verhalten. Das kenne ich aus anderen Ländern auch ganz anders … Daher habe ich Hoffnung, dass auch weiterhin nur Leute auf die Galapagos reisen, die die Natur auch zu würdigen wissen.

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