Galapagos: Ausflüge auf Santa Cruz

Zwei Meerechsen auf Santa Cruz, Galapagos

Die meisten Galapagos-Besucher statten der Insel Santa Cruz einen Besuch ab. Denn hier befindet sich einer der zwei Flughäfen, die die Galapagos-Inseln mit dem ecuadorianischen Festland verbinden (der andere Flughafen ist auf San Cristóbal). Wir haben insgesamt vier Nächte auf Santa Cruz verbracht: zwei am Anfang unserer Galapagos-Tour über die Inseln und zwei nach unserer Rückkehr von Isabel und vor unserer Weiterfahrt nach San Cristóbal. Was kannst du auf Santa Cruz auf eigene Faust unternehmen?

Erster Eindruck von Santa Cruz

Wir kommen mittags mit dem Flieger aus Quito auf der Insel Baltra an. Baltra ist nur durch einen kleinen Kanal von Santa Cruz getrennt. Ein kostenloser Bus-Shuttle bringt die Fluggäste zum Kanal, wo bereits die Fähren für die kurze Fahrt über den Kanal warten. Drüben stehen Busse, die uns nach Puerto Ayora, der Hauptstadt von Santa Cruz, bringen. Rund 45 Minuten fahren wir durch eine karge, flache Landschaft, bei der ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass hier viele Tiere leben. Doch im Laufe der nächsten Tage sollte ich eines Besseren belehrt werden.

Reiher am Fischmarkt von Santa Cruz

Puerto Ayora ist größer, als ich erwartet hatte. Rund 15.000 Menschen wohnen in der Stadt. Rund um das Pier tummeln sich die meisten Touristen, denn hier befinden sich auch zahlreiche Restaurants, Unterkünfte und Touranbieter. Wer dachte, dass die Galapagos einsame Inseln im weiten Pazifik sind, wird von der Trubeligkeit in Puerto Ayora etwas geschockt sein. Wir hatten beim ersten Mal ein ruhiges Hostel drei Straßenzüge vom Pier entfernt, bei unserem zweiten Aufenthalt ein Hostel nahe des Marktes von Puerto Ayora, circa 15 Minuten bis zum Pier. In Letzterem haben wir noch mehr vom Alltag der Inselbewohner mitbekommen, mussten aber den relativ langen Fußmarsch in Kauf nehmen.

Forschungsstation Charles Darwin

Den Nachmittag unseres ersten Tages nutzen wir für einen Besuch bei den Riesenschildkröten in der Forschungsstation Charles Darwin. Vom Pier aus brauchst du zu Fuß rund eine halbe Stunde bis zum Eingang. Der Eintritt ist kostenlos. Auf dem Weg zur Forschungsstation, wo rund 200 Wissenschaftler das Leben der Landschildkröten erforschen und sie aufziehen, kommst du unter anderem am kleinen Fischmarkt vorbei. Wenn dort morgens Fisch verkauft wird, versammeln sich nicht nur die Einheimischen, die frischen Fisch kaufen wollen, sondern auch Seelöwen, Pelikane und Fregattvögel, die hoffen, etwas vom leckeren Fang abzubekommen. Ein lustiges Schauspiel!

Pelikan am Fischmarkt von Santa Cruz

In der Darwin-Station führen Wege dich an Gehegen mit unterschiedlich großen Schildkröten vorbei. Von den frisch geschlüpften Babyschildkröten bis zum über hundertjährigen Senior „Diego“, der fleißig für Nachfahren sorgte, ist alles dabei. Sein Vorgänger, Lonesome George, der letzte seiner Unterart, starb 2012 und ist nun einbalsamiert in einer Vitrine auf dem Gelände ausgestellt.

Schildkröte, die trinkt

Schautafeln erklären einige Besonderheiten der Tiere, die es in der Forschungsstation zu sehen gibt. Neben den Schildkröten leben hier nämlich noch zwei Landleguane, die weit seltener sind als die Meerechsen, die dir überall begegnen werden. Wir haben die Landleguane tatsächlich nur hier gesehen, sodass wir bei unserem zweiten Besuch extra noch mal ins Darwin-Center zurückgekehrt sind, um Fotos von ihnen zu machen.

Landleguan

Wenn du genug in der Forschungsstation herumgelaufen bist, solltest du noch einen Abstecher zum Strand hinter den letzten Häusern auf dem Gelände machen. Achtung: Auf den Wegen und in den Büschen liegen Dutzende von Meerechsen, um sich zu sonnen und Energie zu tanken. Nicht drauftreten! Auf den Felsen am Wasser tummeln sich die wunderschön gezeichneten Roten Klippenkrabben. Beide, Echsen und Krabben, werden in den nächsten elf Tagen auf den Galapagos unsere ständigen Begleiter sein.

4 rote Krabben am Felsen

Tortuga Bay

Am zweiten Tag auf Santa Cruz laufen wir morgens zur Tortuga Bay. Ein rund zweieinhalb Kilometer langer gepflasterter Weg führt durch typische Vegetation der Insel: Feigenkakteen (Opuntia) und trockene Sträucher. Uns begleiten auf unserem Spaziergang Lavaechsen, Spottdrosseln und unzählige Darwin-Finken, die schnell zu unseren Lieblingen werden, weil sie mega-zutraulich sind. Sobald wir uns irgendwohin setzen, kommen sie angeschwirrt. In der Hoffnung auf etwas zu fressen, klettern sie auf unseren Rucksäcken herum und wagen sich manchmal sogar auf mein Knie.