Route im Test: 4 Wochen durch Bolivien

Über Bolivien wusste ich kaum etwas, außer dass ich unbedingt mal die größte Salzwüste der Welt, den Salar de Uyuni, sehen wollte. Also hieß es erst einmal Reiseführer wälzen und sich im Internet informieren, bevor die Reise losging.

Eines stand fest: La Paz, auf über 4000 Meter gelegen, wollten wir auf keinen Fall als erste Station wählen, weil wir uns noch lebhaft an unsere Probleme mit der Höhe in Peru ein paar Jahre zuvor erinnern konnten. Also lieber langsam rantasten. Außer dem Hin- und Rückflug nach Deutschland und dem ersten Inlandsflug sowie die erste Übernachtung haben wir nichts vorgebucht, sondern vor Ort entschieden, wohin es als Nächstes gehen sollte.

Spontan musst du in dem Land ohnehin sein: Es heißt, Bolivien garantiert jedem Besucher mindestens einen Streik, der einen dazu zwingt, geplante Touren umzulegen, zu verschieben oder ganz ausfallen zu lassen. Wir jedoch haben in den vier Wochen nicht einen einzigen Streik erlebt: Alle Busse, Flüge und Ausflüge sind auf die Minute pünktlich gestartet und konnten wie geplant stattfinden. Erst bei Gesprächen mit anderen Reisenden fiel uns auf, dass das nicht selbstverständlich ist: Bei anderen Leuten waren Flüge ausgefallen, ganze Städte von Streikenden blockiert oder Straßen aufgrund von Erdrutsch gesperrt gewesen. Wir hatten einfach wirklich Glück!

Unsere Route für einen vierwöchigen Trip durch Bolivien

  • 2 Übernachtungen in Santa Cruz; Flug nach Sucre
  • 3 Übernachtungen in Sucre; Wanderung in der Cordillera de los Frailes und Besuch des Parque Cretácico; Fahrt mit dem Expresso-Taxi nach Potosí
  • 1 Übernachtung in Potosí; Busfahrt nach Tupiza
  • 1 Übernachtung in Tupiza
  • 3 Übernachtungen im Hochland; Fahrt durch den Nationalpark Eduardo Avaroa bis zum Salar de Uyuni
  • 1 Übernachtung in Uyuni; Flug nach Rurrenabaque
  • 2 Übernachtungen in Rurrenabaque
  • 3 Übernachtungen in Serere; Urwaldlodge Madidi am Fluss Beni
  • 2 Übernachtungen in Rurrenabaque
  • 2 Übernachtungen in Santa Rosa; Pampas-Tour von der Mashaquipe Eco Lodge
  • 1 Übernachtung in Rurrenabaque; Flug nach Santa Cruz
  • 1 Übernachtung in Santa Cruz
  • 3 Übernachtungen in Samaipata; Wanderung durch den Nebelwald und Besuch der Festung El Fuerte
  • 2 Übernachtungen in Santa Cruz; Besuch des Zoos

Was war gut?

Die Entscheidung, statt ins 4000 Meter hoch gelegene La Paz in das nur 400 Meter hohe Santa Cruz zu fliegen und uns von dort aus Stück für Stück vorzuarbeiten, hat sich als goldrichtig erwiesen: Sucre liegt auf 2700 Metern, Potosí auf 4000 Metern, Tupiza auf 3000 Metern. Als wir auf der Tour zum Salar de Uyuni auf 4200 Metern übernachteten und Ausflüge bis auf über 5000 Meter machten, merkten wir von der Höhe nichts – aber wirklich gar nichts! Wir waren also bestens akklimatisiert.

Die Fahrt zum Salzsee von Tupiza statt von Uyuni aus zu starten, war klasse, weil die Qualität der Anbieter in Tupiza besser und die Art der Touristen dort angenehmer sein soll. Je mehr Wagen aus Uyuni uns begegneten, umso mehr Party-Atmosphäre herrschte an den Stopps, an denen wir uns trafen. Scheint also was dran zu sein an den Geschichten über die billigen Massenanbieter in Uyuni.

Spontan haben wir entschieden, von Uyuni aus keinen Zwischenstopp in La Paz zu machen, sondern direkt ins Tiefland nach Rurrenabaque zu fliegen. Wir hatten nach Santa Cruz, Sucre und Potosí genug von südamerikanischen Städten und wollten lieber noch mehr Natur genießen. Durch den Wegfall von La Paz hatten wir am Ende mehr Zeit für Samaipata.

Die Länge unserer Aufenthalte im Regenwald und in der Pampa waren genau richtig. Drei Nächte/vier Tage bzw. zwei Nächte/drei Tage sind perfekt, um die Gegenden kennenzulernen.

Auch drei Nächte in Samaipata waren super, um sowohl die Natur als auch die kulturellen Stätten zu besuchen.

Selbst wenn Santa Cruz als Stadt nicht viel zu bieten hat, wollten wir am Ende zur Sicherheit doch zwei Tage vor unserem Abflug nach Europa dort sein – vor allem, da die Straße von Samaipata in der Vorwoche wegen starken Regens mehrere Tage gesperrt gewesen war. Nicht auszudenken, wenn wir dort festgesteckt hätten.

Was hätten wir besser machen können?

Die erste Woche in Bolivien fanden wir sehr anstrengend, weil wir von einer Stadt zur anderen gereist sind, ohne wirklich viel Natur gesehen zu haben. Leider blieb uns keine andere Wahl, da wir unsere Reise von Santa Cruz aus begonnen haben. Von dort aus braucht es einfach seine Zeit, bis man am ersten Highlight der Reise ankommt.

Abgesehen davon fällt mir nichts ein, was wir hätten verbessern können. Viele Reisende sagten uns, wir hätten in La Paz viel verpasst. Aber zum einen sind wir nicht unbedingt die Städtefans, zum anderen haben wir beim Zwischenstopp von Rurrenabaque nach Santa Cruz wieder einmal gemerkt, wie anstrengend die Höhenlage sein kann. Und auch den Titicacasee haben wir nicht vermisst – den hatten wir ja vor einigen Jahren schon von peruanischer Seite aus gesehen.

Ich fände es ganz toll, wenn du in den Kommentaren einen Link oder eine Beschreibung zu deiner eigenen Route durch Bolivien posten würdest. Dann können sich unsere Leser ihre persönliche Lieblingsroute zusammenstellen. 

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie „Routen im Test“:

 

 

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2 Kommentare

  • Vielen lieben Dank für diesen Artikel. Ich fliege im August nach La Paz und habe bis zum Rückflug aus Santiago de Chile 4 Wochen Zeit. Ich konnte eure Anregungem sehr gut für die Planung nutzen. Danke.

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