Bolivien: Tierparadies Pampa

Nachdem der Hoatzin in meinem letzten Beitrag soviel Zuspruch gefunden hat, will ich dir gleich noch ein paar weitere Tiere zeigen, die ich auf meiner Tour in die Pampa gesehen habe. Los geht’s auf eine Reise in die faszinierende Tierwelt im Nordosten Boliviens.

Tiersichtungen auf dem Weg in die Pampa

Ich bin skeptisch. Während andere Touranbieter auf der Hauptstraße in Rurrenabaque ihre Jeeps beladen, steht für uns nur ein Taxi am Bordstein bereit. Auch das wird bis zum Dach vollgestopft mit Essen und Gepäck, und ab geht es Richtung Santa Rosa. Drei Stunden staubige Buckelpiste liegen vor uns – aber ich muss sagen: Unser Taxifahrer meistert die Strecke bravorös. Das liegt unter anderem jedoch daran, dass unser Guide Alejandro ihm vorher eingeschärft hat, langsam zu fahren, weil er auf der Fahrt nach Tieren Ausschau halten will.

Und tatsächlich: Während andere Fahrer die Strecke in halsbrecherischen zweieinhalb Stunden schaffen, brauchen wir viereinhalb – und haben dafür schon unzählige Tiere gesehen, bevor wir überhaupt in der Pampa angekommen sind: zwei Faultiere, ein halbes Dutzend Aras, Störche, Geier, eine Großfamilie Wasserschweine und sogar eine Anaconda, eine der längsten Schlangen der Welt (okay, letztere lag überfahren am Straßenrand …). Gut, dass wir einen zusätzlichen Akku für die Kamera mitgenommen haben.

Vögel in allen Größen und Farben

Am Fähranleger in Santa Rosa angekommen, fahren wir mit dem Boot noch eine knappe Viertelstunde den Fluss hinauf, bevor wir an unserem Zuhause für die nächsten drei Tage ankommen. Die Mashaquipe Ecolodge The Turtle liegt direkt am Fluss Yacuma. Ein paar lange Holzboote mit jeweils vier bis sechs Sitzen und einem Außenborder warten schon darauf, dass wir mit ihnen die Pampa erkunden.

Nach dem Mittagessen starten wir die erste Tour, auf der Alejandro mehr das Paddel als den Außenbordmotor benutzt. Denn auf jedem Baum entlang des Flusses findet er wieder neue prachtvolle Vögel, darunter Tucane, Sittiche, Eisvögel, Löffler und Hoatzins. Viele Namen kann ich mir leider gar nicht merken, aber vielleicht erkennst du ja den einen oder anderen Vogel auf den Bildern wieder?

Gefährliche Begegnung

Am nächsten Morgen geht es erneut aufs Wasser: Dieses Mal biegt Alejandro in die kleinen Nebenarme des Yacuma ab, wo wir neben vielen weiteren Vögeln auch Schildkröten sehen, die sich auf Baumstämmen sonnen, sowie Kapuzineraffen, die im Baum spielen. Die spektakulärste Sicht des Tages machen wir jedoch kurz vor der Mittagspause: Plötzlich dreht Alejandro das Boot bei und rudert leise ein paar Meter zurück. Und da sitzt er auf einem Busch: ein Riesen-Kayman, der uns anstarrt! Das ist noch einmal etwas anderes als die Augen der Alligatoren, die wir in den Stunden zuvor immer wieder mal aus dem Wasser blitzen gesehen haben.

Von Delfinen und Piranhas

Ein Muss für alle, die in die bolivianische Pampa fahren, ist das Baden mit den Delfinen. Im Yacuma tummeln sich zahlreiche rosa Flussdelfine, von denen man im Vorbeifahren meist nur ein Stückchen Flosse sieht, wenn sie zum Luftholen auftauchen. Heute Nachmittag sollen wir sie buchstäblich hautnah erleben. Da ich kein Freund von trübem Wasser bin, bei dem  ich nicht sehe, was neben mir schwimmt, verzichte ich auf das Bad im Fluss und sehe mir das Spektakel lieber vom Boot aus an.   

Sicherer erscheint mir da der anschließende Versuch, uns unser eigenes Abendessen zu fangen. Mit frischem Rindfleisch, Angelhaken und -schnur bewaffnet, gehen wir auf die Suche nach Piranhas. Außer ein bisschen Treibgut und losen Zweigen fangen wir allerdings nichts … Pech gehabt! (Aber Abendessen gibt es dank Wilson, dem tollen Koch der Lodge, trotzdem.)

Nach soviel Bootfahren freuen wir uns am letzten Morgen vor unserer Abreise über eine kleine Wanderung zu einer Schweinefarm, bei der wir Brüllaffen (die wir schon zuvor auf unserer Tour in den Regenwald eindrücklich gehört hatten) und Kapuzineraffen entdecken. Lange Wandertouren sind in der Pampa gar nicht möglich, weil kurz hinter dem dichten Grün am Wasser recht unspektakuäres offenes Weideland beginnt, auf dem die Kühe grasen. Eigentlich kaum vorstellbar, wenn man mit dem Boot stundenlang durch scheinbar unberührte Natur fährt …

Wissenswertes für einen Pampa-Besuch in Bolivien

  • In Rurrenanbaque gibt es unzählige Anbieter für Touren in die Pampa. Genau wie bei den Regenwald-Touren gilt: Wähle bitte einen Touranbieter aus, der ökologisch verantwortungsvoll arbeitet. Ich kann besten Gewissens Mashaquipe und hier besonders den Guide Alejandro empfehlen, der ein wahrer Vogelexperte ist. Bei den meisten billigen Anbietern landest du in Lodges, die dicht an dicht beieinander stehen und in denen abends Party angesagt ist. Meine Vorstellung von Naturerlebnis ist das nicht …
  • Vergiss Sonnenhut und Sonnencreme nicht, denn die Boote haben kein Dach, weil du nur so die Tiere optimal beobachten kannst.
  • Wenn du mit den Delfinen schwimmen willst, solltest du Badesachen auf den Ausflug in die Pampa mitnehmen.
  • Mückenschutz brauchst du nur in der Dämmerung. Tagsüber bleibst du von den Plagegeistern verschont.
  • Wie auch im Regenwald gilt ebenso in der Pampa: Niemals Affen oder andere Wildtiere anfassen oder gar füttern!

Nach so vielen Tier- und Vogelbildern interessiert ich natürlich brennend: Wo auf der Welt hast du die schönsten Vögel entdeckt? Und magst du mir ein paar Bilder von ihnen zuschicken? (Mein Mailadresse: ferngeweht@sabine-olschner.de)

 

 

Nobody is perfect … Wenn du einen Rechtschreibfehler in meinem Text gefunden hast, benachrichtige mich doch bitte, indem du den Fehler mit dem Cursor markierst und dann Strg + Eingabetaste (auf dem Mac Ctrl + Enter) drückst. Danke! (Funktioniert nur am Desktop, nicht mobil)

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