Rurrenabaque: Tor zu Regenwald und Pampa

Über die Pampastour und die Regenwaldtour in Bolivien habe ich schon berichtet. Heute möchte ich dir von dem Ort erzählen, von dem aus du diese beiden Touren antreten kannst: von Rurrenabaque im Amazonasgebiet von Bolivien. Das Städtchen lohnt nämlich durchaus einen längeren Aufenthalt. Wir haben insgesamt fünf Nächte dort verbracht: zwei vor der Regenwaldtour, zwei zwischen der Regenwald- und der Pampastour und eine nach der Pampastour.

Im Mini-Flieger nach Rurrenabaque

Schon die Anfahrt nach Rurrenabaque (in der Indianersprache Tacana bedeutet der Name „Ententeich“) ist abenteuerlich: Von La Paz aus geht es mit einem winzigen Flugzeug ins Amazonasgebiet – mit dem Bus hätte es 15 bis 20 beschwerliche Stunden gedauert. Der Flieger hat gerade einmal neun Reihen: ein Sitz rechts vom Gang, einer links. Stewardessen gibt es keine, die Sicherheitsansage läuft vom Band. Nach der bekannten Ansage kommt ein Satz, dass sich die Passagiere keine Sorgen machen sollen, wenn aus dem Cockpit laute Klopfgeräusche kommen – das sei normal. Dass man diese Geräusche hört, ist auch kein Wunder, denn das Cockpit ist offen und von der Kabine einsehbar.

Kurz nachdem der Flieger vom über 4000 Meter hoch gelegenen Flughafen in La Paz abhebt, erreicht er die umliegenden rund 6000 Meter hohen Andenberge. Die Flughöhe ist so niedrig, dass wir nicht über die Berge fliegen, sondern neben ihnen. Wären die Fenster offen gewesen, hätte ich fast die schneebedeckten Gipfel berühren können.

Überschaubares Rurrenabaque

Nach gerade einmal einer halben Stunde setzt das kleine Flugzeug zur Landung an, und wir sind im Amazonasgebiet angekommen. Herrschten oben in La Paz noch fast Minusgrade, haben wir hier angenehme 35 Grad – und dank eine Höhe von rund 200 Meter keine Atembeschwerden mehr. Zu Fuß laufen wir über das Rollfeld und durch das winzige Flughafengebäude, in dem der Sicherheitscheck darin besteht, dass jeder seine Tasche öffnen muss und der Sicherheitsbeamte einmal kurz hineinschaut. Die Rucksäcke werden auf einem Handkarren vom Flieger zum Gebäude transportiert.

Mit einem Shuttle-Bus der Fluglinie Amaszonas geht wenige Minuten später in den nahe gelegenen Ort Rurrenabaque hinein. Wir haben uns eine Unterkunft direkt an der Plaza am Ende der Ortschaft ausgesucht. Eigentlich ist es aber ganz egal, wo in Rurrenabaque du wohnst: Es ist ohnehin alles fußläufig erreichbar.

Wir schlendern zunächst einen Block hinunter zum Río Beni, dem Fluss, der in den Regenwald hineinführt. Dort herrscht am Fähranleger ein buntes Treiben: Autos, Lkw, Motorräder und Fußgänger lassen sich unermüdlich auf die andere Flussseite in den Ort San Buenaventura transportieren. Als wir in Rurrenabaque ankommen, ist besonders viel los, denn an diesem Tag findet in  San Buenaventura ein Fest statt, zu dem sich viele Besucher übersetzen lassen. Hinzu kommen viele Transportboote, Ausflugsboote auf dem Weg vom oder in den Regenwald oder private Boote – am Ufer des Beni wird es also niemals langweilig.

Aussichtspunkt oder Restaurant?

Die Ortschaft selber besteht aus zwei parallel liegenden Straßen mit zahlreichen Geschäften, Touranbietern und Restaurants. Rurrenabaque hat sich ganz auf die Touristenströme eingerichtet, die wegen der Ausflüge in die Pampa oder in den Regenwald in den Ort kommen. Obwohl die Einwohnerzahl seit 1975 von rund 2000 auf über 13.000 angestiegen ist, ist der Ort ein beschauliches Dorf geblieben, in dem die Einheimischen den Markt besuchen und es am Anlieger voll wird, wenn ein Fischerboot anlegt und seine Ware anpreist.

Wer genug im Dorf herumgestrollt ist, kann den Aussichtspunkt oberhalb von Rurrenabaque besuchen. Von dort oben soll man einen schönen Blick über den Fluss Beni haben. Bei unserem ersten Aufenthalt in Rurrenabaque war es uns für den Aufstieg zu heiß – beim zweiten Aufenthalt hat es geregnet, weil eine Kaltfront hereingezogen war. Daher blieb uns der Ausblick verwehrt. Du kannst dir deine Zeit aber auch bei schlechtem Wetter bestens in einer der vielen netten Cafés oder Bars vertreiben und von dort das Treiben auf der Straße beobachten.

Meine Tipps für Rurrenabaque

  • Morgens zum Frühstück in die französische Bäckerei Paris in der Calle Avaroa gehen, wo ein Pariser Bäcker bis zum Vormittag frische Croissants und andere Leckereien zubereitet.
  • Ein paar Häuser weiter gibt es die beste Pizzeria in Rurrenabaque: Bei Bella Italia steht eine Handvoll Tische auf dem Gehweg, und du kannst dir deine Pizza selber zusammenstellen. Bezahlt wird nach Größe – die Anzahl der Zutaten spielt keine Rolle.
  • Den besten Fisch gibt es im Restaurant La Cabaña an der Uferstraße. Immer frisch, verschiedene Zubereitungsarten.
  • Besonders gemütlich sitzt es sich vor der Funky Monkey Bar in der Calle Comercio. Nette Atmosphäre bei einem Glas Wein oder einem Cocktail.
  • Extra-Tipp nach einer schlammigen Regenwaldtour: die Wäscherei No. 1, ebenfalls an der Calle Avaroa. In kürzester Zeit werden dort deine dreckigen Sachen gewaschen, und das nächste Abenteuer rund um Rurrenababque kann beginnen.

 

 

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2 Kommentare

  • Hi!

    Toll, Dein Blog! Ich fliege im Oktober nach Bolivien und habe eine Frage: Wie nicht man Inlandsflüge vor Ort? Gibt es in den größeren so Art Reisebüros? Muss man direkt beim Flughafen buchen?

    Ich habe schon so viel über Bolivien gelesen, aber das konnte ich noch nirgends nachlesen. Danke vorab für Deine Hilfe!

    • Hallo Cäcilia, wir haben den Inlandsflug von Santa Cruz nach Sucre von zu Hause aus gebucht, den von Uyuni nach Rurrenabaque und weiter nach Santa Cruz habe ich vor Ort direkt online bei der Airline gebucht. War allerdings recht teuer, da kurzfristig. Wenn du schon in etwa weißt, wann du wohin willst, ist es langfristiger sicher etwas günstiger.

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