Warum Fotografieren ein schönes Hobby ist

Bei rund 10.000 Fotos, die ich so im Jahr mache, kann ich schon behaupten, dass Fotografieren ein bedeutendes Hobby für mich ist. Doch wie fing eigentlich alles an? Und wie hat sich das anfängliche Knipsen zu einem ausgewachsenen Hobby entwickelt? Das fragt Thomas vom Reiseblog Reisen-Fotografie in seiner Blogparade.

Ich möchte dir ein bisschen vom Verlauf meiner „Fotografenkarriere“ erzählen.

1970/80er-Jahre: Ritschratsch-Kamera

Noch heute habe ich das Geräusch im Ohr, das durch das Weiterdrehen des Filmes in der Kamera entstand: krrch, krrch, krrch, krrch. Nach jedem Bild musste man den Film ein Stück weiterdrehen, um keine Doppelbelichtungen zu verursachen. Und nach 36 Bildern war Schluss. Dann hieß es, den ganzen Film wieder zurück in seine Rolle zu ziehen – krrch, krrch, krrch, krrch – und einen neuen Fim einzulegen.

Die ersten Bilder, die ich selber gemacht habe, stammen aus einer kleinen Kompaktkamera. Auf Schulausflügen, bei Spaziergängen und im Urlaub war sie immer dabei. Oder wie hier in den 70ern auf der Goldhochzeit meiner Großeltern – da war die Kamera noch mit einem Würfelblitz bestückt, mit dem ich vier Blitzfotos machen konnte:

Über die Qualität der Bilder aus dieser Kamera müssen wir nicht reden: oft unscharf, die Farben recht matt (das mag aber auch am Alter der Fotos liegen), und zoomen konnte sie natürlich gar nicht. Das Lustige  ist: Die Fotos hatten damals ein quadratisches Format. Alles egal: Ich fand es auf jeden Fall schon damals toll, Erinnerungen festzuhalten, und tat dies auch ausgiebig.

1990er-Jahre: Analoge Spiegelreflexkamera

Ende der 80-Jahre kaufte ich mir meine erste analoge Spiegelreflexkamera. Anlass war mein Schüleraustausch nach Australien. Von solch einer aufregenden Reise wollte ich natürlich gute Fotos mitbringen. Nun, gut ist relativ. Auch damals hatte ich noch kein richtiges Auge für die Komposition von Bildern …

Zusammen mit der Spiegelreflexkamera bin ich von Fotoabzügen auf Dias umgestiegen. Die Möglichkeit, meine Bilder riesig groß auf einer Leinwand zu sehen, fand ich beeindruckend. Es folgten verschiedene Spiegelreflexkameras, wobei ich immer der Marke Canon treu geblieben bin, inklusive mehrerer Objektive.

Als ich Anfang der 90er-Jahre als Praktikantin und später als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung gearbeitet habe, wechselte ich von Dia- auf Schwarzweiß-Filme, da die meisten Fotos in der Zeitung nur in schwarzweiß abgedruckt werden konnten. Entwickelt hat die Filme unser Redaktionsfotograf. Mit der Technik von Fotoentwicklung habe ich mich nie beschäftigt. Aber ich habe von unserem Zeitungsfotografen viel über das Thema Bildaufbau gelernt.

2000er-Jahre: Digitale Spiegelreflexkamera

Ich habe lange gebraucht, bis ich den Schritt von analog auf digital gewagt habe. Die Ergebnisse der ersten Digitalkameras schienen mir im Vergleich zu den Dias zu schlecht. Erst 2007, für meine damalige Peru-Reise, legte ich mir eine digtale Spiegelreflexkamera zu, ebenfalls von Canon.

Mit dem Umschwung auf digital machte das Fotografieren natürlich noch mehr Spaß: Ich konnte sofort auf dem Display sehen, ob ein Bild tatsächlich etwas geworden ist, und musste nicht warten, bis die Diafilme vom Fachhandel entwickelt waren. Ich brauchte nicht mehr zu überlegen, wie viele Filme ich vor dem Urlaub kaufe – mit einer zusätzlichen Speicherkarte konnte ich gleich Hunderte von Fotos mehr schießen.

Zum Vergleich: Von 1988 bis 2007 habe ich 6500 Dias gemacht – so viel bringe ich heute von gerade mal von zwei längeren Reisen mit nach Hause. Die Dias, die mir heute noch etwas bedeuten, habe ich übrigens vor einer Weile einscannen lassen.

Die großen Speichermöglichkeiten, die sich mir von da an boten, bedeuteten allerdings nicht, dass ich nun wahllos Bilder geschossen habe. Ich habe in all den Jahren der analogen Fotografie gelernt, schon beim Fotografieren zu erkennen, ob ein Foto am Ende etwas wird oder nicht. Viele Bilder mache ich erst gar nicht, weil ich schon beim Blick durch den Sucher weiß, dass es sich nicht lohnt.

2010er-Jahre: Bridgekamera

Die digtale Spiegelreflexkamera mit ihren zwei Wechselobjektiven hatte natürlich ein entsprechendes Gewicht, das ich auf Reisen immer herumschleppen musste. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf die Schlepperei und habe mich von meiner Spiegelreflexkamera getrennt. Eine Kompaktkamera als Alternative war mir jedoch zu wenig.

Daher habe ich mich für eine Bridgekamera entschieden, zunächst ein Modell von Panasonic, später von Sony. Mit der bin ich so zufrieden, dass ich mir das gleiche Modell noch einmal gekauft habe, nachdem die erste Sony Altersschwächen zeigte. Warum ich meine Bridgekamera so liebe, habe ich schon mal in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Was bedeutet mir das Fotografieren heute?

Ich freue mich, dass sich die technischen Möglichkeiten, auch mit einfachen Kameras gute Fotos zu machen, in den vergangenen Jahrzehnten so stark weiterentwickelt haben. Wenn ich mir heute meine Dias anschaue (ganz zu schweigen von den Papierfotos), dann kann ich kaum glauben, mit welcher Qualität man sich früher zufriedengegeben hat.

Natürlich habe auch ich mich weiterentwickelt und schaue bei Motiven ganz anders hin als damals. Zu einem wirklichen Fotoprofi bin ich aber trotz des Einsatzes einer Spiegelreflexkamera nie geworden. Ich nutze nur selten die manuellen Einstellungen der Kameras. Und auch bei der nachträglichen Bildbarbeitung gehe ich nur sehr sparsam vor.

Auf das Fotografieren verzichten könnte ich nicht. Für mich sind Fotos eine wichtige Erinnerung, vor allem auf Reisen. Sicher behält man die wirklich einschneidenden Erlebnisse auch ohne Bilder im Kopf. Aber vieles vergesse ich auch, manchmal schon im Laufe einer Reise, wenn wir viel unternehmen und viele unterschiedliche Orte besuchen. Zurück zu Hause freue ich mich dann immer, die Bilder erneut durchzuschauen – selbst nach Jahren noch. Und nicht selten denke ich dabei: „Ach stimmt, das haben wir ja auch noch gesehen!“

Welchen Stellenwert hat Fotografieren in deinem Leben? Bist du ein leiderschaftlicher Fotograf oder eher ein Gelegenheitsknipser? Stehst du lieber vor oder hinter der Kamera? Erzähl mir doch davon in den Kommentaren!

 

 

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6 Kommentare

  • Hallo Sabine,

    die zeitliche Beschreibung trifft auch auf mich zu. Ich kann mich noch an die langen Dia-Abende erinnern, wo wir gemeinsam mit Freunden die Fotos angeschaut haben. Das ist fast wie heute. Die Diashow findet jetzt im Internet statt. Die Einladung zum gemeinsamen Schauen der Fotos gibt es, nur das gemeinsame Essen und Beisammen ist entfallen. Doch ich schweife ab.

    Eine schöne Beschreibung, warum du fotografierst. LG Burkhard

    • Hallo Burkhard, das Fotoschauen mit Freunden lassen wir uns auch heute nicht nehmen. Je nach Anzahl der Leute benutzen wir einen Beamer oder schauen uns die Bilder gemeinsam am Rechner oder auf dem Fernseher an. Und lecker Essen gibt es auch meist dazu :-)

  • Hallo Sabine!

    ich gestehe: ich bin lustvolle Gelegenheitsknipserin! Beim Fotografieren kann ich mich total entspannen und manchmal gehe ich mit der Kamera nur zu diesem Zweck raus.
    Allerdings nutze ich die Spiegelreflexkamera seit einigen Jahren auch beruflich, habe Fotokurse besucht und nehme an einem Foto-Stammtisch teil. Denn als freie Lokalreporterin erwartet unsere Zeitung schon professionelle Fotos. Wobei ich an die von den Profi-Pressefotografen nicht rankomme. Ist manchmal eine Gradwanderung.

    Herzliche Grüße von der Hase an den Rhein,
    Silke

    • Hallo Silke, freut mich, dass dir das Fotografieren so viel Spaß macht. Und dass man im Lokalen viel lernen kann, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen :-)

  • Hi Sabine,

    vielen lieben Dank für Deinen tollen Beitrag zu unserer Blogparade.

    Hach, an die alten Ritsch-Ratsch-Kameras, an quadratische Formate und Würfelblitze kann ich mich auch noch gut erinnern. Und auf jeder Reise die Überlegungen, noch einen Film einlegen oder nicht. Die Entwicklung kostete ja Geld und davon hatten wir damals nicht wirklich viel.

    LG Thomas

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