Warum ich meine Bridgekamera liebe

Welche Reisekamera ist die beste?

Darauf gibt es keine allgemein gültige Antwort. Jeder Reisende hat andere Ansprüche an seine Fotos: Der eine macht am liebsten mit seiner Spiegelreflexkamera Bilder im RAW-Format, die er später mit Photoshop bearbeiten kann. Der andere will seine Kamera in die Hosentasche stecken und immer dabei haben. Und der dritte knipst am liebsten mit seinem Handy oder gar mit dem Laptop. Jeder, wie er mag.

Ich habe mich vor einigen Jahren dazu entschieden, mich von meiner schweren Spiegelreflexkamera zu verabschieden. Ich hatte keine Lust mehr, die dicke Kamera plus zwei Objektive mitzuschleppen. Denn wenn ich mit dem Rucksack unterwegs bin, zählt jedes Gramm.

Klein, stark, schwarz: Meine erste Bridgekamera auf Reisen.

Mit einer kleinen Kompaktkamera konnte ich mich jedoch auch nicht anfreunden, das war mir zu wenig „Fotografier-Feeling“. Ich brauche beim Fotografieren etwas in der Hand – eine Kompakte ist mir einfach zu leicht und zu klein.

Also habe ich einen Mittelweg gewählt: eine Bridgekamera, auch Superzoom-Kamera genannt. Nach zwei Modellen von Panasonic habe ich dieses Mal die Sony Cybershot DSC-HX400V gewählt.

Was ist eine Bridgekamera?

Bridgekameras vereinen die Eigenschaften von Spiegelreflexkameras und Kompaktkameras: Sie haben keine Spiegelmechanik, dafür jedoch, wie eine Kompaktkamera, ein fest eingebautes Objektiv. Oft ist der Brennweitenbereich noch größer als bei Kompaktkameras (wobei Kompakte hier mittlerweile auch aufgeholt haben). Meine Sony zum Beispiel hat ein Objektiv mit 50-fach optischem Zoom, das entspricht umgerechnet einer Brennweite von 24 bis 1200 mm. Bei einer Spiegelreflexkamera müsste man ein ganz schön großes und entsprechend schweres Objektiv wählen, um so nah heranzoomen zu können. Vor allem bei der Tierfotografie auf Safaris ist solch ein Megazoom natürlich toll.

Dieser Vogel saß hoch oben im Baum. Dank Superzoom kein Problem, ihn abzulichten.

Mit einer Lichtstärke von f2,8 bis f6,3 kann ich meine Bridgekamera aus der freien Hand auch noch in der Dämmerung oder in schlecht beleuchteten Räumen einsetzen, wo Kompaktkameras an ihre Grenzen kommen. Wenn ich die Kamera auf ein Stativ setze, bekomme ich selbst bei Nachtaufnahmen gute Fotos hin.

Eine Bridgekamera hat einen Sucher, wie man es von Spiegelreflexkameras gewohnt ist. Aber da ich Brillenträgerin bin, ist der Sucher leider für mich nicht nutzbar: Mit Brille sehe ich nichts, ohne Brille kann ich die Dioptrien im Sucher nicht auf meine Stärke einstellen. Daher bleibt mir beim Abdrücken nur der Blick aufs Display, was bei grellem Sonnenschein schon mal schwierig werden kann.

Manuelle Einstellungen sind vor allem in extremen Lichtsituationen hilfreich.

Genau wie bei vielen Kompaktkameras habe ich die Wahl zwischen vielen verschiedenen Motivprogrammen, Zusätzlich kann ich bei einer Bridgekamera jedoch die Werte für die Blendenöffnung und/oder die Verschlusszeit sowie die Empfindlichkeit (ISO) manuell einstellen. Das rückt sie wiederum in die Nähe von Spiegelreflexkameras.

Welche Kamera macht bessere Fotos?

Es lässt sich nicht leugnen, dass man mit einer Spiegelreflexkamera nach wie vor qualitativ hochwertigere Bilder machen kann. Eine Bridgekamera kommt da aufgrund ihrer Technik irgendwann an ihre Grenzen.

Die Frage ist aber doch: Was will ich mit den Fotos später machen? Mir reicht es aus, meine Fotos auf dem Computer zu betrachten und die besten in einem Fotobuch drucken zu lassen. Ich mache mir keine großformatigen Ausdrucke für die Wand, auf denen man den Unterschied zu Bildern aus einer Spiegelreflexkamera sicherlich noch mehr sehen würde.

Ich bin allein aufgrund des Gewichts – die Sony wiegt nur knapp 700 Gramm, mit Zubehör gut 1200 Gramm – sehr zufrieden mit dem Kompromiss. Eine schwere Spiegelreflexkamera brauche ich nicht mehr. Und die Bilder, die ich nach jeder Reise mit nach Hause bringe, gefallen mir gut. Denn schließlich gilt immer noch der Spruch: Nicht die Kamera macht ein gutes Bild, sondern der Fotograf.

Und welche Kamera nutzt du auf Reisen – und warum? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

 

 

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13 Kommentare

  • Ganz lieben Dank Sabine. Dein Beitrag ging mir lange nicht aus dem Kopf..und kurz vor unserer Afrika Reise haben wir uns die Kamera dann im Laden angeschaut und direkt mitgenommen.
    Nachdem ich mir ihr warm geworden bin, hat sie echt super tolle Fotos gemacht. Wir sind super super froh, dass wir deiner Empfehlung gefolgt sind. 50 facher Zoom auf Safari ist echt unschlagbar! 🙂
    Wir sind letztlich mit der Bridgekamera und unserer alten Kompakt Kamera auf Reise gegangen und das war eine perfekte Kombi! Fotobeweise gibts dann auf meinem Blog 😉

    • Bin schon sehr gespannt auf deine Afrika-Bilder und -Berichte! Ich habe auch gerade in Südafrika wieder gesehen, wie wichtig ein guter Zoom für die Safari ist. Da entgeht einem kein Tier mehr 🙂

  • Du sprichst mir aus der Seele 🙂 Ich habe auch immer mit meiner DSLR fotografiert, hatte jedesmal 6-7 kg auf dem Rücken. Das hat mich im Kanada-Urlaub so sehr genervt, dass ich kurzerhand die komplette Ausrüstung verkauft habe und jetzt zufriedene Besitzerin einer Lumix FZ1000 bin 🙂

    LG,
    Ela

  • Sehr interessanter Beitrag! Gerade bei längeren Wanderungen in abgelegenen Gegenden ist die Gewichtsersparnis ein riesiger Vorteil. Hast Du mit der Kamera schon mal den Sternenhimmel fotografiert? Ich frage mich, wie die Bildqualität bei solchen Aufnahmen ist und ob man damit auch Polarlichter in ansprechender Qualität fotografieren könnte.

    • Danke, Martin. Leider konnte ich noch keinen Sternenhimmel fotografieren, weil ich kein Stativ mit auf Reisen nehme. Und zu Hause gibt es zu wenig Sterne 😉 Nordlichter habe ich leider noch nie in natura gesehen. Wenn ich das planen würde, auf jeden Fall mit Stativ!

  • Hallo Sabine,

    ich bin jetzt mit einer Fujifilm X-T1 unterwegs, davor jahrelang mit einer Canon G10. Die G10 passte nicht in die Hosen- dafür in die Jackentasche. Für ihr kompaktes Dasein habe ich sie geliebt, aber irgendwann reichte mir die Schärfeleistung nicht mehr.

    Die X-T1 ist eine Systemkamera (hab ich gerade mal nachgeschaut). Nicht sooo groß, Objektiv wechselbar und die Leistung ist super. Trotzdem überlege ich, ob ich mir nicht doch irgendwann wieder eine noch kleinere, dafür aber sehr gute, Kamera kaufe. Ich mag die Unaufdringlichkeit der kleinen Geräte, da sie nicht jedem gleich ins Auge springen, wenn man damit durch die Gegend läuft. Und man kann sie schnell verstauen.

    Also, wie du siehst, ich bin quasi noch auf der Suche nach meiner idealen Kamera-Begleitung 😉

    Liebe Grüße
    Berit

    • Ja, es ist nicht so einfach, die eierlegende Wollmilchsau zu finden 😉 Irgendwo müssen wir wahrscheinlich immer Abstriche machen.

    • Hallo Berit,
      ich kann Dir die Sony HX-50 nur wärmstens empfehlen. Mittlerweile gibt es aber auch schon wieder Nachfolgemodelle. 30-fach optischer Zoom, 24-720 mm. Gerade für spontane Tierfotografie bestens geeignet!
      VG Jochen

  • Interessant. Ich gehöre zur Fraktion der die-Kamera-muss-in-die-Hosentasche-passen-Liebhaber. 😉 Denn zum einen reise ich nur mit Rucksack, d.h. ich habe wenig Platz und zum anderen gehe ich auch gern mal dahin, wo es nicht unbedingt sinnvoll ist, mit großem Equipment herumzulaufen. Habe zz. sog. Reisekameras von Panasonic bzw. Sony, die das auch erfüllen. Manchmal ist mir das aber doch zu „unprofessionell“ bzw. es fehlt mir das erwähnte „Fotografier-Feeling“. Mal schau´n, vielleicht ist so eine Bridgekamera ja auch irgendwann mal was für mich … 😉

    LG, Wolfgang

    • Jeder hat halt seine ganz persönlichen Vorlieben, was eine Kamera können muss. Schau Dir eine Bridge einfach mal, vielleicht ist sie ja was für Dich.

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