Meine Tipps für den Etosha Nationalpark

Wer in Namibia Tiere in freier Wildbahn sehen will, muss meist nicht lange warten: Es kommt im ganzen Land häufig vor, dass Springböcke, Affen, Zebras oder andere freilaufende Tiere die Fahrbahn kreuzen. Einer der besten Orte, um viele Zwei- und Vierbeiner auf einmal zu sehen, ist jedoch der Etosha Nationalpark im Norden des Landes. Hier sammeln sich häufig ganze Herden, die sich auf einer Tour mit dem eigenen Auto gut beobachten lassen.

Meine Tipps für die Safari in Etosha:

1. Wähle eine Unterkunft direkt im Park.

Es gibt innerhalb der Grenzen des Nationalparks nur wenigeUnterkünfte: das Okaukuejo Camp, das Halali Camp und das Namotoni Camp. Vor Kurzem sind außerdem zwei neue Luxusunterkünfte hinzugekommen: die Lodges Onkoshi und Dolomite im abseits gelegenen Teil des Parks. Alle fünf Camps werden von der staatlichen Organisation Namibia Wildlife Resorts betrieben und können auch dort gebucht werden. Sollte das Kontingent erschöpft sein, lohnt es sich, bei anderen Reiseanbietern nachzuschauen – oft haben diese noch freie Unterkünfte in den Lodges im Angebot.

Der Vorteil einer Unterkunft innerhalb des Parks: Zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang werden die Parktore geschlossen. Wer außerhalb übernachtet, kann also weder am frühen Morgen noch in der Nacht auf Tierbeobachtung gehen. Wer sich nachts außerhalb der Camps aufhalten will, muss allerdings eine organisierte Safari in der Unterkunft buchen, denn auch die Eingänge zu den Camps schließen im Dunkeln.

Unser Bungalow im Okaukuejo Camp.

2. Wechsle auch mal den Standort.

Wir haben insgesamt fünf Tage in Etosha verbracht: zwei davon im Okaukuejo Camp, zwei im Halali Camp. Da der Park sehr weitläufig ist, ist es sinnvoll, unterschiedliche Unterkünfte zu wählen. Ansonsten sind die Wege von einer Seite des Parks bis zur anderen sehr weit. Und in jedem Parkteil besteht die Chance, wieder andere Tiere zu sehen.

Perlhühner können schon mal den ganzen Verkehr aufhalten.

3. Nimm dir Zeit.

Die besten Plätze, um Tiere zu beobachten, sind die Wasserlöcher. Anhand einer Straßenkarte kannst du diese mit dem eigenen Auto abfahren. Wenn sich an einem Wasserloch gerade einmal nichts tut, solltest du nicht direkt weiterfahren: Es kann sein, dass ein paar Minuten später eine ganze Herde Elefanten um die Ecke biegt oder ein Riesenschwarm von Vögeln sich am Ufer niederlässt. Oft kommen die Tiere ganz nah zum Auto. Geduld ist das A und O bei einer Safari.

Aus dem Auto aussteigen ist übrigens strengstens verboten. So lange du im Wagen bist, erkennen die Tiere dich nicht, einzelne Spaziergänger sind jedoch für Raubtiere ein gefundenes Fressen.

Mit Geduld und einem guten Teleobjektiv gelingen in Etosha viele gute Tierfotos.

4. Mach es dir abends gemütlich.

Ein weiterer Vorteil der Park-Lodges: Sie haben alle eigene Wasserlöcher, an denen abends richtig was los ist: Giraffen, Zebras, Nashörner, Elefanten und viele weitere Tiere kommen in der Dunkelheit zu den nur leicht angestrahlten Wasserlöchern, um zu trinken. Du kannst die ganze Nacht von einer sicheren Position aus die Tiere und ihre Interaktion beobachten: Wenn zum Beispiel die Elefanten kommen, wissen die anderen Arten Bescheid, dass sie nun für die starken Dickhäuter Platz machen müssen. Die besten Sichtungen hatten wir im Okaukuejo Camp; im Halali Camp kamen bei unserem Aufenthalt weit weniger Tiere zum Wasserloch an der Lodge.

Alles ist bereit für den allabendlichen Logenplatz am Wasserloch.

5. Suche nicht nur nach den Big Five.

Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard – diese fünf Arten zählen zu den Big Five, die jeder Safari-Tourist gesehen haben will. Büffel gibt es nicht mehr im Etosha Nationalpark. Die Chance, auf Elefanten, Nashörner und Leoparden zu treffen, stehen hingegen ganz gut. Für eine Leopardensichtung musst du sehr viel Geduld haben: Die Jäger sind nachtaktiv und am Tag nur ganz selten zu sehen. Wir hatten das große Glück, tagsüber einen Leoparden im Gebüsch zu entdecken.

Der Etosha Nationalpark hat aber weit mehr zu bieten als die Vertreter der Big-Five-Truppe. Unter den großen und oft gut sichtbaren Tieren finden sich Giraffen, Zebras oder Antilopen, bei den kleinen musst du vielleicht etwas genauer hinschauen, um im Gebüsch die Hyänen, Mangusten oder Erdhörnchen zu entdecken. Hinzu kommen unzählige Vogelarten, wie die stolzen Strauße, der krummschnabelige Toko, die stolzierenden Trappen, die lauernden Geier oder die farbenfrohen Flamingos.

Die emsige Trappe ist immer unterwegs.

Wie lange du insgesamt im Nationalpark verbringen willst, muss jeder selbst entscheiden. Wir fanden vier Tage/fünf Nächte perfekt, um alles zu sehen. Es soll aber auch Leute geben, die mehr als eine Woche in Etosha bleiben.

Welche Tiere hast du schon auf einer Safari beobachten können? Oder wem würdest du gern mal Auge in Auge gegenüberstehen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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2 Kommentare

  • Hallo Sabine.
    Was ein fantastischer Bericht und wie Recht du hast.
    Ich war vor einigen Jahren im Tsavo Nationalpark und dafür galten genau die gleichen Dinge, die du hier aufzählst. Eine Safari würde ich jedem empfehlen! Es lässt dich selbst mehr zur Natur zurückfinden. Die Nähe zu den Tieren ist einfach unbeschreiblich. Ich bekomme heute noch eine Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.
    Viele Grüße
    Tanja

    • Ich fand die Tiere auch den faszinierendsten Teil unserer Namibia-Reise. Bei mir stehen ebenfalls noch weitere Afrika-Reisen mit Tiersichtungen auf der To-go-Liste. Tansania und Südafrika zum Beispiel …

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