Autofahren in Namibia

Wenn einer einen Roadtrip macht, dann kann er was erleben … Auf unserer dreiwöchigen Rundreise durch Namibia haben wir allerhand mit unserem Mietwagen erlebt! Auf was musst du beim Autofahren in Namibia eigentlich so achten?

Ich habe dir mal ein paar Autobilder von unserer Tour rausgesucht, um dir zu erzählen, auf was es beim Autofahren in Namibia so ankommt.

Unser Mietwagen

Als erstes möchte ich dir unseren treuen Gefährten vorstellen: Voilà, ein fast neuer Toyota Corolla des Vermieters Budget, der uns beste Dienste geleistet hat – gebucht wie immer über einen deutschen Vermittler. Unser Mietwagen hat uns zuverlässig ohne Panne oder kaputten Reifen von Windhoek über die Kalahari und Keetmanshoop nach Aus, von dort über den Sossusvlei nach Swakopmund, durch das Erongo-Gebirge zum Etosha Nationalpark und über Waterberg zurück nach Windhoek gebracht. Für diese Strecke war er ideal – für den hohen Norden Namibias, etwa das Caprivi-Gebiet, oder den Nordosten, Damaraland und die Skelettküste, ist sicherlich ein Vierradantrieb besser geeignet.

Ja, du sitzt in einem SUV oder in einem Jeep höher und siehst vielleicht die Tiere schon eher. Aber uns hat dieser Mittelklassewagen ausgereicht. Über die Sandpisten sind wir halt nicht mit 80, sondern nur mit 50 km/h gefahren – und haben dafür eine Menge kleine Tiere am Straßenrand entdeckt, die die schnellen Fahrer glatt übersehen haben.

Schilder am Straßenrand

In Namibia haben wir viele Straßenschilder gesehen, die bei uns natürlich völlig unbekannt sind. Wir haben bei fast allen angehalten, um Fotos zu machen. Wo sieht man schließlich mal eine Warnung vor Warzenschweinen, Kudu-Böcken oder Elefanten? Diese Schilder solltest du durchaus ernst nehmen! Wo solch ein Schild steht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich ein Wildtier die Straße kreuzt, recht hoch. Auch alle anderen Schilder im Land sind selbsterklärend – also keine Angst.

Straßenverhältnisse in Namibia

In Namibia gibt es 45.700 Straßenkilometer, aber nur rund 7000 von ihnen sind asphaltiert. Es herrscht Linksverkehr, aber in der Regel ist – zumindest außerhalb der Städte – so wenig los, dass du dich ganz in Ruhe an das Fahren auf der „falschen“ Straßenseite gewöhnen kannst.

Die restlichen 38.700 Straßenkilometer sind Kies-, Erd- oder Sandpisten. Das verlangt von einem Fahrer schon mal einiges ab. Zwar soll es in Namibia die besten Schotterwege der Welt geben, trotzdem wird eindringlich davor gewarnt, dort mehr als 80 Stundenkilometer zu fahren. Zum einen, weil es auf den Sand- und Schotterwegen oft Querrillen in der Straße gibt, die das Auto zum Schleudern bringen, zum anderen, weil schnell mal ein Wildtier die Straße überqueren kann und ein spontanes Bremsmanöver auf diesen Pisten schon so manchen das Leben gekostet hat.

Mit dem Auto zum Sossusvlei

Das Tor zum Eingang des Namib-Naukluft-Nationalparks öffnet pünktlich zum Sonnenaufgang. Hier bilden sich eine halbe Stunde vorher schon lange Schlangen (so viele Autos auf einmal hatte ich davor tagelang nicht gesehen …), also am besten pünktlich da sein.

Die 65 Kilometer Asphaltstraße zum berühmten Sossusvlei kannst du problemlos selber befahren, nur für die letzten fünf Kilometer brauchst du ein Allradfahrzeug. Wir sind also umgestiegen und haben uns von einem erfahrenen Fahrer zum Sossusvlei bringen lassen. Diesen Tiefsand hätte unser Corolla nämlich mit Sicherheit nicht geschafft.

Mit dem Auto auf Safari

In privaten Gameparks darfst du selber kein Auto fahren. Hier werden organisierte Touren mit dem Jeep angeboten. Auf der Namib Gästefarm in Omaruru im Erongo haben wir solch eine Safari gebucht. Hausherr Eugen hat uns mit seinem Jeep ein paar Stunden über das riesige Gelände gefahren und uns die vielen Tiere gezeigt.

Mit an Bord waren auch seine zwei Jack Russel Terrier, die ebenfalls eifrig nach Wildtieren Ausschau hielten.

Mit dem Auto durch den Etosha Nationalpark

Durch den Etosha Nationalpark kannst du problemlos mit dem eigenen Auto fahren. Die Straßen waren zu unserer Reisezeit in recht gutem Zustand, nur die Zufahrten zu den Wasserlöchern waren manchmal etwas holprig. Aber auch die hat unser Toyoto bestens gemeistert.

Wie mir einige Leser berichteten, haben sich die Straßenverhältnisse in Etosha seit 2011, als wir in Namibia waren, wohl ziemlich verschlechtert – vor allem wenn es geregnet hat, sind die tiefen Schlaglöcher nicht zu erkennen. Wenn du also mit dem eigenen Wagen in den Nationalpark hineinfahren willst, solltest du dich am besten vorher über die aktuelle Straßensituation erkundigen.

Das Gute an der Selbstfahrer-Safari: Du kannst anhalten, wann und wie lange du willst und auf Wunsch stundenlang die Tiere beobachten. Auf organisierten Touren geht es dann weiter, wenn der Guide dies bestimmt. Natürlich musst du im Etosha Nationalpark besonders auf kreuzende Tiere aufpassen und dich streng an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Und nicht die Fahrzeit zu knapp bemessen – manchmal kommt es auf den Straßen zum Stau …

Du siehst: Autofahren in Namibia ist gar nicht so schwer! Da es wirklich extrem wenig Verkehr gibt, ist das Risiko eines Unfalls sehr gering – sofern du dich, vor allem auf den Schotterpisten, an die Geschwindigkeitsbegrenzung hältst.

Weitere Tipps zum Autofahren in Namibia

  • Es empfiehlt sich die Mitnahme eines internationalen Führerscheins. Den erhältst du für wenige Euro in deinem heimischen Straßenverkehrsamt.
  • Bei der Anmietung eines Fahrzeugs bestehe darauf, zwei Ersatzreifen dabei zu haben. Wenn dir ein Reifen platzt (was auf den Schotterstraßen nicht selten vorkommt – wir hatten einfach Glück), hast du immer noch einen zweiten zur Reserve – der Weg zur nächsten Werkstatt ist mitunter weit.
  • Weil nur wenige andere Fahrzeuge auf der Straße sind, hatten wir immer mindestens zehn Liter Trinkwasser dabei. Falls wir einmal eine Panne gehabt hätten, wären auch mehrere Stunden Wartezeit bis zu unserer Rettung kein Problem gewesen.
  • Die beste Investition unserer Namibia-Reise war der Kauf von mehreren großen Müllsäcken. Der Staub auf den Pisten ist so fein, dass er in jede Ritze kriecht. Also haben wir unsere Rucksäcke im Kofferraum in die Müllsäcke gepackt.
  • Die wichtigste Aufgabe des Beifahrers ist es, den Knopf für die Innenraumbelüftung zu betätigen, sobald sich im Rückspiegel oder am Horizont ein anderes Fahrzeug in Form einer riesigen Staubwolke ankündigt. Ansonsten könnt ihr nach Passieren des Wagens in eurem Auto nicht mehr atmen.
  • Sobald eine Tankstelle auftaucht, solltest du tanken – auch wenn der Tank noch nicht annähernd leer ist. Wer weiß, wann sich die nächste Tankgelegenheit ergibt.

Hast du noch Tipps oder Fragen zum Autofahren in Namibia? Dann rein damit in die Kommentare! 

Mit diesem Beitrag nehme ich übrigens an der Blogparade „1 Roadtrip – 10 Bilder“ von „Kind im Gepäck“ teil.

 

 

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4 Kommentare

  • Ja, das Autofahren in Namibia… schön hast Du das beschrieben. Und ganz wichtig finde ich Deine Tipps am Ende:
    * 2. Reservereifen dabei haben – und dazu bitte auch das erforderliche Werkzeug (uns hätte man fast ein Auto mit zwei Reserverädern aber ohne Wagenheber & Co angedreht – zum Glück habe ich nachgefragt und es sehen wollen…)
    * Wasser dabei haben – und wir hätten dazu gern auch ein paar Snacks: Kekse, Obst, Biltong, falls es wirklich lange dauert

      • Yip, in Südafrika 2012 mit meiner Schwägerin gleich zwei Male (ob sie dran Schuld war 😉 ??)
        * bei Oudtshoorn hatten wir einen Unfall: haben brav an einem Sto-Schild gestoppt und fast sofort machte es rumms. Ein Uralt Corolla mit fünf Personen war auf unseren etwas neueren Corolla aufgefahren. Es hat ein wenig gedauert, bis die Polizei da war, die Unfallaufnahme ging dann recht schnell (inklusive Vorzeigen des Internationalen Führerscheins), das Telefonat mit AVIS war langwieriger (die Dame im Callcenter wollte mir partout nicht glauben, dass es in Oudtshoorn eine AVIS Agentur gibt, schließlich hat einer der den Unfall aufnehmenden Polizisten sie überzeugt – und uns anschließend berichtet, die Dame kannte Oudtshoorn nicht??), der Chef von AVIS Oudtshoorn kam dann recht schnell mit Abschleppwagen und Ersatzfahrzeug (ein ziemlich alter Corolla)
        * ein paar Tage später hatten wir dann kurz hinter der Malgas Ferry einen Platten. Ein Ehepaar hielt an, der Gatte hat uns den Reifen in Windeseile gewechselt. Ein Anruf bei AVIS in Hermanus am Nachmittag mit der Frage, ob wir einen neuen Reservereifen für den Rest der Mietzeit bekommen könnten ergab dann die Antwort: „we don’t change tires, only cars“. Und am nächsten Tag konnten wir uns einen fast neuen Mercedes 230 abholen…

        Aber Namibia habe wir damals auch ohne platte Reifen überstanden – ich habe jedoch selten sooo viele kaputte Reifen am Straßenrand oder fluchende Männer beim Reifenwechsel gesehen wie dort.

        • Ach, in Südafrika hätte ich keine Bedenken – das ist da so dicht besiedelt. Aber vor Namibias einsamen Holperstrecken hatte ich schon Respekt. Ist ja zum Glück alles gutgegangen bei uns …

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