Namibia: Wanderung in Aus

Button2011Diese Stille. Als wir auf unseren Wanderung innehalten, hören wir – nichts! Kein Autogeräusch, kein Vogelgezwitscher, keine menschlichen Stimmen. Es herrscht absolute Ruhe auf dem Schutztruppentrail, einem der sechs Wanderwege auf dem Gelände der Farm Klein-Aus Vista. Im Desert Horse Inn in Aus, an der Abzweigung nach Lüderitz, machen wir auf unseren dreiwöchigen Namibia-Rundreise zwei Tage lang Stopp, um uns dem Land nicht nur mit dem Wagen, sondern endlich auch einmal zu Fuß anzunähern.

Namibia Aus

Die Wanderung beginnt gemächlich, auch wenn die Sonne schon vom Himmel brennt. Trotz Winterzeit sind Sonnenbrille und Hut ein Muss, und die zehn Kilometer bergauf, bergab sind nicht ohne. Wir brauchen mehrere Stunden für den Weg, denn ständig bleiben wir stehen und bestaunen die unendliche Weite, die sich vor uns auftut. Soweit das Auge reicht, gehört das Land zur Farm – Dimensionen, von denen unsere Landwirte nur träumen können.

Namibia Aus

Geschichten aus der Geisterschlucht

Durch die roten Felsen hindurch geht es hinunter in die Geisterschlucht, wo ein ausgebrannter Wagen in der Wüste liegt und die Gegenwart von Geistern uns plötzlich nicht mehr ganz so absurd vorkommt. Um das Autowrack ranken sich nämlich verschiedene Geschichten: Die einen erzählen von Diamantendieben, die die wertvollen Steine aus dem Sperrgebiet schmuggeln wollten und dabei von Sicherheitskräften erschossen wurden. Die anderen glauben, das Auto gehörte einem Deutschen, der in den 1930er-Jahren mit seiner Familie in der Wüste steckenblieb und aus Wut darüber sein Auto ansteckte. Egal, welche Geschichte stimmt: Ein bisschen gruselig anzusehen ist das Auto allemal. (Keine Ahnung, warum wir davon kein Foto gemacht haben – sorry! Wenn du eins parat hast und mir zur Verfügung stellen willst, füge ich das gern noch unter Nennung deines Namens hinzu.)

Namibia

Gondwana Collection, der Betreiber der Farm Klein-Aus Vista, hat mir nach der Lektüre dieses Beitrags netterweise ein Bild des Autowracks zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür!

Nachdem wir uns tagsüber einen Teil des riesigen Farmgeländes erlaufen haben, geht es abends noch einmal mit einem Jeep auf Tour:

Namibia

Über sandige Pisten fährt unser Guide uns zu zweit exklusiv zu den schönsten Stellen und zeigt uns Tiere, die wir tagsüber nicht entdeckt hatten: ein Straußenpaar mit Nachwuchs, das seltene Steinböckchen und schließlich die berühmten Pferde der Namib.

Geschichten von den Wüstenpferden

Die Wüstenpferde stammen angeblich von den Pferden der deutschen Schutztruppe ab, die sie beim Rückzug im Ersten Weltkrieg zurückließ. Andere behaupten, die Tiere stammen aus der Pferdezucht eines ehemaligen Schutztruppenoffiziers. Und eine dritte Geschichte besagt, dass Anfang des 20. Jahrhundert ein deutscher Baron die Pferde nach Namibia brachte und sie ihm im Krieg davonliefen, bis sie in den 1980er-Jahren wiedergefunden wurden. Mehr zur Geschichte der Wüstenpferde liest du im Blog Genussbummler.

Auf jeden Fall sind die wilden Pferde gar nicht so scheu, wie man vermuten könnte: Neugierig kommen sie an unser Auto heran und knabbern das Kunststoff von den Sitzen. Im Abendlicht wie aus dem Bilderbuch beobachten wir, wie die Herde nicht weit von unserem Jeep entfernt unter den Bäumen grast.

Namibia Aus Wildpferde

Plötzlich mahnt unser Guide zum Aufbruch, und wir rasen über die Sandpisten. Er biegt zu einem Aussichtspunkt ab, wo er auf das Dach des Jeeps steigt, einen Klapptisch herunterholt und eine Platte mit Knabbereien aus den Tiefen seines Wagens zaubert.

Namibia Aus

Gerade noch rechtzeitig, denn das Spektakel am Himmel beginnt bereits: In unzähligen Farben, von gelb über blau bis tieflila, geht am Horizont die Sonne unter. Fast vergessen wir, die leckeren Häppchen zu uns zu nehmen, so schön ist der Anblick, der sich jede Minute wieder verändert. Erst als es dunkel ist, fahren wir – ohne Scheinwerfer, weil unser Guide nach eigenen Aussagen die Strecke wie seine Westentasche kennt – zurück zu unserer Lodge. Ein perfekter Ausklang eines perfekten Tages in Namibia!

Namibia Aus

Warst du auch schon mal in Namibia? Was war dort dein schönstes Outdoor-Erlebnis? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Veröffentlicht am: 27. April 2015

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5 Kommentare

  1. Michael 5. Mai 2015 um 19:08 - Antworten

    Wunderschöne Bilder! Ein toller Bericht. Um diese Reise beneide ich dich ein wenig. Afrika war bisher ein Traum, wird aber die nächsten Jahre auch noch realisiert. Ich kann mich allerdings nicht entscheiden: Südafrika oder doch Namibia?

    • Sabine 5. Mai 2015 um 21:58

      Danke Dir, Michael. Freut mich, dass Dir der Beitrag gefällt. Südafrika kenne ich (noch) nicht, aber Namibia kann ich uneingeschränkt empfehlen!

  2. […] nach “Namibia: Wanderung in Aus” nimmt dich Sabine von Ferngeweht mit. Wer noch kein Gefühl für das golden-staubige Licht Namibias […]

  3. TanjasBunteWelt 27. April 2015 um 10:41 - Antworten

    Hallo Sabine,

    Stille herrlich, das wäre auch etwas für mich ;-)
    Schöne Bilder.
    Lg Tanja

    • Sabine 27. April 2015 um 10:51

      Namibia ist auf jeden Fall eine Reise wert!

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Veröffentlicht am: 27. April 2015

5 Kommentare

  1. Michael 5. Mai 2015 um 19:08 - Antworten

    Wunderschöne Bilder! Ein toller Bericht. Um diese Reise beneide ich dich ein wenig. Afrika war bisher ein Traum, wird aber die nächsten Jahre auch noch realisiert. Ich kann mich allerdings nicht entscheiden: Südafrika oder doch Namibia?

    • Sabine 5. Mai 2015 um 21:58

      Danke Dir, Michael. Freut mich, dass Dir der Beitrag gefällt. Südafrika kenne ich (noch) nicht, aber Namibia kann ich uneingeschränkt empfehlen!

  2. […] nach “Namibia: Wanderung in Aus” nimmt dich Sabine von Ferngeweht mit. Wer noch kein Gefühl für das golden-staubige Licht Namibias […]

  3. TanjasBunteWelt 27. April 2015 um 10:41 - Antworten

    Hallo Sabine,

    Stille herrlich, das wäre auch etwas für mich ;-)
    Schöne Bilder.
    Lg Tanja

    • Sabine 27. April 2015 um 10:51

      Namibia ist auf jeden Fall eine Reise wert!

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