Was beachten bei der Selbstfahrer-Safari?

Afrika ist ein Traum für alle Safari-Fans! Nirgendwo kannst du besser Tiere in der freien Natur beobachten. Am liebsten bin ich mit dem eigenen Auto auf Selbstfahrer-Safari unterwegs, zum Beispiel im Krüger Park in Südafrika oder im Etosha Nationalpark in Namibia.

Warum bevorzuge ich eine Selbstfahrer-Safari?

Ich kann mir Zeit lassen und die Tiere in meinem eigenen Tempo beobachten. Wenn ich eine halbe Stunde einer Elefantenfamilie beim Baden zuschauen will, mache ich das einfach – und muss nicht weiterfahren, nur weil mein Fahrer das will.

Ich will nicht nur die Big Five sehen, sondern schaue mir gern auch Vögel und andere kleine Tiere an. Auf einer geführten Safari wird das meiste, das nicht zu den Big Five gehört, gern mal links liegen gelassen.

Mir macht es mehr Spaß, selber auf Pirsch zu gehen, statt die Tiersichtungen von einem Guide auf dem Tablett serviert zu bekommen. Es dauert nicht lange, bis du auch als Selbstfahrer ein geschultes Auge bekommst und versteckte Tiere entdeckst.

Geführte Safaris können dir auch nicht mehr Tiersichtungen garantieren, als du selber erleben kannst. Selbst wenn manche Fahrzeuge die öffentlichen Straßen verlassen, heißt das nicht, dass die Guides und ihre Gäste mehr sehen. Die meisten Tiersichtungen sind nun mal purer Zufall – und genau das macht es so spannend.

In einer geführten Tour bist du den ganzen Tag in einem offenen Jeep unterwegs. Mir persönlich ist das schlichtweg zu zugig. Ich mag es lieber, in einem geschlossenen Wagen zu fahren und bei Bedarf und für Fotos die Fenster zu öffnen.

Für mich gibt es nur zwei Gründe, eine geführte Safari zu buchen:

  • In manchen Gebieten (zum Beispiel in den privaten Game Parks außerhalb des Krüger Parks) ist es oft nicht erlaubt, mit dem eigenen Fahrzeug herumzufahren.
  • Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang sind die Park- und Camptore geschlossen. Wer ganz früh morgens zur Dämmerung oder auf einer Nachtfahrt die nachtaktiven Tiere sehen will, kommt um eine gebuchte Tour – den Morning Drive oder den Night Drive – nicht herum.

Was musst du bei einer Selbstfahrer-Safari beachten?

In den Naturschutzgebieten gibt es teilweise asphaltierte Straßen, oft aber auch nur Schotterpisten. Hier solltest du dich besonders gut aufs Fahren konzentrieren. Immer den Blick auf die Straße halten, denn schon nach der nächsten Kurve kann ein tiefes Schlagloch oder eine unübersichtliche Kuppe auf dich warten. Um eine gute Route für deine Safari zu finden, bietet es sich an, an den Eingangstoren eine Karte des Parks mitzunehmen, auf der alle Straßen verzeichnet sind.

Nicht aussteigen

Du darfst das Auto während der Safari nicht verlassen. Aussteigen ist nur an eigens markierten Stellen erlaubt, etwa bei Toiletten oder auf geschützten Rastplätzen. Du findest diese Regelung übertrieben? Nun, ein Löwe oder ein anderes Raubtier kann sich so geschickt tarnen, dass du im Zweifelsfall viel zu spät siehst, dass es dich angreift.

So lange du im Auto sitzt, erkennt es dich nicht als Beute – das Auto ist für das Tier einfach eine komische, sich bewegende Kiste (das funktioniert seltsamerweise sogar bei den offenen Jeeps der geführten Touren). Sobald du jedoch die Kiste verlässt, bist du für das Tier Beute. Das gilt übrigens auch für Leute, die sich für ein gutes Foto weit aus dem Fenster lehnen oder ihre Kinder für die bessere Sicht aus dem Fenster heraus halten. Unverantwortlich!

Zeit im Blick behalten

Mein Tipp: Nimm dir viel Zeit für eine Selbstfahrer-Tag. Zum einen siehst du mehr, wenn du langsam fährst („Ups, war das da gerade eine kleine Antilope? Zu spät, schon vorbei!“). Zum einen dient die langsame Geschwindigkeit auch dem Schutz der Tiere, die oft spontan über die Straße laufen. Leider sieht man in den Parks immer wieder überfahrene Tiere.

Darüber hinaus kann schnelles Fahren auch teuer werden: In den Parks werden regelmäßig die Geschwindigkeiten kontrolliert.

Rechne für die Tagesplanung mit maximal 25 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, denn beim Beobachten der Tiere vergeht die Zeit wie im Flug. Und behalte die Uhr im Auge, damit du abends rechtzeitig am Camp zurück bist, bevor die Tore schließen.

Geduld mitbringen

Für die Suche nach Tieren brauchst du Geduld, denn oft haben sie in einem Park viel Platz, um herumzuwandern, sodass sie nicht immer dort sind, wo du gerade entlangfährst. Um herauszufinden, wo sich eventuell spannende Tiere aufhalten, solltest du in den Camps die Sighting Boards anschauen, auf denen Besucher ihre Sichtungen des Tages eintragen. Natürlich ist das keine Garantie, dass die Tiere noch immer da sind, wenn du an dem bezeichneten Ort ankommst.

Ein guter Hinweis auf seltene Sichtungen sind Anhäufungen von Autos: Wo viele stehen, gibt es bestimmt etwas zu sehen. Fahr langsam an die Autogruppe heran und versuche herauszufinden, um welches Tier es geht. Hast du etwas Besonderes erspäht, ist es nett, andere Fahrer darauf aufmerksam zu machen.

Nicht zu nah auffahren

Entdeckst du ein Tier, ist es ganz natürlich, dass du es gern von Nahem anschauen willst. Meine eindringliche Bitte an dich: Komm den Tieren bitte nicht zu nah! Sie werden dadurch verängstigt, und du kannst dich in gefährliche Situationen begeben. Ein Elefant etwa, der sich bedrängt fühlt, kann schnell agressiv werden. Da ist es besser, einen Sicherheitsabstand zu wahren und bei Bedarf schnell den Rückzug antreten zu können. Also: Lieber das Tier mit dem Fernglas oder mit einer zoomstarken Kamera beobachten, als ihm zu nah auf die Pelle rücken.

Nicht füttern

Noch eine dringende Bitte: Niemals die Tiere füttern! Selbst Hörnchen oder Vögel auf Rastplätzen oder in den Camps sollten nicht gefüttert werden. Denn wenn sie lernen, dass Mensch = Futter bedeutet, werden sie immer aufdringlicher und dreister und eine Plage für die Betreiber der Rastplätze und Unterkünfte. Mehr als einmal habe ich in den Camps auf offiziellen Plakaten gelesen: „You feed them – we shoot them!“

Sicher? Sicher!

Ist eine Selbstfahrer-Safari sicher? Meine Erfahrung hat gezeigt: Ja, auf jeden Fall – solange du die wenigen Regeln zum Schutz von Mensch und Tier befolgst. Für mich ist es wie gesagt die schönste Art der Tierbeobachtung. Ja, Selberfahren ist anstrengender, als sich den ganzen Tag von einem Führer herumfahren zu lassen – aber ich persönlich habe auf jeden Fall mehr Spaß dabei.

Was würdest du bevorzugen: auf Selbstfahrer-Safari gehen oder mit einem Führer unterwegs sein? Und falls du beides schon kennst: Was hat dir besser gefallen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Du willst noch mehr über Südafrika lesen? Hier geht’s lang:

 

 

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17 Kommentare

  • Klingt auch cool. Ich war bis jetzt an zweieinhalb aufeinanderfolgenden Tagen jeweils ab Sonnenaufgang und dann am späten Nachmittag bis Sonnenuntergang in einem privaten Wildreservat auf einer geführten Tour im offenen Geländewagen und muss sagen, das war grandios und ich würde es jederzeit jedem empfehlen. Unser Ranger war enzyklopädisch, was den Busch anging und es war in keinem Moment hektisch. Wir hatten genauso Gelegenheit Termiten auf die Hand zu nehmen, Schlangenspuren anzuschauen, Pflanzen kennenzulernen und Warzenschweine zu beobachten wie Löwen oder Leoparden zu suchen. Wir standen eine gefühlte – wunderbare – Ewigkeit bei den Tieren (es war in keinem Moment hektisch) und ich habe in der Zeit so viel über die Tiere und das Ökosystem im Busch gelernt. Bei Sonnenaufgang sind wir an einem Morgen eine halbe Stunde neben einem Geparden durchs Gelände gefahren, der auf Beutesuche war, haben beobachtet wie eine Antilope ihm zu verstehen gab, dass sie sich nicht als Beutetier eignet 😀 und haben eine Herde Giraffen beobachtet, die am Horizont auftauchten, an unserem Geländewagen vorbeiliefen und in den Akazienbäumen wieder verschwanden. Mir hat es großen Spaß gemacht. Eine eigene Safari kann ich mir durchaus vorstellen, aber wenn ich nur ein bisschen Zeit dafür mitbringen würde, würde ich eher favorisieren, ein sehr gutes Reservat mit richtig guten Rangern zu finden. Wir hatten glücklicherweise eine super Empfehlung. Zugig ist es allerdings wirklich wie Hechtsuppe. ;D

    • Liebe Irene, da hast du aber wirklich Glück gehabt mit deinem Ranger! Ich habe da schon ganz andere Geschichten gehört (wie oben beschrieben: Jagd nach den Big Five, kleine Tiere ignorieren). Schön, dass es dir so gut gefallen hat!

      • Liebe Sabine, in der Tat. Ich war sehr happy. Die Ranger und das Reservat hatten bei uns, hatte ich den Eindruck, einen hohen Anspruch, auch was Nachhaltigkeit und so angeht. Aber du hast recht, ich habe auch schon andere Geschichten gehört. Deswegen musst ich mal eine Lanze für die brechen, die’s richtig gut machen. 😀 Liebe Grüße, Irene

  • Bis jetzt, bin ich weder selbst auf Game drive gefahren, noch mit weiteren Safarigästen im Fahrzeug. Ich habe Kenia und Tansanis bereist und in den unterschiedlichsten Parks und Reservaten private Pirschfahrten oft mit meinem Lieblingsguide und Fahrer gemacht. Ich habe auch immer das Tempo selbst bestimmen dürfen, gerade wenn es um das Fotografieren geht. Er hat mich auch in Geduld geübt, weil er genau wusste, wie welches Tier agieren würde. Von ihm habe ich unglaublich viel über Tierverhalten gelernt und Tiere gesehen, die hätte ich niemals entdeckt, wenn ich mir vorstellen müsste selbst zu fahren und Ausschau zu halten und dann auch noch dabei fotografieren? Schwer vorstellbar! Ich denke, ich hätte viele Fehler gemacht. Jetzt nach meinen vielen Safaris traue ich mir zu selbst einmal zu fahren, ohne mich selbst und die Tiere in Gefahr zu bringen. Viel zu oft habe ich schlecht ausgerüstete Privatfahrzeuge (kein Schnorchel, um Flussläufe zu überqueren oder kein 4×4) gesehen, die sich nicht an den Abstand zu den Wildtieren hielten, im Schlamm stecken blieben oder sich auch einfach verfahren hatten.
    Dieses Jahr bin ich das erste Mal selbst gefahren – im Hell´s Gate NP, allerdings mit dem Fahrrad. Kein Guide, keine weiteren Gäste. Es war ein irres Gefühl an Zebras, Antilopen und Büffel vorbei zu radeln. Aber ich war auch froh, dass ich viel Wissen aus meinen vorherigen Safaris sammeln konnte und somit wusste, wie ich mich bei einer Büffelherde verhalten sollte.

    • Ein Privatfahrer ist natürlich was Feines, wenn man sich den leisten will. Ich glaube, Safari im Krüger und in Tansania ist etwas komplett anderes: Im Krüger brauchst du keinen 4×4 und keinen Schnorchel, da gibt es nichts zu furten. Dr Krüger ist weitgehend asphaltiert. Tansania fände ich aber auch mal spannend!

  • Hallo Sabine!
    Die Tipps sind wirklich sinnvoll! Wir sind in Tansania auch selber gefahren und es war eine tolle Erfahrung. Man kann individuell entscheiden, wie lange und wo man seine Zeit verbringen will.
    Liebe Grüße, Antje

  • Hallo liebe Sabine,
    Ab 6.12. sind wir auf Weltreise und wir starten in Namibia. Dein Beitrag ist der perfekte Einstieg, denn auch wir werden uns für unsere 39 Tage Afrika einen Geländewagen mieten 🙂 super zu lesen, was man bei Selbstfahrer-Safaris beachten muss!
    Viele liebe Grüße
    Nira und Christoph

    • Namibia, wie schön! Da habt Ihr Euch ja wirklich ein Highlight direkt an den Anfang gelegt 🙂 Wohin geht es denn anschließend?

  • Ich war sowohl in Kenia als auch in Namibia mit eigenem Jeep unterwegs, zum Glück als Beifahrer. Kenia ist schon länger her und zwar im Jahre 2010, damals durfte man sicher noch mit eigenem Jeep in die Nationalparks. Ich plädiere auf jeden Fall fürs Selbstfahren, schon wegen dem Zeitfaktor. Wie oft ich erleben musste, dass die Jeeps abgezogen sind (Frühstück, Abendessen) und wir mutterseelenallein an einem Wasserloch noch stundenlang Löwen oder andere Tiere beobachtet haben. Und trotzdem die Fahrer der Safariautos sich meist über Funk über tolle Tiersichtungen verständige, wage ich zu behaupten, wir haben mehr gesehen…

    • Genau das meinte ich, Gudrun: Die Tourguides sind oft nur auf der „Jagd“ nach der Big Five. Dabei gibt es noch so viele andere tolle Tiere, die ein Verweilen ebenfalls wert sind.

  • Wir haben als Selbstfahrer im Krüger Nationalpark tolle Erfahrungen gemacht und würden dies immer wieder empfehlen. Eine geführte Nachtsafari war jetzt, zumindest bei uns nicht so der Hit. In Kenia ist Selbstfahren nicht erlaubt, hier macht sich dann der Aufpreis für eine Privatsafari bezahlt, denn dann ist man wieder genauso flexibel, wie als Selbstfahrer. Andere Menschen lernt man abends am Lagerfeuer kennen, da braucht man tagsüber nicht unbedingt Mitfahrer 🙂

    • Ah, das wusste ich gar nicht, Annika, das Selbstfahren in Kenia nicht erlaubt ist. In allen Parks oder nur in den Privatressorts? Dort darf man nämlich in Namibia auch nicht selber fahren und muss eine Tour buchen.

  • Hallo Sabine
    Da ich weder die eine noch die andere hatte, würde ich mir zuerst eine geführte nehmen. Deine Vorteile sind aber einleuchtend und wie ich mich kenne, würde ich sicher schnell sauer werden, wenn alles schnell schnell gehen muss und ich noch nicht fertig bin
    Liebe Grüße

    • Man kann Glück oder Pech haben mit den geführten Safaris – aber die Tour auf eigene Faust ist natürlich die flexibelste!

  • Das wir ebenfalls absolute Fans der Selbstfahrer-Safari sind ist klar – oder? Und die Vorteile hast Du alle schon aufgezählt. Wir sind unabhängig, können Weg, Tempo, Zeit selbst bestimmen, Pause machen wann und wo es uns gefällt, verweilen, wo es uns interessiert.

    Und das eigene (Miet-)Auto ist auf jeden Fall bequemer als die offenen Safari-Jeeps – wie oft haben wir da schon bibbernde Touristen drin sitzen gesehen – und wir hatten es in unserem Fahrzeug nett und gemütlich.

    Ein wichtiger Tipp noch: Kekse, Obst… und Getränke mit in den Fahrgastraum nehmen und nicht in den Kofferraum packen. Wäre doch so nett, die ausgedehnte Elefantenbeobachtung mit einem heißen Tee und ein paar Keksen genießen zu können. Obwohl… besser nicht zu viel trinken. Die Toiletten sind manchmal doch einige Kilometer weg und wir mussten schon mehr als einmal ganz dringend das nächste Camp ansteuern 😉

    • Hahaha, der Tipp mit der Verpflegung im Innenraum ist gut – danke, Zypresse 🙂 Und die Toiletten sind in der Tat manchmal etwas weit entfernt – das kann schon mal ungemütlich werden 😉

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