Immer schön links! Autofahren in Südafrika

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Das beste Fortbewegungsmittel für eine Reise durch Südafrika ist der Mietwagen. Damit bist du flexibel, kommst überall hin und bist unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln, die es im Land nur bedingt und an einigen Orten (zum Beispiel in den Nationalparks) gar nicht gibt. Du traust dich nicht, in Südafrika selber am Lenkrad zu sitzen? Kein Problem! Steig bei mir ein, ich zeige dir, wie leicht es ist.

Linksverkehr in Südafrika

Viele Südafrika-Reisende haben Angst vor dem Linksverkehr. Die ist aber völlig unbegründet: Du gewöhnst dich sehr schnell daran, dass die Autos auf der „falschen“ Straßenseite fahren. Die Pedale eines Linksfahrer-Autos sitzen ja an der gleichen Stelle wie bei unseren Wagen (von links nach rechts: Kupplung, Bremse, Gas), ebenso wie die Gänge: links oben der erste Gang, rechts unten der Rückwärtsgang. Du musst halt nur mit der linken Hand schalten. (Zum Üben kannst du dich mal auf den Beifahrersitz deines eigenen Autos setzen und die Gangschaltung betätigten.) Lustig wird es bei Blinker und Scheibenwischer: Die sind bei den südafrikanischen Autos nämlich vertauscht. Auch noch nach vier Wochen habe ich den Wischer auf der linken Seite des Lenkrads angeschaltet, wenn ich abbiegen wollte. Daran war jedes Touri-Auto an Kreuzungen zu erkennen …

Der rechte Außenspiegel gehört in Südafrika dem Fahrer.

Wenn die Strecke geradeaus führt, ist das Fahren gar kein Problem: einfach immer auf der linken Spur bleiben. Auf zweispurigen Autobahnen ist die linke Spur die langsamere, überholt wird rechts (meistens jedenfalls – dazu weiter unten mehr). Ein bisschen aufpassen musst du beim Abbiegen, vor allem nach rechts: Dann musst du einen großen Bogen machen statt wie zu Hause nur einen kleinen. Und im Kreisverkehr geht es natürlich links- statt rechtsherum. Im Prinzip kannst du dich immer an deinem Vordermann orientieren, sofern es einen gibt. Ansonsten: einfach in den ersten Tagen ein bisschen mehr konzentrieren als üblich.

Verhalten im Straßenverkehr

Autofahren in Südafrika ist recht entspannt: Es ist (außer vielleicht in großen Städten) wenig los auf den Straßen. Gehupt wird wenig, und alles in allem fährt der Süafrikaner ganz zivilisiert. Außer beim Überholen. Überholt wird immer und überall: bei einfach und doppelt durchgestrichenen Linien, bei Überholen-Verboten-Schildern, vor unübersichtlichen Kuppen, bei Gegenverkehr, und auf der Autobahn gern auch mal auf der falschen Seite. Wird schon gutgehen … Das bedeutet nicht, dass du dieses Risiko ebenso eingehen solltest! Die Unfallrate in Südafrika ist nicht umsonst eine der höchsten der Welt.

In den Wildreservaten kommen noch ein paar andere Risiken hinzu.

Um den Überholenvorgang zu erleichtern, fahren langsamere Autos auf dem Seitenstreifen. Als Dank schaltet der Überholende nach erfolgreichem Manöver kurz die Warnblinke ein, der Überholte antwortet mit kurzer Lichthupe. Achtung allerdings, wenn du selber auf diese Art und Weise überholen willst: Manchmal muss das vorausfahrende Auto auf dem Seitenstreifen Fußgängern oder abrupt haltenden Fahrzeugen ausweichen. Da kann es dann eng werden.

Apropos Fußgänger: In Südafrika musst du jederzeit damit rechnen, dass Menschen, Kühe, Ziegen oder Hunde auf der Fahrbahn herumlaufen. Auch auf den Autobahnen. Besonders skurril fand ich die Verkaufsstände an den Autobahnrändern – garantiert immer genau hinter dem Schild, das Verkaufsstände auf diesem Straßenabschnitt verbietet. Keine Ahnung, wer bei Tempo 120 in die Eisen geht, um sich am Straßenrand eine Avocado zu kaufen …

Orientierung und Sicherheit im Straßenverkehr

Ich habe lange überlegt, ob ich mein Smartphone als Navi mitnehme, obwohl ich auch dieses Mal wie gewohnt ohne Handy reisen wollte. Am Ende habe ich mich gegen eine elektronische Navigationshilfe entschieden – und habe sie nicht ein einziges Mal vermisst. Die Ausschilderung ist jederzeit hervorragend, und mit einer guten Straßenkarte sowie den Anfahrtsbeschreibungen zu den Unterkünften kamen wir super zurecht. Wären wir in größeren Städten unterwegs gewesen, hätte ich allerdings nicht auf ein Navi verzichten wollen.

Die Straßen in Südafrika sind bestens ausgeschildert. (Noch ein N vor dem E, und Klein Sabine hätte sich wie zu Hause gefühlt …)

Im Auto selber habe ich mich jederzeit sicher gefühlt. Wir hatten das Glück, niemals in eine Polizeikontrolle zu geraten (weder in eine echte noch in eine fingierte, was angeblich häufiger vorkommen soll) oder in andere unangenehme Situationen. Wenn du aussteigst, solltest du jederzeit, selbst bei nur wenigen Minuten Abwesenheit, alles aus dem Innenraum mitnehmen, vor allem natürlich deine Wertsachen. Wir hatten immer alles griffbereit in unseren Tagesrucksäcken. Das große Gepäck sowie Wanderschuhe und alles andere, was wir aktuell nicht brauchten, war immer unsichtbar im Kofferraum verstaut. Natürlich solltest du den Kofferraum nicht an belebten Orten öffnen, bevor du weggehst, sodass jeder sehen kann, was sich darin befindet.

Zustand der Straßen

Ich war überrascht, in welchem Top-Zustand sich die Autobahnen und auch viele der Landstraßen Südafrikas befinden! Das lassen sich die Straßenbauer allerdings auch bezahlen: Auf den Autobahnen musst du immer wieder Maut bezahlen. In unserem Mietwagen war ein Sender montiert, der automatisch die Gebühr erfasst hat, und wir haben anschließend von der Autovermietung eine Rechnung über die Summe bekommen (für vier Wochen haben wir rund 8 Euro bezahlt). An den Maustationen kannst du auch bar und manchmal mit Kreditkarte bezahlen, falls der Sender im Wagen streikt.

Die kleineren Nebenstraßen sind nicht ganz so gut in Schuss. Hier musst du immer wieder mit tiefen Schlaglöchern rechnen. Also Vorsicht, bevor du dir die Reifen runinierst! Auch das ist einer der Gründe, warum du nachts möglichst nicht Autofahren solltest.

Abenteuerlich wird es in den Parks und Nature Reserves, in denen du als Selbstfahrer unterwegs sein kannst, sowie bei den Zufahrten zu einigen Gästehäusern in diesen Gebieten: Hier findest du oft Schotterpisten, auf denen du ordentlich durchgeschüttelt wirst. Da habe ich mir so manches Mal einen Jeep oder einen Wagen mit Vierradantrieb gewünscht.

So oder schlimmer können die Safaristraßen in den Parks aussehen.

Welches Auto ist das beste für einen Südafrika-Roadtrip?

Das hängt natürlich davon ab, mit wie vielen Leute und wie viel Gepäck du unterwegs bist. Für zwei Leute reicht ein Mittelklassewagen, zum Beispiel der Größenordnung Toyota Corolla, aus. Mit dem kommst du auch auf etwas schwierigeren Straßen in den Parks zurecht. Wir hatten einen SUV, einen Mitsubishi ASX, also einen Wagen mit mehr Bodenfreiheit, der etwas komfortabler über die Schlaglöcher und die Senken gerutscht ist. Beide haben einen genügend großen Kofferraum für das Verstauen von sämtlichem Gepäck. Ab vier Personen würde ich einen größeren Wagen nehmen.

Ein SUV hat viel Stauraum und größere Bodenfreiheit.

Gebucht habe ich über das deutsche Portal Sunnycars, das in Südafrika ausschließlich mit der örtlichen Mietwagenfirma Bidvest zusammenarbeitet. (Warum ich immer über einen deutschen Anbieter buche, habe ich letztens in einem Beitrag zur Mietwagenbuchung beschrieben.) Die Übernahme des Wagens am Flughafen in Johannesburg verlief schnell und problemlos, das Auto machte während der vier Wochen keinerlei Zicken, und die Abgabe ging genauso unproblematisch vonstatten. Alles super also. Ein paar Tage nach unserer Rückkehr wurden die Mautgebühren von meinem Konto abgezogen.

Übrigens solltest du nicht vergessen, den internationalen Führerschein mitzunehmen! Manchmal wird er bei der Mietwagenübernahme verlangt, manchmal in Polizeikontrollen – daher lieber auf Nummer sicher gehen und den internationalen Führerschein dabeihaben.

Kleiner Tipp für alle, die die Regelung „Voller Tank bei Abgabe“ vereinbart haben: Auf dem Dach des Flughafens Johannesburg gibt es eine Tankstelle, an der du zum letzten Mal volltanken kannst. Verglichen mit unseren Spritpreisen sind die Kosten fürs Tanken in Südafrika übrigens sehr gering, zudem bekommst du bei jedem Tankstopp eine kostenlose Scheibenreinigung. Wie ich schon sagte: Autofahren in Südafrika – alles kein Problem!

Hast du noch weitere Fragen zum Autofahren in Südafrika? Oder Tipps aus eigener Erfahrung? Dann rein damit in die Kommentare!

Hinweis: Ich danke Bidvest für das Upgrade auf meinen bereits gebuchten Mietwagen. Diese Vereinbarung hat meinen Beitrag nicht beeinflusst; ich habe die Inhalte frei gewählt und sie geben meine Meinung wieder.

 

 

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8 Kommentare

  • Was den Sender für die Straßenmaut angeht: meines Wissens funktioniert das E-Toll nur in der Provinz Gauteng (um Johannesburg). Hier muss man nicht bar zahlen, durch das Gerät im Mietwagen wird aufgezeichnet, wie viel Maut zu entrichten ist und diese später durch die Autovermietung abgerechnet.

    Und was das Zahlen von Maut per Kreditkarte angeht: an den Stationen werden nach unserer Erfahrung nur südafrikanische Kreditkarten akzeptiert. Sofern man die nicht hat (und welcher europäische Reisende hat die schon?) bleibt nur die Barzahlung. Also bitte genügend (klein-)Geld dabei haben.

    • Bei uns hat es nur auf der Rückfahrt von Graskop nach Johannesburg zwei-, dreimal nicht geklappt, sa haben wir bar bezahlt. Ansonsten die ganze Strecke zwischen Johannesburg bis Durban und bis Port Shepstone alles E-Toll.

  • Vielen Dank für den Beitrag! Ich hätte noch ein paar Ergänzungen. Man muss beachten, dass die Situation je nach Region sehr unterschiedlich sein kann. Es gibt Ecken, da sind die Straßen miserabel und Navi ist Pflicht, da es kaum Ausschilderungen gibt und es Sinn macht, zu wissen, wo die nächste Tankstelle jetzt. Das betrifft vor allem die touristisch abgelegeneren Gegenden. Selbst die Fahrstile scheinen zu variieren. Nicht an allen Mautstationen kann man mit Kreditkarte zahlen, darum immer etwas Bargeld dabei haben. Nachts sollte man auch auf guten Straßen möglichst nicht fahren, da viele Autos ohne Licht oder mit schlecht eingestelltem Licht (blendet!) unterwegs sind. Außerdem kommt dann das Wild raus. Die Autos sind übrigens weiß, da sie sich damit am wenigsten aufheizen und weil sie schlicht in der Regel billiger sind, als mit „richtigen“ Farben. Nicht alle Cockpits sind gespiegelt, bei manchen sind Blinker und Scheibenwischer nicht vertauscht, was die Sache noch komplizierter macht, wenn man die Autos wechselt. Mietwagen erkennt man meist am Nummernschild, weswegen man sich bewusst sein sollte, als Tourist erkannt zu werden, wie sehr man sich auch bemüht das zu verbergen. Polizeikontrollen sind harmlos, solange man sich an die Regeln hält. Wenn nicht wird es schwierig. Touristen werden dann auch mal zu „Vorortzahlungen“ ermutigt. Alternativ wird mit Zimmer mit Frühstück auf der Polizeistation gedroht, was durchaus passieren kann, weil bestimmte Verstöße einen Richter erfordern, der dann natürlich erst am nächsten Tag zur Verfügung steht. Die Folge ist zwar meist nur eine Geldstrafe, aber der Tag ist gelaufen.

    • Vielen Dank für die Ergänzungen! Ja, das mit den weißen Autos macht tatsächlich Sinn. Aber dass die Hebel für Blinker und Scheibenwische mal so, mal so sind, ist ja ein Ding! Gut, dass wir nur einen Wagen hatten ;-) Und bei den Polizeikontrollen hatten wir in der Tat Glück. Hört sich nicht so angenehm an …

  • Ein interessantes Phänomen fand ich, dass mindestens 60 % aller Autos weiß lackiert sind. Ein ungewohntes Straßenbild ;-)
    Noch ein kleiner Tipp: Wie in vielen anderen Ländern auch, sollte man sobald man im Wagen sitzt alle Türen verschließen (Zentralverriegelung), um ungebetene „Gäste“ außen vor zu lassen. Diese Situation haben wir aber nie erlebt.

    Viele Grüße
    Jochen

  • Hallo Sabine, wir sind im Januar mit 3 Motorrädern für 3 Wochen unterwegs. Hast Du für uns auch noch ein paar Tips? Thema Sicherheit? Woran erkennt man fingierte Kontrollen?
    Grüße Martin

    • Hallo Martin, leider habe ich keine Motorraderfahrung. Mir ist nur aufgefallen, dass in Südafrika extrem wenige Motorradfahrer unterwegs sind – keine Ahnung, warum. Zu den fingierten Verkehrskontrollen: Ich habe gelesen, dass sie schon von weitem angezeigt werden, dass es immer „echte“ Polizeiwagen sind und keine Zivilwagen; niemals (vermeintliche) Strafen in bar bezahlen, sondern nur auf der Wache; Maut wird nur an offiziellen Mautstellen bezahlt. Aber das alles habe ich auch nur aus zweiter Hand. Keine Ahnung, wie es in Wirklichkeit dort ausschaut, da wir in keine Kontrolle gekommen sind. Mach dir am besten nicht zuviel Gedanken darum!

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