Warum ich ohne Handy reise

Schild zum Internetcafé - so lässt es sich auch ohne Handy reisen

Immer wieder treffe ich auf erstaunte Blicke und Äußerungen, wenn ich erwähne, dass ich mein Handy auf Reisen meist zu Hause lasse. Auch Notebook, Netbook oder Tablet landen nicht in meinem Rucksack. Das einzige elektronische Gerät, das ich mitnehme, ist meine Kamera (und in kalten Ländern mein Fön, wie zur Belustigung vieler in meiner Packliste zu lesen ist). „Wie machst du das denn?“, höre ich oft. Das erkläre ich dir gern:

Warum mein Handy auf Reisen zu Hause bleibt

Als freiberufliche Journalistin arbeite ich fast den ganzen Tag am Computer. Abends auf dem Sofa habe ich häufig das Smartphone in der Hand, mit dem ich meine Mails abrufe, in Facebook und Twitter kommentiere oder sonstwie durchs Internet surfe. Ich schätze mal, dass ich täglich mehr als acht Stunden auf irgendein Display schaue. Das finde ich manchmal selber ziemlich anstrengend.

Daher heißt für mich Reisen unter anderem: eine Auszeit von Computer und Handy nehmen. Ich genieße es auf Reisen sehr, nicht ständig mit Neuigkeiten aus dem Netz konfrontiert zu werden. Nicht ständig auf Kommentare, Mails oder sonstige Anfragen reagieren zu müssen. Nicht ständig neugierig nachzusehen, wie viele Likes oder Leser ein Beitrag wohl bekommen hat.

„Digital Detox“ – digitale Entgiftung – nennt sich sowas wohl. Nun, vergiftet fühle ich mich durch die Nutzung des Internets sicherlich nicht. Es gehört halt weitgehend zu meiner Arbeit – und zu Hause nutze ich die Vorteile von Internet und Mails ja auch gern. Aber auf Reisen merke ich oft erst, wie wenig mir die digitale Verbindung zur großen, weiten Welt eigentlich fehlt. Stattdessen genieße ich es lieber, im Hier und Jetzt zu sein und ein neues Land mit all meiner Aufmerksamkeit und ohne Ablenkung zu genießen (über das bewusstere Reisen habe ich übrigens auch schon in meinem Beitrag über Slow Travel geschrieben). Würde ich virtuell immer noch die Verbindung nach zu Hause und zu meinem Alltag halten, wäre das für mich keine wirkliche Erholung.Handyladen auf Reisen

Wie ich ohne Handy auf Reisen zurechtkomme

Ich bestreite nicht, dass ein Handy oder andere mobile Geräte auf Reisen hilfreich sein können. Ich bin da jedoch eher altmodisch gestrickt: Früher ging auch alles ohne Smartphone. Und für mich funktioniert das meiste immer noch. Ein paar Beispiele?

Suche nach Unterkünften

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder habe ich mir eine Reise zusammengestellt, bei der alle Unterkünfte im Voraus gebucht sind – wie zum Beispiel in Namibia, in Island oder im Südwesten der USA. Dann brauche ich mir um die Suche keine Gedanken zu machen. Oder ich fahre in Länder, in denen ich ganz spontan eine Unterkunft auswähle, sei es mit Hilfe eines (gedruckten!) Reiseführers oder einfach, indem ich in einer Stadt die Straßen rauf- und runterlaufe und auswähle, was mir am besten gefällt. Beides hat bisher immer problemlos geklappt – unter einer Brücke musste ich noch nie schlafen …

Navigation

Auf Autoreisen habe ich ganz altmodisch eine Straßenkarte dabei. Bin ich ohne fahrbaren Untersatz unterwegs, vertraue ich mich da gern Busfahrern, Taxifahrern und anderen Leuten an, die sich im Land auskennen. Und wenn ich zu Fuß durch eine Stadt gehe, frage ich öfter auch einfach mal nach dem Weg – wenn die Richtung nicht ohnehin klar ist. Und wenn ich mich mal verlaufe … Na und? Ich habe schon die ein oder andere hübsche Ecke gefunden, die ich mit dem GPS in der Hand auf direktem Weg sicherlich nicht entdeckt hätte. Telefonzelle in Schottland

Infos zu Sehenswürdigkeiten

Auch hier nutze ich gern einen ausführlichen Reiseführer in Buchform. Bei mir besonders wichtigen Ausflugszielen habe ich vielleicht schon zu Hause vorab ein paar Blogartikel oder andere Informationen aus dem Internet gelesen und mir Notizen gemacht. Oft erfahre ich ohnehin vor Ort die spannendsten Details einer Sehenswürdigkeit, zum Beispiel durch Gespräche mit Einheimischen, anderen Reisenden oder schriftlichen Informationen an den jeweiligen Orten.

Mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben

Ganz ehrlich? Meine Freunde können gut und gern mal vier Wochen auf mich verzichten, ebenso wie ich auch auf sie. Nach meiner Rückkehr gibt es noch genügend Gelegenheiten, ihnen über meine Reise zu erzählen. Selbst als Reiseblogger sehe ich es nicht als ein Muss, meine Leser über jeden meiner Schritte auf Reisen zu informieren. Mir ist es – siehe oben – viel lieber, mal eine Weile nicht online kommunizieren zu müssen. Außerdem muss ich das Erlebte meist erst einmal sacken lassen, bevor ich darüber einen Blogartikel schreibe.

Meine Familie hört in der Regel einmal die Woche von mir. Dann gehe ich in ein Internetcafé und schreibe ihnen eine Mail, dass es mir gutgeht. Wir haben uns darauf geeinigt, dass das für beide Seiten ausreichend ist. Bei der Gelegenheit checke ich meist auch schnell meine beruflichen Mails, ob es eventuell Anfragen von Neukunden gibt. Stammkunden wissen ohnehin Bescheid, wenn ich nicht da bin. Gegebenenfalls schreibe ich dann eine kurze Antwortmail und vertröste sie auf die Zeit nach meiner Rückkehr. Gearbeitet habe ich auf Reisen noch nie.

Fotos speichern

Toi, toi, toi, bisher sind mir auf Reisen noch keine Bilder abhanden gekommen. Ich nehme genügend Speicherkarten mit, so dass ich die Fotos nirgendwo ablegen muss, um Platz für neue zu schaffen. In manchen Ländern gehe ich ein- oder zweimal pro Reise in ein Internetcafé und lasse mir meine Bilder als Backup auf eine CD brennen. Ein USB-Stick würde es sicherlich auch tun. Cloud-Lösungen sind mir eher unsympathisch, und das Hochladen kann bei schlechter Verbindung ja auch mal sehr lange dauern. internetcafe

Ausnahmen von der Regel

Ich bin beim Smartphone-Verzicht nicht päpstlicher als der Papst. Daher gibt es doch einige Situationen, in denen ich doch nicht auf mein Handy verzichten will:

Kurze Reisen

Wenn ich auf Kurzreisen in Europa unterwegs bin, stecke ich mein Handy oft ein. Das liegt aber vor allem daran, dass ich in solchen Fällen meine Kunden nicht darüber informiere, dass ich weg bin. Wenn sie etwas von mir wollen, kann ich auch von unterwegs schnell reagieren und ihnen per Mail oder telefonisch sagen, wann ich wieder verfügbar bin. Bei langen Reisen hingegen gebe ich meinen Kunden Bescheid, dass ich länger abwesend und nicht erreichbar bin. Und ganz ehrlich: Wenn ich das Handy dabei habe, checke ich doch immer wieder mal meine Mails oder rufe neue Facebook-Nachrichten ab. Da bekenne ich mich schuldig.

Solo-Reisen

Wenn ich allein verreise (was meist auch nur Kurzreisen sind), ist mein Handy dabei. Das hat vor allem Sicherheitsgründe: Zu zweit findet man für etwas brenzlige Situationen immer eine Lösung. Reise ich hingegen allein, ist es mir doch lieber, bei Bedarf Hilfe rufen zu können. Man braucht sich ja nur mal den Fuß umzuknicken oder den letzten Bus zu verpassen …

Am liebsten ohne!

Wenn es also irgendwie geht, bleibt mein Handy zu Hause. Das hat den angenehmen Nebeneffekt: Was ich nicht mitnehme, kann auch nicht abhanden kommen. Ich brauche nicht auf teure Geräte aufzupassen und bringe – gerade in ärmeren Ländern – keinen auf dumme Gedanken.

Mal sehen, wie lange ich mein Prinzip „Handyfrei reisen“ noch durchziehen kann. Die Dichte von Internetcafés wird leider immer kleiner auf der Welt, weil die meisten heutzutage ihr Internet bei sich tragen. Aber solange es geht, verzichte ich auf Reisen noch gern auf mein ansonsten sehr geliebtes Handy.

Wie sieht es bei dir aus: Bist du auf Reisen technisch voll ausgestattet? Oder übst du dich auch eher in „Digital Detox“? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

 

 

Nobody is perfect … Wenn du einen Rechtschreibfehler in meinem Text gefunden hast, benachrichtige mich doch bitte, indem du den Fehler mit dem Cursor markierst und dann Strg + Eingabetaste (auf dem Mac Ctrl + Enter) drückst. Danke! (Funktioniert nur am Desktop, nicht mobil)

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26 Kommentare

  • Mir geht es auch so als Software-Entwicklerin, man hängt ständig an Telefon und PC. Bisher blieb Smartphone und Laptop zuhause auf Reisen. Es ist einfach toll mal abschalten zu können und die Augenblicke zu genießen. Für den Notfall oder um mich kurz daheim zu melden, dass es mir gut geht, habe ich ein kleines old-school Handy (telefonieren und SMS) mit dabei. Und nur die wichtigsten Personen, keiner auf Arbeit, besitzen diese Nummer. Ich plane im Voraus auch gern soviel wie möglich um dann entspannt und ohne Sorgen zu Reisen und drucke alles aus. Kindle ist auch eine gute Idee. Auf Karten greife ich ebenfalls gern zurück und für Wanderungen habe ich zur größten Not ein gps-Gerät mit. Die geschockten Kommentare von anderen kenne ich auch sehr gut. Und ja auch mich begleitet ein Lockenstab und natürlich meine Kamera. Sollte mich das Smartphone doch begleiten, dann bleibt es doch überwiegend aus. Vielen Dank für deinen ehrlichen Artikel, finde ich super.

    • Liebe Sabine, hahaha, Lockenstab ist auch gut :-) Ich nehme auf Reisen ja einen Fön mit. Da lachen auch immer alle. Genieße weiterhin deine Reisen ohne Social Media und mit voller Konzentration aufs Hier und Jetzt!

  • Da bin auch ich ein wenig anders gestrickt. Die moderne Technik von heute gehört dazu, ob Smartphone, Tablet oder auch Fotoapparat. Claro kann dann auch mehr wegkommen. Doch habe ich die Erfahrung gemacht, das man sein Gepäck hauptsächlich im Flughafenbreich sichern muß.

  • Ich habe mein Handy immer dabei, weil ich es einfacher finde z.B. bei der Unterkunftssuche und auch als Navi nutze. Aber Facebook und Co. sind tabu im Urlaub, da bin ich sehr konsequent. Und genieße diese digitale Auszeit auch sehr. Ich sehe das ständige Kommentieren und Posten nämlich eher als Arbeit denn als Vergnügen. Was nicht heißt, dass es mir gar keinen Spaß macht, nur brauche ich es nicht ständig.

  • Hey Sabine,
    toller Artikel und eine Handy-Auszeit ist echt eine gute Sache und vor allem Entspannung pur.
    Während meiner Island-Reise hatte ich zwar mein Handy mit, aber da wir mit einem Camper unterwegs waren, hatten wir nie Internet. Navigationsgerät brauchten wir nicht und unsere Reise war vorab geplant. Sämtliche Informationen hatte ich ausgedruckt oder auf meinem Kindle mit – optimal also. Zu Reisehalbzeit waren wir kurz in einem Internetcafe und mal ein Lebenszeichen zu geben. Mehr nicht!
    Und es tat so irrsinnig gut, mal einfach nicht dauernd erreichbar zu sein und sich voll und ganz auf das Reisen konzentrieren zu können. Vor allem redet man automatisch auch viel mehr miteinander und kann auch den Urlaub viel mehr genießen.
    Im Punkt Sicherheit auf Alleinreisen muss ich dir allerdings zustimmen. Wenn ich alleine unterwegs bin, würde ich wohl nie auf mein Handy verzichten – das ist mir dann doch ein zu hohes Risiko.

    Eigentlich sollte ich solche Handyauszeiten öfter machen. Es tut einfach viel zu gut.

    Liebe Grüße
    Dori

    • Hallo Dori, freut mich, dass wir da so ähnlich ticken :-) Und mit dem Mehr miteinander reden hast du auch Recht. Es starrt halt keiner auf sein Handy …

  • Ich habe noch nicht lange ein internetfähiges Handy und bin bisher auch wunderbar ohne zurechtgekommen. Ich habe die bildschirmfreie Zeit immer als sehr wichtig und entspannend empfunden.
    Letzten Sommer hatte ich im Ferienhaus in Österreich zum ersten Mal mein Laptop mit, weil ein Kunde am Anfang unseres Urlaubs noch einen wichtigen Text zu bearbeiten hatte. Das war einerseits praktisch, weil wir doch mal schnell nach Öffnungszeiten oder dem Kinoprogramm suchen konnten, aber auch schlecht, weil ich zum ersten Mal im Urlaub Mails gelesen, Blogartikel geschrieben, gespielt und sogar gearbeitet. Ich denke, dieses Jahr werde ich es wieder zu Hause lassen, ich habe ja das Smartphone. E-Mails habe ich nicht darauf umgeleitet und ich kaufe immer mehrere Reiseführer in Buchform. Ich könnte allerdings in Versuchung geraten, bei Facebbok oder Twitter vorbeizuschauen.
    Ich bin gespannt, wie diszipliniert ich sein werde.

    • Liebe Daniela, dann bin ich gespannt, was du in einem Jahr über „Handy im Urlaub“ zu berichten hast ;-) Zu Hause finde ich ja die E-Mail-Umleitung aufs Handy sehr praktisch, weil es mich tagsüber unabhängiger macht. Aber genau diese enge Verbindung zum Job will ich einfach auf Reisen nicht haben.

  • Liebe Sabine,

    ein toller Artikel. Ich finde das toll, da kannst du im Urlaub wenigstens voll und ganz abschalten. Ganz ohne Handy oder digitale Geräte geht bei mir irgendwie nicht, aber ich genieße es in vollen Zügen nur ein- oder zweimal drauf schauen zu ‚müssen‘. Da wird mir immer mal wieder bewusst, wie abhängig wir uns im Alltag doch von diesen Dingen machen.

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Öfter „müsstest“ Du zu Hause ja eigentlich auch nicht draufschauen, oder? ;-) Jaja, die Abhängigkeit …

  • Also ich habe mein Handy auch aus Sicherheitsgründen dabei. Ich will es dann eigentlich auch immer im Rucksack lassen. Manchmal ertappe ich mich dann aber, dass ich doch mal einen Blick drauf werfe und dann checkt man doch gleich wieder alles. Da bin ich dann sogar genervt von mir selbst, dass ich das Ding nicht mal für ein paar Stunden ignorieren kann :-D
    Liebe Grüße
    Christina

  • Hallo Sabine,

    cooler Artikel!

    Ich kann so gar nicht auf mein Handy verzichten. Daheim liegt es gerne mal den ganzen Tag rum, aber unterwegs brauche ich es irgendwie für alles. Ich nutze Maps, ich brauche es ab und an als Taschenlampe (wenn ich in Hostels bin, ganz besonders), es ist meine Uhr und mein Wecker und natürlich auch mein Kontakt zur Außenwelt.

    Ich kann aber nachvollziehen, dass man auch mal ohne will. Mir gibt es Sicherheit in der Fremde.

    Liebe Grüße,
    Corinna

    • Dafür schleppe ich eine Taschenlampe, einem Wecker, eine Armbanduhr und Straßenkarte mit ;-) Und wie geschrieben: Wenn ich alleine unterwegs bin, möchte ich auf die Sicherheit auch nicht verzichten …

    • Ich bin ja zu 99% alleine unterwegs… und außerdem immer mehr mit Handgepäck. Dann lieber ein kleines Smartphone als 3 schwere Teile :D

  • Mir geht es andersrum: Ich habe vor nem halben Jahr mein erstes Smartphone bekommen und habe keine Ahnung, was ich damit machen soll.

    Ich nehme mir zwar immer mal wieder vor mich damit zu befassen, aber bisher fristet das Handy sein Dasein in den Untiefen meines Rucksacks…

    • Hahaha, so kann es auch gehen. Genieße die handyfreie Zeit. Wenn du erst einmal anfängst, die vielen Möglichkeiten zu entdecken, ist es um dich geschehen! ;-)

  • Da bist du sicher eine der wenigen Reiseblogger die das so handhaben und obwohl ich auch überhaupt nichts davon halte auf Reisen ständig online zu sein um die Leser mit Snapchat, Instagram etc. auf dem laufenden zu halten, habe ich mein Smartphone eigentlich immer dabei. Ob ich dann wirklich online bin ist ganz unterschiedlich, wenn kostenloses W-Lan da ist poste ich schon mal abends kurz auf Instagram, aber zb beim Camping in der Bretagne gab es den Zugangscode nur wenn man auch etwas trank, da reichte es mir dann auch 1-2 mal pro Woche nach den Mails zu schauen (da habe ich aber zb auch noch nicht gebloggt).

    • Ich sehe mir ganz gern bei anderen ihre Live-Fotos von Reisen an. Für mich selber wäre das aber nichts – vor allem auch, da ich nie mit dem Handy fotografiere. Das Runterladen würde die Sache noch mal zusätzlich komnpliziert machen …

  • Hallo Sabine,
    mir geht es ähnlich wie dir, auch ich verbringe viel zu viel Zeit vor dem Bildschirm und genieße die computerlose Zeit im Urlaub.
    Ich nehme mein Handy zwar mit, schalte es aber nur an, wenn ich alle paar Tage meine Mutter anrufe oder abends zu einer bestimmten Uhrzeit, damit sie die Möglichkeit hat mich zu erreichen, das hängt ganz davon ab, wie es ihr gerade gesundheitlich geht. Für alle anderen bin ich weg. Um so schöner sind dann die Abende an denen man nach der Reise berichten kann.
    Gruß
    Anja

    • Wenn man die Disziplin zum Nichtdraufschauen hat, ist es ja super. Ich kenne mich leider zu gut: Wenn Handy und Netz da sind, dann schaue ich doch mal eben schnell, ob nicht vielleicht … ;-)

  • Ich bin erst seit Kurzem mit Smartphone unterwegs und erlebe das auch als ziemlich zweischneidig: Die Versuchung ist tatsächlich groß, sich zwischendurch mal schnell „nach Hause“ zu klicken. Andererseits habe ich auch den Nutzen kennengelernt:
    1. Die elektronischen Wörterbücher haben mir schon manches Mal sehr weitergeholfen, gerade wenn es darum ging, Etiketten im Supermarkt oder Schilder an der Straße zu übersetzen.
    2. Mit dem Fahrrad im sehr dünn besiedelten Baltikum unterwegs, gab es Situationen, in denen uns die gedruckte Karte nicht weiterhalf und wir nur in der elektronischen Version sehen konnten, ob ein Weg weiterführt oder nach Kilometern einfach irgendwo im Nichts endet (und das hätte einen Umweg von mehreren Stunden bedeutet).
    3. Wie Du sagst: die Internetcafé-Dichte nimmt ab. Da waren wir manchmal froh über das mobile Internet.
    4. Ich habe den Eindruck, dass die spontane Unterkunftsuche ohne Internet schwieriger wird. In dem Maße, in dem alle über Buchungswebsites mindestens einen Tag vorher, manchmal aber auch am Tag selbst noch reservieren, kommt es immer häufiger vor, dass man zu Unterkünften kommt und dort gesagt bekommt: Sorry, alles ausgebucht. Da kann das Herumlaufen schon nervig werden. Auf der letzten Reise sind wir daher eingeknickt und haben ebenfalls angefangen, die Unterkünfte einen Tag im Voraus zu buchen.

    Aber wie gesagt: zweischneidig ist die Sache schon.

    • Danke für deinen Bericht. Ja, ich fürchte auch, dass ich es nicht mehr lange durchhalten kann, weil sich die Welt immer mehr auf interntnutzende Smartphone-Besitzer einstellt. Da hilft nur eins: Gegenden suchen, in denen es noch normal ist, kein Handy zu haben ;-)

  • Nö, das geht bei uns nicht. Aber vielleicht (nein: sicher) ist unsere Ausgangssituation auch ein wenig anders. Mit Rollstuhl zu reisen bedeutet eben doch, noch einmal kurz an die besonderen Anforderungen (das rollstuhlgerechte Zimmer mit erreichbarer Toilette und am besten auch Dusche) erinnern zu können, zu checken, ob bestimmte Sehenswürdigkeiten „accessible“ sind. Und der Kontakt nach Hause: wir betreuen meinen inzwischen 94jährigenVater – schon das bedingt eine häufigere Kontaktaufnahme (quasi eine „Nabelschnur“) – der Rest der Familie könnte sicher damit leben, wenn wir uns auch nur einmal in der Woche melden würden.

    Aber: ganz sicher geht es auch anders: 10 Tage in der Kalahari ohne WWW und ohne Handynetz haben wir sehr genossen!

    • Ich kann verstehen, dass es manche Situationen gibt, in denen ein Handy unabdingbar ist. Wenn man es nur nutzt, um damit wichtige Telefonate zu tätigen, ist es ja okay. Mich stört eher das ständige Online-Sein, das Nicht-Abschalten-Können (oder -Wollen). Schön, dass Ihr auch die zehn Tage ohne Netz genießen konntet! :-)

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