Günstig Reisen in Peru

Ariane vom Blog Heldenwetter hat ein Jahr lang in Perus Hauptstadt, in Lima, gelebt und gearbeitet. Während dieser Zeit hat sie auf Reisen und Ausflügen das Land für sich entdeckt. Für dich hat Ariane in diesem Gastbeitrag einige Tipps mitgebracht, wie du günstiger durch das leider etwas teure Peru reisen kannst. Bühne frei für Ariane:

Ariane im Mini-Bus in Peru. (Foto: Heldenwetter)

Peru mit Low Budget

Wer hat nicht schon einmal von einer Peru-Reise geträumt? Menschenleere Landschaften, die enorme Artenvielfalt im Regenwald, spannende Inka-Ruinen wie Machu Picchu und hübsche Kolonialarchitektur in den Städten machen Peru zu einem phänomenalen Reiseziel.

Einen Nachteil hat eine Peru-Reise jedoch: Im Vergleich zu Ländern beispielsweise in Südostasien ist das Leben hier ganz schön teuer. Und da es nach Südamerika kaum Flug-Schnäppchen gibt, geht ein Großteil des Reisebudgets vermutlich schon für die Anreise drauf. Ich zeige dir, wie du trotz kleinem Budget durch Peru reisen kannst. Und das Beste: Viele meiner Ratschläge machen deine Reise nicht nur günstiger, sondern auch spannender.

1. Lern zumindest ein paar Spanisch-Basics

Sprachen zu lernen ist heute keine große Sache mehr. Für kleines Geld oder sogar ganz umsonst kannst du jederzeit Lektionen in Apps und Online-Programmen absolvieren. Wer nicht gerade eine All-Inclusive-Reise mit Rundum-Betreuung gebucht hat, sollte vor dem Abflug nach Peru wenigstens einige Grundlagen Spanisch lernen. Zahlen sind wichtig, genauso wie einfache Sätze für den Alltag: Wo finde ich …? Was kostet das? Wie komme ich nach …?

Handeln auf dem Markt spart Geld.

Mit Spanischkenntnissen wird dir zum einen deine Reise leichter fallen – und du kannst in weniger touristische (und damit günstigere und spannendere) Gegenden vordringen. Zum anderen gehört es leider zur peruanischen Küstenmentalität, zum „ser criollo“, dass sich manche Menschen gerne auf Kosten anderer bereichern. Und die anderen sind leider oft die Touristen – da sie schlecht verhandeln können und Preise einfach hinnehmen. Wenn du Spanisch sprichst, kannst du beispielsweise nach dem Preis fragen, bevor du in ein Taxi steigst, und entsprechend verhandeln. Wenn du nicht weißt, wie viel etwas maximal kosten sollte, frag vorher in deiner Unterkunft nach oder wende dich beispielsweise an Polizisten, Sicherheitspersonal oder Verkäufer. Das ist nämlich auch das Gute daran, Spanisch zu sprechen: Du kommst in den Genuss der unglaublichen Hilfsbereitschaft der meisten Menschen in Peru. Wundere dich nicht, wenn du eine Frage stellst und dein Gegenüber seine halbe Familie anruft, um eine zufriedenstellende Antwort zu finden …

2. Reise langsam – und plane deine Route entsprechend

In drei Wochen einmal quer durch Peru, von Norden nach Süden, inklusive Machu Picchu und Titicaca-See? In meinen Augen ist das purer Wahnsinn. Es sei denn, man hat das Geld für viele, viele Inlandsflüge. Peru ist ein riesiges Land mit Distanzen, die man nicht unterschätzen sollte: Zwischen Lima und Cusco oder Lima und der Grenze zu Ecuador sitzt du jeweils etwa 24 Stunden im Bus!

Slow Travel am Titicacasee in Peru.

Besser ist es, wenn du dich bei einer beschränkten Reisezeit für eine Region entscheidest: Möchtest du den Norden sehen, inklusive Stränden, dem hübschen Cajamarca und den spannenden Ruinen von Kuélap? Oder planst du einen Trip entlang des „Gringo Trail“ über Ica und Arequipa nach Machu Picchu und letztlich zum Titicaca-See? Je mehr Orte du in deine Route packst, desto weniger wirst du jede einzelne genießen können – und desto höher werden deine Ausgaben sein. An der Reiseplanung für Peru sind schon viele (inklusive mir) an den langen Distanzen gescheitert und mussten am Schluss umdisponieren. Ich empfehle dir daher, deine Tour flexibel zu planen. Du musst in Peru zum Glück weder Busse noch Unterkünfte vorab buchen, und auch Flüge lassen sich noch relativ kurzfristig erstehen. Wenn du flexibel bleibst, kannst du einfach die Reißleine ziehen, wenn es dir zu viel wird – und an einem Ort bleiben, der dir gefällt, anstatt weiterzureisen.

3. Trau dich an kleine Restaurants und Street Food

Peru ist, was das Kulinarische angeht, eines der großartigsten Länder weltweit. Klar, dass du deshalb auch mal ein paar luxuriöse Restaurants in Lima ausprobieren musst. Aber im Alltag kannst du in Peru wunderbar in kleinen Mittags-Restaurants oder an der Straße essen – und zahlst für oft sehr leckere Gerichte wirklich wenig Geld. Ein Mittags-Menü mit Vorspeise, Hauptspeise und Getränk kostet je nach Stadt und Stadtteil etwa zwischen 1,50 und 3 Euro. Oft sind die Portionen so groß, dass du gar nicht alles schaffst – da ist es keine Schande nachzufragen, ob du (meist gegen einen kleinen Aufpreis für die Verpackung) den Rest zum Mitnehmen eingepackt bekommen kannst. Frühstück, Nachtisch oder kleine Snacks gibt es in so genannten Fruterías oder Yogurterías. Dort bekommst du leckeren Obstsalat, oft mit Joghurt und Müsli verfeinert, oder großartigen Kuchen. Abends, wenn die kleinen Mittags-Restaurants geschlossen haben, laden chinesisch-peruanische Chifas zum Essen ein. Genauso lecker sind aber die vielen Straßenstände. Unbedingt probieren solltest du Anticuchos, Spieße mit Rinderherzen – klingt erst einmal fies, aber das gegrillte Fleisch schmeckt herrlich zart und richtig lecker. Zwei Spieße bekommst du häufig schon für umgerechnet 1 bis 2 Euro. Peru hat auch eine ausgeprägte Sandwich-Kultur: Brötchen mit verschiedenen Fleischsorten findest du abends für relativ wenig Geld an vielen Ecken.

Leckere Fruitshakes am Markt in Cusco. (Foto: Jochen Hafner)

Wer einen empfindlichen Magen hat, neigt wahrscheinlich dazu, diesen Tipp auszulassen. Meiner Erfahrung nach sind die kleinen Restaurants und Chifas jedoch kein Problem – solange du dort keinen rohen Salat isst. Meiden solltest du allerdings, wenn du empfindlich bist, das Essen auf Märkten. Hier ist das Problem, dass die Stände normalerweise kein fließendes Wasser haben, und so vom Morgen bis zum frühen Nachmittag Teller, Tische und die Küche mit Wasser aus ein und demselben Kübel waschen – weder appetitlich noch gesund.

4. Probier’s mal mit Hotels

Ich weiß: Wer günstig reist, ist auf das Schild „Hostel“ gepolt. Und klar, Schlafsaalbetten sind normalerweise die billigste Option. Wenn du allerdings zu zweit unterwegs bist, kannst du sehr oft auch auf günstige, wenig touristische Hotels zurückgreifen. Davon gibt es in Peru sehr viele, aus dem für uns Europäer etwas merkwürdigen Grund, dass es hier normal ist, bei der eigenen Familie wohnen zu bleiben, bis man verheiratet ist. Da die meisten Familien zudem sehr konservativ sind, dürfen Freunde des anderen Geschlechts nicht mit aufs Zimmer – oder die Tür muss dabei offen bleiben. Junge Paare verbringen ihre gemeinsame Zeit daher gerne in nächtlich dunklen Parks – oder eben in Hotels. Da man diese normalerweise pro Zimmer bezahlt und nicht pro Nase, kann es am Ende sein, dass du weniger bezahlst als im Hostel-Schlafsaal – und dafür hast du ein eigenes, sauberes Bad, Handtücher, Seife, einen Fernseher – und manchmal sogar einen Spiegel über dem Bett …

Alternative: Hotel in Lima. (Foto: Jochen Hafner)

Solche Hotels finden sich natürlich eher in weniger touristischen Städten oder Stadtteilen. In der Altstadt von Cusco wirst du so etwas zum Beispiel vergeblich suchen. Wenn der Reiseführer günstige Hotels nicht ausweist, hilft es, sich vor Ort beispielsweise bei Taxifahrern zu erkundigen. Was in untouristischen Hotels natürlich leider fehlt, sind die vielen Infos, die du dort bekommt, und die anderen Reisenden, die du dort triffst. Aber nach einigen Tagen mit dreckigem Gemeinschaftsbad und betrunkenen Australiern, die nachts poltern, freue ich mich sehr auf frisch gewaschene weiße Laken im Hotel. Ich versuche daher, auf meinen Reisen durch Südamerika eine Mischung aus solchen Hotels und touristischen Backpacker-Hostels zu finden.

5. Auf eigene Faust vs. organisierte Touren

Organisierte Tages- oder Mehrtagestouren reißen schnell ein großes Loch in dein Budget. Günstiger ist es normalerweise, das Land auf eigene Faust zu erkunden – und noch dazu bekommst du so viel mehr vom peruanischen Alltagsleben mit. Busfahrten sind in ganz Südamerika billig, und auch Eintrittspreise sind normalerweise nicht allzu hoch. Mit ein bisschen Internetrecherche und ein paar Wörtern Spanisch, mit denen du dich vor Ort durchfragen kannst, sparst du daher jede Menge Geld. Das kannst du dir dann für die Touren aufheben, die sich nicht so einfach alleine realisieren lassen – Fahrradtouren, Regenwaldtouren oder Ähnliches.

Fotogene Lamas (und Kinder) in Peru.

Gespartes besser investieren

Mit meinen Tipps kannst du also einige Ausgaben sparen. Mit dem gesparten Geld kannst du dann entweder länger verreisen oder in etwas richtig Besonderes investieren, zum Beispiel in ein Abendessen im weltbekannten Sternerestaurant Astrid y Gastón, in eine Nacht in einer traumhaften Regenwald-Lodge oder in eine handgefertigte Ledertasche …

Wie auch immer du deine Peru-Reise organisierst und planst: Ich wünsche dir ganz viel Spaß dabei! „Es gibt ein Peru für jeden“ lautet der Werbespruch des peruanischen Tourismusbüros, und das trifft definitiv zu: Peru ist für den Backpacker genauso grandios wie für den Luxusreisenden.

Vielen Dank an Ariane für die wertvollen Spartipps für Peru!

Hast du noch weitere Tipps, um auf einer Peru-Reise Geld zu sparen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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