Ipoh Sehenswürdigkeiten: Street Art und Höhlentempel

Street Art in Ipoh: Sabine vor Schmetterling
Eintauchen in die Street Art von Ipoh. (Foto: Jochen Hafner)

Nach den Cameron Highlands hieß unser nächster Stopp auf unserer Malaysia-Rundreise: Ipoh. Laut unserem Reiseführer zählt Ipoh noch zu den Geheimtipps in Malaysia. Welche Sehenswürdigkeiten würden uns dort erwarten? Wir hatten zwei Nächte für Ipoh eingeplant und waren gespannt.

Altstadt von Ipoh

Zwar gibt es in der Touristeninformation eine Ipoh Heritage Map mit einem Rundgang durch die Stadt. Auch online ist der Heritage Trail beschrieben. Aber wir haben es bevorzugt, uns einfach durch die Stadt treiben zu lassen. Ein späterer Blick auf den Heritage Trail zeigte: Auch dabei haben wir alles Sehenswerte entdeckt. So groß ist die Altstadt von Ipoh nämlich nicht.

Fassade in der Altstadt von Ipoh
Schlendern durch die Altstadt von Ipoh.

Da sind zum einen die Kolonialbauten, etwa der High Court, der Bahnhof und der Royal Ipoh Club. Interessanter fand ich die alten chinesischen Shophouses mit ihren hübschen Fassaden, die noch heute als Geschäfte oder Cafés genutzt werden. Auch das Museum Han Chin Pet Soo, das das Leben der Chinesen zur Zeit des Zinnbooms zeigt, sowie das Museum Ho Yan Hoor zur Geschichte des chinesischen Teehändlers Ho sind ein Foto von außen wert (drinnen waren wir leider nicht, weil montags die Museen geschlossen haben).

Straße mit Regenschirmen am Himmel
Die Market Lane in Ipoh hat sich hübsch gemacht.

Die Concubine Lane und die Market Lane sind zwar sehr touristisch, lohnen aber auf jeden Fall einen Besuch. Tipp: Auch mal nach oben schauen und die Details der Fassaden bestaunen. In den Nebenstraßen finden sich verschiedene Werkstätten, Cafés und Restaurants. Nicht verpassen solltest du den Besuch einer Bäckerei: Die Geschäfte bieten meist direkt am Eingang kleine Gebäckstücke an, die du dir nach Wahl zusammenstellen kannst.

Anreise nach Ipoh
Nach Ipoh kommst du sowohl mit dem Bus als auch mit dem Zug ab Kuala Lumpur und Butterworth. Es gibt zwei Busbahnhöfe: Medan Kidd südlich des Bahnhofs und das große Bus Terminal Amanjaya, elf Kilometer nördlich der Stadt. Wir kamen von den Cameron Highlands aus in Amanjaya an. Von dort fährt ein kostenloser Bus in die Innenstadt. Da unsere Unterkunft etwas außerhalb lag, haben wir für 13 Ringgit (knapp 3 Euro) ein Grab-Taxi genommen.

Street Art in Ipoh

Besonders beliebt sind in Ipoh die vielen Orte, an denen es Street Art zu sehen gibt. Meist musst du einfach nur nach einer Menschenansammlung mit Kameras Ausschau halten: Hier findet sich garantiert ein fotogenes Street-Art-Motiv. Wir haben die meisten Street-Art-Bilder beim Schlendern durch die Stadt durch Zufall gefunden. Etwas ganz Besonderes sind die 3-D-Bilder: Hier sind echte Gegenstände in die Wandmalereien integriert und laden zum Draufsetzen, Anlehnen und Mitmachen ein. Auch wenn ich sonst kein großer Street-Art-Fan bin: Die Street Art in Ipoh macht wirklich Spaß.

Street Art: Mann und Kinder am Motorrad
Eines der vielen Street-Art-Bilder in Ipoh.
Street Art aus Litauen
Die berühmtesten Murals, wie Wandmalereien auch genannt werden, stammen vom litauischen Künstler Ernest Zacharevic, der auch in George Town, Kuala Lumpur und Singapur seine Spuren hinterlassen hat. Einheimische Künstler haben es ihm nachgemacht und sich mit eigenen Street-Art-Kreationen auf den Mauern verewigt. Wobei: Ewig hält nichts. Einige Bilder sind schon verwittert und durch neue ersetzt worden.

Street Art in Ipoh: Mann mit Rikscha
Ein Mural von Ernest Zacharevic.

Höhlentempel rund um Ipoh

Unseren zweiten Tag in Ipoh haben wir genutzt, um die Höhlentempel rund um Ipoh zu besuchen. Die Stadt ist umringt von Karstfelsen, und diese nutzen die Anwohner, um immer wieder neue Tempel in und an den Höhlen zu errichten.

Anfahrt zu den Höhlentempeln
Die Höhlentempel sind zu weit außerhalb der Stadt, um sie zu Fuß zu erreichen. Wir haben Grab-Taxis benutzt. Beim ersten Stopp am Tempel Ling Sen Tong haben wir das Taxi wieder fahren lassen und uns nach dem Besuch der drei nebeneinander liegenden Tempel ein neues Taxi bestellt. Das hat uns zum Gua Kek Lok Tong gebracht, dort gewartet und uns weiter zum Miaw Yuan Chan Lin Tempel gefahren. Für den Perak Tong haben wir von der Innenstadt aus nach dem Mittagessen ein drittes Taxi bestellt. Ein Fahrer für den ganzen Tag wäre uns zu teuer geworden. Zum ersten Tempelkomplex fährt auch der Bus der Linie 66, zum Perak Tong der Bus Richtung Kuala Kangsar.

Südlich von Gunung Rapat

Eine Tempelgruppe liegt sechs Kilometer südlich von Ipoh am Fuße des Felsens Gunung Rapat. Drei buddhistische Tempel stehen hier direkt nebeneinander. Wir sind zu Fuß von einem zum anderen gelaufen.

Der erste Tempel, Ling Sen Tong, wurde gerade mal 1990 erbaut. Das sieht man ihm auch an: Die bunten Tempelfiguren wirken noch ganz frisch. Das Tempelinnere ist recht klein. Das meiste spielt sich draußen ab. Mir persönlich war der Tempel zu quietschig. Erinnerte mich ein bisschen an ein Kindergartenprojekt …

Bunte Tempelfiguren
Der Tempel Ling Sen Tong.

Als nächstes ging es zum Nam Thean Tong, einem 130 Jahre alten Tempel. Der ist schon ein bisschen weiter in den Felsen hineingebaut. Angeblich soll es innen über 110 Stufen auf den Berg hinaufgehen – wir haben den Treppenaufgang nicht gefunden …

Tempel in Felsen gebaut
Der Tempel Nam Thean Tong.

Mein Highlight an dieser Stelle war der Sam Po Tong, der größte Höhlentempel von Malaysia. Vor der Höhle befindet sich bereits ein prachtvolles Gebäude an einem Fischteich. Durch die Höhle hindurch gelangten wir zu einem mystischen Innenhof. Die Schildkrötenfütterung dort fand ich überflüssig – aber der Tempel zwischen den engen, hohen Felsen war sehr stimmungsvoll in die Landschaft eingebettet.

Tempel am Teich
Am Teich: die Vorderseite des Sam Po Tong.
Tempel umrahmt von Felsen
Mystisch: das Innere des Sam Po Tong.

Nördlich von Gunung Rapat

Ein paar Kilometer zurück Richtung Stadt liegen nördlich des Felsens Gunung Rapat zwei weitere interessante Tempel.

Der Gua Kek Lok Tong beeindruckt allein durch seine Größe. In der riesigen Halle der Höhle stehen ein paar goldfarbene Buddha-Statuen. Die Stalagtiten und Stalagmiten sind hübsch angeleuchet. Am Ende der Höhle geht es eigentlich in einen Garten – der war aber aufgrund von Sprengarbeiten an dem Tag gesperrt. In Sichtweise befindet sich nämlich eine Zementfabrik.

Goldene Buddhastatuen im Felsentempel in Ipoh
In der schönsten Höhle: der Gua Kek Lok Tong.

Ein paar Autominuten entfernt liegt der thai-buddhistische Miaw Yuan Chan Lin Tempel. Hier war kein Besucher zu sehen, doch der freundliche Mönch zeigte uns an, dass wir uns ruhig umsehen sollten. Ein besonders kurioses Detail fand ich im Inneren des Höhlentempels: neonbeleuchtete Buddha-Statuen.

Buddha im Tempel von Ipoh
Der Miaw Yuan Chan Lin Tempel.

Der Tempel Perak Tong

Sechs Kilometer nördlich der Stadt liegt der Felsen Gunung Tasek, in den der prachtvolle Tempel Perak Tong gebaut wurde. Die Wände sind über und über mit Wandmalereien der verschiedensten Stilarten geprägt: feine Pinselzeichnungen, großflächige Drachen, Bilder von chinesischen Sagen und Legenden  – ich hätte mir die Malereien noch stundenlang anschauen können. Über 500 Stufen geht es auf eine Aussichtsplattform hinauf. Dazu waren wir aber zu spät: Der Aufgang schließt um 17 Uhr.

Wandmalereien mit Buddha
Wandmalereien im Perak Tong.
Wanmalereien in einer Höhle
Sagen und Legenden an den Höhlenwänden des Perak Tong.

Wie hat dir mein Reisebericht über Ipoh gefallen? Kennst du weitere Street-Art-Plätze oder Höhlentempel auf der Welt, die einen Besuch lohnen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

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