Blogparade: Wie hat sich dein Reisestil verändert?

Vor ein paar Tagen habe ich meinen 50. Geburtstag gefeiert. Das brachte mich auf die Idee einer neuen Blogparade, die sich an alle richtet, die schon länger reisen. Meine Frage an dich: Wie hat sich dein Reisestil im Laufe der Jahre verändert? Reist du immer noch genauso wie vor 15, 20 oder 30 Jahren? Oder sehen deine Urlaube heute ganz anders aus als früher?

Ich selber reise, seit ich 19 Jahre alt war – also seit mehr als 30 Jahren. Von meinen ersten Reisen bis heute hat sich Einiges getan.

Kleines statt großes Gepäck

Auf meiner ersten großen Reise nach Australien – ich flog für sechs Wochen zum Schüleraustausch nach Sydney – habe ich drei große Reisetaschen mitgenommen. Keine Ahnung, was ich damals alles mitgeschleppt habe. Auch in den Folgejahren hatte ich auf Reisen immer einen recht großen Koffer dabei. Im Laufe der Jahre ist mein Gepäck immer kleiner geworden. Heute komme ich für vier Wochen mit rund zwölf Kilo Gepäck aus. Für Kurzreisen bis zu zehn Tagen geht auch mal nur Handgepäck. Ich versuche bei jeder Reise erneut, Gewicht und Volumen einzusparen. Man wird ja auch nicht jünger, und der Rücken macht die Schlepperei auch nicht mehr so mit wie mit 20 ;-)

Mit zwölf Kilo Gepäck komme ich heute meist aus.

Selbstorganisiert statt Pauschalreise

Meine erste Urlaubsreise allein führte mich nach Florida: Nach dem Abitur buchte ich eine Pauschalreise nach Florida, zwei Wochen Miami. Später machte ich weitere Pauschalreisen, zum Beispiel an die türkische Riviera nach Alanya. Schnell entdeckte ich jedoch, dass es mir viel mehr Spaß machte, meine Reisen selbst zu organisieren und im Land herumzureisen. Egal ob allein oder mit einem Reisepartner: Heute plane ich jede Reise auf eigene Faust, wälze vorab Reiseführer und lese Blogs. Durch das Internet ist es natürlich einfacher geworden, sich von zu Hause oder während der Reise über das Reiseland zu informieren und bei Bedarf Unterkünfte oder Transport spontan vor Ort zu buchen.

Handy statt offline

Früher war es eine Selbstverständlichkeit, Reiseführer zu lesen oder sich vor Ort durchzufragen, um interessante Ziele in einem Land kennenzulernen. Lange Zeit habe ich versucht, weiterhin offline unterwegs zu sein. Noch 2016 habe ich einen Beitrag darüber geschrieben, warum ich ohne Handy zu reise. Doch in den vergangenen Jahren ist es immer schwieriger geworden, ohne Handy unterwegs zu sein: Internetcafés gibt es kaum noch, um zwischendurch mal Mails zu checken. Und da viele Reisende Transport und Unterkünfte vorbuchen, ist das spontane Reisen auch schwieriger geworden, finde ich. Vieles ist dadurch einfach ausgebucht. Daher habe ich mich vor zwei Jahren breitschlagen lassen und nehme nun auch mein Handy mit auf Reisen. Aber ich versuche immer noch, es so selten wie möglich zu nutzen und lieber Land und Leute auf meinen Reisen zu genießen.

In Peru: Handy auf altmodische Art (es hat funktioniert!).

Privatzimmer statt Mehrbettzimmer

In meinen ersten Reisejahren bin ich häufig in Jugendherbergen und Hostels mit Mehrbettzimmern abgestiegen. Da ich meist allein unterwegs war, war das natürlich auch eine Frage des Preises. Zudem habe ich auf diese Weise viele Leute kennengelernt. So bin ich bis weit in meine 30er gereist. Heute lege ich beim Reisen Wert auf ein Privatzimmer, wenn irgendwie möglich mit eigenem Bad. Mehrbettzimmer kommen nur noch dann infrage, wenn es gar nicht anders geht.

Zu zweit statt allein

Viele Jahre war ich allein unterwegs. Ich fand diese Art zu reisen sehr schön, weil ich nach meinem eigenen Rhythmus gereist bin und auf niemanden Rücksicht nehmen musste. Außerdem habe ich unterwegs immer genügend Leute getroffen, sodass ich mich nie einsam gefühlt habe. Seit ich vor 16 Jahren meinen Lieblings-Reisepartner kennengelernt habe, bin ich so gut wie nie mehr allein unterwegs. Wir sind ein eingespieltes Team, und das Reisen mit ihm macht mir ebenfalls sehr viel Spaß. Letztes Jahr habe ich meinen Lieblings-Reisepartner ja dann sogar geheiratet …

Mein Lieblings-Reisepartner und ich in Ecuador.

Naturreisen statt Städtetrips

Früher habe ich mir gern Städte angeschaut: Rom, Boston, Madrid, Kopenhagen, Sydney … In den letzten Jahren sagen mir Städtreisen immer weniger – irgendwie sehen Städte für mich mittlerweile alle gleich aus. Ich bin tausendmal lieber in der Natur als in der Stadt unterwegs. Nicht unschuldig daran ist auch mein Mann, der immer schon ein Naturliebhaber war und Städten nie viel abgewinnen konnte. Im Laufe der Jahre habe ich unsere gemeinsamen Reisen in die Natur immer mehr zu schätzen gelernt.

Zeig mir einen hübschen Vogel, und ich bin glücklich …

Blogparade – auf geht’s!

So, nun bin ich natürlich gespannt, wie sich dein Reisestil im Laufe der Jahre verändert hat. Schreib dazu einen Blogbeitrag und verlinke darin auf diesen Beitrag. Anschließend hinterlasse hier unten einen Kommentar mit deinem Beitragslink, damit ich keinen Artikel verpassse. Die Blogparade läuft bis zum 17. November 2019, 24 Uhr. Im Anschluss gibt es eine Zusammenfassung aller Beiträge. Ich bin gespannt auf deine Geschichten!

 

 

Nobody is perfect … Wenn du einen Rechtschreibfehler in meinem Text gefunden hast, benachrichtige mich doch bitte, indem du den Fehler mit dem Cursor markierst und dann Strg + Eingabetaste (auf dem Mac Ctrl + Enter) drückst. Danke! (Funktioniert nur am Desktop, nicht mobil)

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15 Kommentare

  • Hallo Sabine,

    das ist wirklich ein schönes und interessantes Thema, denn die Art zu Reisen kann sich ja auf die unterschiedlichsten Arten ändern. Wir sind früher immer in Ferienwohnungen oder Hotels untergekommen und fahren jetzt seit 2018 mit unserem Anhängerzelt auf Tour. Vom Hotel zum Camping, von stationär zu Roadtrips, von festen Wänden zum Zelt. Das alles haben wir in unserem Artikel https://www.breierblog.de/ein-anhaengerzelt-fuer-unsere-reisen/ beschrieben und würden mit diesem Artikel gerne an Deiner Blogparade teilnehmen.

    Liebe Grüße

    Janet und Michael von Breier’s Blog

    • Vielen Dank für den offenen Beitrag über deine Krankheit! Ich finde es toll, dass du dir trotz allem die Freude am Reisen nicht vermiesen lässt!

  • So, wie versprochen hier ein kurzer Kommentar, da ich aus den paar Sätzen keinen brauchbaren Beitrag auf meinem Blog gebastelt bekomme:

    Ich reise ja erst seit 6 Jahren so richtig, vorher nur als Kind. Seitdem hat sich aber schon einiges geändert. Etwas weniger Gepäck, wobei ich eh noch nie viel mitgenommen habe. Komme aber in der Regel auch mit so 12 kg aus. Pauschalreise habe ich als Erwachsener noch nie gemacht und habe ich auch in absehbarer Zeit nicht vor. Ohne Handy geht´s leider kaum. Habe neulich erst erfahren, dass man online günstiger buchen kann, anstatt einfach ins Motel zu gehen und nach einem Zimmer zu fragen. Total beknackt, ist aber scheinbar so. Auch zum navigieren ist das Handy immer dabei. Als erstes wird also eine SIM Karte gekauft im neuen Land.

    Von den Schlafsälen bin ich fast weg. Die sind ab und zu nett, um Geld zu sparen oder Leute kennen zu lernen. Aber wenn da jemand schnarcht oder stinkt, ist das nervig. Privatzimmer in Hostels finde ich da schon viel besser. Man hat den Kontakt, wenn man will, aber wenn nicht hat man ein günstiges Zimmer nur für sich.

    Meistens reise ich alleine, ab und zu auch mit dem ein oder anderen Kumpel zusammen. Mit meinem Trekking-Kumpel Sven war ich schon in Norwegen, Island und Grönland und alles hat gut geklappt. Mit einem anderen Freund war ich in Mittelamerika und neulich erst in Alaska. Aber da klappte nicht alles so gut. Man muss einfach oft kompromisse machen und in diesem Fall war ich dann öfter alleine unterwegs, das fand ich nicht so toll, wenn man eigentlich zusammen reisen wollte. Über die Zeit hat sich aber herausgestellt, dass ich gerne mit jemandem zusammen reise, weil das Teilen dieser Erlebnisse einfach viel schöner ist. Aber ich komme auch alleine gut klar. Mal gucken, wie sich das entwickelt.

    Für mich sind auch Naturreisen Nr. 1. Städte joa, kann man ab und zu machen, aber nach ein paar Tagen muss ich raus in die Natur. Das war schon immer so und hat sich auch nicht geändert.

    Weniger fliegen ist allerdings neuer bei mir. Zumindest versuche ich, weniger zu fliegen. Anstatt zB. nach Alaska 2 mal zu fliegen, bin ich lieber nur einmal dort, dafür dann aber auch 20 Tage und habe genug Zeit, mir alles ausführlich anzusehen. Ist mir lieber, als zu sagen „ich kann ja nochmal wieder kommen“. Denn in Zukunft werden Flüge wohl teurer werden und ich bin auch dafür. Man sollte sich schon gut überlegen, wo man hin fliegt und wie lange man bleibt. Ich halte nichts von Kurztrips, wie zB. viele eine Woche nach NY oder Florida fliegen. Oder für´s Wochenende nach Lissabon. Das ist nichts für mich. Ich versuche meistens so lange wie möglich in einem Land zu bleiben und alles für mich wichtige zu sehen/erleben. Sollte sich herausstellen, dass ich nochmal dort hin möchte, streiche ich dafür aber ein anderes Ziel und bleibe beim nächsten Mal noch länger.

    So, das waren meine Gedanken. Ist doch was ausführlicher geworden ;)

    • Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar, Schwerti! Ich bleibe bei Fernreisen auch immer recht lange in einem Land, so kann man es meines Erachtens auch einfach besser kennenlernen.

    • Hallo Sabine,
      trotz meines Artikels über die Einfachheit der Dinge beim Zelten – bist du nicht auf den Geschmack gekommen?
      Das finde ich schade.

      Aber ist halt nicht jedermanns Sache?
      Das verstehe ich.

      Ich wünsche dir noch viel Erfolg bei deinen Reisen, diesem tollen Projekt und allem anderen.

      LG Mathias

    • Ich finde Zelten einfach nicht so bequem: Auf dem Boden schlafen ist für mich einfach anstrengend ;-) Aber ich finde es toll, dass Ihr das macht! :-)

  • Ich bin 30 Jahre alt und war schon immer viel am Reisen. Mittlerweile habe ich 43 Länder bereist, trotz Vollzeitanstellung. Ich schreibe gerade aus Amsterdam. Dazu aber gleich mehr. Das erste Mal selbst groß auf Reisen war ich mit 18 und seither nur noch mit Handgepäck unterwegs. Lange Zeit habe ich nur ein Flugticket gebucht und mich dann vor Ort erst nach Unterkünften umgesehen. Mit der Zeit hat sich allerdings vielmehr mein Lebensstil verändert, bin weltoffener geworden und toleranter. Ich lebe mehr minimalistisch, denke wirklich 2x nach, ob ich dies oder das wirklich brauche. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich wirklich einen festen Wohnsitz brauche. Im Oktober 2017 hat es sich ergeben berufsbedingt nach Lissabon ziehen. Meine Entscheidung hatte ich innerhalb von 2 Stunden getroffen. Seit ich in Lissabon wohne hat sich mein Reiseverhalten stark verändert. Da ich berufsbedingt und privat (Hochzeiten, ITB, etc.) sehr viel fliege (Montag war Flug #40), ich durch meine Arbeit wirklich sehr viel rumkomme, bin ich ehrlich gesagt persönlich sehr reisefaul geworden. Ich habe nicht mehr diesen Drang wegzumüssen. Stattdessen verbringe ich die Zeit lieber zu Hause in Portugal im Camper irgendwo am Strand. Meine Reisen haben sich nun dahingehen verändert, dass ich mit die Ziele nicht mehr selbst aussuche, ich habe bei interessanten Orten gerne schon den Freitag statt Montag anreise oder erst Sonntag abreise statt Montag. So ergeben sich immer tolle Möglichkeiten Neues kennenzulernen. Beispiel jetzt: Ich bin für 2 Wochen beruflich in Den Haag. Über die Arbeit kann ich mir die Hotels selbst aussuchen. So bin ich unter der Woche im Hotel und nun das Wochenende in Amsterdam im Hostel, um unter Leute zu kommen. Vorteil: Auch das Hostel wird von der Arbeit bezahlt. Also falls du mal einen 30-jährigen im Anzug im Hostel einchecken siehst: Achtung, das könnte ich sein!

    • Hallo Sven, danke für deinen Bericht. Magst du dazu nicht vielleicht einen Beitrag auf deinem Blog schreiben und damit an meiner Blogparade teilnehmen?

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