Tagesausflüge rund um Kuching

Vor Kurzem habe ich dich auf einen Stadtrundgang durch Kuching mitgenommen. Auch wenn du schon alles in Kuching gesehen hast, lohnt es sich trotzdem, ein paar Tage länger zu bleiben. Denn die Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt für viele Tagestouren in die Umgebung. Insgesamt waren wir eine Woche in Kuching – für uns genau die richtige Länge.

Was kannst du rund um Kuching alles machen?

Ausflug nach Semenggoh

Die meisten Borneo-Besucher wollen Orang-Utans sehen, die nur noch auf Borneo und im indonesischen Sumatra zu finden sind. Von Kuching aus gibt es die Möglichkeit, Orang-Utans zu besuchen – wenn auch nur halbwilde. Gut 30 Minuten von der Stadt entfernt befindet sich das Semenggoh Wildlife Centre, ein knapp sieben Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet, in dem 25 Orang-Utans leben. Sie wurden aus Gefangenschaft gerettet oder als Waisen gefunden. Einmal täglich findet eine Fütterung statt, bei der du die Chance hast, die Menschenaffen zu sehen. Nicht immer kommen sie zum Futterplatz, weil sie oft auch genügend Früchte im Wald finden. Wir haben bei der Vormittagsfütterung nur einen Affen gesehen, am Nachmittag tauchten dann gleich sechs Orang-Utans auf. Nach der Fütterung musst du das Gelände wieder verlassen.

Wie kommst du nach Semenggoh?

Semenggoh liegt etwa 30 Kilometer südlich von Kuching. Von Kuching aus gibt es Busse. Das Problem ist: Sie fahren sehr früh aus Kuching los und zu unpassenden Zeiten wieder zurück. So verpasst du im Zweifel vielleicht gerade den Zeitpunkt, wenn die Orang-Utans erscheinen – man weiß nämlich nie genau, wann während der einstündigen Fütterung das sein wird. Wir haben einen Taxifahrer für den ganzen Tag gebucht, der uns am Nachmittag auch zur zweiten Fütterung gefahren hat (das Ticket gilt für den ganzen Tag), so waren wir flexibel.

Tour durch die Höhlen Fairy Cave und Wind Cave

Zwischen den beiden Fütterungen der Orang-Utans in Semenggoh haben wir die Höhlen Fairy Cave und Wind Cave besucht.

Die Fairy Cave („Feen-Höhle“) macht ihrem Namen alle Ehre: Über eine steile Trepe geht es in eine wahre Märchenlandschaft hinein. Durch ein Loch im Felsen dringt gerade soviel Licht in die Höhle, dass Farne und andere Gewächse in dem feuchten Klima wachsen können. Über ein Wegesystem aus vielen Treppen kannst du fast jeden Winkel der Höhle erkunden. Am dunklen Ende des Weges ist für Besucher Schluss – auch wenn das verzweigte Höhlensystem dort noch weiter geht. Taschenlampe nicht vergessen! Wir haben uns etwa eine Stunde in der Höhle aufgehalten.

In der zweiten Höhle, der Wind Cave, brauchst du auf jeden Fall eine Taschenlampe, denn diese ist stockfinster. Das Besondere an der Wind Cave: Hier leben Tausende von Fledermäusen. Auf Holzstegen läufst du einen markierten Weg durch den Tunnel, während über dir die Fledermäuse flattern oder über Kopf, an den Decken hängend, vor sich hin quietschen (und ja, auch ihre Exkremente fallen lassen – du solltest das Geländer möglichst nicht anfassen und feste Schuhe in der Höhle tragen). Der Rundgang dauert etwa eine halbe Stunde, je nachdem, wie lange du die kleinen Tierchen beobachten willst.

Wie kommst du zur Fairy Cave und zur Wind Cave?

Die Wind Cave liegt knapp 50 Kilometer südwestlich von Kuching, die Fairy Cave noch mal 7 Kilometer weiter. Auch hierhin kommst du ab Kuching mit dem Bus, aber du musst im Ort Bau umsteigen und trotzdem noch einen bzw. anderthalb Kilometer bis zur Höhle laufen. Weitaus bequemer ist es mit dem Taxi. Wir haben die Tour zu den Höhlen mit einem Besuch des Semenggoh Wildlife Centre kombiniert. Der Taxifahrer kostete uns für den ganzen Tag 200 Ringgit (ca. 40 Euro).

Wanderung im Kubah Nationalpark

Wenn du Lust hast, einen Tag lang im Regenwald zu wandern, ist die einfachste Gelegenheit von Kuching aus der Kubah Nationalpark. Er ist vor allem bekannt durch seine große Vielfalt an Fröschen. 300 Meter vom Parkeingang entfernt befindet sich auch ein Froschteich – aber wir haben dort kein einziges Tier gesehen. Dafür haben wir auf unserer Wanderung zu den Wasserfällen ein wahres Froschkonzert gehört, das uns den ganzen Weg begleitet hat.

Für die rund drei Kilometer lange Wanderung haben wir uns viel Zeit gelassen und in aller Ruhe den Regenwald genossen. Statt der vorgesehenen zwei Stunden – laut Wanderkarte, die wir am Eingang bekommen haben – haben wir drei Stunden gebraucht, bis wir zurück am Froschteich waren. Zwischendurch haben wir unzählige Fotos von kleinen Insekten, tollen Blättern und dem undurchdringlichen Dschungel um uns herum gemacht.

Wie kommst du zum Kubah Nationalpark?

Der Kubah Nationalpark liegt rund 25 Kilometer nordwestlich von Kuching. Es fährt ein Bus ab Kuchinhg, der allerdings 400 Meter vom Parkeingang hält, sodass du noch eine ganze Strecke bis zum Eingang laufen musst. Bequemer ist die Anfahrt mit dem Taxi. Wir haben für eine Strecke ab Kuching 50 Ringgit bezahlt (ca. 10 Euro), zurück in die Stadt haben uns andere Besucher mit einem Mietwagen mitgenommen (ansonsten hätten wir unseren Taxifahrer erneut bestellt).

Bootstour im Kuching Wetlands Nationalpark

Auf einer Bootstour durch den Kuching Wetlands Nationalpark fährst du an Mangrovenwäldern entlang. In den Bäumen springen Nasenaffen herum, am Ufer liegen faul die Krokodile, und im Wasser tauchen seltene Irrawaddy-Delfine auf – zumindest theoretisch. Denn in der Natur ist nie garantiert, dass du die Tiere zu Gesicht bekommst. Wir haben einen Delfin, ganz in der Ferne ein paar Affen und kein Krokodil gesehen. Auch Glühwürmchen – wegen denen wir hauptsächlich in die Wetlands gekommen waren – gab es kaum. Normalerweise sind die Büsche in der Nacht voll mit ihnen, und sie fliegen auf, wenn das Boot nah ans Ufer fährt. Offenbar waren sie an diesem Abend woanders unterwegs. Du kannst also auf der Tour Glück oder Pech mit den Tiersichtungen haben.

Wie kommst du zum Kuching Wetlands Nationalpark?

Da es kein Parkbüro gibt, kannst du die Wetlands nicht auf eigene Faust besuchen, sondern musst eine Tour von Kuching aus organisieren. Wir haben den Ausflug in unserem Hotel gebucht, pro Person haben wir 150 Ringgit (ca. 30 Euro) bezahlt. Es gibt zahlreiche weitere Anbieter in der Stadt.

Abstecher zum Bako Nationalpark

Du kannst von Kuching aus problemlos einen Tagesausflug in den Bako Nationalpark machen. Wir haben uns für eine Übernachtung im Park entschieden, um verschiedene Wanderungen in Bako machen zu können. Hier geht es zu meinem ausführlichen Bericht über unseren Besuch des Bako Nationalparks inklusive der Anfahrtmöglichkeiten.

Weitere Aktivitäten rund um Kuching

  • Wer noch länger in Kuching bleiben will, kann zum Beispiel in das Dorf Annah Rais fahren, um sich dort die typischen Langhäuser anzusehen. Annah Rais liegt 40 Kilometer südlich von Kuching.
  • Im Gunung Gading Nationalpark kannst du die größte Blüte der Welt bestaunen, die Rafflesia. Leider blüht sie immer nur ein paar Tage im Jahr. Touranbieter in Kuching geben Auskunft, wenn es wieder soweit ist. Der Gunung Gading Nationalpark liegt 85 Kilometer nordwestlich von Kuching.

Wir haben keinen der beiden Orte besucht, daher kann ich nichts Weiteres dazu sagen.

Warst du schon mal in Kuching? Hast du weitere Tipps für Ausflüge in der Umgebung? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

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